Aus der Reihe „Das Zeilenende hat in der Rekonvaleszenz Medien konsumiert“ präsentiere ich heute: The Man in the High Castle Staffel 2

Diese Reihe enthält Rezensionen von Serienstaffeln und Büchern, die ich in meiner Arbeitsunfähigkeit im Mai gelesen und gesehen habe. Ich habe mir währenddessen keine großen Notizen gemacht, deshalb versuche ich mich kurz zu halten und auch nur das zu empfehlen, woran ich immer noch denke. In aller Kürze soll es erklären, warum ihr diese Serie schauen oder dieses Buch lesen solltet.

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Recht ausführlich habe ich mich der ersten Staffel von The Man in the High Castle an dieser Stelle bereits gewidmet. Ich warf der Serie vor, weder in Sachen Handlung noch in Sachen Charaktere zu überzeugen, lediglich die Bilder des Lebens in der Parallelwelt-Nazi-Diktatur wissen zu überzeugen und einen wohligen Schauer der Entgeisterung über den Rücken zu jagen.

In der zweiten Staffel ist es anders. Die zweite Staffel wartet mit einer Handlung auf, die über „mysteriöse Filmrollen“ und die konventionelle Geschichte einer Widerstandszelle hinausgehen. An allen Fronten werden gute Geschichten erzählt. Die Geschichten sorgen dafür, dass nicht nur John Smith noch sympathischer wird, sondern auch die anderen Figuren der Serie Kontur gewinnen.

Es werden neben den Alltagsgeschichten, die vornehmlich dem Character Building dienen, endlich auch zwei spannende Groß-Geschichten erzählt. Oder drei? Oder vier? Ich bin mir nicht ganz sicher, denn in Sachen Juliana Crain will nach wie vor keine Sympathie aufkommen. Und auch die Sache mit den Alternativ-Welten wird irgendwie verworrener.

The Man in the High Castle lohnt sich damit, denn die Welt, die in der ersten Staffel aufgebaut wurde, wird nun besiedelt und um Geschichten bereichert. Spannende und ein wenig unerwartete Geschichten. Der Weltenbau, den die Serie betreibt, bleibt stark und macht die Serie damit noch reizvoller als Robert Harris‘ Vaterland. Die Ikonen des Land of the Free, des popkulturellen Amerika der späten 50er und frühen 60er, werden von den Nazis gekapert, das ist irritierend, zuweilen verstörend, aber auch unterhaltsam.  Wer es nicht glaubt, dem sage ich: „Elite-Drogen-Nazi-Hippies mit Öko-Gedanken“.

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11 Kommentare zu „Hippie-Nazis: The Man in the High Castle (Staffel 2)

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