Es begab sich, dass ich am zweiten Weihnachtstag beschloss, der Familie etwas Gutes zu tun (und seht mal, wie lange manche Rezepte bei mir auf Halde liegen).

Ihr kennt das sicher alle: Am Heiligen Abend isst man haufenweise Würstchen, weil der Kartoffelsalat furchtbar ist, am 1. Weihnachtstag gibt es einen großen Braten, für den man Rotkohl und Klöße gern stehen lässt. Auch wenn es davon Abweichungen geben mag (bei uns gibt es wie jedes Jahr am Heiligen Abend Lasagne), steht Fest: Weihnachten ist Schlachtfest mit Lichterkette. Deshalb strich ich am Zweiten Weihnachtstag das Fleisch. Und servierte neben allerlei Leckereien als Mittelpunkt der Aufmerksamkeit diese Komposition aus Kartoffeln und Spinat.

Die Überlegung war naheliegend: Nach Weihnachten musste wieder Sport getrieben werden. Für Sport braucht man Stärke. Stärke ist in Kartoffeln enthalten. Und Spinat macht auch stark. Perfekte Voraussetzungen also für ein einschlagendes Weihnachtsmahl.

Um ebenfalls stark zu werden, benötigt ihr:

  • 700g mehlig kochende Kartoffeln
  • 750g Spinat
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Ei
  • 100g Mehl
  • 70g frisch geriebenen Parmesan
  • Petersilie
  • Muskatnuss
  • 125g Kräuterfrischkäse

Wir beginnen mit den Vorarbeiten. Frisch geriebenen Parmesan kann man entweder frisch gerieben kaufen oder frisch reiben. Es sei euch überlassen, was ihr lieber tut. Zu diesem Zeitpunkt war die Küchenmaschine noch nicht kaputt … hust … deshalb konnte ich mir den Parmesan selber frisch reiben. Und wenn jetzt irgendjemand es wagt, alternativ diesen gefriergetrockneten Bröselkäse aus der Familienvorratssparpackung in Erwägung zu ziehen, dann … Kann ich nur sagen: Klappt nicht. Der Parmesan soll nämlich unter anderem eine Kruste bilden.

Während ihr euch also mit der Philosophie des Parmesanreibens beschäftigt, könnt ihr die Kartoffeln schälen, würfeln und gar kochen. Außerdem sollte der Spinat auftauen, weil ihr keine Lust hattet, am 24.12. früh morgens noch frischen Spinat zu kaufen, der euch bis zum 26.12. ohnehin vergilbt ist.

Nachdem die Kartoffeln gar gekocht sind und ihr euch ethischen Abwägungen hingebt, ob der Parmesan an der Käsetheke oder auf der Küchenreibe zu bröseln ist, könnt ihr die Kartoffeln abgießen und sie gründlich durchstampfen. Gründlich. Dass es einen schönen Brei ohne Stücke gibt. Obwohl kleine Stücke nicht schlimm sind. Eine Erkenntnis, zu der ihr kommt, weil ihr keine Kartoffelpresse habt, durch die ihr das Ganze einfach zwei Mal drücken könnt. Nun noch auskühlen lassen.

Während die Kartoffeln auskühlen, ihr beim großen A fürs nächste Mal doch gleich eine Kartoffelpresse bestellt und ihr euch fragt, ob es Unterschiede zwischen frisch geriebenem Parmesan und frisch aus der Kühltheke gezogenem geriebenen Parmesan gibt, ist der Spinat an der Reihe. Der will blanchiert werden, damit er abtropfen und ein wenig trocken getupft werden kann. Dann vermischt ihr ihn mit dem Frischkäse sowie Salz und Pfeffer.

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Doppelte Menge gibt zwei Rollen. Für den Fall, dass das Rollen beim ersten Mal nicht klappt.

Nun folgt der methodisch interessante Teil. Vermischt die erkalteten Kartoffeln mit dem Ei, dem Mehl, der Hälfte vom Parmesan, Salz, Pfeffer und Petersilie. Es entsteht zunächst ein bröseliger Teig, den ihr mit den Händen nach Herzenslust verkneten dürft, bis ein glatter Teig daraus wird. Bemehlt anschließend ein Backpapier und rollt oder drückt den fertigen Kartoffelteig darauf zu einer Platte von etwa 30*20qcm aus. Oder mehr. Wie ihr seht, habe ich es auf eine Länge von knapp 40cm gebracht, weil ich den Teig nicht so dick haben wollte.

In die Mitte der Teigplatte platziert ihr den Spinat als Strang, dann klappt ihr erst die eine Hälfte, dann die andere Hälfte über. Die Rolle kommt anschließend bei 160° Heißluft in den Ofen, insgesamt für 40 Minuten. Nach 35 Minuten bestreut ihr die Rolle mit dem restlichen Parmesan und voila:

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Fertig ist eine vollwertige Mahlzeit, die aus einem Gericht besteht.

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17 Kommentare zu „Kartoffeln – gewickelt

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