Mutter Zeilenende nennt die Dinge gern beim Namen. Nicht unbedingt bei ihrem Eigennamen, sondern beim – ihrer Meinung nach – treffenden Namen. So erklärte sie vor langer Zeit meine Sellerie-Frikadellen zu „Gemüse-Bällen“ und meine Currys heißen bei ihr „Eintöpfe“. Und auch vor diesem Clafoutis, das sie zu kompliziert auszusprechen fand, machte sie nicht halt. Er wurde zum französischen Ofenpfannkuchen. Und sie hat ja recht.

Im Winter kann man es sich ja abschminken, mit frischem Obst zu backen. Allerhöchstens gelagerte Äpfel bekommt man und Orangen. Auf Beides hatte ich aber keine Lust. Ich wollte ein wenig Sommerlichkeit ins Weihnachtsfest bringen und widmete mich deshalb diesem Rezept:

  • 3 Eier
  • 40g Zucker
  • 50g Weizenvollkornmehl
  • 50g Weizenmehl
  • 100ml Milch
  • 150g abgetropfter Quark
  • 3 Pfirsiche
  • 200g Beeren

Man beginnt damit, den Quark abtropfen zu lassen, am besten in einem Spültuch, das in einem Haarsieb liegt. Und nebenbei kann man Beeren auftauen und Tortenpfirsiche abtropfen lassen. Nachspeisen sind eh ungesund, also kann man auch gezuckerte Konservenware nehmen, die gleich zugeschnitten ist.

Überhaupt: Wer seine Pfirsiche immer selbst häutet, werfe den ersten Stein. Den er aus seinem Pfirsich herausgeholt hat. Beides ist nämlich eine lästige Sache, bei der die armen Pfirsiche immer zermatschen.

Ich mochte dieses Rezept auf Anhieb, weil dafür Weizenvollkornmehl verwendet wird. Und somit für die Gesundheit sorgt, die den Dosenpfirsichen fehlt. Wer hier einen Widerspruch zum vorletzten Absatz wittert, hat bloß nicht richtig gelesen. Außerdem mag ich Weizenvollkornmehl. Das wird mit dem „normalen“ Weizenmehl gemischt.

Nun geht es los. Es ist ganz einfach, zumindest wenn man Eier trennen kann: Eier trennen, Eischnee steif schlagen und die Eigelb mit dem Mehlgemisch, dem Zucker, der Milch und dem Quark verrühren.

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Das Ganze sieht dann prächtig aus. Und dann kommt die übliche Schnelligkeit zum Zuge, denn der Eischnee will untergehoben werden. Anschließend kommt der Teig in eine gefettete Auflaufform und das Obst wird darüber verteilt.

Ich bin bei solchen Rezepten immer nervös. Die Eigelbmasse ist recht fest und ich hatte Angst, dass sie meinen Eischnee erschlägt. Deshalb hatte ich keine Zeit mehr, Bilder zu machen. Ja, ich weiß, ich bin neurotisch, aber damit müsst ihr leben. Immerhin liefere ich euch trotzdem ein Rezept, das sich nachzumachen lohnt … Und das lecker ist.

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Denn aus dem Ofen kommt nach 45 Minuten bei 160° Heißluft etwas, das zwar keinen Schönheitspreis gewinnt, aber an einen unheimlich saftigen Pfannkuchen erinnert. Und genau so schmeckt. Wer mag, kann den Clafoutis mit Puderzucker bestreuen (Nay!) und ihn mit Schlagsahne garnieren (Yay!). Und weil die Pfirsiche leicht karamellisieren, sieht auch keiner mehr, dass die aus der Dose waren. 😉

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43 Kommentare zu „Französische Ofenpfannkuchen

  1. Ich mag den pragmatischen Ansatz deiner Mutter – wenn der Name nicht passt, kriegt das Ding einfach einen neuen 🙂 – und deine Einstellung zu Zutaten im Dessert: Der Grenzbeitrag von was leicht ungesunden (leicht gezuckertem) ist umso marginaler, je ungesunder der Rest ist 😉

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  2. Lecker ist ja gar kein Ausdruck! Und selbst wenn du selbst deinem selbst bereiteten Essen die optischen Qualitäten immer wieder absprichst, finde ich, dass allein der Anblick hier durchaus Appetit erzeugt. (Verdammt, jetzt habe ich gerade etwas mehr als fünf Kilo in der Fastenzeit abgenommen, dann kommst du wieder mit so etwas daher…)

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      1. Eingelegte Baby-Puppen-Köpfe *grusel*
        Naja, ich hab schon einiges Eingelegtes gesehen, was mich geschockt hat. Zum Beispiel Kartoffeln. Und wer zur Hölle legt sowas ein, die sind doch ewig haltbar und schnell geschält…

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