Auf einigen Blogs gibt es den schönen Brauch, in mehr oder minder regelmäßigen Abständen eine Linkliste zu veröffentlichen. Weil meine Blogroll notorisch ungepflegt ist und ich nicht weiß, wie es um meinen Output zukünftig bestellt sein wird (nur mit Rezepten und Rezensionen bin ich noch bis an mein Lebensende gut bestückt), möchte ich die Gelegenheit nutzen, diesen Brauch auch hier einzuführen. Was ist ein Sammelsurium auch ohne eine Sammlung von lesenwerten/informativen/schönen Artikeln?

Anderwelt

Den coolsten Titel für solch eine Sammlung hat Miss Booleana, sie nennt es „Blogophilie“. Das kann ich natürlich nicht kopieren, trifft es aber. Ich möchte nämlich vor allen Dingen auf Blogartikel verweisen. Also nenne ich es „Anderwelt“. Anderwelt oder Anderswelt meinen in der keltischen Mythologie die Wohnorte mystischer Wesen. Blogger*innen, die mystischen Wesen, deren Wohnort jenseits der gewöhnlichen Welt sind, nämlich im Netz. Ich finde diese Analogie schön. Und das Fugen-S in Anderswelt hässlich.

Genug der Vorrede, in medias res. In diesem Monat ging natürlich nichts ohne Pokemon Go. Auch das Zeilenende hat die App ausprobiert, fühlt sich davon aber ähnlich gefesselt wie vom Schicksal der Wanderhure. Obwohl das Zeilenende Pokemon-Fan der ersten Stunde ist.

Thilo warnt angesichts des grassierenden Hypes davor, dass die Zombie-Invasion bevorsteht. Das Dezernat 48 (Öffentliche Bibliotheken) der Bezirksregierung Düsseldorf macht sich deshalb keine Sorgen, sondern sammelt Informationen und Ideen, wie die Öffentlichen Bibliotheken auf den Hype reagieren können. Und Mitzi Irsaj findet, dass all diese Trainer doch nur harmlos bescheuert sind und rät zur Gelassenheit.

Ich habe selbst im letzten Monat den ein oder anderen Blogbeitrag provoziert. Da wäre zunächst wortgeflumselkritzelkram, die auf meinen Befehl hin ein Buch über einen Halblings-Bibliothekar gelesen hat und restlos begeistert war. Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Mein Beitrag, in dem ich über Handschriften nachgedacht habe, fand ebenfalls Resonanz. Ms Phye macht eine Reise durch ihre Schriftgewohnheiten, berichtet von technischen Hilfsmitteln ebenso wie von Kalligraphie. Das Lehrercafe nimmt es zum Anlass, verschiedene Typen der Lehrerhandschrift zu klassifizieren.

Chris hat sich meiner Herausforderung gestellt, sieben Fragen mit Bildern zu beantworten. Herausgekommen sind ganz wundervolle Aufnahmen mit hoher Ausdruckskraft. Leider hat es ihn nur so sehr erschöpft, dass ihm die Kraft für weitere Beiträge zu fehlen scheint.

Gorana hat festgestellt, dass der Donnerstag noch nicht mit einem Medienjunkie-Stöckchen besetzt ist. Das hielt sie für einen Skandal und hat deshalb „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG“ ins Leben gerufen. Mit interessanten Fragen bislang (deshalb denke ich drüber nach, mitzumachen).

Jessica Braunegger hat sich auf Phanwelten die Mühe gemacht, einige grundlegende magischen Gesetze der Harry-Potter-Welt zu sammeln, die in der Buchreihe verstreut sind. Das erste Gesetz ist etwas, das auch in der Muggelwelt Beachtung finden sollte.

In diesem Monat ist viel Schlimmes passiert. Und ich bin froh und glücklich, dass den Blogger*innen an den entsprechenden Orten nichts passiert ist. Für mich selbst hingegen war der Juli ein Monat einschneidender Umbrüche. pimalrquadrat geht es ähnlich: Auch für ihn geht es nun an die Abschiede. Seine Gedanken zum Abschied von seinen Nachhilfeschüler*innen ist eine wunderbare, wehmütige Liebeserklärung an seinen alten Job geworden. Und mir stehen auch noch ein paar „Auf Wiedersehens“ bevor, auf die ich bei aller Freude gern verzichten würde.

Frau Margarete hat einen gewissen Anteil an der Art der Umbrüche. Das habe ich bereits gesagt. Aber ihr Artikel über Ziele, Erwartungen, wie man ihnen (nicht) entspricht und dass das gar nicht so schlimm ist, sondern dass wir unseren früheren Plänen auch entwachsen können, lässt sich schlecht zusammenfassen, weil er so viele Ebenen hat, an denen man anknüpfen kann. Deshalb solltet ihr ihn dringend noch einmal lesen.

Gefällt euch die Idee der Anderwelt?

Habt ihr die Artikel gelesen? Und wie fandet ihr sie so?

Welche Blogbeiträge habt ihr in letzter Zeit so gelesen, die euch inspiriert oder eine Erkenntnis gebracht haben?

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19 Kommentare zu „Anderwelt – Juli 2016

  1. Eine interessante Idee und vielen Dank für die Verlinkung meines Blogs. Bei Gelegenheit werde ich mich auch mal durch die genannten Blogs lesen. Aber erstmal ist der Reader dran, da hat sich in den letzten Wochen doch einiges gesammelt.
    Achja, neue Beiträge entstehen natürlich ebenfalls. Das Zeitproblem sollte nun langsam wieder verschwinden. Aber so ist es eben, wenn man in der Urlaubszeit keinen Urlaub nimmt 😀

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  2. Die Idee ist gut, netzwerken passt immer, zumal da Deine Schreibe herrlich launisch und pointiert ist (“ … fühlt sich davon aber ähnlich gefesselt wie vom Schicksal der Wanderhure“ – herrlich).

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  3. Find ich gut, tolle Idee! 🙂
    Und auch der Name pass sehr gut dazu. Gut, mit den Pokemon, das üben wir noch einmal, sobald du deinen 3ds hast, aber das schaffen wir auch noch. 😉

    Achja, das Schicksal der Wanderhure kann sehr wohl fesselnd sein! 😮 Also, hör mal, was, wenn die Wanderhure Edward Cull… *hust* Christian Grey heißt, dann wird da garantiert gefesselt! :mrgreen:

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    1. Ich habe einen Gameboy. So einen grauen. Geht das? Der ist unterhaltsamer, als die Wanderhure, die Edward Cullen anschmachtet und, weil der sie allein gelassen hat, sich von Christian Grey das Motorradfahren beibringen lässt. Und das alles im House of Night. 😉

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      1. Im Zweifel ja, dann kramen wir wieder die rote bzw. goldene Edition raus. 😉

        Hm, ein GameBoy als S&M-Utensil? Auf die Idee kam ich bisher gar nicht. 😀
        HoN musste ich googlen, und ich hab es sogleich bereut. XD

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  4. Ich liebe ja diese Blogophilie (finde ich auch einen der gelungensten Bezeichnungen dafür) Artikel sehr. Schön nun auch auf deiner Seite diese Kategorie begrüßen zu dürfen … Ich mag das auch demnächst mal in Angriff nehmen.

    Vielen Danke für die Erwähnung! ❤

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    1. Schöne Ideen soll man streuen. Und da mein Blog von meinen Kanälen die größte Reichweite hat, war das selbstverständlich.
      Mir geht es auch so, gerade die Sammlungen bei Miss Booleana und Frau Margarete sind immer so toll, weil sie Vielfalt abbilden. Wobei es tatsächlich auch Selbstzweck ist: Ich beschäftige mich am Monatsende nochmal mit den Sahneschnittchen des abgelaufenen Monats. 🙂

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  5. Zeilenende lässt sich offensichtlich den „Wind of Change“ um die Nase wehen und probiert Neues aus. Aus dem Koch wird nun ein Vorkoster. 🙂
    Es ist in der Tat ein schöner Brauch, der ganz unterschiedlich gepflegt wird. Anderwelt finde ich – eben besonders durch die mystischen Bezüge – sehr schön und passend. Aber eben schon – um alles in dieser und der anderen Welt – ohne Fugen-S. [Für letzteres haben wir ja den Johann Sebastian – da gibt’s mehr als eine Fuge in Es]
    Auch wenn du die „Futterkrippe“ reichlich bestückt hast – eine persönliche Empfehlung möchte ich hier doch anbringen: https://herzundsternenkind.wordpress.com/2016/07/27/gute-nachrichten/

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    1. ‚Tis the sunset of life gives me mystical lore,
      And coming events cast their shadow before.

      😉

      Ist dir eigentlich aufgefallen, dass Johann S. Bach selbst ja auch ein Fugen-S … Wahrscheinlich. 🙂

      Danke für den Link zu dem Bericht. Der ist in der Tat auch unbedingt empfehlenswert.

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      1. Ah, das ist schön poetisch gesagt. 🙂
        Huch, ein Fugen-S bei Bach höchstpersönlich. Das hat er wahrscheinlich selber gar nicht bemerkt – sonst hätte er ES bestimmt in einer seiner Fugen „verwurstet“.
        Gell, dieser Beitrag bringt doch irgendwie eine schöne Note in den Blog-Reigen. 🙂

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