Der DC-Fanboy in mir befiehlt, diese Staffel zu besprechen, nachdem ich sie gesehen habe. Dabei ist es gar nicht so einfach. Die zweite Staffel von Flash macht dort weiter, wo die erste aufgehört hat. Sie baut den Flash als Flash auf. Mit allen Konsequenzen. Das folgende Review enthält leichte Spoiler, raubt aber wahrscheinlich kaum Spannung.

 

Inhalt lt. prosieben.de

Flash konnte Central City vor der Vernichtung bewahren. Doch der Held steckt in einer tiefen Krise. Er gibt sich selbst die Schuld, dass die Stadt fast zerstört worden wäre, denn hätte er nicht seine Mutter retten wollen, hätte es das Wurmloch nicht gegeben. Barry zieht sich zurück und bricht den Kontakt zu Cisco, Caitlin und Iris komplett ab, bis ein Unbekannter aus einer Parallelwelt in der Stadt auftaucht.

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Wohlwollende einleitende Bemerkungen

Wenn es für einen Fan von Arrow auch nur einen Grund gibt, Flash zu schauen, dann sind es die Gast-Auftritte von Felicity. Sie ist ja schon in der Serie nebenan großartig und immer für einen Lacher zu haben, in Flash ist sie allerdings, vielleicht weil sie so selten auftaucht, noch lustiger. Dennoch. Allein für „Dothraki-Look“ mochte ich die zweite Staffel.

Darüber hinaus muss eine Einzelfolge hervorgehoben werden: 2×03 – Family of Rogues. Denn sie widmet sich einem Thema, das bei Flash immer wieder eine große Rolle spielt. Aber in dieser Folge ungewöhnlich thematisiert wird. Es geht um Familie und ich habe herzlich gelacht über die kuriose Wendung am Anfang der Folge.

 

 

Nicht so wohlwollende einleitende Bemerkungen

In der zweiten Folge Flash haben mich einige Kleinigkeiten geärgert. Das beginnt damit, dass Cisco Snart mit Hilfe der ultravioletten Kältesignaturen von dessen Kanone lokalisieren konnte – genau: ultraviolette Kältesignaturen. Ebenso geärgert hat es mich, dass Barry als Flash im ersten Drittel der Staffel seine Stimme nicht mehr verstellt. Das kehrt erst später im Laufe der Staffel zurück.

Von diesen tatsächlich blödsinnigen Dingen, die im Drehbuch gestanden haben müssen, ist die zweite Staffel Flash recht konservativ. Es gibt natürlich eine Folge, die mit einem WTF-Moment beginnt und dann beinahe über den „72h zuvor“ Bart stolpert. Und wie im guten alten Star Trek, wo es den Alien of the Week gab, hat Flash mittlerweile ziemlich viele Metas of the Week gesammelt. Man fragt sich fast, wo sie hinkommen. Es erinnert vom Storytelling jedenfalls zwischendurch an die DC Zeichentrickserien, die nur aus den Begegnungen Held – Schurke bestehen.

 

Wofür noch Geheimidentitäten?

„Ich hatte mal was mit Flash?!“ ist für mich der Satz der zweiten Staffel, denn gefühlt offenbart sich Barry in jeder Folge mindestens drei Personen als Flash. Der Satz ist natürlich witzig, aber er wäre noch witziger, wenn nicht halb Central City wissen würde, wer der Flash ist. Bei Arrow war es schon nervtötend, dass halb Starling City wusste, dass Ollie Queen Arrow ist, bei Flash nervt es noch mehr. Wofür trägt er eigentlich eine Maske, wenn er den Leuten, die er rettet, zwei Folgen später auf die Nase bindet, dass er Flash ist? Da kann er auf die (alberne) Flash-Maske echt verzichten.

Ich bin insbesondere so erbost darüber, dass Barry ähnlich sorglos mit seiner Geheimidentität umgeht wie Green Arrow, weil es in der ersten Staffel diesen großartigen Moment gab, als einer der Schurken die Geheimidentität des Flash gelüftet hat. Das ist großartiger Stoff für weitere Staffeln, in denen das immer wieder thematisiert werden kann. Aber wenn eh die halbe Welt weiß, wer Flash ist, dann ist es nichts besonderes mehr, dass euch einer der Schurken davon weiß. Man macht sich damit viel zu viel kaputt.

 

Der Storybogen der zweiten Staffel

Ich möchte nicht allzu viel spoilern, deshalb werfe ich euch nur zwei konkrete Informationen zu, die für den echten Flash-Fan aber ohnehin zusammenhängen. Ich sage nur „Erde 2“ und ich sage „Jay Garrick“.

Ich war einigermaßen erstaunt, dass sie schon in der zweiten Staffel die Story mit Erde 2 herauskramen. Ich musste selbst nachschauen, es hat über 100 Hefte mit dem Roten Blitz gebraucht, bis die Macher auf diese Idee gekommen sind. Das DC-Multiversum hat dann zwischenzeitlich für so viel Verwirrung gesorgt, dass man es wieder platt gemacht hat. Zurecht, wie ich finde. Von diesen ganzen Paralleluniversen bekommt man am Ende ohnehin nur Kopfschmerzen. Bei Paralleluniversen gilt das Gleiche wie bei der Büchse der Pandora: Ist sie einmal geöffnet, ist alles vorbei. Es kommt am Ende nur noch die Hoffnung herausgekrochen, dass die Serienmacher diesen blöden Storykniff wieder vergessen.

Aber das ist ein grundsätzliches Problem, ich hatte dafür ja auch meinen grundsätzlichen Mark-Out, dass Jay Garrick in der zweiten Staffel auftaucht und mal ehrlich: Wer ist der coolste Flash? Ja, okay, Bart Allen, aber der zählt nicht. Von ihm abgesehen ist Jay Garrick allein schon wegen des Kostüms der coolste Flash.

Ich war dennoch nicht sicher, ob Jay Garrick und die zwei Erden als Geschichte taugen, wurde aber positiv überrascht. Denn die Geschichte zaubert immer wieder überraschende Elemente aus dem Hut und gibt der Geschichte Wendungen, die ich zwar manchmal schwer nachvollziehen konnte, aber immer für eine gehörige Portion Spannung gesorgt haben.

 

 

Fazit

Flash ist der Familienheld. Das zeigt nicht nur seine Interaktion mit seiner Familie und wie die Wests dargestellt werden, es zeigt sich auch in 2×03 und insgesamt natürlich in der Art, wie Flash verehrt wird. Die anderen Städte haben meinem Gefühl nach immer ein distanzierteres Verhältnis zu „ihrem“ Helden, die Menschen in Central City lieben ihren Flash, ebenso die Polizei. Wohl der beste Beweis dafür, dass Flash der Familienheld ist, denn er steht für die Familienwerte: Sei nett zu deinen Eltern, komm rechtzeitig heim zum Abendessen und halte dich an die Gesetze.

Flash geht manchmal so weit und vermittelt diese Werte mit dem Holzhammer. Das ist wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum „alle Welt“ wissen darf, wer sich hinter der Maske verbirgt.

Genau für diese eindeutige Moralität und Gutheit wird Flash geliebt. Flash ist der Held für die Kinder. Dafür ist die Serie erstaunlich erwachsen. Was man ihr zugute halten muss ist darüber hinaus, dass sie nie moralinsauer wird, auch wenn sie moralisch ist und die Familienwerte feiert. In jedem Fall bietet die zweite Staffel beste Unterhaltung für alle, solange eure Kinder älter als … acht sind, denke ich.

7 Kommentare zu „Vom Schwieger- zum Familienheld – Flash Staffel II

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