Wenn das doch überall so wäre

Wenn ich Langeweile habe, lese ich alles. Ich habe als Kind schon Inhaltsstoffangaben von Ketchupflaschen studiert, wie Mutter Zeilenende auf Familienfesten gern als Anekdote erzählt und beim großen M die Papierunterlagen für die Tabletts (nicht zu verwechseln mit Tablets, die gab es damals noch nicht – auch wenn die Geräte von Trekstor die gleiche Funktionalität wie ihre Namensverwandten aufweisen). Das Praktische ist, dass man viel lernt, aber wirklich wunderbar wird es, wenn man an unvermuteter Stelle einen Schatz entdeckt, der die Gedanken beflügelt.

Ich stand neulich am Bahnhof und wartete auf den Zug. So weit, so normal, aber es war nicht mein üblicher Bahnhof. Die Gleise auf unserer Strecke wurden erneuert und es gab Schienenersatzverkehr, der besser funktionierte als der reguläre Zugverkehr. An meinem Stammbahnhof gibt es zwar eine große rote Kiste, aber die steht weit weg von meinem üblichen Warteplatz. Am anderen Bahnhof blieb ich eher zufällig in der Nähe der roten Kiste stehen.
Für deren Inhalt interessiere ich mich eigentlich nicht weiter, auch wenn es nicht das DING ist, also das großformatige Toilettenpapier mit den vier Kapitalen, sondern das regionale Konkurrenzprodukt. Ich weiß gar nicht, ob es hier irgendwo besagtes Blatt jenseits vom stationären Zeitungshandel gibt. Aber dieser rote Kasten hatte es mir irgendwie doch angetan, offenbar hat etwas mein Unterbewusstsein angesprochen und ich begann zu lesen.

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Ich bin mir nicht sicher, was mir dieser Satz sagen will. Ist er poetisch oder zweckmäßig? Wenn er zweckmäßig ist, woher will der rote Kadten wissen, ob die Reporter versagt haben? Und wenn der rote Kasten weiß, dass die Reporter versagt haben, wieso verkauft er die Zeitung dann überhaupt? So sehr ich diese Geld-zurück-Garantie zu schätzen weiß, irgendwie ist sie merkwürdig. Ebenso merkwürdig wie die Tatsache, dass der rote Kasten zwar die Qualität des beinhaltenden Blattes evaluieren und mir den Kaufpreis bei Nichtgefallen erstatten kann, aber nicht in der Lage ist, mir Rückgeld zu geben.
Vielleicht ist es aber auch ein Lebensmotto. Ich stelle mir das als Wunsch der Zeitungsmacher für die Wel vor, eine beglückende Utopie. Eine Welt, in der Fußballfans ihre Eintrittspreise erstattet bekommen, wenn die von ihnen unterstützte Mannschaft verloren hat, in der man das Geld für die Frischhaltefolie zurück bekommt, wenn sie mal wieder wie der Teufel an sich selbst, aber nicht an der Schale mit dem Abzudeckenden klebt, in der man einen neuen Block Frischhefe bekommt, wenn der Teig mal nicht aufgegangen ist und Männer den Aufwand ihrer Partner*innen entschädigen müssen, wenn sie keinen ho… den Hochzeitstag vergessen … What a wonderful world. 🙂

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