Eigentlich wollte ich in der kommenden Woche Bilanz ziehen, wie der Wiedereinstieg ins Training im Fitnessstudio sich darstellt, doch zwei Ereignisse halten mich davon ab: Zum einen gehe ich nächste Woche meinen Eltern auf den Keks (und überlege, wie ich die angesetzten drei Trainings im Zeitraum Di-Do unterkriege), zum anderen habe ich Resultate gespürt.

Spüren klingt ja irgendwie doof, wenn es um Muskeln geht. Wenn wir über Kraft sprechen, ist das okay, aber da spüre ich ohnehin seit dem ersten Training, wie sie wieder zunimmt. Ich kann sie sogar in Zahlen belegen, wenn ich Spaß dran habe (und den habe ich nicht, weil die Loox-App nur doofe Diagramme erstellt und keine Sharing-Funktion bietet) und kann euch sagen: Läuft bei mir.

Okay, es läuft nicht, weil mich gestern Nachmittag ein furchterregender Husten-Anfall geschüttelt hat, der mir unmissverständlich klar gemacht hat, dass ich vielleicht doch noch nicht wieder laufen sollte. Nennt es Aberglaube, aber während mein Körper das Fitnessstudio trotz Erkältung genießt, glaube ich steif und fest daran, dass er mir die Dauerbelastung beim Laufen in freier Natur, dem Wetter ausgesetzt, übel nehmen wird. Dementsprechend gilt: Dauer-Laufen erst, wenn ein Tag ohne Symptome rum ist. So lange gehe ich höchstens spazieren (Spaziergänge hat der Teufel ja erfunden, um mich zu quälen).

Aber es läuft eben. Die spontane Erleuchtung kam mir gestern, als ich mit frei schwebendem Oberkörper auf einem Foltergerät hing, um meine seitlichen Bauchmuskeln zu quälen. Der Raum mit diesem Gerät besitzt eine verspiegelte Wand, die aufmerksame Leser von meinen Geräte-Selfies schon kennen. Während ich so da hing und kurz meine Haltung kontrollierte, sah ich es: Die alte Körperspannung ist wieder da, man konnte trotz des weiten Shirts erkennen, dass unter dieser Kleidung tatsächlich ein Körper steckte.

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Jaja, und täglich grüßt das Murmeltier. Das Bild ist zwar von letzter Woche, aber wir sehen alle Beteiligten in dieser Affaire:  Das Polster vom Gerät für die seitlichen Bauchmuskeln (linker Rand), den Spiegeln, Bildmittelgrund und das Zeilenende (gefangen im Spiegel)

Nachmittags zog ich dann ein Shirt an, dessen Ärmel früher gespannt haben, nach der OP aber schlaff waren: Sie spannten wieder. Und mein Körper setzte Endorphine frei. Für ein paar Minuten war ich regelrecht im Rausch und habe nun mehr Verständnis für die Jungs, die nach dem Training vor dem Spiegel posen.

Schließlich fiel mir ein: Die Ruderzugmaschine! Die Ruderzugmaschine und ich sind nicht die besten Freunde (ich hasse viele Trainingsgeräte – eigentlich alle, bei denen es um Zugbewegungen geht), schon seit vielen Jahren nicht, weil ich bei ihr recht schnell einen Punkt erreicht hatte, an dem ich mich nicht mehr steigern konnte. Und jetzt habe ich meine alten Gewichte wieder erreicht, aber es fällt mir leicht, sie zu ziehen. Kein Unwohlsein am Gerät während der letzten Wiederholungen, das mir die Technik versaut, sondern eine saubere Rumpfspannung, ein Ziehen und keine Probleme in den Unterarmen, weil ich manchmal offenbar falsch ziehe, sondern eine kontinuierliche Belastung an den vorgesehenen Stellen.

Damit stehe ich tatsächlich nach fast zwei Jahren Stagnation an einem Punkt, an dem ich merke, dass ich mehr kann. Mein Ehrgeiz hat schon einmal vorsichtig den Kopf gehoben. Mal sehen, was da geht. Die alte Basis dafür ist zurück.

Auch die Waage hat eingesehen, dass es läuft. Nachdem sie mich letzte Woche ja ziemlich veralbert hat, stand ich diese Woche mit einem Hammer in der Hand vor ihr und habe ihr die Spielregeln noch einmal erklärt. Das funktionierte. Sie teilte mir mit, dass der Körperfettanteil wieder da ist, wo er hingehört.

 

P.S.: Entgegen anderslautender Gerüchte entstand dieser Beitrag nicht so spät, weil der Verfasser wieder einmal eine tiefschürfende Diskussion mit dem Jägermeister hatte. Das Zeilenende hat zwar einen Ruf zu verteidigen, was seinen Alkoholismus angeht, hat sich aber heute schlicht entschieden, aufzuwachen und erst einmal ein wenig Serien zu gucken, bevor es aufsteht und ist jetzt mit der zweiten Staffel Avatar durch.

Der Jägermeister floss gestern nur in Maßen.

😉

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14 Kommentare zu „Resultate

  1. Das ist schon mal eine Gemeinsamkeit, auch ich hasse alles was mit Zug zusammenhängt, meine Arme weinen darüber wohingegen sich meine Beine über Quälerei freuen.
    Aber ich finde, du siehst schon wieder bemerkenswert fit und so schlank aus.
    Übrigens kann mir auch niemand einreden, dass mein Körper (nicht der Schweinehund) am besten weiß, was ihm gut tut. Joggen ist die leibhaftige Hölle für mich, wogegen Spazierengehen toll ist.

    Liebste Grüße
    Ela

    Gefällt 1 Person

    1. Ich liebe Laufen eigentlich, weil ich mich permanent am Limit halten kann. Letztlich ist Laufen für mich nur ein ewig langer Satz Kraft-Übungen, weil ich da ja auch jedes Mal bis zur Erschöpfung komme. Ich kann verstehen, wie das für manche die Hölle ist, für mich sorgt es dafür, dass Langeweile nicht entsteht.
      Was das schlank angeht: Ich frag mich ehrlich gesagt selber, wo ich das Gewicht verstecke, dass ich auf die Waage bringe, aber ich habe meine recht kräftigen Beine im Verdacht. 😀

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