Tanz mit dem Leben

Bei Myriade gibt es ein Fotoprojekt. Myriade sammelt zu unterschiedlichen Themen Bilder. Ich habe meine diversen Fotos durchgeschaut, denn ich verstehe sie, wie sie es darzustellen versucht, auch häufig unter solchen Schlagworten. Dies ist mein Beitrag zum Thema „Tanz mit dem Leben“, bereits beigetragen habe ich zur Weite und Begeisterung.

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Mit Kuchen zum Ziel

Wie wird ein dickes Kind ein fetter Erwachsener und anschließend ein schlanker Mann mit dem Kopf eines Kindes? Meine Motivation abzunehmen habe ich dargelegt und Motivation ist die halbe Miete, aber mal ehrlich: Den ein oder anderen konkreten Tipp wollen wir doch auch haben. Deshalb versucht das Zeilenende sich einmalig als Diätblogger. Lauscht meinen geballten Weisheiten.

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Sag mir, wovor du Angst hast!

Kieler Krimskrams hat vor längerer Zeit einen ungewöhnlichen Liebster-Award zugeworfen bekommen. Ungewöhnlich nicht, weil er anders ist als die anderen Liebsten, sondern weil die Fragen so ungewöhnlich sind. Sie stammen von der Koriandermadame.

Ich nehme den Liebsten – für mich doch ungewöhnlich – auf und beantworte ihn ohne Nominierung. Mit noch ein wenig mehr Ungewöhnlichkeit, denn nach und nach, mit jedem Beitrag eine Frage. Die haben es, wie gesagt, in sich. Ich finde, das ist eine schöne Beschäftigung für einen Montag (und der reguläre Liebste … Ich bin dran. Tatsache: Mir fehlt momentan die Ruhe zum ausgiebigen Schreiben).

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If I were a book …

Ich wurde getaggt. Taggen ist im Prinzip das Gleiche wie „Mit dem Liebster Award beworfen werden“, aber auch irgendwie anders, weil diese Tags häufig unter einem Motto stehen. Und ich bitte herzlich darum, nicht von mir zu verlangen, nun auch noch Tags von Stöckchen zu unterscheiden. Lieber will ich wortgeflumselkritzelkrams Wurf aufgreifen, sage artig danke und stelle mir die Frage: Wenn ich ein Buch wäre, was wohl für eines?
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Handschrift

Dies hier ist eine Auftragsarbeit. Roe Rainrunner und ich sind nämlich intim geworden beim Anblick meiner Handschrift:

Ist das nicht interessant? Ich folge dir schon eine ganze Weile und dennoch bedeutet das Erblicken der Handschrift im ersten Bild etwas Privates, ja fast schon Intimes. Wie starre standardisierte Buchstaben eine Distanz schaffen können… Ich denke, du solltest darüber mal einen Beitrag schreiben

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Wie ein Riese …

Das Land lebt. Das Land als Gegensatz zur Stadt. Und Leben im ökonomischen Sinne. Verständlicher wäre wahrscheinlich „Die Nicht-Stadt prosperiert.“ Allerdings klingt das nur wenig poetisch, es klingt nicht einmal prosaisch. Es klingt wie ein Satz, den ich in einer Hausarbeit schreiben könnte. Am Faktum lässt sich dennoch nicht rütteln. Ich habe zwar nicht mein ganzes Leben in diesem Dorf verbracht, aber seit meinem siebten Lebensjahr verfolge ich, mal von nah, mal von fern, seine Entwicklung. Und es prosperiert. Oder die Leute hier werden immer hungriger.
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Sterbehilfe

Am heutigen 06. November wird sich der Bundestag einmal mehr mit dem Thema „Sterbehilfe“ auseinandersetzen. In einer Zeit, in der Politik jeder Couleur sich bemüht, die eigene Weltanschauung als Pragmatismus oder Realismus zu verkaufen, in der der jeweilige politische Gegner dieses Paradigma nicht angreift, sondern sich auf Detailkritik beschränkt, sind die bioethischen Debatten die letzten großen Schlachten des Parlamentarismus. Hier geht es nicht um technische oder Verwaltungsvorgänge, hier geht es um das Leben.
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Proust-Fragebogen – Wo möchten Sie leben?

Da ein Blog nur funktionieren kann, wenn ich als Blogger regelmäßig Dinge einstelle, dachte ich mir, dass ich die Sache mit dem Gedöns mal ein wenig ernster nehme. Ich will zwar seit Monaten meine Musiksammlung durchgehen und durchhören, aber ich komme doch nicht dazu, und da ich momentan langweilige Bücher über Musikunterricht im Mittelalter lesen muss, die es nicht zu rezensieren lohnt, kommt es mit meinem aktuellen Buch auch nicht voran. Hörbücher höre ich zwar recht regelmäßig, aber dabei radle ich zur Uni, also ist meine Aufmerksamkeit nur teilweise bei den Büchern. An ernsthafte Rezensionen ist nicht zu denken Der Ausweg: Hier soll es laut Untertitel auch um Gedöns geben, also nehme ich mir die Freiheit, mich an den so genannten Proust-Fragebogen zu setzen. Ich wollte so ca. 3-4 Posts pro Woche setzen, wenn es mit dem Rezensieren nicht klappt, gibt es immer wenn ich nichts Neues gelesen habe, halt die Lebensansichten einer kleinen Kaffeetasse.

Wo man leben möchte, ist eine gar nicht so einfach zu beantwortende Frage. Ich bin ein eher langweilig realistischer Mensch, sodass mir solche Orte wie Oz oder Hogwarts als Antwort fern liegen. Es gäbe zwar ein paar Städte, die ich mir als Lebensmittelpunkt vorstellen könnte (Wien, Budapest, Heidelberg, irritierenderweise auch Frankfurt/Main), aber das scheint mir den Kern der Frage nicht zu treffen. Wo möchte ich leben? Tja. Ich neige zur Unstetigkeit. Manchmal stelle ich mir zum Einschlafen vor, ich sei ein reicher Mann, der ständig zwischen verschiedenen Wohnorten herumpendelt. Momentan gehören zu meinem Immobilienimperium eine kleine Wohnung in einem ostdeutschen Plattenbau, eine geräumige Altbauwohnung mit hohen Decken, Stuck, riesigen Fenstern und Parkettboden, ein Schloss nach Vorlage von Schönbrunn (auch wenn ich dort nur einen Flügel in der Beletage bewohne, während im Erdgeschoss meine Bediensteten hausen, die Front repräsentativen Zwecken dient und der andere Flügel Büroräume beherrscht), ein Leuchtturm in einer Flussmündung, ein ausgehöhlter Berg in den Alpen mit Panoramafenstern, die von Außen nicht erkennbar sind sowie ein ehemaliges Kloster, das direkt an einer Steilküste mit rauem Meer liegt.

Die Vorstellung, dauerhaft irgendwo sesshaft zu werden, behagt mir ehrlich gesagt nicht und das obwohl (oder gerade weil?) ich meine Wohnung nur sehr ungern verlasse. Zugegebenermaßen gehe ich tagsüber gern shoppen, aber wenn ich die Alternative habe, Abends auszugehen oder daheim zu bleiben, entscheide ich mich in den meisten Fällen für Zweiteres. Ich habe tendentiell auch lieber Besuch als dass ich andere Leute besuche – was momentan etwas schwierig ist, aber dazu vielleicht ein andermal mehr.

Ich kann momentan noch nicht mal sagen, ob ich wieder in einer WG wohnen sollte. Wahrscheinlich werde ich im nächsten Sommer umziehen, auch wenn ich noch nicht weiß, wohin, also erwäge ich diese Frage auch. Ich wohne gern mit Leuten zusammen, allerdings kann ich sowohl ein „Wir teilen uns eine Wohnung, sehen uns aber nie“ als auch ein „Wir teilen uns eine Wohnung, also verbringen wir auch unsere Zeit miteinander“ nicht ausstehen. Ich bin weder ein Zweck-WGler noch ein Überzeugungs-WGler, ich fühle mich immer so ein wenig zwischen allen Stereotypen.

Aber ich schweife ab; auch so etwas, das ich gut kann. Ich habe ja von meinen Träumen berichtet. Was sie alle verbindet ist Folgendes: Jede meiner erdachten Wohnstätten hat eine große Küche mit einer Kochinsel, vielen Arbeitsflächen und ausgestattet einerseits mit den abgefahrensten Küchenmaschinen, andererseits mit einem altmodischen Kohlenofen, der eine Backröhre, Platz für verschiedene Töpfe, einen Heißwasserbereiter und eine Art Grilleinschub hat. Ich koche gern und ich habe ein Faible für technischen Schnickschnack. Wenn ich den nötigen Platz hätte, würde ich mir einen Donutmaker zulegen, auch wenn ich bloß alle halbe Jahre damit Donuts backen würde und als meine Küchenmaschine vor einigen Wochen kaputt gegangen ist, war ich den Tränen nahe. Eine neue ist halt momentan nicht drin, dafür bin ich irgendwie auch zu geizig. Und ich bin ein Student mit 6qm Küche, die Küchenmaschine nimmt somit gefühlt die halbe Küche in Anspruch und so häufig backe ich nicht, obwohl ich es gern tue, und Unmengen an Gemüse raspel ich auch relativ selten.

Andererseits bin ich offenbar ein wenig altmodisch, aber ich finde, es hat seinen ganz eigenen Charme, mit richtigem Feuer zu kochen, so wie zu Urgroßmutters Zeiten. Und wenn wir ehrlich sind, bei so einem eisernen Ungetüm hat man viel mehr das Gefühl, dass ein Herd eine Küchenmaschine und ein ausgefeiltes technisches Gerät ist als beim Elektro-Ofen. Und dieser integrierte Heißwasserbereiter, obwohl nur eine integrierte Schüssel, in die man Wasser hineinfüllt, finde ich eine großartige Idee, in der Wärme optimal genutzt wird und in der man sicherlich auch ganz gut Suppe kochen kann.

Neben dieser riesigen Küche besitzt jede meiner erdachten Wohnungen zudem eine Bibliothek. Im Fall der kleinen Plattenbauwohnung ist es bloß ein kleines Schlafzimmer, in dem das Bett mitten im Raum steht und von Bücherregalen umschlossen ist, aber das ist mir ebenfalls wichtig. Bücher sind ein integraler Bestandteil meines Lebens. Sie muntern mich auf, sie machen mich traurig, sie bringen mich zum Lachen, sie sorgen dafür, dass ich nachdenklich werde. Sie helfen mir, die Zeit vergehen zu lassen, sie sorgen dafür, dass ich mir wünschte, noch mehr Zeit zu haben und sie sind aneinandergereiht auf einem Brett nicht bloß schön anzusehen, sondern ein greifbarer Teil meines Gedächtnisses. Ich kann stundenlang mein Bücherregal sortieren, weil ich die Bücher in die Hand nehme, sie kurz durchblättere, aber in erster Linie daran erinnert werde, was sie beinhalten. Wenn sie mich besonders berührt haben, erinnere ich mich sogar an die damalige Situation, wann und wo ich das Buch in welcher Stimmung ich es gelesen habe. Ich könnte meine Biographie anhand von einigen Büchern beschreiben. Die Bücher hätten zwar thematisch nicht direkt damit zu tun, haben sie vielleicht manchmal in eine bestimmte Richtung gelenkt, aber sie waren dabei und haben sich somit in mein Leben eingeschrieben.

Wo möchte ich also leben? Letztlich ist es egal, solange ich dort

a) einen Wochenmarkt für mein Obst und Gemüse und einen Supermarkt für den Rest habe,

b) relativ schnell in einer großen Einkaufsstraße mit einer Vielfalt an Geschäften (und vielen Klamottenläden) bin, wobei eine Stunde Zugfahrt bei mir gerade noch so relativ schnell ist

c) ich eine große Küche habe

d) es Platz für eine eigene Bibliothek gibt, mit einem Lesesessel oder besser mehreren Lesesesseln, einer Couchlandschaft und einem Kamin

e) Ich ein geräumiges Bett nicht unter 1,40mx2,00m habe, weil ich zum Schlafen einfach viel Platz brauche