Ich hatte einmal einen merkwürdigen Traum, oder auch nicht so merkwürdig. In diesem Traum ging es um Erdbeeren und dass es mir nie gelingen würde, genug Erdbeeren zu ernten, um daraus auch nur ein Glas Marmelade zu kochen. Das hat mir eine mannshohe Schnecke erzählt. Nunja, so viel zu meinen Albträumen, die Monsterschnecke hat nämlich die Rechnung ohne den Koch gemacht.

Ja richtig, ohne den Koch. Er hat zwar nicht die Schnecke gekocht, die Schneckenfarm das Erdbeerbeet aber mit Schneckenkorn präpariert und so kam es, dass ich fleißig jeden Tag Erdbeeren ernten konnte. Die sind brav in den Tiefkühler gewandert und haben es sich dort erst einmal eine Zeitlang bequem gemacht, während ich beim örtlichen Lebensmitteldiscounter Gelierzucker gehamstert habe. Das war nämlich kein Traum sondern ein Albtraum, im letzten Jahr gab es zwischenzeitlich eine Gelierzuckerknappheit, überall war das Zeug ausverkauft. Jetzt habe ich aber noch genug eingelagert, um bis an mein Lebensende Marmelade zu kochen. Vielleicht sollte ich auch noch Mehl hamstern, dann muss ich nie wieder einkaufen gehen, sofern ich mich zukünftig nur noch von Marmeladenbrot ernähren will.

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Überhaupt, onomapoetisch ist Marmelade ein schönes Wort und deshalb heißt Konfitüre oder Fruchtaufstrich oder was auch immer bei mir Marmelade. Das klingt nach Mama und Rockzipfel und Klein Zeilenende, der unterm Tisch sitzt und wann immer Mama nicht guckt, Streusel aus der Schüssel klaut. Wenn meine Mutter früher Marmelade gekocht hätte, dann würde es mich wohl eher ans Marmeladenaschen erinnern, aber Mutter Zeilenende hat halt lieber Streuselkuchen gebacken … Onomatopoesie, da war ich stehen geblieben. Marmelade klingt auch nach Mjam, Konfitüre erinnert mich zu sehr an die verschlossene Speisekammerntür und Fruchtaufstrich … Also mal ehrlich. Nein, bei der Marmelade mache ich keine sprachlichen Abstriche.

Wie ihr sehen könnt, habe ich dem Schneckengott gleich zwei Schnippchen geschlagen, ich habe sogar genügend Erdbeeren für zwei Sorten, nämlich Erdbeere und Erdbeer-Rhabarber, herausbekommen. Wer genau hinsieht, erkennt auch zwei verschiedene Töpfe. Das sind die beiden größten im Haushalt, die nur zum Einsatz kommen, wenn wir auf Feiern wahnsinnigerweise Spätze (bei solchen Mengen, wenn es die gleichzeitig geben soll, mache selbst ich Irrer die Spätzle nicht mehr frisch) für bis zu 20 Gäste servieren wollen.. Oder wenn ich mal wieder Marmelade koche. Bei uns im Keller sieht es aus. *seufz*

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Tja, mannshohe Schnecke, das sieht nach einem 13 zu 0 für mich und einem 2 zu 0 für meinen Einkoch-Kumpel T. aus, der natürlich Anspruch auf je ein Glas jeder Sorte hat, die meine Küche verlässt und in den Vorratskeller wandert. Als ich die Marmelade im Keller stehen hatte, kam die mannshohe Schnecke noch einmal in meinen Träumen vorbei. Sie sagte, dass es Verlängerung geben würde. Ich streckte ihr die Zunge raus. Dann ist sie abgedampft und hat sich über meine Kohlrabi hergemacht.

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11 Kommentare zu „Erdbeerträume

    1. Danke für die Warnung, das wusste ich gar nicht. Die Hitze hier ist wenig dramatisch, habe gerade bei knapp 20° entspannt gebügelt. Hier zieht gerade eine Unwetterfront knapp vorbei, das schützt vor schlechtem Wetter, bringt aber Abkühlung.

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  1. Ich lagere Gelierzucker auch in größeren Mengen, bislang hat es mit dem Gelieren wunderbar geklappt. 🙂
    Bei uns lebt zwar keine Monsterschnecke, aber wir haben monstermäßig viele Schnecken. Und das mitten in der Stadt. Manchmal -wenn wir bitterlich weinend auf den abgefressenen Garten blicken- überlegen wir uns, ob man das Grundstück nicht schneckensicher einzäunen kann. Oder ob wir auf Kunstpflanzen umsteigen sollen…
    Oder einfach umziehen…

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  2. Hier ist es immer schlimm. Die idyllische Lage direkt am See, einem Wald und nur knapp 3 km von der Innenstadt entfernt, wird teuer bezahlt. Mit Schneckenfraß.
    Die von uns liebevoll gefütterten Vögel mampfen uns die Kirschen und die Trauben weg…als Nachtisch sozusagen zum handverlesenen Vogelfutter…ambrosiafrei. Ohne Hirse…die wird abgelehnt.
    Die Äpfel werden nur angepickt, der Bauch ist schließlich bis obenhin gefüllt.
    Gekackt (Entschuldigung) wird ausschließlich auf dem Tisch und am liebsten dann, wenn man rote Beeren gefressen hat und eine weiße Tischdecke aufgelegt wurde.
    Hatte ich schon die Eichhörnchen erwähnt? Sie haben Geschmack an Aprikosen und vor allem Melonen gefunden. Mundgerecht zugeschnitten. Liegen lediglich Nüsse im Futterkasten, schauen die Fressmaschinen vorwurfsvoll durch die Terrassentür oder lassen die Futterklappe auf und zu fallen. Immer wieder.

    Wenn morgen in aller Frühe ein Hirsch röhrend sein Futter verlangt, würde es mich nicht wundern.

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