Dies hier ist eine Auftragsarbeit. Roe Rainrunner und ich sind nämlich intim geworden beim Anblick meiner Handschrift:

Ist das nicht interessant? Ich folge dir schon eine ganze Weile und dennoch bedeutet das Erblicken der Handschrift im ersten Bild etwas Privates, ja fast schon Intimes. Wie starre standardisierte Buchstaben eine Distanz schaffen können… Ich denke, du solltest darüber mal einen Beitrag schreiben

Das tue ich doch gern. Es gibt einen wissenschaftlichen Zweig der Psychologie, in dem es um die Deutung der Persönlichkeit auf Basis des Schriftbildes geht. Ich könnte mich zu abfälligen Bemerkungen über Leute hinreißen lassen, die so etwas glauben. Die Finger-Johannes-Korrelation beim Mann ist wahrscheinlich signifikanter als die Schriftbild-Charakter-Korrelation beim Graphologen. Die Graphologie hat dennoch einen wichtigen Punkt: Handschrift ist eine individuelle Angelegenheit. Doch ist sie das wirklich?

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Zumindest für eine Hand-Schrift unentbehrlich: Eine Hand.

Blicken wir in der Geschichte zurück. Handschriftlichkeit in unserem Sinne ist ein recht neues Phänomen. Die handschriftlichen Zeugnisse des Mittelalters gleichen sich allesamt. Es gab natürlich zeit- und ortsspezifische Eigenheiten, aber die Urkunden aus einer bestimmten Kanzlei in einem bestimmten Zeitraum ähneln sich stark. Ihr Schriftbild ist standardisiert, die karolingische Minuskel macht sie leicht lesbar. Denn handschriftlich Festgehaltenes diente damals auch dem raschen Erfassen der Information.

Eine signifikante Zunahme handschriftlicher Dokumente begegnet uns (auch wenn es sie „schon immer“ gab) erst in neueren Zeiten. Dafür braucht es Menschen, die schreiben können, die einen Schreibanlass haben und das notwendige Material haben. Wer nicht schreiben kann, kann nicht schreiben, das ist altbekannt. Auch das Material beeinflusst das Schriftbild. Wenn ihr eure Notizen in Wachstäfelchen kratzen müsst, schreibt ihr anders als mit einem breitfedrigen Füllfederhalter auf Büttenpapier oder mit einem Kugelschreiber auf einem Post-it.

Aber auch der Anlass ist relevant. Eure Eltern und Großeltern, vielleicht sogar ihr selbst, schreiben Einkaufslisten, eine alltägliche Angelegenheit. Von Hand. Weil ihr gerade die letzte Milchtüte geleert habt. Und weil die Vorratshaltung nicht eure primäre Aufgabe ist. Und weil es ein riesiges Angebot gibt, aus dem ihr auswählen müsst. Wer ohnehin mit der Vorratshaltung beschäftigt ist, kann sich „Milch kaufen“ deshalb merken und hat ebensowenig einen Schreibanlass wie Menschen, die nicht in Schockstarre vor überfüllten Supermarktregalen verfallen – weil es praktischerweise keine Supermärkte gibt, sondern nur den Marktstand, der eine Sorte Milch, eine Sorte Eier und drei Sorten Kartoffeln verkauft.

Nur wer einen Anlass hat, schreibt. Und wer seinen Einkaufszettel für jemand anderen schreibt, schreibt leserlich. Erst mit dem Schreiben als Selbstdarstellungsmittel kann sich die Handschrift von ihrem Zweck emanzipieren und zur eigenen Handschrift werden. Sie ist nach wie vor beeinflusst durch kulturelle Codes (wer in der Schule Sütterlin gelernt hat, schreibt bis ins hohe Alter Sütterlin und treibt damit die gesamte Verwandtschaft in den Wahnsinn. Außer den Enkel, der Sütterlin lesen kann), durch den Anlass (muss ich das lesen können, mein Klassenlehrer oder gar mein Bankberater, von dem ich einen Kredit will) und weiterhin das Material. Ich schreibe mit Füller stärker in fortlaufender Linienführung als ich dies mit Kugelschreiber tue. Dort nähere ich mich wieder stärker der Druckschrift an.

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Auch nicht zu verachten, wenn man was schreiben will: Stifte und Papier. Nicht im Bild: Mein Füller. Der ist auf dem Schreibtisch von Herrn Zeilenende Sr. verloren gegangen. Wahrscheinlich hat ein Tintenkiller ihn umgelegt.

Ich variiere meine Schrift nicht bewusst. Auch wenn der Zweck der Schrift auf der Hand liegt. Sobald ich eine Weihnachtskarte schreibe, schreibe ich ordentlicher als in Notizen für den Blog. Dennoch zeigt es, dass Handschrift lebt (und graphologische Erkenntnisse nur geringen Aussagewert haben, weil sie von zu vielen internen Faktoren abhängig sind). Was in uns aber lebendig ist, muss immer der Kontrolle unterworfen werden, weil es sich so schwer kontrollieren lässt. Deshalb haben wir die Toilette erfunden, damit wir uns nicht vor allen Augen unserem Bedürfnis hingeben. Das ist privat, weil es natürlich und lebendig ist.

Das ist keine Aufforderung, Hochzeiten mit dem Schiffen aufs Parkett zu bereichern. Es ist ein Modus menschlichen Lebens. Ich zeige in meiner Handschrift nicht nur eine Information an, ich zeige auch Lebendigkeit. Sie ist gebannt durch die Regeln, wie ein „e“ auszusehen hat, damit niemand mir ein „x“ für ein „u“ vormachen kann, aber sie wurde zu Papier gebracht. Mal fließend, mal stockend, selbst das lässt sich je nach Schreibgerät erkennen (weshalb ich längere Texte zur Versendung mit Füller stets nach Konzept ins Reine schreibe). Ein wacher Geist hat Linien geschlungen, diesem Text sieht man an, dass Gedanken verknüpft werden. Im gedruckten Text steht jeder Buchstabe für sich. Er ist da. Unverbunden mit der Welt. Die Verbindung der Buchstaben per Hand und Tinte ist für euch Leser*innen hingegen die Gelegenheit, mir gleichzeitig auf die Finger und in den Kopf zu schauen. Wenn es dann auch noch um Liebe geht, gibt es den Blick ins Herz gratis dazu.

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Vielleicht ist das Blödsinn, aber es fühlt sich nicht blödsinnig an. Und während ich jeden Sonntag mein bildhübsches Gesicht recht unbefangen in die Kamera halte und es in die Weiten des Netzes stelle (damit es weniger anonym ist … und aus Selbstdarstellungsgründen), habe ich mich nach Veröffentlichung einer Schriftprobe sehr nackt gefühlt. Was ich per Hand schreibe, richtet sich nämlich meistens nur an mich. Und manchmal noch an zwei oder drei andere Menschen. Aber nie an die Öffentlichkeit. Denn Handschrift ist, sobald man die Schule verlassen hat, fertig gebändigte Lebendigkeit und damit privat. Sie zu sehen bedeutet normalerweise, einen Liebesbrief bekommen zu haben … Oder bei anderen Leuten einzubrechen, um ihre private Korrespondenz durchzuschnüffeln.

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44 Kommentare zu „Handschrift

  1. Mir wurde ja letztes Jahr meine Handschrift gedeutet. 😀 Neben dem Inhalt kann man wohl noch sehr vieles mehr aus der Handschrift herauslesen. Ich glaube eigentlich nicht daran, denn je nach Zweck schreibe ich anders. Aber trotzdem fand ich es ganz schlimm, als meine Handschrift dann gedeutet wurde. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass er etwas sehr privates anschaut und analysiert. 😀

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    1. Bei nem Vorstellungsgespräch oder aus Interesse? Es ist ja auch so, dass die Inszenierung viel dazu beiträgt:
      „So, Frau Sternenbrise, jetzt gucken wir uns mal Ihre Handschrift an und erkunden Ihre Persönlichkeit.“
      hat als Satz ja eine ähnliche Qualität, wie wenn der Arzt sagt:
      „So, Frau Sternenbrise, jetzt gucken wir uns mal Ihr großes Blutbild an und sehen, ob Sie wirklich gesund sind.“
      Das ist also ein ganz mieser psychologischer Trick. Von daher … Man kann natürlich mehr hineinlesen, aber ob es richtig zu machen ist … Das steht auf nem anderen Blatt. *g*

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      1. Ne ein Bekannter hat Bücher darüber gelesen und brauchte Test“schriften“ 😀 Da kann man wohl vieles herauslesen. Die I Punkte und Kringel des Gs sind zum Beispiel sehr aussagekräftig.
        Ja genau, ich fand das wirklich total unangenehm, weil er dachte, jetzt meine ganze Persönlichkeit zu kennen 😄 Ganz schlimm

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  2. Schöne Schrift mit kringeligen i-Pünktchen, also Ringerln. Steht da wirklich „Huhn“ vor der Kreisflächenformel??? oder heißt das „Haha“??? Unterschiede, was für Unterschiede? Ich bin Amateurspion/detektiv/blogger/sonst-was und kein Experte für Suchbilder 😉

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    1. Da steht „Huhu“ … Eines der Probleme meiner Schrift ist in der Tat, dass die Buchstaben je nach Stellung im Wort anders aussehen, das betrifft vor Allem u, n und m, aber auch das w. Wie Roe weiter unten sehr charmant sagt: Verunglückte Raupen. *gg*

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      1. Dann ein fröhliches „Huhu“ zurück. Und: Der Welt fehlt ja nur ca. 1/4, damit sie eine r^3*Pi ist, oder manchmal auch ein Dorf.
        Meine handschriftlichen u und n sind prinzipiell nur kontextabhängig zu deuten, das lässt mir einen gewissen Spielraum 😉

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  3. Meine Handschrift ist eine völlige Katastrophe. In der Schule musste ich teilweise Klassenarbeiten neu schreiben, weil meine Lehrer sie nicht entziffern konnten. Und in den nun 11 Jahren nach Ende der Schulzeit, habe ich kaum etwas per Hand geschrieben, abgesehen von wenigen Notizen. Vielleicht liegt es daran, dass zuviel an Computern geschrieben wird. Wenn ich mal etwas per Hand schreibe, ärgere ich mich jedes Mal über die unleserliche Schrift. Selbst wenn ich mich anstrenge, halte ich nur wenige Sätze durch, bevor meine Hand verkrampft und ich wieder beginne zu kritzeln…
    Keine Ahnung, wie man das jetzt deuten kann 😀

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    1. Das ist übrigens meines Erachtens das Problem. Ich erledige noch recht viel handschriftlich – und weil ich lange studiert habe – hatte ich lange Übung (auch wenn das der Leserlichkeit eher abträglich war, Vorlesungsmitschriften anzufertigen). Aber sobald man sich konzentriert, verkrampft man, eben weil man sich konzentriert. Beim Schreiben sollte man sich entspannen und dennoch Zeit nehmen. 🙂

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  4. Oh, ein schönes Thema. Dazu sollten wir unbedingt auch was schreiben. Des Lehrers Handschrift steht so oft in der Kritik, wenn er an die Tafel schreibt. In den heutigen Zeiten greift er deswegen häufig zu Medien wie computergefertigte Overheadfolien, PowerPoint usw. Danke für die Anregung und deinen wunderschönen Beitrag. Dazu mehr bald bei uns. LG aus dem Lehrercafe

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  5. Ich denke in Zeiten von Notizblock Apps etc. ist es eh nicht sehr aussagekräftig was die Deutung der Handschrift angeht….ich nutze zum Beispiel hauptsächlich den PC / Apps für Messages, eMails, Notizen, Erinnerungen u.ä., dadurch hat sich meine Handschrift verändert….die Persönlichkeit aber bleibt 😉 das sich „Gehirnwindungen“ verändern / bilden je nachdem inwiefern man viel handschriftlich erledigt oder nicht wäre eine plausible Erklärung für mich….

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    1. Sei dir mal nicht so sicher. Das kommt nur drauf an, wie man den Begriff „Persönlichkeit“ definiert und – schwupps – kann ich dir eine Persönlichkeitsveränderung unterstellen, weil du dein Selbst in das digitale Gerät „auslagerst“. *gg*
      Ich denke, es ist vor Allem eine Trainingsfrage: Wer etwas regelmäßig macht, macht es zumeist auch gleichmäßiger als jemand, der etwas nur hin und wieder tut.

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      1. Zu wissen das ich viel via digitaler Medien mache lässt Rückschlüsse / Vermutungen / Spekulationen entstehen beim Gegenüber, woraufhin er / sie mein Verhalten bewerten könnte…..hat aber dann nichts mehr mit meiner Handschrift zu tun, die ein Graphologe anonym auswerten würde….

        Eine Frage des Trainings ist es auf jeden Fall, ja 🙂

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  6. Also, ich deute mal:
    Wenn die Hand auf dem Bild deine ist, bist du Rechtshänder. Nicht, weil auf dem Bild die linke Hand ist, sondern weil du die rechte Hand verwendet hast, um die linke zu fotografieren.
    Die kringeligen i-Punkte finde ich ebenfalls sehr hübsch. Dafür sehen die „n“ und „m“ wie verunfallte Raupen aus.

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    1. Zumindest schreibenderweise bin ich Rechtshänder, aber das war in der Tat nicht so schwer. Die I-Bällchen waren übrigens eine der wenigen halb-bewussten Entscheidungen in meinem Schriftbild. Ich wollte es ein wenig aufhübschen … Damals. Und in dem Text kommen gar keine ns und ms vor … Das SIND verunfallte Raupen. 😀

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  7. In absehbarer Zeit wird das digitale Zeitalter auch die Graphologen heimsuchen. Da dienen dann die verwendeten Geräte und Fonts als Persönlichkeitsverräter.
    «Soso. Sie benutzen Apple-Computer. Deutet auf ein Eva-Syndrom hin.» Oder: «X verwendet auffallend häufig den Avenir-Font. Hat wahrscheinlich Mühe, im Hier und Jetzt zu leben.»
    Für mich ist die Handschrift tatsächlich ein Auslaufmodell, das nur noch für persönliche Notizen zum Zug kommt. Dementsprechend sieht die Schrift aus. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich selber meine Handschrift wirklich lesen kann, oder ob mir das nur so vorkommt, weil ich mich an das Geschriebene erinnere. 🙂

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  8. Ein schöner Text über ein interessantes Thema. Ich klatsche meine Handschrift auf meinem Blog recht freizügig ins Netz und bin mir sicher, dass die eh keiner analysieren könnte. Kann sie kaum einer problemlos lesen. Da ich viel mit der Hand schreibe, sind mir die meisten Kullis verhasst. Entweder ein guter Bleistift in der richtigen Härte oder ein Füller. Da bin ich kompromisslos.

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    1. Bleistifte sind eigentlich so gar nicht meins, auch wenn im Bild einer ist. Was ich schreibe, muss für die Ewigkeit halten. Da braucht es Kugelschreiber. *g*
      Hast du beim ersten Mal, als du deine Handschrift ins Netz „geklatscht“ hast, denn drüber nachgedacht? Für mich sind deine handschriftlichen Notizen nämlich immer so ein kleiner Willkommensgruß, wie an der WG-Zimmertür (Bin zum Lernen in der Bib. Mach endlich den Abwasch! Und so …)

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      1. Gute Wahl – meine alten Tagebücher sprechen gegen Bleistifte. Für vergängliches mag ich ihn dennoch – wenn er nicht allzu hart ist.

        Ich hab nicht lange nachgedacht. Eigentlich eine Verlegenheitslösung, weil mir Text alleine langweilig erschien und ich Angst vor verletzten Urheberrechten bei Fotos hatte. Nach dem dritten Text war es irgendwie klar, dass es genau so ganz gut passt. Dass es wie ein Willkommensgruß wirkt, finde ich sehr schön. Wenn diese Verlegenheitslösung so einen Effekt hat, dann war es ein Volltreffer 😉

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  9. Trotz der Raupen sehr gut zu lesen und irgendwie eine angenehme Schrift. Etwas Handschriftliches zu bekommen, das ist ja heute im Grunde genommen schon beinahe etwas ganz Besonderes, fast wie ein kleines Geschenk. Dein Beitrag gefällt mir, ist überhaupt ein Spannendes Thema. Allerdings kann ich nicht glauben, das man ernsthaft von der Handschrift her auf irgendwelche charakterlichen Eigenheiten schließen kann, höchstens darauf, ob ich etwas in Eile geschrieben habe oder mir viel Zeit dabei gelassen habe. Was man allerdings kann, ist, in etwa das Alter des Handschreiberlings zu deuten. Das finde ich, ist nun wieder ein recht interessanter Aspekt. Übrigens waren zu meiner Schulzeit auch immer wieder einmal diese i-Kringelchen Mode. Ich habe meine dann auch irgendwann verschenkt – ganz selbstlos … ohne etwas dafür als Gegenleistung zu bekommen 😀

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    1. Du solltest nachträglich einen Schokoriegel fordern, mindestens.
      Ich denke auch, dass sich nichts am Charakter deuten kann, ich denke aber schon, dass es Zusammenhänge zwischen Charakter und Handschrift gibt. Nur dass die nicht so einfach sind, wie Graphologen denken. Der Zusammenhang ist individuell.
      Und was Handschrift und Alter angeht … Es gibt wenig schlimmeres als Handschriften vom Ende des 19. Jahrhunderts. Während Sütterlin ja bis heute Fans hat. Ich habe mal eine junge Frau von Anfang 20 im Museum getroffen, die Sütterlin-Texte von Sachen in den Vitrinen übersetzt hat. Weil sie die Type so mochte.

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  10. Oh was eine hübsche Schrift. Ich hoffe, du bist nicht beleidigt, wenn ich das eine Mädchenhandschrift nenne. Wobei meine Schrift bei Weitem nicht so schön ausschaut. Ich beschäftige mich übrigens zur Zeit auf andere Weise mit Handschriften: Ich habe das „Lettering“ für mich entdeckt und übe fleißig mit einem Brush Pen schönes Schreiben. Wie Kalligraphie, nur etwas leichter. Obwohl ich künstlerisch derart unbegabt bin, dass ich mal gespannt bin, ob ich auf einen grünen Zweig komme…

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    1. Ich habe das mit der Mädchenhandschrift so oft gehört, dass ich sie mittlerweile als Kompliment nehme, auch wenn mich das Stereotyp dahinter ein wenig stört. Eine rasche Notiz sieht bei mir durch die Aneinanderreihung von Strichen und Kringeln aber auch nur wenig leserlich aus.
      Lettering also. Nachdem ich Ausmalbücher schon zu Teufelszeug erklärt habe, muss ich mir das wohl auch mal angucken. 🙂

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  11. Kürzlich hab ich festgestellt, dass ich mich handschriftlich öfter „vertippe“ als beim Tippen … bedenklich und ein Zeichen dafür, dass ich mehr mit der Hand schreiben sollte (auch um die Sauklaue mal wieder zu „entschärfen“).

    Kein Witz: Als ich kürzlich ein Buch signiert habe, musste ich mich echt zusammenreißen, dass ich mich dabei nicht „verschreibe“, was ja peinlich wäre …

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    1. Oha, Christian … Vielleicht solltest du einen Workshop durchführen „Büchersignieren für Wieder-Einsteiger. Gewinnen Sie nach monatelanger Schreibtischarbeit Ihre Widmungskompetenz in drei einfachen Schritten zurück“ … So ein Verschreiber in einer Signatur wäre ja schon peinlich. Da gibt es bestimmt Bedarf. 🙂

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  12. Hach ja, Sütterlin, die Sprache wo man ein s für eine 6 verkaufen kann.
    Von Handschriftendeutung halte ich auch nicht viel: Bei mir stellt sich ebenfalls das Erwartungshaltungs-Phänomen ein, wenn ich schreibe. Meine Einkaufszettel sind oftmals ein unleserliches Kursiv, meine mit Tinte geschriebenen Journal-Einträge meist nur aus einer Linie und Schriebs für die Öffentlichkeit präsentiert sich plötzlich in einer Art Blockschrift.
    Ich finde es toll, dass anscheinend doch noch so viele schreiben. Ich habe zunehmend den Eindruck, dass Handschrift im Allgemeinen, Schreibschrift im besonderen, ausstirbt. Mittlerweile wird in den Schulen ja nicht mehr angegeben, welche Schrift gelehrt werden soll. Finde ich schade. Die Schreibschrift ist für mich irgendwo doch ein schönes Kulturgut.
    Wieder ein toller Beitrag mit wundervoller Diskussionsrunde. 🙂

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    1. Wobei die Art der Schrift, die gelehrt wird, aber auch schon immer von den verschiedensten Faktoren bestimmt wurde. Schrift ist gelegentlich sogar ein Politikum (wenn ich da so an die Schwabacher denke und wie Goebbels beschloss, seine Propaganda zukünftig in Antiqua setzen zu lassen) … Es ist ein spannendes und auch gesellschaftliches Thema.
      Dass so viele Leute noch schreiben, erstaunt mich aber auch. Wir sind hier offenbar alle ältere Semester. *gg*

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