Ich bin der Schrecken, der in der Küche herumflattert

Zwischenruf aus dem Hier und Jetzt, eine Begebenheit von vor wenigen Minuten. Eine erstaunliche Erfahrung allemal: Ich bin Furcht einflößend.

Wir haben eine Katze, die Dosenfutter vertilgt, die anderen beiden Mädels mögen nur Trockenfutter und natürlich Leckerchen in allen Formen, Farben und Ausprägungen. Dickerchen hingegen verlangt morgens direkt nach dem Aufstehen ihre erste Ration, von Allen außer von mir. Die Katze hat ein gerüttelt Maß Respekt vor mir. Wenn nur ich da bin, kommt sie erst später, weil ich sie erst füttere, nachdem der Kaffee fertig und der Tisch gedeckt ist.
Heute morgen war Herr Zeilenende Sr. mal wieder vor mir auf den Beinen und fütterte die Dame gerade, als ich herunterkam. Sie zog sich sofort unter einen Stuhl zurück und man konnte sehen, wie es in ihr arbeitete: Der Opa macht grad meinen Napf fertig, aber der böse Onkel ist auch da. Kann ich es wagen, was zu fressen?
Letzten Endes war der Hunger stärker als die Furcht. Ich bin zwar gemein, aber wenn sie was bekommt, werde ich sie auch nicht am Fressen hindern. Ich bin zwar fies, aber kein Unmensch. Und ich hatte meinen ersten Lacher des Tages, demzufolge gute Laune. Der zweite Lacher des Tages war Herr Zeilenende Sr., der mich offenbar auch fürchtet. Ich kündigte nämlich an: Ich mische mal eben die Zutaten für den Brötchenteig zusammen.
Ich habe mich tatsächlich ans Brötchenbacken gewagt und werde von meinem ersten Versuch in der kommenden Woche ausführlich berichten. Heute geht es mir um die Furcht. Herr Zeilenende Sr., ganz verschüchtert, erzählt mir, er wolle aber noch Kaffee für sich und mich kochen und die Spülmaschine ausräumen. Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte auch unter einem Stuhl Zuflucht gesucht. Ich weiß, dass ich sehr ungehalten werde, wenn man mir in der Küche im Weg ist, aber ich wollte wirklich nur die Mehle mit dem Salz und so mischen, damit ich gleich kneten kann und der Teig Zeit zu ruhen hat. Die Brötchen sollen ja frisch aus dem Ofen kommen.
Ich habe ihm also gut zugeredet, wirklich nur Sachen angemischt und ihm anschließend noch geholfen, die Spülmaschine auszuräumen. Aber es war wirklich süß, wie er mir bloß nicht in die Quere kommen wollte. Und als alles erledigt war, kündigte er, obwohl ich keinen mittelschweren Wutanfall bekommen habe (den setzt es, wenn er grund- und kopflos durch die Küche läuft, während ich grund- und kopfvoll ebenfalls durch die Küche laufe, an der einen Stelle schneide, an anderer Stelle brate und an dritter Stelle die Küchenmaschine läuft und dabei stets Gefahr laufe Herrn Zeilenende Sr. umzurennen) sichtlich erleichtert, er gehe nun in sein Arbeitszimmer. Ich hingegen begann entspannt zu kneten, um jetzt den Teig gehen zu lassen und nichts besseres zu tun habe, als diesen Beitrag zu schreiben. Kniet also nieder vor mir und senkt euer Haupt vor Zeilenende, dem Küchentyrann … Und genießt eines der Brötchen, auch wenn ich den Dreh mit der richtigen Brötchenform offenbar noch nicht so ganz raus habe. 🙂

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15 Kommentare zu „Ich bin der Schrecken, der in der Küche herumflattert

      1. Das darf man nicht!
        Als ich heute Morgen vor dem Mittag kochen Schokoladeneis machen wollte, hatte der Gärtnergatte die Besteckschublade zum säubern ausgeräumt. Am Sonntag! Wenn ich kochen will!
        Verstehst du!!!

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        1. Es bringt auch nichts, weil auf der anderen Seite eine Schiebetür ist.
          Die Situation kenne ich. Da sieht ein Kochlöffel plötzlich weniger nach Rührgerät und mehr nach Klopfgerät aus. Glücklicherweise kommt hier außer mir niemand auf die Idee, die Besteckschublade auszuräumen. *g* Ich fühle mit dir und suche nach einem Rezept für Gärtnergatte im Schlafrock, damit kannst du ihm dann drohen und anschließend in Ruhe doch Eis machen. 🙂

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