Meine Befürchtungen bezüglich des Heizungsablesens haben sich nicht vollständig bewahrheitet. Diese Geschichte scheint also eine Trilogie zu sein. Denn unseren Strom haben wir selbst abgelesen.

Ihr erinnert euch bestimmt: Wir wurden informiert. Unsere Heizkörper sollen abgelesen werden. Nur leider war niemand von uns daheim und deshalb war das nicht möglich. Wir wurden gebeten, die Ablesefirma zu kontaktieren, was ich mehrfach tat, wenn auch nicht zu meiner vollsten Zufriedenheit.

zivilisation_symbolbild
Zivilisation (immer noch ein Symbolbild)

Es stellte sich nun heraus, dass es nicht nur kein Interesse an unseren Wünschen gab, nein, auch die Kontaktaufnahme mit der Firma stellte sich im Nachhinein als völlig überflüssig heraus. Ich fühle mich ein wenig wie K. bei Kafka, nur umgekehrt. Statt dass niemand zuständig ist, ist jemand zuständig, aber ohne dass diese Zuständigkeit Konsequenzen hat.

Die Aufforderung, die Firma für das Heizungsablesen zu kontaktieren, diente, so der Handzettel, der Vereinbarung eines Ersatztermins. So weit, so gut. Ich rief dort also an und man teilte mir mit, man könne leider keine Termine vereinbaren, weil die Route geplant würde. Ich bat deshalb um einen Anruf, sobald diese neuen Termine feststünden. Informiert wurde ich über den neuen Termin allerdings per Aushang an unserer Haustür. Natürlich nicht zu meiner Wunschzeit, sondern zwischen 08:30 und 09:30.

Da arbeite ich schon.

Ich plante also ein, später zur Arbeit zu kommen. Damit dieses leidige Thema vom Tisch ist. Ich frage mich allerdings rückblickend, wieso ich diesen Ablese-Service überhaupt kontaktieren muss. Und wieso sie nicht in der Lage sind, einen individuellen Ablese-Termin zu vereinbaren. Oder zumindest so flexibel sind, zwei Optionen anzubieten, mit Voranmeldung. Zum Beispiel eine Ablesung am Vor- und eine am Nachmittag. Das würde auch die Frechheit nicht aufkommen lassen, eine Zeitspanne von 60 Minuten anzugeben, in der man mit dem Erscheinen der Heizungsableser zu rechnen habe. Für einen Akt, der, so meine Mitbewohnerin, fünf Minuten gedauert habe.

Meine Mitbewohnerin. Die hat mir ohnehin den Tag gerettet, denn sie hatte frei und ich saß um 09:15, als der Ableser kam, schon über anderthalb Stunden am Schreibtisch. Obwohl die Begegnung sehr lustig gewesen sein muss. Denn unter Heizungsablesern ist eine weit geöffnete Wohnungstür offenbar kein Signal, die Wohnung zu betreten, sofern man erwartet wird. Stattdessen schreit man lieber, man sei zum Heizungsablesen gekommen. Als ob die Tür geschlossen sei und man so kommunizieren müsse. Per Geschrei. Sobald man die Wohnung hingegen betreten habe, sagt man in diesem Gewerbe dann kein Wort mehr. Ein Traum.

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25 Kommentare zu „Zivilisation 2.2 – Der Heizungsableser war da

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