Die Bande der Freundschaft

Ich stehe, glaubt man Mutter Zeilenende, ständig unter Strom und bin permanent überbeschäftigt, sodass sie mir Langeweile unterstellt, sobald ich einfach nur im Sessel sitze. Sie hat damit Recht, dass ich ständig mit irgendwas beschäftigt bin, aber das dient eigentlich nur der Kompensation gesteigerter Nervosität. Die Art meiner Beschäftigung ist stets meditativ.

Neben dem Backen und dem Lesen, dem Sport und dem Serienschauen, dem Garten und dem Blogschreiben habe ich noch ein paar Therapietätigkeiten für mich entdeckt. Zum Sport habe ich sowohl zum Skaten als auch zum Gerätetraining schon Beiträge verfasst, zum Brotbacken brauche ich einmal die Muße eines freien Sonntagsmorgens, die Resultate meines Lesens, Schauens und Gärtnerns teile ich in Form von Blogbeiträgen ohnehin mit euch. Vor Kurzem überkam mich die Lust, wieder einmal etwas mit Wolle zu machen.
Mit Wolle, ja. Ich kann stricken. Ich bin ein Mann. Zumindest war ich einer, als ich zum letzten Mal intensiv nachgeschaut habe. Aber zum Stricken ist es mir derzeit zu warm und für langwierige Projekte fehlt mir zudem die Zeit. Deshalb habe ich davon bislang nichts erzählt. Für ein Paar Socken brauche ich schon ein paar Tage. Glücklicherweise kann man mit Wolle noch mehr machen als nur zu stricken. Ich meine nicht häkeln, das kann ich aus unerfindlichen Gründen überhaupt nicht, obwohl ich es mehrfach probiert habe, sowohl mit Büchern, als auch mit Videos und persönlicher Anleitung.
Als Jugendlicher war ich einige Jahre den Sommer über auf Freizeiten. Da hat man uns die schöne Geschichte erzählt, dass man sich gegenseitig Freundschaftsbänder anlegen könne und sich etwas wünschen. Wenn das Band dann abfällt, erfüllt sich der Wunsch. Die Freunde, die ich habe, halten nichts von selbst geknüpften Bändern, also lege ich sie mir selbst um und wünsche mir was. Dummerweise verliere ich meine Bänder meist, bevor sie abfallen können, ich kann also nicht verifizieren, ob die Geschichte auch klappt, wenn ich sie mir selbst umlege.
Doch darum geht es auch gar nicht. Sicher freue ich mich, wenn ich mir ein schönes Band umlegen kann, aber das Herstellen ist es, was mir besondere Freude macht. Eigentlich ist es eine sehr monotone Tätigkeit. Man wiederholt immer wieder die gleichen Abläufe an rechten und linken Knoten. Gleichzeitig ist es faszinierend, wie man aus diesen zwei simplen Handgriffen, wenn man sie geschickt kombiniert, die unterschiedlichsten Muster produzieren kann. Und wenn man an die vielen Farben denkt, die man verwenden kann, sollte schnell klar werden, wie vielfältig das Knüpfen ist. Ich wiederhole also monoton das gleiche Bewegungsmuster und kann dabei meinen Geist zur Ruhe kommen lassen. Ich gehe in meinem Tun völlig auf. Gleichzeitig produziere ich etwas Schönes. Win-Win-Situation. Extra für diesen Beitrag habe ich mich rangegeben und meine Sammlung an Bändchen um eines im Diamantmuster anzufertigen. Genug gesülzt, denkt ihr? Habt ihr Recht, zum Abschluss visualisiere ich euch einfach, was ich meine: Freut euch auf Streifenmuster, Pfeilmuster und das extra für euch begonnene Diamantmuster.

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3 Kommentare zu „Die Bande der Freundschaft

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