Die Geschichte vom Zeilenende, der über Narben nachdenkt, ist eine Trilogie. Offenbar hat Star Wars mich doch mehr beeinflusst als Star Trek. Ich habe sehr lange nicht darüber schreiben wollen, aber Christiane hat recht: Es kann ein Anstoß sein. Und mein Anspruch im Leben ist der, etwas von Bedeutung zu tun. Wenn ich jemandem ein Vorbild sein oder einen Denkanstoß bieten kann, gern. Aber wir beginnen am Anfang der Geschichte. Das ist die Geschichte vom dicken Kind.

Ihr dürft in einem dritten Beitrag auch mit „Diät-Tipps“ rechnen, auch wenn das schon der erste Denkfehler ist. Aber dazu in einem anderen Beitrag mehr. Für andere Menschen gibt es bei meiner Geschichte zwei bestimmende Fragen:

  1. Wie hast du das geschafft?
  2. Wie bist du so geworden?

Wie ich es geschafft habe, erzähle ich in den Beiträgen 2 und 3. Wie ich so geworden bin, weiß ich selbst nicht. Aber ich nehme euch mit auf die Suche nach einer Antwort. Und „so“ meint, dass ich mindestens 180kg gewogen habe, so genau weiß ich es nicht. Aber 180kg habe ich bei meiner Musterung gewogen – übrigens ein Grund für T5. Und was ich geschafft habe ist ein aktuelles Gewicht von 85kg und ein Mindestgewicht von 83kg bei 180cm Körpergröße. Damit liege ich über einem normalen BMI, aber mit 83kg sah ich schon recht hager aus. Der BMI ist nicht der Weisheit letzter Schluss.

 

Das dicke Kind

Ich war schon immer ein dickes Kind. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals normalgewichtig war. Klamottenkaufen war immer eine problematische Angelegenheit und auch ein wenig demütigend. Dabei habe ich mich durchaus bewegt. Okay, ich war ein Nerd, der am Liebsten gelesen oder PC gespielt hat, der mit seinen Kumpels gegen Drachen gekämpft oder Plastik-Miniatur-Armeen auf Tischen verschoben hat. Aber ich habe auch Tischtennis gespielt, hatte Schulsport und bin überhaupt auf dem Land aufgewachsen. Da ist man viel an der frischen Luft und besucht seine Freunde mit dem Rad.

Ich habe immer gern und viel gegessen. Das tue ich übrigens bis heute. Will ich damit etwas kompensieren? Ich denke nicht. Es ist nicht so, dass ich mir einen seelischen Schutzwall anfressen wollte, ich habe meinen Körper nie als Schutzwall begriffen, in dem ein verletzliches Kind steckt (auch wenn ich durchaus zur Empfindlichkeit neige). Was ich an mir beobachte, ist hingegen ein gewisser Hang zum Exzessiven.

 

Exzess

Wenn ich lese, tue ich das am liebsten stundenlang über mehrere Wochen hinweg. Lesen kann meine einzige Freizeitbeschäftigung in dieser Zeit sein, bis ich ihrer überdrüssig werde, um als nächstes exzessiv Serien zu schauen. Ich gehe ungern feiern, um gegen 2 Uhr im Bett zu liegen. Richtig schön ist es erst, wenn ich die Sonne begrüßt habe. Und beim Sport suche ich zum gelegentlichen Leidwesen meiner Muskulatur den Punkt, ab dem es weh tut und denke mir: Jetzt weiter, läuft doch gerade. Beim Schreiben, das erlebt ihr ja, ist es ähnlich. Ich mache ungern halbe Sachen, lieber lasse ich sie sein. Ich habe an mich den Anspruch, dass es für mich rote Rosen regnen soll, wie Hilde Knef es singt.

Es gibt Situationen, in denen diese dominante Charaktereigenschaft segensreich ist, wenn sie sich auch auf das Essverhalten auswirkt, ist es problematisch. Gebt mir zwei Stunden in einem China-Buffet-Restaurant und ihr könnt euch sicher sein, dass ich am nächsten Morgen Bauchschmerzen habe und schwöre, nie wieder etwas zu essen. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich als Kind nicht nur meinen eigenen Teller zur Freude der Erziehungsratgeber leer gegessen habe, sondern bei Bedarf auch die Teller in meinem Umfeld. Zumindest Letzteres kann ich mittlerweile unterlassen. 😉

Essen war und ist mir wichtig. Damals ging es aber nur darum, dass es schmeckt. Mir war, das gehört zur Wahrheit auch dazu, meine Ernährung darüber hinaus recht egal. Ich habe also munter Schokolade und Tiefkühl-Pizza gegessen und ging mit den Jahren auf wie ein Hefeteig. Mit dem gemeinen Unterschied, dass der Hefeteig nur an Volumen, nicht an Masse gewinnt.

 

Raum für Vorwürfe

Hätte man das verhindern können? Ja klar. Das ist die Stelle, wo meine Eltern ins Spiel kommen. Die haben mir recht viel Freiheit gelassen. Kritische Worte waren selten, ich habe sie auch regelmäßig abgeblockt. Mir ging es gut. Bis zuletzt übrigens, es gab keine gesundheitlichen Gründe für die Änderung. Werfe ich es ihnen vor?

Es wäre reichlich einfach und billig, das zu tun. Meine Eltern haben mich erzogen und liebevoll behandelt. Sie haben aus mir den Menschen gemacht, der ich bin. Dazu gehören viele positive Dinge, dazu gehören negative Dinge. Ich habe keinen Grund, mich meinen Eltern vorzuwerfen.

Nicht einmal in einzelnen Punkten? Klar. Ich werfe meinen Eltern bis heute vor, dass ich auf dem Land groß werden musste, seitdem ich sechs Jahre alt war, obwohl ich ein ziemlicher Stadtmensch bin. Und manchmal denke ich: Ein paar Grenzen mehr wären echt super gewesen. Andererseits: Hätte es was geändert? Ich glaube nicht, dass man einzelne Erziehungsmaßnahmen unabhängig von der gesamten Erziehung betrachten kann. Die Vorstellung, eine einzelne Maßnahme würde einen Menschen völlig ändern, ist genauso illusorisch wie die Vorstellung, dass so etwas überhaupt ginge. Andere Maßnahmen würden eine andere Art der Erziehung insgesamt voraussetzen. Und dafür war ich ein viel zu glückliches Kind. Auch wenn ich auf dem Land aufwachsen musste. Und ziemlich fett war.

 

Trotzdem ein glückliches Kind

Nein, ich habe meinen Eltern nichts vorzuwerfen. Denn ich war ein glückliches Kind und bin ein Erwachsener, der zwar nicht an Glückseligkeit glaubt, aber zumindest sehr zufrieden ist. Trotz der Neigung zum Exzess? Nein, gerade deshalb. Auch wenn ich dadurch mein Päckchen zu tragen habe.

So gesehen weiß ich nicht genau, wie es passiert. Die Antwort liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mischung aus Erziehung, Gier in ihrer allgemeinen Form und einem Desinteresse an Ernährung jenseits ihres Geschmacks. Aber man muss ja nicht alles im Leben erklären können.

Was ich erklären kann ist, was passieren musste, dass ich mein Leben radikal verändert habe. Davon erzähle ich euch aber beim nächsten Mal. Und wenn ihr Fragen habt: Raus damit. Ich beantworte sie oder verwende sie für die nächsten Beiträge oder verweigere die Antwort auf charmante Art und Weise.

 

P.S.: Dieser Beitrag entstand natürlich nach einer durchfeierten Nacht mit Vorglühen ab 7 Uhr abends, inkl. Pide an der Dönerbude um 3 und allgemeines „Gute Nacht“ gegen 7 Uhr morgens.

Advertisements

35 Kommentare zu „Das dicke Kind

  1. Mh, darf ich aus eigener Erfahrung sagen, dass „Grenzen setzen“ ggf. trotzdem nichts bringt?
    Bei mir liegt Übergewicht in der Familie. Ob wir irgendein Gen haben, dass uns zu Super-Verdauern macht, sodass bereits das Begutachten eines Fotos von Blumenkohl dazu führt, dass wir 3kg zunehmen, oder ob wir einfach extremen Heißhunger kriegen und daher tatsächlich schaufeln wie die Bagger, kann ich nicht sagen. Aber meine Familie wird seit mindestens drei Generationen ausschließlich im Querformat fotografiert, anders passen wir halt nicht ins Bild.
    Meine Mutter – nicht Teil dieser Linie und hysterischer Schlankheitsfanatiker – hat mich essenstechnisch an der kurzen Leine gehalten. Was zwar dazu führte, dass ich sehr lange schlank war (1,66m/58kg), nach dem Auszug im Alter von 17 aber sämtlichen bis dahin unerfüllten Gelüsten Ausdruck verliehen habe und in nur 6mon 30kg zunahm. Geholfen hat die kurze Leinenführung also nichts, im Gegenteil. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich das Essen dadurch erst recht glorifiziert habe.
    Klar, hinterher ist man immer schlauer. Man sagt sich ‚Hätte ich das gewusst und hätte ich geahnt, dass ich nie abnehmen kann, ohne Schwangerschaftsstreifen und Hautlappen zu behalten, hätte ich es erst gar nicht so weit kommen lassen.‘ Aber mein Motto ist: ‚Bereuen ist sinnlos, denn man hatte damals Gründe und wäre man nochmal in derselben Situation, würde man es nicht anders machen, man wusste es damals eben nicht besser.‘ Solche Erfahrungen sind Teil der Lebensgeschichte, und das lässt einen ja auch weiser werden 🙂
    Sei einfach stolz, dass du es geschafft hast, dich so radikal zu verändern und jetzt trotz Achten auf Ernährung auch leckere Rezepte teilst 😀

    Gefällt 4 Personen

    1. Ergänzung finde ich immer super … Und danke für deine Geschichte.
      Ja, Grenzen bringen nicht immer was. Und in der Situation zu entscheiden, wann sie angemessen sind … und in welchem Umfang, ist schwierig. Deshalb will ich sie rückblickend auch gar nicht einfordern. Es ist nur der Gedanke, den viele Menschen haben, deshalb wollte ich ihn mal anstoßen.
      Ich teile übrigens dein Motto. Passiert ist passiert. Es gehört auf die ein oder andere Weise zur Biographie.

      Gefällt 5 Personen

  2. Mich würde ja tatsächlich interessieren, wie die anderen Familienmitglieder gebaut sind. Und empfinden deine Eltern es denn so, dass sie was falsch gemacht haben? Ich denke ja auch, dass jeder irgendwann für sich selbst verantwortlich ist – also keine Vorwürfe. Ich finde es unglaublich mutig und du hast meinen vollen Respekt – 1. dass du dies mit uns teilst und 2. dass du all das für dich geschafft und erreicht hast, mit einer – in meinen Augen – unglaublich vernünftigen Einstellung.

    Gefällt 2 Personen

    1. Keine genetische Disposition. Eher erlerntes Verhalten. Meine Familie ist im Laufe der Jahre breiter geworden.
      Mutter Zeilenende hat mal so was angedeutet, dass sie mir das alles erspart hätte. Aber das ändert ja nun auch nichts mehr, deshalb ist es gut, wie es ist.

      Und Dankeschön. Ob es hierfür Mut braucht, sei dahingestellt.

      Gefällt 3 Personen

  3. Ach, Zeilenende, das ist ein toller und mutiger Beitrag. Ich kann dir nur sagen, dass ich großen Respekt vor dir habe, sowohl dafür, dass du heute so bist, wie du bist – wobei, ein klasse Typ warst du sicherlich schon immer – und dass du darüber auch so gut schreibst.

    Als jemand, der den Hang zum Exzess in manchen Dingen – lesen, zocken, manchmal auch Essen (das mit den Tellern anderer mache ich heute noch manchmal) – kennt, kann ich mich ein Stück weit in dich hineinversetzen.

    Gefällt 3 Personen

  4. Zu jeder Zeit seines Lebens nach bestem Wissen und Gewissen handeln! So sollte es im besten Falle sein und dann gibt es auch nichts zu bereuen oder zu bereinigen, was die Psychologie uns ja vor langer Zeit vorgaukeln wollte….da wurde tatsächlich geraten ständig in der Kindheit herum zu wühlen….bis hin zu „Brechen sie das Verhältnis zu ihrer Familie ab“….ich denke Deine Eltern haben ihr damals bestes gegeben….ebenso wie Du selbst….denn vieles bringt ein Mensch ja auch einfach mit….jenseits von Erziehung oder Umfeld.

    Ich finde Du machst alles richtig, solltest vielleicht ein wenig an den Exzessen feilen….und es Dir gut gehen lassen, denn Dein Körper arbeitet grad auf Hochtouren….und das Seelchen offensichtlich auch….stay cool and keep on….

    Gefällt 1 Person

    1. Ich war heute morgen schon um 5 daheim. Mein Körper arbeitet ganz von selbst an nachlassenden Exzessen, weil er alt wird. 😀
      Und ja, ich finde auch, es bringt nicht viel, alle Fehler in der Kindheit zu suchen. Obwohl es in meinem Fall naheliegend wäre. Aber auf meine Eltern lasse ich nichts kommen.

      Gefällt 3 Personen

  5. Ich war bis zu meinem 19. Lebensjahr auch mehr ein Pummelchen. Abgenommen habe ich während des Studiums, weil ich mir schlicht und einfach mit dieser etwas pummeligen Figur nicht mehr gefiel. Zuhause bei meinen Eltern wäre das nicht gegangen, weil meine sehr fürsorgliche Mutter das wahrscheinlich nicht zugelassen hätte. Dabei ist sie selbst ein sehr schlankes und allgemein zierliches Persönchen. Vielleicht sollte ihre Tochter auch deshalb immer ordentlich essen, damit man nicht wie bei ihr selbst zweimal hingucken muss, um sie einmal zu sehen 😉 Nein, jetzt im Ernst, ich weiß da keine Ursachen oder Gründe zu benennen, höchstens, dass es zuhause immer sehr geschmeckt hat und als Kind und Jugendliche habe ich mir um meine Figur so gar keine Gedanken gemacht. Das kam erst ein wenig später.
    Meinen Eltern würde ich auch nie einen Vorwurf daraus machen, dass sie mich als Kind nie in meinem Essverhalten gebremst haben. Irgendwann findet man selbst seinen Weg und das ist gut so.
    Bei mir waren es im Vergleich zu Dir nur wenige Kilos. Dennoch weiß ich, wie schwer es ist, das, was man sich einmal angegessen hat, wieder loszuwerden. Es erfordert eine unwahrscheinliche Willenskraft, vor allem auch, später das neue Wohlfühlgewicht zu halten. All Deine Exzesse hin und her, über unwahrscheinliche Willenskraft scheinst Du dennoch zu verfügen, denn ansonsten wärst Du gewichtsmäßig nicht da, wo Du heute bist und vor dieser Leistung kann man schon den berühmten Hut ziehen. Das ist echt beeindruckend.

    Gefällt 2 Personen

    1. Achja … Fürsorgliche Mütter, ja. Den Zug kenne ich auch. Im Zweifelsfall würde Mutter Zeilenende mir auch noch ein Butterbrot schmieren, statt mir das Letzte wegzunehmen. Und gegen seine Eltern kommt man eben nicht an. *g*
      Ich weiß umgekehrt übrigens, wie hart der Kampf um diese „wenigen“ Kilos ist, denn die sind von der Natur der Sache her hartnäckig. Von daher können wir uns ruhig gegenseitig beglückwünschen. 🙂

      Gefällt 1 Person

  6. Ich freue mich sehr, dass du deinen Weg mit uns teilst, es ist NICHT selbstverständlich. Ich habe mir den Tag über überlegt, ob ich dich jetzt dringend etwas fragen müsste, neee, sorry, muss ich (noch) nicht.
    Ich muss doch nicht sagen, dass ich gespannt auf Teil zwei und drei warte, oder?
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 2 Personen

  7. Danke für den guten Beitrag.

    Ich finde es klasse, dass du für dich das Ruder quasi rumgerissen hast.

    War sicher nicht immer leicht und ich bin schon gespannt, wie du es geschafft hast.

    Und selbst wenn deine Eltern dich gemästet hätten, so liegt heute dennoch die Verantwortung bei dir und es würde dir überhaupt nichts bringen, ihnen etwas vorzuwerfen, denke ich.

    Gefällt 1 Person

    1. Ich finde, du unterschätzt die Kraft der Vorwürfe. Sie helfen manchmal, zu akzeptieren. Andererseits spornen sie auch an. Denn erst, wenn ich jemandem etwas vorgeworfen habe, kann ich beschließen, es dem- oder derjenigen zu zeigen. Zumindest temporär sind sie ganz nützlich.

      Gefällt mir

  8. Ein sehr schöner, interessanter Beitrag.
    Den Hang zum Exzess kann ich gut nachvollziehen. Ich verschreibe mich auch gern einer Sache voll und ganz – wenn, dann richtig! So ist z.B. aus dem Lauftraining ziemlich schnell der Wunsch nach Marathonlauf mit mehrmalswöchentlichem Training trotz Familie und Beruf geworden. Mit dem Essen habe ich es zum Glück nie so übertrieben – weder auf die eine Art noch auf die andere, verzichtende, Variante.

    Gefällt 1 Person

  9. Finde deinen Beitrag sehr gut und wie schon oft betont wurde, sehr mutig. Mit Exzessen kenne ich mich aus und habe jeden Einzelnen bis zur körperlichen Erschöpfung ausprobiert. Zum Glück waren Alkohol und Drogen nie eine Versuchung für mich, aber da gibt es noch viele andere Möglichkeiten, wie du ja selber weißt. Menschen können sich wirklich ändern, selbst gegen ihren Charakter, was ich selber früher nie für möglich gehalten hätte, doch dazu benötigt es extreme Liebe oder Angst und beides hinterlässt Spuren für immer. Mach alles so, wie du es für richtig hälst, denn andere Menschen können einem sowieso nicht helfen, außer mit ein wenig Unterstützung, denn alles kommt aus uns selbst. Einen exzesslosen Abend für dich!

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für die Worte … Ja, man kann sich in den banalsten Dingen bis zur Erschöpfung verlieren oder seinen Verstand in Bereiche bringen, aus denen er nur unter Protest wieder in die Niederungen der Wirklichkeit zurückkehren will. Ich bin schon dankbar dafür, dass ich bei allen Höhenflügen eine ausgeprägte Erdung in Richtung Realität habe.
      Was den Exzess angeht, hatte ich den jetzt zur Genüge … Mein Abend wird die Lethargie feiern. *g*

      Gefällt 2 Personen

  10. Ein toller Eintrag, der tatsächlich nicht nur mutig ist, sondern auch Mut macht. Gerade in Kombination mit dem nächsten (Firmenlauf), wobei man ja auch Laufen bis zum Exzess betreiben kann. Nicht umsonst gibt es viele Läuferkarrieren, die zuvor mit anderer Sucht zu kämpfen hatten.

    Gefällt mir

    1. Man kann alles erreichen, wenn man nur will … Also fast alles. Man sollte sich da keinen Illusionen hingeben. Aber ja, man kann alles bis zum Exzess betreiben. In Sachen Sport muss ich mir auch auf die Finger hauen. Ich habe auch das mal gewaltig übertrieben. Aber noch tut die Bewegung gut. Etwas, was ich ganz erstaunt gelernt habe in der Zeit.

      Gefällt 1 Person

  11. Eine derartig krasse Gewichtsreduktion (von 180 kg runter auf die schlanke Gestalt, der ich im letzten Sommer in Stuttgart von Angesicht zu Angesicht stehen und ein Eis spendieren durfte) ist höchst beeindruckend. Ab welchem Punkt war für dich denn innerlich so richtig klar, dass du von diesem extremen Übergewicht weg musst? (Man merkt ja schnell, dass man zu dick ist, aber ab wann schlägt das in den Entschluss um, alles so umzustellen, dass man 80, 90 oder 100 Kilogramm Körpermasse abbauen kann?) Ansonsten: Hut ab!

    Gefällt mir

    1. Es ist fast schon einen Sommer her, gell? Deprimierenderweise ist der Juli bei mir schon wieder ganz und der August zur Hälfte verplant, irgendwas machen wir falsch, dafür dass ihr „ums Eck“ wohnt.
      So richtig klar, dass ich weg „muss“ ist vielleicht das falsche Wort. Es ging eher drum, dass ich es konnte. Denn wirkliche, auf der Hand liegende Probleme hatte ich eigentlich nicht, eingeschränkt oder unwohl gefühlt habe ich mich auch nicht so wirklich. Aber das ist auch eine längere Geschichte, die ich in der nächsten Woche noch aufrollen werde. 🙂

      Gefällt mir

  12. Finde ich richtig gut, dass du darüber schreibst und ich bin schon gespannt auf deine folgenden Artikel. Ich war übrigens auch ein dickes Kind auf dem Lande und durfte mich mit ziemlich viel Mobbing konfrontiert sehen. Zumindest ab der Schulzeit wurde das Essen manchmal auch Frust, vorher hat es mir eben auch einfach nur geschmeckt. Das Lob für das wahnsinnige Abnehmen hebe ich mir für deine Folgeartikel auf 😉 (ja … ich hinke hinterher ;_;)

    Gefällt mir

    1. Oh, danke sehr (und auch für die Erwähnung in deiner monatlichen Link-Sammlung. Ich vergesse es eh nur wieder, drüben zu kommentieren). Der zweite Beitrag ist letzten Samstag auch online gegangen und der dritte ist zumindest fast fertig. Mit Mobbing hatte ich lustigerweise sowas von gar keine Probleme … Ich war recht gut integriert, war Klassensprecher, Stufensprecher, Schülersprecher und hatte auch jenseits der Schule Freunde. Da war ich wohl auf der Insel der Seligen.
      Wenn ich dein Konterfei richtig in Erinnerung habe, hast du es ja auch „geschafft“. Und weil mich die Motivationsfrage so umtreibt, bin ich einfach mal direkt: Wieso?

      Gefällt mir

      1. Es gab auch in meiner Schulklasse damals einige Jungs, die genauso gewichtig waren wie ich oder mehr auf den Rippen hatten und trotzdem nicht gemobbt wurden. Ich hatte den Eindruck, dass es vielleicht an der Frauen/Männer-Sache liegt. Vielleicht ist das Schönheitsideal bei Frauen etwas strenger oder sie sind schneller in der Außenseiter-Ecke? Die Umgebung, Gesellschaft etc spielt aber denke ich auch eine Rolle. Die Frustration war nach der Wende bei allen Familien in der Umgebung wo ich aufgewachsen bin sehr groß, weil flächendeckend fast alle ihre Jobs verloren haben. Ist aber nur meine bescheidene Theorie, dass das eine Rolle spielt.
        Ja, ich habe auch abgenommen. Etwa mit 17. Das finde ich sehr nett von dir, dass du dich dafür interessierst 😉 aber meine Gründe sind ziemlich banal. Ich habe mich mit mir selber nicht mehr wohl gefühlt und wollte schöner sein. Außerdem hatte ich mal so einen Schlüsselmoment als ich die Treppe meiner Schule hochgegangen bin und total außer Puste war. Da dachte ich … so geht das nicht mehr ewig und irgendwann wirds schlimmer. Naja. Aber v.A. als ich jünger war, wäre wohl die Motivation sich schöner zu fühlen sogar größer gewesen. Heute sehe ich das etwas anders.

        Gefällt mir

      2. Ich bin manchmal ein sehr neugieriger Mensch. Es ist mit den Jahren besser geworden … ein, eigentlich bin ich bloß oberflächlicher und egozentrisch geworden, aber manchmal besinne ich mich auf alte Tugenden. 😉
        So banal finde ich deinen Grund gar nicht. Man spielt es gern runter, oder? Aber sein Leben bewusst zu ändern ist immer eine Anstrengung, die Anerkennung verdient. Auch wenn ich selbst mit dem Kompliment auch nicht gut umgehen kann. Und selbst wenn man die Gründe heute kritischer sieht. Ich für meinen Teil bin eitel genug, Aussehen als wichtigen Grund anzuerkennen. Denn schön ist man dann, wenn man sich in seiner Haut wohlfühlt. Und wenn man sich dick nicht wohl fühlt … Dann sollte man entweder sein Aussehen oder seine Einstellung ändern. Beides ist legitim.
        Und deinen Schlüsselmoment finde ich für einen Teenager sehr reflektiert. Chapeau ☺

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s