Buchfresserchen lädt wie jede Woche zur Montagsfrage, die ich wie üblich am Dienstags-Montag beantworte, wenn mir etwas dazu einfällt. Thema diese Woche: Signierte Werke.

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Bislang konnte ich dazu gar nicht so viel erzählen. Ich lege keinen gesteigerten Wert auf Autogramme, egal ob von Autor*innen oder Schauspieler*innen. Über Jahre besaß ich genau ein Autogramm, das dafür im Rahmen und an der Wand hängend: William Campbell, der in Star Trek Trelane gespielt hat. Einer der großartigsten Nebencharaktere, den ich je gesehen habe. Jenes Autogramm habe ich allerdings auch nicht persönlich gesammelt, sondern bei einer Charity-Auktion ersteigert. Der Mann war zu dem Zeitpunkt schon jenseits der 80.

Mein erstes signiertes Buch habe ich sogleich besprochen: Claudia Kern: Homo Sapiens 404. Die Verlorenen, das ich mir nach einer Lesung auf der Fedcon zugelegt habe. Im netten Gespräch mit der Autorin über Zombies und Hirntote habe ich mir auch gleich eine Signatur abgeholt. Seitdem ist in mir kein Autogrammfieber ausgebrochen, aber es sind ein paar Schriftzüge dazu gekommen. Die Lesungen, die ich in letzter Zeit besucht habe (Besprechungen folgen), habe ich die Gelegenheit ergriffen und besitze nun auch signierte Bücher von Lars Ruppel, Adriana Altaras und Leonie Haug.

Früher fand ich signierte Bücher ehrlich gesagt ein wenig albern, als Geschenk würden sie für mich wahrscheinlich auch heute noch nicht taugen. Die Signaturen sind für mich eine schöne Erinnerung an ein Live-Erlebnis mit den Autoren. Schauspieler*innen sieht man in ihren Rollen auf dem Bildschirm, Sportler sieht man ebenso, dann geben sie auch noch Interviews. Bei Autor*innen ist das anders. Die verschwinden komplett hinter ihrem Buch. Selbst wenn man einen Stil dingfest macht, wird nur der Stil manifest, nicht der/die Autor*in selbst. Und Interviews mit Schriftsteller*innen sind ebenso zumeist gedruckt. Immer ist die Text-Schranke zwischen mir und dem Erleben des/der Autor*in. Das macht Lesungen zu einer oft überraschenden Erfahrung, die durch eine Signatur nach der Lesung eine gewisse Denk-Würdigkeit bekommt.

Wie ich das demnächst bei Rufus Beck mache, weiß ich allerdings noch nicht. Der liest nämlich aus John Irvings „Garp“. Ob ich ihn trotzdem meine alte zerlesene Garp-Ausgabe signieren lasse? Oder doch nur einen Programmflyer?

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25 Kommentare zu „Montagsfrage: Besitzt du Bücher, die vom Autor signiert wurden?

      1. Ich wollte auch nur verdeutlichen, dass ein „nur“ in Verbindung mit Kinderliteratur unangebracht ist. Gute Kinderbücher zu schreiben, ist, finde ich, ohnehin die höhere Kunst als einen guten Unterhaltungsroman für Erwachsene zu schreiben.

        Gefällt 1 Person

  1. Da ich schon mein liebes langes Leben auch beruflich mit Büchern zu tun habe/hatte, sollte man meinen, ich hätte auch eine Unmenge an signierten Büchern. Dem ist aber nicht so. Da gibt es nur einige Kinderbücher und ein, zwei andere, die mich an bestimmte Ereignisse erinnern. Unter Umständen sinkt der Wiederverkaufswert eines Buches, wenn es eine Widmung enthält 😉 Sah ich gerade in einen Antiquariat 😀

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  2. Ich hab einige. Die bekanntesten sind von Loriot und Rudi Carell. Die peinlichste Signierung war mal mit Paul Bukowsky: „Für wen soll das Buch sein?“ „Für mich.“ „Na, soll ich jetzt >>Für mich<< reinschreiben?"

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