12 Monate Fensterblick (6): Es ist so hell

Zwölf Monate lang begleite ich ein Motiv. Es springt einmal im Monat vor die Kamera und lässt den Augenblick für die Ewigkeit gefrieren. Am letzten Sonntag im Monat werfe ich einen Blick auf das Bild: Was hat sich verändert, was bleibt gleich? Weitere Teilnehmer*innen sind am Ende des Beitrags verlinkt. Alle meine Beiträge unter diesem Tag.

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Was los

Ich schreibe ja gern über die literarische Kunst und manchmal auch über die Schauspielkunst. Die bildende Kunst hingegen vernachlässige ich meist schmählich. Aber heute demonstriere ich meine Bildung, indem ich ein großartiges Kunstwerk deute, dass ich vor längerer Zeit zufällig entdeckte … und das mich bis heute verfolgt.

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Sieben Uhr – guten Morgen Welt, schön dich zu sehen. Wie sieht der Himmel aus? Hmmm … Ich sehe ihn noch nicht, weil ein Dunstschleier vor dem Fenster liegt. Ich sollte aufstehen, bin ja schon ganz wach. Und dann ins Fitnessstu…

Acht Uhr – guten Morgen Welt, schön dich wiederzusehen. Der Himmel ist mit Schleierwolken verhangen. Grau, weiß, blau, ein leichter Goldstich. Ein schönes Farbenspiel, aber ein schöner Tag wird es wohl nicht. Ich sollte aufstehen, bin wach. Aber erst einmal das Radio anma…

Acht Uhr Dreißig – guten Morgen Welt, ich habe irgendwie keine Lust auf dich. Mein Körper fühlt sich schwer an, mein Rücken zwickt vom Einschlafen in halb aufgestandener Lage. Ich will zum Sport, muss aber heute die zweite Einheit ausfallen lassen, weil der Erkältungsvirus immer noch durch meinen Körper kriecht und alles lahm legt. Überhaupt, der freche Kerl sitzt schon neben mir auf dem Kissen.

Guten Morgen Erkältungsvirus. Schön, dass du dich abreisebereit machst. War ja auch anstrengend genug mit dir. Ja, ich bin selbst schuld, ich habe dich an Fastnacht nicht nur gebützt, sondern dich mit nach Hause genommen und dann waren wir gemeinsam op Jück. Wir hatten großen Spaß miteinander, bis du genau eine Woche später die Rechnung gestellt hast und ich ein hustendes Etwas war an meinem Arbeitsplatz, das sich mit Pfefferminz und Tee durch den Tag schiebt. Nicht dass du mich bei der Arbeit behindert hättest, aber lustig geht anders. Und dann dieser faustische Pakt mit meinem Rücken.

Guten Morgen, Rücken. Ja, ich weiß, wir hätten am Freitag eine Einheit gehabt, die dich indirekt glücklich macht und am Samstag eine, die dich direkt glücklich macht. Aber du hast ja Urlaub haben wollen und mit dem Erkältungsvirus paktiert. Jetzt zwickst du mich vor lauter Übermut und ich kann dich nicht maßregeln durch kontrolliertes Beugen und Strecken, weil der Erkältungsvirus selbst den Weg vom Briefkasten bis in den fünften Stock zum großen Schnaufen macht. Wart nur ab, morgen wieder …

Guten Morgen, Vernunft. Ja, ich gehe nicht zum Sport. Ja, ich mache höchstens einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Ja, ich widme mich ruhigen Tätigkeiten.

Guten Morgen, Haushalt. Die Vernunft hat gesagt, ich soll mich langweilen. Also gut – die fünfte Wäscheladung kommt jetzt auch in die Maschine. Der Bügelberg sieht so bedrohlich aus, dass ich ihn besser abtrage. Das werden lustige zwei Stunden. Mal sehen, der Stoß mit Akten sieht auch verführerisch aus, vielleicht sollte ich heute mal wieder ordnen und heften. Was man alles für spannende Abenteuer erleben kann, nur weil man intensiv rumsitzen muss.

Vielleicht sollte ich doch wieder ins Bett gehen.

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Der einzige Vorteil, daheim bleiben zu müssen: Man bekommt einen spektakulären Sonnenuntergang zu sehen.

Eine typische Woche: Dienstag bis Sonntag

Ich habe mit dem Gedanken gespielt, daraus eine Reihe zu machen. Ein typischer Dienstag, ein typischer Mittwoch, ein typischer … Ihr habt das Prinzip verstanden, nicht wahr? Das deprimierende ist: Das hätte keinen Spaß gemacht. Ich hätte dafür konkrete Tage herausnehmen müssen. Stattdessen, um die Tristesse weiter zu befeuern, bloß die Liste. Man denke sich den Rest hinzu. Denn die Leerstellen dazwischen sind es, die das Leben so wundervoll machen.

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Das Leben beschreiben

Ich schreibe hier meistens anekdotisch, wenn ich aus meinem Leben berichte. Es gibt einen bestimmten Anlass wie „Ich habe (vor vielen Wochen) einen Kuchen gebacken“ oder „ein Buch gelesen/eine Serie geschaut“ und baue dann ein paar grundsätzliche Überlegungen zum Thema ein. Ich greife das Witzige einer Episode heraus oder das Bedenkenswerte, aber in den größeren Kontext der „Banalität des Alltags“ baue ich es selten ein. Das muss auch so sein, sonst wäre es langweilig zu lesen.

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Plötzlich unsterblich

Willkommen zu einer kleinen Gedankenreise. Wer mein momentan schlummerndes Zweitblog kennt, weiß um meine Besessenheit vom Tod. Bevor ihr die Polizei ruft: Das ist ein rein intellektuelles Interesse, ich laufe noch nicht einmal schwarz gewandet herum, sondern bin ausgesprochen bunt gekleidet. Ein Aspekt der Frage nach dem Tod ist die Frage nach dem Umgang mit der Unsterblichkeit und nach dem ewigen Leben in dieser Welt. Dazu gibt es eine Blogparade von Hirngespenster, an der ich mich gern beteilige.
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