Manchmal überkommt es mich, dann möchte ich einen Kuchen backen. Einen Kuchen nach meinen Vorstellungen. Normalerweise finde ich nach einiger Zeit das gewünschte Rezept. Diesmal jedoch nicht. So wurde ich zum Rezepte-Erfinder.

Achtung: Das letzte Bild gibt unter Umständen Einblicke in das Spielmaterial von „EXIT: Das geheime Labor“. Ich finde, es verrät nichts, aber wer das spielen möchte, sollte zumindest gewarnt sein.

Die Aufgabe war eigentlich leicht: Ich wollte einen Gugelhupf backen. Ich wollte allerdings keinen Hefeteig nehmen, weil dann wieder ewig und drei Tage lang ein halber Würfel Frischhefe im Kühlschrank liegt und irgendwann zu müffeln beginnt. Gegen Rührteig hingegen war ich, weil ich Rührteig in diesem Fall langweilig fang.

Ich kam damit auf die Idee, einen Quark-Öl-Teig zu nehmen. Ja, wieso nicht? Der Kuchen sollte frisch gegessen und im Idealfall aufgegessen werden, dafür eignet sich Quark-Öl-Teig ganz hervorragend. Meine Mitbewohnerin wünschte sich außerdem Schokostreusel und mir fiel beim Einkaufen eine Flasche mit einem Sahnelikör auf Whiskey-Basis in die Finger, die ich unbedingt als Zutat verwenden wollte.

Nun stellte sich bei meiner Recherche allerdings heraus, dass es für Quark-Öl-Teig mit Eierlikör (den wählte ich als Alternativ-Begriff, weil ich davon ausging, mehr Treffer zu generieren als mit dem Sahnelikör) kaum Rezepte gibt und offenbar kaum jemand auf die Idee kommt, Quark-Öl-Teig für etwas anderes als Blechkuchen oder für Stückchen einzusetzen. Ich fühlte mich spontan wie ein Pionier und konsultierte meine diversen Grundlagen-Backbücher. Dabei lernte ich, dass Quark-Öl-Teig offenbar nicht für jeden Bäcker eine eigene Teig-Kategorie ist. Denn in manchen Büchern fehlt er.

Ich ließ mich nicht entmutigen und beschloss zu improvisieren. Ich nahm ein Rezept für einen eher festen Blechkuchen-Teig her, erhöhte die Flüssigkeitsmenge und ergänzte Eier als Zutat, damit ein Teig irgendwo zwischen Rühr- und Hefeteig entstünde. Dafür nahm ich:

  • 450g Mehl
  • 1,5 Päckchen Backpulver
  • 225g Magerquark
  • 3 Eier
  • 200ml Sahne-Likör
  • 150ml Öl
  • 80g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • Milch-Schoko-Streusel
  • Back-Kakao

Ich vermischte das Mehl mit dem Backpulver und gab die Zutaten von Magerquark bis Salz in eine zweite Schüssel. Dann schlug ich alles erst einmal schön schaumig, bevor ich das Mehl hinzufügte. Gar keine so schlechte Idee, wie sich heraussstellte. Das Mehl arbeitet ihr trotzdem besser mit den Knethaken unter. Anschließend folgen die Schokostreusel.

Wie ihr seht, hatte ich nicht viel Zeit, weitere Bilder zu schießen. Die Hälfte des Teigs kommt in die Gugelhupf-Form, die andere Hälfte verknetet ihr mit dem Kakao-Pulver. Wie auch bei den Schokostreuseln habe ich da vollständig nach Gefühl gearbeitet und kann euch keine Mengen nennen. Dann kommt der Teig drauf und der Kuchen in den Ofen.

Ich weiß nicht, ob es auch schneller geht, aber ich entschied mich für eine eher niedrige Backtemperatur. Quark-Öl-Teig wird eigentlich nie sonderlich lang gebacken, weil er normalerweise als flaches Gebäckstück daher kommt. Da er aber gar werden sollte ohne auszutrocknen, buk ich den Gugelhupf bei 160° für ca. eine Stunde. Anschließend habe ich ihn gründlich mit weiterem Sahnelikör getränkt und einen Guss aus weißer Schokolade darüber gegeben.

Geschmacklich ist er eine Wucht. Durch die Eier und das Tränken bekommt der Quark-Öl-Teig eine ganz ungewohnte und neuartige Saftigkeit, bei der auch ein Rührteig kaum mithalten kann. Es hat uns jedenfalls geholfen, aus dem geheimen Labor auszubrechen, in das wir eingesperrt waren.

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9 Kommentare zu „Jetzt improvisiert er schon Backrezepte

  1. Deine Einleitung erinnert mich daran, dass ich dringend einen Hefeteig machen muss, wenn ich das nächste Mal zuhause bin, weil da noch ein halber Würfel Hefe im Kühlschrank ist. Gugelhupf wär eigentlich was. Aber Quark-Öl finde ich eigentlich viel leckerererererer. Hm. Und das mit dem Likör klingt gut, für mich aber doch lieber Eierlikör

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  2. Lieber Zeilenende, heute nimmst du mir eine Last von den Schultern, denn ich habe schon einige Male über einen solchen Quark-Ölteig nachgedacht, mich aber nicht getraut ihn nicht als flachen Kuchen zu machen, aber jetzt gehe ich die Sache bald an und werde es mit etwas weniger Sprit, dafür aber mit Obst probieren 😀 Dankeschön 🙂

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  3. Hefe lässt sich wunderbar einfrieren. Selbst wenn man vergisst sie rechtzeitig auf zu tauen – das geht ratz-fatz. Ich kaufe mir immer so eine Lage – ich glaube 12? halbiere sie und ab in den Froster.
    Ich bin generell absolut untalentiert herum zu experimentieren. Das wird bei mir nie was – klingt auf jeden Fall lecker.

    🙂

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