Sieben Uhr – guten Morgen Welt, schön dich zu sehen. Wie sieht der Himmel aus? Hmmm … Ich sehe ihn noch nicht, weil ein Dunstschleier vor dem Fenster liegt. Ich sollte aufstehen, bin ja schon ganz wach. Und dann ins Fitnessstu…

Acht Uhr – guten Morgen Welt, schön dich wiederzusehen. Der Himmel ist mit Schleierwolken verhangen. Grau, weiß, blau, ein leichter Goldstich. Ein schönes Farbenspiel, aber ein schöner Tag wird es wohl nicht. Ich sollte aufstehen, bin wach. Aber erst einmal das Radio anma…

Acht Uhr Dreißig – guten Morgen Welt, ich habe irgendwie keine Lust auf dich. Mein Körper fühlt sich schwer an, mein Rücken zwickt vom Einschlafen in halb aufgestandener Lage. Ich will zum Sport, muss aber heute die zweite Einheit ausfallen lassen, weil der Erkältungsvirus immer noch durch meinen Körper kriecht und alles lahm legt. Überhaupt, der freche Kerl sitzt schon neben mir auf dem Kissen.

Guten Morgen Erkältungsvirus. Schön, dass du dich abreisebereit machst. War ja auch anstrengend genug mit dir. Ja, ich bin selbst schuld, ich habe dich an Fastnacht nicht nur gebützt, sondern dich mit nach Hause genommen und dann waren wir gemeinsam op Jück. Wir hatten großen Spaß miteinander, bis du genau eine Woche später die Rechnung gestellt hast und ich ein hustendes Etwas war an meinem Arbeitsplatz, das sich mit Pfefferminz und Tee durch den Tag schiebt. Nicht dass du mich bei der Arbeit behindert hättest, aber lustig geht anders. Und dann dieser faustische Pakt mit meinem Rücken.

Guten Morgen, Rücken. Ja, ich weiß, wir hätten am Freitag eine Einheit gehabt, die dich indirekt glücklich macht und am Samstag eine, die dich direkt glücklich macht. Aber du hast ja Urlaub haben wollen und mit dem Erkältungsvirus paktiert. Jetzt zwickst du mich vor lauter Übermut und ich kann dich nicht maßregeln durch kontrolliertes Beugen und Strecken, weil der Erkältungsvirus selbst den Weg vom Briefkasten bis in den fünften Stock zum großen Schnaufen macht. Wart nur ab, morgen wieder …

Guten Morgen, Vernunft. Ja, ich gehe nicht zum Sport. Ja, ich mache höchstens einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Ja, ich widme mich ruhigen Tätigkeiten.

Guten Morgen, Haushalt. Die Vernunft hat gesagt, ich soll mich langweilen. Also gut – die fünfte Wäscheladung kommt jetzt auch in die Maschine. Der Bügelberg sieht so bedrohlich aus, dass ich ihn besser abtrage. Das werden lustige zwei Stunden. Mal sehen, der Stoß mit Akten sieht auch verführerisch aus, vielleicht sollte ich heute mal wieder ordnen und heften. Was man alles für spannende Abenteuer erleben kann, nur weil man intensiv rumsitzen muss.

Vielleicht sollte ich doch wieder ins Bett gehen.

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Der einzige Vorteil, daheim bleiben zu müssen: Man bekommt einen spektakulären Sonnenuntergang zu sehen.
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Der kleine Handwerker

Ich will jetzt nicht sagen, dass ich zwei linke Hände hätte. So ehrlich bin ich zu mir nicht. Ich kann zwar eine Bohrmaschine nicht verletzungsfrei bedienen, aber zumindest mit seinem kleinen Bruder, dem Schrauber, komme ich zurecht. Wenn ich ihn Herrn Zeilenende Sr. in die Hand geben kann. Und auch sonst gilt: Gewollt, aber nicht gekonnt.

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Eine typische Woche: Dienstag bis Sonntag

Ich habe mit dem Gedanken gespielt, daraus eine Reihe zu machen. Ein typischer Dienstag, ein typischer Mittwoch, ein typischer … Ihr habt das Prinzip verstanden, nicht wahr? Das deprimierende ist: Das hätte keinen Spaß gemacht. Ich hätte dafür konkrete Tage herausnehmen müssen. Stattdessen, um die Tristesse weiter zu befeuern, bloß die Liste. Man denke sich den Rest hinzu. Denn die Leerstellen dazwischen sind es, die das Leben so wundervoll machen.

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Sturmfrei mit reduzierter Brotmenge

Die Altforderen haben es geschafft. Der Wohnwagen ist verschwunden und sie haben ihre Reise an die Ostsee angetreten. Zwei Wochen und ein paar Tage sind die Gebrüder Zeilenende dem Zustand der Verwahrlosung überlassen. Mutter Zeilenende wird nicht bügeln, Herr Zeilenende Sr. wird keine überflüssige Zusatzarbeit produzieren und der jüngste der Zeilenendebrüder (den kennt ihr noch nicht näher, nennen wir ihn Nesthäkchen im Unterschied zu Bruderherz, den ihr besser kennt) muss jetzt auch verköstigt werden.
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Kalorienbombiges Ende

Zeit für ein wenig Nachlese. Mit mir verlässt die einzige geborene Hausfrau das Seniorenzentrum, was kein gutes Licht auf meine Kolleginnen wirft, die ihr Leben zu einem Gutteil als Hausfrau gelebt haben und mehr aus ökonomischer Not denn aus Erfüllung im Job bei uns arbeiten. Nicht dass ich fordere, dass man liebt, was man tut, doch wenn man die Alterntive hat, zu lieben was man tut oder etwas anderes zu machen, dann kann ich die Entscheidung, sich im bisherigen Leben auf den Haushalt beschränkt zu haben, nicht wirklich nachvollziehen, egal.
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