Die „Heilige Mondlicht von gedankenteiler“ denkt, ich hätte nicht genug zu tun. Wie unrecht sie doch hat. Aber weil ich befürchte, dass sie genau so wenig Humor hat und in ihrem Denken wesentlich radikaler ist als ich, erfülle ich ihr dennoch den Wunsch, endlich möchte man sagen. Nicht, dass sie mich mit ihrem Schutzengel bewirft. Da sie an dessen Schutzfunktion nicht glaubt, bringt der Missbrauch als Wurfgeschoss ja kein mieses Karma. Zumindest für sie nicht. Für mich hingegen anhaltende Kopfschmerzen … Und das ist schlimmer als mieses Karma.

Ihr kennt das Prozedere des Liebster Award:

  • Danke dem Blogger, der dich nominiert hat. award
  • Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat.
  • Füge eines der liebster-blog-award Buttons in deinen Post ein.
  • beantworte die dir gestellten Fragen.
  • erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst.
  • nominiere 5-11 Blogs, die weniger als 300 Follower haben.
  • Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass du sie nominiert hast. 

Und ihr wisst auch, warum ich immer wieder mitmache: Die Fragen sind (1) eine großartige Inspiration und (2) gehe ich davon aus, dass sie aus einem echten Interesse gestellt werden. Solange ich es leisten kann, beantworte ich also von Zeit zu Zeit einen Award, auch wenn es viel Arbeit bedeutet.

Mal angenommen Außerirdische suchen dich auf und ihr könnt euch nur durch Handzeichen etc. verständigen. Wie erklärst du ihnen, dass sie lieber verschwinden sollte, da die Menschheit noch nicht reif für sie ist?

Ich würde dem Ober-Außerirdischen meinen Arm hinhalten, damit er hineinbeißen kann. Er würde feststellen, dass ich noch zu sauer schmecke und er in ein paar hundert Jahren zurückkehren muss, bis ich reif, prall und süß bin. Wenn ihn das nicht überzeugt, würde ich ihm Helene-Fischer-Clips auf Youtube zeigen. Eine Welt, in der das als Unterhaltungskunst gilt, kann nicht ernsthaft für einen Erstkontakt mit Aliens in Frage kommen. Das müsste auch der Ober-Außerirdische einsehen. Und wenn auch das nicht fruchtet, würde ich ihn bei der Hand nehmen und mit ihm einen Spaziergang zum Tagebau Garzweiler machen. Das sollte wirklich instruktiv sein.

Du erhältst die einmalige Möglichkeit eine Tollheit der Menschheit für immer auszulöschen. Welche wählst du und warum?

Das Tolle an der Menschheit sind manchmal gerade die Tollheiten. Neben der bereits erwähnten Helene Fischer würde ich allerdings Nationalflaggen-Wimpel an Autos verbieten. Patriotismus ist niemals harmlos, weil er sich des Konzepts Nation bedient und da geht es letztlich immer ums Auserwähltsein. Stolz auf die eigene Herkunft und Kultur in der man aufwächst, geht viel besser ohne dieses leidige Stolz auf die Nation sein. Ich bin stolz darauf, dass wir Goethe hervorgebracht haben, Goethe hat sich selbst hervorgebracht, unter tatkräftiger Unterstützung seiner Gönner, aber Schland hat damit nichts zu tun. Schland ist die Idee, dass wir etwas besonderes sind, weil wir zufälligerweise alle im gleichen Hoheitsgebiet aufgewachsen sind. Wenn Nation etwas ist, das wir uns selbst wählen, dann kann ich auf meine Zugehörigkeit stolz sein – ich kann meinetwegen sogar stolz auf meine Partei sein, weil ich mich willentlich für die Mitgliedschaft entschieden hat. Aber den Wert des Konzepts Nation, im Unterschied zum Konzept Staat, habe ich noch nie verstehen können. Siehe dazu auch meine Gedanken zum Tag der Deutschen Einheit

24 Stunden lang kannst du dir wirklich alles erlauben, ohne dass es Konsequenzen oder Auswirkungen auf dein weiteres Leben hat. Was machst du?

Hmmm … Sämtliche Auto-Nationalwimpel der Welt einsammeln und Helene Fischer darin einwickeln wäre konsequent. Anschließend könnte ich die Braunkohlebagger in Garzweiler lahmlegen. Aber damit verlasse ich den Diskurs, das halte ich für den falschen Weg. Wenn ich mir etwas erlauben würde, dann höchstens im privaten Umfeld. Nackt auf dem Esszimmertisch Macarena tanzen, ohne dass man mich für bekloppt hält vielleicht. Das Problem ist, dass ich mir relativ viel Narrenfreiheit leisten kann. Mein Umfeld weiß ohnehin, dass ich komisch bin. Ich habe aber keinen unerfüllten Herzenswunsch, den ich mir bislang nicht leisten konnte, weil ich mich nicht getraut habe. Für die Gedanken-Spinnereien, die ich nicht umgesetzt habe, habe ich gute Gründe jenseits von „Was sollen die Leute sagen?“. Ich wäre mit dem Angebot also überfordert und würde spontan etwas umsetzen. Und gerade im Moment bin ich so zufrieden und entspannt, dass ich die Gelegenheit verstreichen lassen würde.

Eine neue Zeitrechnung soll eingeführt werden. Du hast Mitbestimmungsrecht und wirst gebeten deine Meinung vorzutragen. Lieber eine Stunde mehr oder eine Stunde weniger und warum triffst du ausgerechnet diese Wahl?

Wenn ich das richtig verstehe, soll der Tag zukünftig 23 oder 25 Stunden haben. So lang ein Tag weiterhin eine Erdrotation meint, macht der Unterschied nicht viel aus, weil das absolute Zeitkontingent pro Tag ja gleich bleibt, nur die Einteilung wird gröber oder feiner.

Wenn es darum geht: Mehr oder weniger Lebenszeit zu bekommen, dann wäre meine Wahl definitiv: Mehr Lebenszeit. Tage sind mir nur seltenst zu lang. Außerdem hätte es den praktischen Vorteil: Ich bekomm die eine Stunde pro Tag ja ohne Bedingung geschenkt. Ich werde also weiterhin, sagen wir 88 Jahre alt.  Ich bekäme also 60 Jahre lang jeden Tag eine Stunde geschenkt, die ich länger leben würde, also 60*365+15=21915 Stunden (60/4=15, die Schalttage) geschenkt, das sind 913 1/8 Tage, das sind ziemlich genau 2 1/2 Jahre. Damit kann man schon etwas anfangen. Und ich würde langsamer altern, der 30. Geburtstag würde in weite Ferne rücken. 😉

Es gibt mind. Millarden von Dingen auf der Welt, aber irgendwie immer noch nicht dass, was man wirklich braucht. Was müsste für dich erfunden werden/ was fehlt dir?

Die touchscreenkompatible Schokocreme. Ich kann entweder Nutella essen oder etwas auf dem Tablet lesen, beides zusammen führt zu Sauerei. Da besteht von Seiten der schokoladencremeproduzierenden Unternehmen DRINGENDER Nachbesserungsbedarf. Außerdem brauchen wir „Bertie Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung“ für spannende Süßigkeiten-Sessionen.

Du hast die Wahl: 1.000.000 (eine Million) Euro zur freien Verfügung oder Grips/ Verstand an 60 % der Menschheit zu verteilen. Deine Wahl? Warum?

Geld ist nur eine Idee, die müsste ich sofort in Sachwerte umsetzen, um etwas davon zu haben. Geld als Geld hingegen ist eine unsichere Anlageform. Von daher habe ich zwar ein beruhigendes Sümmchen auf der Bank und spare auch spießig, aber ich lege keinen gesteigerten Wert darauf, Geld zu besitzen. Und dann ist eine Mio. Euro nicht mehr so viel wert. Davon könnte ich mir ein dekadentes Eigenheim leisten und vielleicht noch ein prolliges, aber umweltfreundliches Auto.

Mit dem Grips ist es nicht so viel besser. Grips hat keinen Einfluss auf die Moral. Er kann zwar dabei helfen, zur richtigen Einsicht zu verhelfen, braucht aber vorher die Absicht des Gripsbesitzers, sich auch entsprechend zu verhalten. Verteile ich nur den Grips, nähre ich damit wahrscheinlich bloß ein teuflisches Genie. Andererseits hat das Verteilen von Grips mehr Potential dazu, etwas Gutes in der Welt zu bewirken als mein neues Haus. Von daher gehe ich das Risiko ein, wähle den Grips und beglücke hoffentlich die richtigen 60% der Menschheit damit.

Was ist deine Theorie: Wenn du dir warme Gedanken machst, warum du dann noch immer kalte Füße hast?

Meine Füße haben ihr eigenes Gehirn. Ich denke ganz oft: Liebe Füße, bitte tretet den armen Menschen nicht in den Hintern – meine Füße tun es trotzdem. Mein Mund muss sich anschließend wortreich entschuldigen. Meine Füße haben also nicht nur ihr eigenes Gehirn, sie sind auch mit mir nie einer Meinung. Wenn ich also an warme Dinge wie Lagerfeuer denke, denken sie an den Nordpol. Sollte sich die Theorie als falsch herausstellen, liegt es schlicht daran, dass „frische Urinpfützen“ zwar warm, aber für Gedanken gänzlich ungeeignet sind und sich sofort ein kalter Schauer einstellt, der bis in die Füße wandert, du Ferkel. 😉

Weltuntergang (In diesem Fall nur die Vernichtung des Planeten Terra). Auf welchen Planeten würdest du umsiedeln wollen?

Risa: Friedlich, waffenfrei, hedonistische Balance zwischen Körper und Geist. Nuff said.

Welches ist deine literarische (sinnbildliche) größte Figur? Warum?

Puh, wahrhaft große Figuren gibt es ohnehin nur in der Literatur, denn historische Personen sind allesamt Menschen gewesen, die Fehler gemacht haben, Schwächen hatten und manch krude Ansichten vertraten. Von den Literarischen, wer ist da die größte Figur?
Auch in der Literatur sind mir viele Figuren nicht so ganz geheuer. Goethes Iphigenie finde ich, obwohl sie ein Paradebeispiel an Idealismus ist, unerträglich, weil völlig am Leben vorbei. Also selbst im Ideal bin ich noch unzufrieden. Ich vermute, die größten Figuren lassen sich nur in der Kinderliteratur finden. Größe ist nämlich auch ein schwieriges Wort. Wahre Größe zeigt sich für mich nämlich auch darin, dass der Große nicht bemerkt, dass er Großes tut. Großes passiert, weil der Held das tut, was er für richtig hält. Ein Kandidat wäre wohl Astrid Lindgrens Michel, aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich für eine wichtige Figur meiner Kindergartenzeit, dessen Abenteuer mir meine Eltern bestimmt Hundert Billionen Mal vorlesen mussten: Petzi.
Petzi steht für Hilfsbereitschaft, Freundschaft, Einfallsreichtum mit einer Prise Pragmatismus. Er ist zupackend und so zuverlässig, dass er immer rechtzeitig zu den Pfannkuchen wieder daheim ist.

Du hast eine Reise gewonnen und darfst dich entscheiden: Einsame Blockhütte in der Arktis, Spielbanktour in Las Vegas, Berghütte in den Anden oder Baumhaus in Brasilien. Wo führt dich deine Reise hin und warum sind die anderen Reiseziele nichts für dich?

In der Arktis ist es zu kalt, das Risiko einer ausgefallenen Heizung will ich nicht eingehen, außerdem hasse ich Schnee. In Brasilien würde mein Kreislauf wahrscheinlich vor lauter Schwüle irgendwann durchdrehen, bleiben Las Vegas und die Berghütte in den Anden. Ich befürchte, in den Anden würde es mir schnell sehr langweilig werden, von daher bitte einmal Spielbanktour durch Las Vegas. Da gibt es Spiel, Spaß und Spannung. Schokolade kann ich mir von den Gewinnen dann selbst kaufen. Im Ernst: Ich finde Las Vegas zumindest auf den Bildern optisch spektakulär. Ich würde wahrscheinlich vor lauter „Mit offenem Mund dastehen und Gebäude wie Menschen bestaunen“ noch nicht einmal zum Spielen kommen.

Stell dir vor du hast einen Feind (oder auch eine Person die du über alle hasst). Durch Zufall bleibt ihr zusammen im Fahrstuhl stecken. Frühstens nach sieben Stunden könnt ihr auf Rettung hoffen. Was geschieht?

Noch so ein Hammer zum Abschluss? Ich habe keinen Feind und die letzte Person, die ich wirklich gehasst habe, ist vor bestimmt 15 Jahren aus meinem Leben verschwunden. Hass ist ein so starkes Wort, dass ich es nur ungern verwende und die zugehörige Haltung vermeide.

Sicherlich gibt es einige Menschen, die ich auf Grund ihrer Einstellungen verabscheue, aber diese Menschen kenne ich nicht gut genug, um sie von Herzen hassen zu können. Solchen Leuten begegne ich möglichst nur im geschützten Raum, also mit Rückzugsmöglichkeit. Ich habe nicht viele empirische Daten, auf deren Basis ich eine schlüssige Antwort geben kann. Ich hoffe also, ich werde nie in die unangenehme Situation kommen, dass ich mit einem Feind im Fahrstuhl stecken bleibe. Um das Risiko weiter zu minimieren, steige ich zumeist Treppen.

Wenn ich spekulieren soll: Entweder kommt es zu Handgreiflichkeiten, bei denen ich wohl oder übel den Kürzeren ziehen werde oder wir sind trotz unseres Hasses vernünftig genug, uns erst eine Stunde lang ausgiebig anzuschreien und die restlichen sechs Stunden schweigend zu verbringen. Jeder sitzt in seiner Ecke des Aufzugs, quer über den Boden ist eine Linie gezogen, mit dem wir unseren jeweiligen Bereich abgegrenzt haben. Ich bin sehr für Diskussion und problemlösendes Handeln, deshalb bedeutet „Einen Feind zu haben“ für mich das Stadium jenseits einer Verständigungsmöglichkeit. Und dann passiert einfach nichts mehr, dann lohnt es nicht, kommunikative Energie hinein zu stecken.

Hier jetzt meine 11 wohlbekannten Liebster-Fragen:

1. Blogging, was ist das eigentlich?
2. Wo herrscht ernsthaft noch Struktur?
3. Wenn man dir gutes Geld dafür bezahlen würde, egal wie viel du tust oder wie gut du darin bist: Welche Tätigkeit würdest du ausüben wollen?
4. Welchen Zweck erfüllt Schönheit?
5. Gibt es so etwas wie eine Entwicklung der Menschheit?
6. Welches ist dein Lieblings-Insekt?
7. “Was wärst du für ein … ?” Das ist eine beliebte Frage, die so wunderbar zu “Was ist dein Liebling-…” passt, aber die Auswahl ist doch entweder abgedroschen (Tier, Farbe, Pflanze) oder gewollt lustig (Eissorte, Besteckteil, Rolex-Modell) Such dir also selbst ein Genus Proximum und bestimme, welche Art dessen du bist. Als Frage formuliert: Was wärest du für ein … und warum?
8. Hast du bei der letzten Wahl deine Stimme abgegeben?
9. Warum hast du das (nicht) getan?
10. Was ist dein ganz besonderes Talent?
11. Ist in einer technisierten Welt Platz für Magie?

Und wie versprochen nominiere ich auch mal wieder Blogs, na zittert ihr schon?

http://bloodymella.com/ , denn ich will wissen, ob sie sich bei Frage 3 für eine Karriere als professionelle Vampirin entscheidet,

https://regenbogenblogdotcom.wordpress.com/ weil sie bei der Sichtung potentieller Kandidaten frech verkündet hat, sie sei jetzt erstmal weg … So geht das nicht!

https://pepinlinz.wordpress.com/ Weil dem pep Linz so gut gefällt, dass er das Blogging vernachlässigt … Der Bub braucht Motivation!

https://ritaschreibt.wordpress.com/ damit ich nicht das Gefühl habe, der einzige bekloppte Mensch in der Blogosphäre zu sein. 🙂

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2 Kommentare zu „Von Nationalflaggen und Urinpfützen (Liebster Award #5)

  1. Vielen Dank für die Nominierung, werter Herr Zeilenende!
    Deine Begründung für die Nominierung hat mich erstmal herzlich lachen lassen… wir werden sehen, ob du eventuell den richtigen Riecher hattest! ;D

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