Und der Liebste Nr. 3 aus dieser Runde, den ich jnbender verdanke. Schaut bei ihr vorbei, da gibt es Gedichte zu lesen. Und die Empfehlung stammt von mir. Wieso das so verblüffend ist? Dafür müsst ihr zumindest die erste Antwort dieses Beitrags lesen.

Zunächst möchte ich aber meinen Unmut über diesen speziellen Award ausdrücken. Es ist eine Unverschämtheit, von mir Entscheidungen zu verlangen. Und jnbender war sehr präzise, mir keinen Ausweg zu lassen mit den Fragen. Bei handelsüblichen „x oder y“ kann ich mich damit herausreden, dass das logische „oder“ auch die Wahrheit beider Sätze zulässt. „p oder q“ ist wahr, wenn p wahr ist, q war ist oder p und q war sind. Aber sie hat das „oder“ fett geschrieben. Das heißt für mich, sie möchte ein „xor“ haben, ein „Exklusiv-Oder“. Ein „oder“ der Art, dass eine Aussage „p oder q“ nur dann wahr ist, wenn p wahr ist oder q wahr ist, aber nicht, wenn p und q wahr sind.

Grausam, oder? Vor Allem kann ich die Fragen nicht durch Fettmarkierung hervorheben. Ich muss sie unterstreichen. Das sieht unmöglich aus. Mitleid bitte in den Kommentaren. 🙂

award

Gedicht oder Aufsatz?

Ich schreibe lieber Aufsätze. Mein lyrisches Ich ist ein Blödmann, das noch nicht einmal ein schweinisches Limerick schreiben könnte. Sowas kann ich aber ohnehin nicht veröffentlichen, das macht die Sache immerhin nicht schlimmer. Ich habe aus Frust darüber ein halbes Gedicht geschrieben, bis zu einem Enjambement … Das hat aber nicht funktioniert, ist auf halbem Wege abgestürzt und hat das Geschriebene mit sich gerissen. Wenn es nicht immer noch daktylisiert an einem Textverarbeitungsprogramm angeschlossen im großen Buchstaben-Krankenhaus liegt, dann lebt es nicht mehr.

Umgekehrt gilt das auch mit dem Lesen. Ja, es gibt Gedichte, die ich mag, aber ich suche sie nur sehr selten bewusst. Dafür habe ich zu viele schlechte Erfahrungen mit Gedichten gemacht. Und wenn der Autor drei Mal Goethe heißt, seine Gedichte sind zum Großteil pathetischer Kitsch. Schlechte Erfahrungen prägen uns sehr viel nachhaltiger als gute, deshalb halte ich mich an Aufsätze.

 

TV/Film oder Buch/Zeitung?

Das ist schon schwieriger. Es ist vor allem phasenweise unterschiedlich. Derzeit bin ich in einer ziemlichen Serienphase, da betreibe ich extremes Binge-Watching und schaffe zwei bis drei Staffeln pro Woche. Davor hatte ich eine ziemliche Buchphase und habe drei Bücher pro Woche gebraucht. Filme schaue ich hingegen relativ selten, klassisch Zeitung lese ich gar nicht mehr, mein Feedreader ist meine Zeitung, in die ich mehrmals täglich reinschaue.

Das ist wirklich nicht einfach zu sagen, die Serie hat sich nämlich in den letzten Jahren ziemlich gemacht, was die Komplexität der Geschichte, die Charakterzeichnung, etc. angeht. Früher hätte ich (von Star Trek und Babylon 5 abgesehen) ein schlechtes Buch einer guten Serie vorgezogen, mittlerweile ziehe ich eine gute Serie einem schlechten Buch vor. Vor die Wahl gestellt: Gutes Buch oder gute Serie würde ich in Tränen ausbrechen, mich auf den Boden werfen und diesen mit Faustschlägen traktieren, weil ich mich nicht entscheiden kann. Da das Buch aber schon länger und zuverlässiger mein Freund ist, gibt es einen Nostalgiepunkt und ich entscheide mich für das Buch.

 

Intro- oder extrovertiert?

Eine Frage, die offen ist für Deutung. Das ist vielleicht mein Ausweg. Ich bin irgendwo dazwischen. Ich bin meistens ein sehr stiller Zeitgenosse, weil die Leute um mich herum genug reden. Und weil ich mich so sehr mag, dass ich kein Umfeld brauche. Falls jemand einen Beweis braucht, dass Selbstverliebt- und Extrovertiertheit nicht Hand in Hand gehen: Ich bin der Beweis. 🙂

Andererseits kann ich auf Knopfdruck zum Alleinunterhalter werden. Gebt mir eine Bühne und ich spiele darauf. Ich fühle mich dann sogar wohl. Präsentation halten, mündliche Prüfung absolvieren, Bibliotheksführung machen: Sobald ich ein Publikum habe, bin ich Showmaster. Ich mag nicht entscheiden, ob ich in- oder extrovertiert bin. Die Einschätzung überlasse ich meinem Umfeld. Schwierige Sache.

Probieren wir den Ausweg: Mag ich in- oder extrovertierte Menschen lieber? Introvertierte Menschen sind tendentiell schwierig einzuschätzen, extrovertierte Menschen sind dafür manchmal zu laut. Wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umblicke, habe ich beide darin versammelt, aber den Überhang bilden extrovertierte Menschen, meine beiden besten Freunde sind definitiv extrovertiert. Die Tendenz muss reichen, ich optiere für „extrovertiert“.

 

Ist ein Glas, in dem bis zur Hälfte Saft drin ist, halb voll oder halb leer?

Ach, die Optimismus- oder Pessimismus-Sache. Dafür bin ich zu sehr Realist und verlange zusätzliche Data: Es ist halb voll, wenn jemand es bis zur Hälfte befüllt hat, es ist halb leer, wenn jemand den Flüssigkeitsstand bis zur Hälfte reduziert hat. Wenn der Saft vergoren ist und es sich damit eigentlich um Wein handelt, ist es zu voll, also sollte man es schnell leeren und ein neues bestellen.

Realismus ist eine praktische Sache, es erlaubt nämlich, zugleich das Schlimmste zu befürchten und das Beste zu hoffen. Von daher: Ich befürchte zwar, dass es halb leer ist, das sage ich dir aber nicht und hoffe, es ist halb voll.

 

Redest du mit jemandem über das, was du in deinem Blog schreibst?

Bin ich des Wahnsinns?! Glaubt irgendjemand von euch ernsthaft, ich könnte hier unbehelligt schreiben, wenn irgendjemand aus meinem RL die Texte zu lesen bekäme? Die würden mir einen schönen Platz in der gepolsterten Zelle organisieren. Also nein, ich rede mit niemandem über das, was in diesem Blog steht. Zum Einen finde ich es ganz angenehm, beides getrennt zu halten – es schreibt sich leichter über den Alltag, wenn man sich keine Gedanken machen muss, wie es aufgenommen wird. Ich gebe mir Mühe, aus meinen Alltagsbegegnungen Figuren zu machen, aber die Alltagsbegegnungen werden sich wiedererkennen, zumal Mutter Zeilenende zwar jedem (egal ob er/sie es wissen will oder nicht) erzählt, ich sei im Krankenhaus vertauscht worden, sich aber dennoch als meine Mutter bezeichnet und sich dementsprechend wiederfinden wird.

Ehrlicherweise liegt es auch daran, dass ich sonst niemanden in meinem RL kenne, der bloggt. Das ist ja ein wichtiger Unterschied. Ich schreibe und veröffentliche meine Texte hier. Der Ort, sich über meine Texte auszutauschen ist also auch hier. Wer sich für die Inhalte interessiert, kann mich entweder nach der Adresse fragen (dass ich blogge, wissen einige) oder Tante Google bemühen. Für den Austausch über das, was ich hier schreibe, habe ich auch nur die Kommentarspalte, weil ich niemanden mit dem gleichen Hobby in persönlichem Austausch stehe.

 

Psychologie oder Philosophie?

Ganz dünnes Eis, ich muss das jetzt so formulieren, dass ich nicht wieder so viel Entrüstung auslöse wie zuletzt bei der Watzlawick-Sache oder bei meiner Begegnung mit der Ärztin vom MDK: „Ob ich mal über psychiatrische Unterstützung nachgedacht habe? Parawissenschaften nehme ich nicht ernst.“ Die Dame wusste glücklicherweise sogleich, woher der Wind weht: „Was haben Sie noch gleich studiert?“

Nehmen wir dem Ganzen die Schärfe. Zunächst: Ich weiß, dass es einen Unterschied zwischen Psychiatrie und Psychologie gibt. Im Unterschied zu manchem Psychologie-Erstsemester. Da weiß ich wiederum, wovon ich rede, denn ich hatte sowohl das Vergnügen von „Sozialpsychologie I“ als auch „Entwicklungspsychologie I+II“ gehabt. Außerdem weiß ich, dass Psychiatrie und Psychotherapie sehr viel Gutes bewirken können, sofern derjenige, der die „Dienstleistungen“ in Anspruch nimmt, einen hinreichenden Leidensdruck verspürt, sich darauf einzulassen. Aber ich bin viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt, als dass ich mich auch noch ständig mit einem Psychiater oder Psychotherapeuten beschäftigen könnte. 😉

Das hier wird wohl ein wenig länger werden, nehmen wir die Antwort vorweg: Ich habe Philosophie, oder genauer Ethik, nicht nur studiert, es war Liebe auf den ersten Blick, nachdem ich ein wenig glückliches Mathematik-Studium recht schnell an den Nagel gehängt habe. Ich habe auch kein Problem mit Psychologie, die Psychologie hat ein Problem mit sich selbst. Das hat die Philosophie zugegebenermaßen auch, aber sie erhebt andere gesellschaftliche Geltungsansprüche (oder es werden ihr andere Geltungsansprüche angetragen) als die (bzw. der) Psychologie.

Kompliziert, gell? Deshalb differenzieren wir ein wenig: Es gibt meiner Wahrnehmung nach im Wesentlichen drei Arten der Psychologie: Die biologisch arbeitende, die soziologisch arbeitende und die philosophisch arbeitende Psychologie. Als Vorwarnung: Mir geht es im Folgenden vor Allem um die Rezeption psychologischer Forschungsergebnisse durch die Gesellschaft. Ich erwähne das auch in den Ausführungen gelegentlich noch einmal, aber ich tue es explizit: Mir geht es nicht um eine fundamentale Kritik an der (akademischen) Psychologie. Ich habe aber Bauchschmerzen, wenn ich sehe, wie mit deren Forschungen zum Teil umgegangen wird.

Die biologisch arbeitende Psychologie ist mein Lieblingsfeind, die sitzen an der Schnittstelle zu den Neurowissenschaftlern, schieben Menschen in Röhren, machen bunte Bilder von Gehirnen und versuchen, das Verhalten von Menschen anhand von Farbveränderungen zu erklären. Die vernünftigeren geben zu, dass sie das nicht können, aber glauben, dass sie es irgendwann werden. Was diese Farbänderungen bedeuten, wissen sie aber nicht. Das muss ihnen der Mensch in der Röhre sagen und damit ist der Anspruch der Objektivität dahin. Oder zumindest sehr eingeschränkt, denn in ihrer Auswertung sind sie vom radikal subjektiven Empfinden des Einzelnen abhängig. Die besten Forscher dieser Spielart wissen auch das. Aber da die Hirnforschung nach wie vor die Leitwissenschaft unserer Gesellschaft ist, dürfen sie das nicht zu laut sagen, sonst könnte irgendwann Schluss mit den Forschungsgeldern sein.

Die soziologisch arbeitenden Psychologen sind die, die gern mit einer Strichliste irgendwo sitzen und menschliches Verhalten beobachten. Dann machen sie eine hübsche Statistik und erklären menschliches Verhalten anhand der Häufung verschiedener Verhaltensweisen. Die Statistik wird veröffentlicht und am nächsten Tag gibt es im Wissenschaftsteil der Zeitung zu lesen, dass der Mensch von Natur aus gut sei. Da schwillt mir der Kamm, weil überhaupt nicht geklärt ist, von was für einem Naturbegriff wir hier sprechen und der Kamm platzt, weil ein statistisches Forschungsergebnis immer vom Erkenntnisinteresse abhängt. So lange wir nicht geklärt haben, was wir unter „gut“ und „böse“ verstehen, lässt sich darüber keine belastbare Aussage treffen.

Beispiel: Ich finde die Untersuchungen von Erikson zur Ich-Entwicklung von Jugendlichen, dieses Krisenmodell, zwar sehr spannend, frage mich aber, ob die Modellierung der Entwicklung von Kindern als „Krisen“ angemessen ist. (Unabhängig davon, ob Erikson tatsächlich hierher gehört. Eine meiner Pädagogik-Professorinnen hat mit ihm jedenfalls in einer Vorlesung Statistik betrieben, deshalb erwähne ich ihn hier.) Das hat einen faden Beigeschmack, als ob Kinder oder Jugendliche moralisch defizitäre Erwachsene seien. Sie sind vielleicht bloß anders „Ich“ als Erwachsene, die Untersuchung misst dieser unterschiedlichen „Ich-Art“ erst Bedeutung bei. Und ob das angemessen ist, das ist zumindest diskutabel.

Bliebe noch die philosophisch arbeitende Psychologie, die es auch noch gibt. Das ist die „Urform“ der Psychologie, die Trennung der beiden Disziplinen ist ja neu. Noch in den 1930er Jahren saßen viele der frühen Psychologen auf Lehrstühlen für Philosophie (oder Pädagogik, die sich auch spät als eigenständige Wissenschaft konstitutiert hat). Diese Disziplin ist schwer zu fassen, letztlich summiere ich alle psychologischen Ansätze darunter, die sich um Empirie wenig scheren. Die klassische Psychoanalyse gehört wohl hierher, die sich anthropologischer Überlegegungen bedient und durch Beobachtung (die Betrachtung einzelner Sonderfälle und der Versuch, sie durch ein Muster zu erklären) versucht, den Menschen zu verstehen. Erikson oben aufzulisten ist vielleicht nicht gerecht, der gehört wohl eher hierher. Das Problem ist: Die philosophisch arbeitende Psychologie ist genau so Hellseherei wie „richtige Philosophie“.

Meinem Verständnis nach ist Philosophie eine Wissenschaft, die keine Erkenntnisse produziert, sondern als Reflexionsinstanz dient: Wie ist unser Verhältnis zur Welt und können wir es plausibel so beschreiben, wie wir es tun? Philosophie liefert keine Antworten, aber sie ist hilfreich, blöde Fragen zurückzuweisen. Und bevor man die richtige Frage kennt, bleiben alle Antworten, die eine Wissenschaft liefert, vorläufig. Das gilt für Psychologie, Biologie, Physik, Medizin … und lustigerweise auch für die Philosophie selbst, wenn sie versucht, Fragen zu beantworten. Das ist wiederum übrigens selbst eine Theorie, die man durchaus bezweifeln kann. Das ist das grundsätzliche Problem. Meine Sicht der Dinge geht von gewissen Grundsätzen aus, die man gut und gern bezweifeln kann.

Von daher: Bevor mich jemand der Ungerechtigkeit bezichtigt, erkenne ich die Bedeutsamkeit psychologischer Forschungen hiermit an, entscheide mich aber für die Philosophie und rufe ein mahnendes „Aber!“ in die Runde.

 

Dein Lieblingsspruch?

Habt ihr wirklich noch Lust, nach meiner ausgesprochen umfassenden Antwort weiterzulesen? Holt euch erstmal nen Kaffee, bevor ihr weiterlest.

[…]

Den Lieblings-Spruch vom Lebensmotto zu trennen, fällt mir ein wenig schwer. Geht es um so eine Art „Catchphrase“? Einen Satz oder ein Wort, das ich besonders häufig benutze? Das dürfte eines dieser sein: „Nein“, „Bestimmt nicht“, „Unter keinen Umständen“, „Aber“, „Quasi“ und „Faszinierend“. Oder ist es ein Spruch, den ich einfach nur schön finde? Ich bin ganz begeistert von Oscar Wildes angeblichen letzten Worten: „Entweder geht diese scheußliche Tapete – oder ich.“

Das Beste, was ich aber jemals gelesen habe, ist folgender Satz von John Stuart Mill (irgendwo in „Über die Freiheit“, ich suche bei Bedarf die genaue Angabe heraus): „Es ist nicht schwer, von jedem ethischen Prinzip zu beweisen, dass es in der Praxis scheitern muss, wenn man zugleich voraussetzt, dass allgemeiner Schwachsinn herrscht.“ Ich bin ja alles andere als ein Utilitarist und auch mit dem politischen Liberalismus habe ich zumindest ein paar grundsätzliche Probleme, aber mit Mill gehe ich gnädig um. Allein schon wegen dieses schönen Satzes, den er seinen Kritikern an den Kopf wirft. Und weil er damit so recht hat.

 

Lebensmotto?

Öhm. Muss man sowas haben? „Lebe jeden Tag, als sei es dein letzter“ finde ich übrigens blöd. Sobald man für ein liberales Sterbehilferecht ist, muss man am Ende jeden Tages ernsthaft darüber nachdenken, ob man sich noch einen weiteren Tag geben will. Das Leben ist entschieden zu kompliziert, um es auf ein Motto zu reduzieren. Es sei denn, es ist ein sehr langes Motto. Selbst der Kategorische Imperativ taugt nicht als Lebensmotto. Der dient der Reflexion von Maximen. Eine Maxime kann zugegebenermaßen auch ein Motto sein, das muss aber dennoch erstmal oben in den KI reingeschmissen und geprüft werden. Und wie man den KI in den KI schmeißen soll, ist mir ein Rätsel. Obwohl … Vielleicht gibt es deshalb die unterschiedlichen Formulierungen, damit man die eine an der anderen Formulierung prüfen kann.

Ernsthaft: Ich habe kein Motto oder keine Regel, an die ich mich immer halte. Am Ehesten noch vielleicht an „Et kütt wie et kütt“, obwohl ich den leicht defätistischen Unterton in diesem Satz nicht mag. „Wir schaffen das“ musste ich ja leider aus Gründen der Staatsräson meiner guten Freundin A. (nicht der einen, auch nicht der anderen, sondern der dritten. Die mit den modischen Blazern, von der ich nie gedacht hätte, dass sie mal sowas wie meine Freundin werden könnte) überlassen.

 

Welches aktuelle (politisches/…) Thema beschäftigt dich am meisten?

Politisch beschäftigt mich derzeit am Stärksten wohl die Frage nach der Zukunft der EU. Ich kann mit dem Konzept des Nationalstaats nämlich nicht viel anfangen. Ich verstehe mich zunächst herkunftsbedingt als Bergische Jung, dann als Europäer, wohingegen „Deutscher“ irgendwo auf den hinteren Rängen rangiert. Ich bin ein Schengen- und ein Eurokind, ich kann mich aber noch an Grenzkontrollen und Währungsumtausch erinnern. Dementsprechend macht mir die Re-Nationalisierung der Politik vor allem Sorgen.

Professionell beschäftigt mich nach wie vor das Thema „Jobsuche“ die meiste Zeit und privat? Dass ich im nächsten Jahr 30 und damit alt werde und in wen ich mich wohl verliebt habe. Hat sich nämlich immer noch niemand gemeldet. 😉

 

Der größte Fehler des Menschen?

Pauschalaussagen zu treffen. So wie die, dass es einen größten Fehler des Menschen gibt oder dass sein größter Fehler es ist, Pauschalaussagen zu treffen. Und schon wieder habe ich ein Paradoxon gefunden, mit dem ich mich stundenlang beschäftigen kann. Wie komme ich aus der Nummer heraus?

Mein größter Fehler ist es wahrscheinlich, dass ich ständig sehenden Auges in solche Denkfallen hineinrenne und mir überlegen muss, wie ich da wieder herauskomme, statt mich daran elegant vorbeizuschlängeln. Ich hätte ja auch sagen können, dass Lügen der größte Fehler des Menschen sind, was recht nah an meinen moralischen Auffassungen ist, wir andererseits dann aber über den Unterschied zwischen „Lüge“ und „nicht die Wahrheit“ diskutieren müssten und alles ein wenig relativieren müssten.

Der größte Fehler mancher Menschen ist  mangelnde Balance in ihrem Gefühlshaushalt. Das müsste ich wahrscheinlich weiter ausführen: Das ist natürlich auf A. gemünzt. Nicht auf A. oben, auch nicht auf die andere A., sondern auf DIE A. Ich mag das aber eigentlich gerade nicht nochmals in Gänze ausrollen. Wer es wirklich wissen will, was ich damit konkret meine, kann das gern nachlesen.

Der größte Fehler „des“ Menschen müsste irgendwas sein, was jedem Menschen innewohnt und das auch noch ein Fehler ist. Ein Programmierfehler oder sowas. Den sehe ich einfach nicht. „Der“ Mensch ist eine Denkfigur, die einfach nicht für Wertungen taugt. Dafür habe ich noch viel zu viel Hoffnungen für die Menschheit als Gesamtheit aller Menschen.

 

Welche Frage findest am blödsten/passabelsten?

Allgemein? „Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?“ ist eine der blödesten Fragen, die ich je gehört habe. Aber ich habe gewisse Heidegger-Vorurteile. Ich verstehe bis heute nicht, was er von mir eigentlich will. Die passabelste Frage ist: „Zu mir oder zu dir?“ und das eigentlich in jeder Situation. Das wolltest du aber nicht wissen, gell?

Okay, die blödeste Frage war wahrscheinlich die nach Psychologie oder Philosophie, weil ich dafür einen halben Roman schreiben musste und mich dennoch nun ein paar Menschen mehr hassen werden. Ich nutze die Gelegenheit, hier noch einmal um Verzeihung zu bitten und zu betonen, dass ich auch sehr nette Psycholog*innen kenne, die nicht so dumm sind, wie ich ihre Wissenschaft dargestellt habe. Meine Abwertung der Psychologie basiert einzig und allein auf meiner philosophischen Borniertheit.

Obwohl diese Frage hier auch ein heißer Kandidat für die blödeste Frage ist. Was ist das denn für eine blöde Frage? Die Fragen waren nämlich alle super. Aber wenn ich das sage, gerate ich wieder in einen Widerspruch zu meiner Behauptung, diese Frage hier sei die blödeste. Siehst du, was du angerichtet hast? Das war wirklich eine dämliche Frage, ich stecke erneut in einem Paradoxon fest, mit dem ich mich stundenlang plagen muss. Vergessen wir also meine Antworten und versuchen es mit der passabelsten.

Die passabelste Frage war sicherlich die nach Psychologie oder Philosophie, weil ich einen halben Roman schreiben konnte, ich mich hemmungslos in meiner philosophischen Borniertheit suhlen und mir ein paar neue Feinde schaffen konnte. Feinde verleihen einem Leben Würze. Dennoch möchte ich mich noch einmal bei allen Psycholog*innen entschuldigen, die nicht so dumm sind, wie ich ihre Wissenschaft dargestellt habe.

Obwohl diese Frage hier auch ein heißer Kandidat für die passabelste Frage ist. Was ist das denn für eine gute Frage? Die Fragen sind nämlich alle super. Aber wenn ich das sage, gerate ich wieder in einen Widerspruch zu meiner Behauptung, diese Frage hier sei die passabelste. Siehst du, was du angerichtet hast? Das war wirklich eine passable Frage, ich stecke erneut in einem Paradoxon fest, mit dem ich mich stundenlang beschäftigen kann. Aber du willst ja eine Antwort haben, vergessen wir also meine Antworten und versuchen es mit der blödesten.

[…]

ARGH! Jetzt weiß ich, wie sie sich immer fühlen muss.

Liebe jnbender, was lange wärt, wird endlich gut. Das waren die Antworten auf deine Fragen. Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass alle Fragen am passabelsten waren … Und damit auch alle am blödesten. Ich hatte beim Antworten wieder einmal sehr viel Freude und habe den Text guten Gewissens entlassen, in der Hoffnung er möge euch zugleich unterhalten, informativ sein und einen kleinen Einblick in meinen Charakter gewähren. Da ich beim letzten Mal ein paar Nominierungen durch die Bloglandschaft geworfen habe, spare ich mir dies für heute. Nächste Woche vielleicht wieder, ich habe nämlich noch einen letzten Liebsten abzuarbeiten.

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14 Kommentare zu „Exklusiv-Oder-Qualen

  1. Kein Mitleid! Es sieht nicht unmöglich aus. Auch für den Inhalt gibt es kein Mitleid sondern nur feinstes Lob oder wie Arno schrieb ein Fleißkärtchen. Man möge dich bitte weiter fleißig nominieren ;).

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    1. Ich hatte es fast befürchtet, dass es von dir kein Mitleid gibt … Dann muss ich mich eben selbst bemitleiden.
      Was Nominierungen zum Liebsten angeht: Einmal wie gesagt dürft ihr euch noch freuen … Danach müsst ihr (hoffentlich!) die nächste Welle abwarten. Ich brauch ja auch Zeit, mir ein paar neue Marotten zuzulegen, die ich dann unbewusst in diesen Fragerunden preisgeben kann. 😉

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      1. nö, aber ich habe jetzt mal was nachzudenken über Old Erikson, da werde ich bei Dir glatt noch mal genau nachlesen müssen… -mit vorher bereitgestelltem Getränk – natürlich 🙂

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      2. Ich bin gespannt, was du zu dem Gedanken sagst. Der Erikson steht jedenfalls gut sichtbar in der ersten Reihe, falls du Rückfragen hast oder zu der Erkenntnis kommst, dass ich irre. 🙂

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