Ich habe ein neues Küchengerät, auf das ich unheimlich stolz bin, weil es praktisch ist. Jahrelang habe ich mir mit verschiedensten Alternativen nichts als Ärger eingehandelt, damit soll jetzt Schluss sein. Dabei habe ich es gar nicht so mit dem Dekorieren und weiß mir für gewöhnlich auch zu helfen, wenn es um die gleichmäßige Verteilung von Cremes geht … Aber ich bin nunmal ein Mann, ich brauche für jede Tätigkeit das passende Gerät. Und am Freudigsten ist es, wenn das Gerät groß ist.

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Wahrlich, das sind nicht zwanzig Zentimeter, das ist gleich die doppelte Größe. Ich verbitte mir jegliche Kommentare, was ich mit solch einer großen Lümmeltüte anfangen will, weil ich dazu keine Verwendung hätte. Mein Ego würde viel lieber die Frage hören, warum ich nicht die 50cm-Variante genommen habe.
Bevor ich mir dieses waschbare Schmuckstück gegönnt habe, hatte ich erst einen mit halber Größe, der aber zu wenig Fassungsvermögen hatte. Sobald man ihn mehr als zur Hälfte befüllte, wurde er unhandlich. Einwegbeutel reißen mir ständig. Hartplastikspritzpistolen, die es als Alternative im Handel gibt, besitze ich auch. Deren Fassungsvermögen ist aber noch geringer. Hinzu kommt: Sobald die Creme etwas fester wird, habe ich Angst, dass sie bersten. Ich habe zwischendurch versucht, Gefrierbeutel mit angeschnittenem Ende zu nehmen, aber das ist die größte Sauerei auf Erden. Also frisch, fromm, fröhlich, frei ans Werk. Vier Tüllen habe ich, je eine kleinere und größere Rund- und Sterntülle, hier kam die kleine Rundtülle zum Einsatz.

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Als Testrezept habe ich Nougat-Taler aus Biskuit-Teig gemacht. Das war gar nicht so einfach. Ich bin die Spritzbeutel-Nutzung nicht mehr so gewohnt und das 40cm-Monstrum verlangt ein wenig GESCHICK beim Befüllen. Geschick habe ich nicht, aber ich habe es letztlich doch geschafft. Hier seht ihr den ersten Versuch. So ganz rund und talerförmig, wie ich es gern gehabt hätte, ist es nicht geworden, aber ich habe noch mehr Bleche befüllt.

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Vor dem Backen noch flugs mit Mandeln bestreuen, kurz in den Ofen schieben und auskühlen lassen. Ihr seht, ich hatte im Laufe der Zeit den Bogen etwas besser raus. Es macht vor Allem sehr viel mehr Spaß, als mit einem Löffel herumzukleckern oder ständig die Spritzpistole nachfüllen zu müssen. Der Kauf hat sich unter dem Fun-Aspekt also schon beim ersten Einsatz gelohnt. Schnell noch ein wenig Nussnougat und Kuvertüre schmelzen, zwischen je zwei Taler etwas Nussnougat geben und den Keks mit Kuvertüre verzieren … Zum ersten Mal seit Jahren musste ich mir keine doofen Kommentare über meine Nicht-Knetteig-Kekse anhören!

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Ja, ich habe noch mehr Tassen als diese eine. Meine Star-Trek-Tasse kennt ihr ja schon. Von der Bärentasse habe ich aber gleich zwei und … ich weiß selbst nicht wieso … die hier schleicht sich immer aufs Bild. Ich habe mindestens noch eine vierte Tasse, ehrlich!
Ich habe jetzt nur noch ein Problem. Ich bin bekanntermaßen kein großer Fan von Tortendekoration. Ich bewundere Leute, die bombastische Motivtorten mit Fondant gestalten, selbst bekomme ich noch nicht einmal einen anständigen Rand aus Sahnetuffs hin. Bislang war meine Ausrede, ich hätte nicht das passende Equipment. Was mache ich nun? Ich könnte natürlich üben. Aber ich kann ja auch nicht jeden Tag eine Sahnetorte backen. Das würde mir mit dem neuen Spielzeug mehr Freude bereiten wird als früher, ist aber auf Dauer nicht gut für die Figur. Ich glaube, ich verschweige meine Neuerwerbung einfach. Und wenn irgendjemand zufälligerweise doch einmal dieses Ding sehen sollte, behaupte ich einfach, ich dächte über einen Einstieg in die Landwirtschaft nach und hätte mir schonmal was zugelegt, um Kühe zu besamen.

In diesem Sinne: Mahlzeit!

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11 Kommentare zu „Ist es für die Landwirtschaft?

      1. In dem Sinne, dass man Regeln kunstgemäß anwendet, ja. Aber ich gebe zu, dass ich immer noch einen gewissen Geniekult pflege, dass Kunst erst zu Kunst wird, wenn zum Handwerklichen noch etwas, eben das Geniale, das Spontane, hinzukommt.

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  1. Was für leckere Teile man doch mit landwirtschaftlichen Geräten alles zaubern kann. Frau lernt doch tatsächlich nicht aus 😉
    Liebe Grüße von der Silberdistel, die diese Tortenkünstler auch sehr bewundert, ihr ist aber wichtiger, dass das schmeckt, was sie zaubert – egal wie es aussieht 😉

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    1. Du solltest mal versuchen, den Tortenguss mit der Harke auf der Torte zu verteilen. Zum Aushöhlen von Kohlrabi kann man notfalls auch einen Spaten verwenden. Und man hat eine herrliche Ausrede parat, wenn das leckere Essen mal wieder nicht danach ausschaut. 🙂

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