Allzeit bereit. Preppers, der Weltuntergang und andere Katastrophen

Für all diejenigen, die das Phänomen nicht kennen: „Prepper“ (von „to be prepared“: vorbereitet sein)  sind Menschen, die sich auf eine große Katastrophe vorbereiten, indem sie für die Zeit danach vorsorgen. Wie sie das konkret tun, hängt von der konkreten Katastrophe ab, auf die sie sich vorbereiten. Gemeinsam ist allen Preppern lediglich, dass sie ihr komplettes Leben der Vorbereitung unterordnen und deshalb zum Teil seltsame Hobbys betreiben wie Dauerlauf im Strahlenschutzanzug. Zu Visualisierungszwecken kann man sich das Leben eines Preppers so vorstellen wie die James-Cameron-Version der Pfadfinder.

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Proust-Fragebogen: Was wäre für Sie das größte Unglück?

Wann immer ich Gründe habe, die Montagsfrage des Buchfresserchens nicht zu beantworten, gebe ich einen Einblick in mein Seelenleben. Ich bediene mich dafür des so genannten Proust-Fragebogens. Alle bisherigen Antworten findet ihr hier, heute geht es um das größte Unglück.

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Schöner Scheitern

Ich sage häufig, dass mich meine Fehlentscheidungen und Niederlagen zu dem gemacht haben, was ich heute bin. Damit bin ich zufrieden. Deshalb betrachte ich meine Fehlentscheidungen und Niederlagen nicht als solche. Vielmehr nehme ich an, dass sie von außen wie Fehlentscheidungen und Niederlagen wirken können. Aus meiner Innenperspektive sind sie das nicht. Vielleicht kann ich deshalb dazu stehen. Aber manches verdrängt man auch gern.

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Das Drama mit der Katastrophe

Ich habe offenbar eine neue Obsession, aber da müsst ihr durch. Wenn ich schon den Arsch nicht hochbekomme um selbst anzupacken, muss ich eben schreiben. Aber ich habe zumindest mein Informationsdefizit behoben und weiß, dass es Asylsuchende in meinem Ort gibt und dass sie derzeit erstaunlich gut versorgt sind, auch mit Freiwilligenarbeit. Das zu meiner Gewissensberuhigung. Also schreibe ich weiter und danke für das heutige Thema Ilanah.

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Ärger, Stolz und Pizzabrötchen

Als ich heute morgen ein paar Minuten Zeit hatte, um meine Gedanken festzuhalten, habe ich die Dinge aufgeschrieben, über die ich mich geärgert habe. Abschließend habe ich mir die Frage gestellt, worüber ich mich nun am meisten ärgern soll. Jetzt sitze ich hier und schmunzele. Auch weil mir auffällt, dass ich nie vorn anfangen kann. Ich versuche es dennoch, so ich ein vorne finde.
Ich leite eine Haushaltsrunde in einem Seniorenzentrum. Allein darüber ließen sich schon Romane schreiben. Jung, Mann und Haushaltsrunde passen bei meinen Damen nicht so recht zusammen, aber mittlerweile billigen sie mir eine höhere Küchenautorität zu als unserem Küchenchef. Als ich die Erbsensuppe versalzen habe, war das nicht so tragisch: Kann ja mal passieren. Wenn das Mittagessen nicht schmeckt, ist der Küchenchef ein Idiot.
Die meisten Zutaten bekomme ich aus Küchenbeständen, weil ich alles per Rad, Bahn und zu Fuß insgesamt 45 Minuten transportieren müsste. Heute hatte ich dennoch viel zu schleppen, weil ich mir bis Samstag unschlüssig war, was ich alles brauche, bis auf die Brötchen. Diesmal gab es Pizzabrötchen, für 80 Leute. Wir machen immer was für das gesamte Haus, entweder zum Kaffee oder als Abendbeilage. Dementsprechend hatte ich Käse, Schinken, Ananas, Salami, Paprika und Sahne in Satteltasche und Rucksack. Ich fuhr los, es kam der erste Hubbel und dann war meine Satteltasche 50 Meter hinter mir, abgerissen. Wie durch ein Wunder ist immerhin alles heil geblieben. Ich bin zurück, habe alles ins Auto gepackt und zur Bahn gefahren.
Worüber sollte ich mich also am meisten ärgern? Im Angebot sind:

Meine Unfähigkeit, mich rechtzeitig zu organisieren und alles zu bestellen.
Mein Optimismus, ich käme mit einer statt zwei Taschen aus.
Mein Stolz, in jeder Situation mit dem Rad zu fahren, statt das elterliche Auto zu nehmen.
Meine Tasche, die offenbar ein minderwertiges Produkt ist.
Den blöden Verkehrsberuhigungshubbel, über den ich mich ohnehin regelmäßig ärgere.

Im Zug kam dann noch hinzu, dass ich auf die Toilette musste, die einzige Toilette im Element aber schon morgens um 7:45 defekt war und ich mich an der nächsten Station dem entwürdigenden Spektakel des Elementwechsels hingeben musste. Noch mehr Grund zum Ärgern.
Am Ende des Arbeitstages, der gespickt war mit weiteren Gründen, schlechte Laune zu haben, blieb aber – wie immer an Haushaltsrundentagen – dies: Die erwartungsfrohen Gesichter der Bewohner, weil es in der Küche lecker riecht, die Komplimente von Bewohnern, die sonst mäkelig mit dem Essen sind und der Stolz meiner Damen, wieder mal etwas geleistet zu haben, wie eine von ihnen sichtlich beglückt sagte: „Sie geben uns immer das Gefühl, gebraucht zu werden.“ Therapieziel erreicht.
Vom Resultat gibt es leider keine Bilder, ich habe kurz vor Dienstende gebacken, verteilt und musste dann zum Zug, aber zumindest die vorbereiteten, wirklich köstlichen Brötchen (ich hatte eins für den Heimweg) kann ich euch abschließend präsentieren.

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