Jeden Montag stellt das Buch-Fresserchen seine Montagsfrage zu Lesegewohnheiten, (fast) jeden Dienstag bemühe ich mich um eine Antwort auf ihre Frage. Alle meine Antworten gibt es im Archiv. In dieser Woche heißt es: Wie kommst du mit Unterbrechungen beim Lesen klar, findest du leicht wieder in die Handlung zurück?

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Entschuldigt bitte, ich war gerade … Ich habe meinen Blogbeitrag von gestern noch einmal angeschaut und jetzt, also … Nun … Was wollte ich noch gleich? Schon blöd, wenn man eine Aufmerksamkeitsspanne wie ein hysterischer Hühnerhaufen hat. Heute ist Montag … Also für euch Dienstag … Ah, Montagsfrage, genau. Also das Buchfresserchen, Moment, ich lese einmal kurz nach …

Unterbrechungen, ich verstehe. Ich wollte euch wahrscheinlich gerade erzählen, dass mir Unterbrechungen gar nichts ausma … Boah, was für ein Regenschauer, ich muss mal schnell die Fenster schließen …

Geschafft. Okay, ich wollte also eine Frage beantworten von den elfen des aktuellen Liebster-Award, der bei mir liegt. Nicht? Nein. Nochmal schnell hochblättern. Da steht es ja ganz groß und rot: „Montagsfrage“. Und die lautet diese Woche? Na, ist ja auch egal. Ich wurde so oft unterbrochen, ich schreib jetzt irgendwas. Am besten über Unterbrechungen.

Mit denen ist es nämlich so, dass sie mir gar nichts ausmachen. Was nicht stimmt, ist aber auch egal. Sie machen mir fast nichts aus. Sie machen mir dann nichts aus, wenn ich in einem Buch einmal drin bin: Ich kenne die Namen der Protagonist*innen und weiß, wie sie aussehen. Ich habe mich im Stil des Geschriebenen eingerichtet und ich weiß, wie die Story funktioniert. Nicht dass ich wüsste, wie die Story ausgeht, nicht jedes Buch ist von Dan Brown geschrieben, zum Glück. Der ist ein Meister des: Ich benutze immer die gleichen drei Erzählkniffe, mit dem ich neue Leser*innen verwirre und alte zu Tode langweile, damit sie aus der potentiellen Leserschaft verschwinden.

Aber ich wollte über Unterbrechungen schreiben. Es hängt vom Titel ab, aber so nach 50-100 Seiten habe ich mich in einem Buch eingerichtet und komme damit klar, es auch einmal eine Woche lang nicht anzufassen. So geht es mir nämlich mit meinem aktuellen Buch. 80 Seiten habe ich gelesen, am Montag zuletzt 20. Ist eines dieser Bücher, wo die Seiten Zeit brauchen, sich dafür aber auch festsetzen. Arthur Schnitzler halt, da kenne ich den Autor samt Stil und Vermittlungsanspruch auch.

Aus dieser Fähigkeit ergeben sich Lesetaktiken: Ich fange nur dann ein Buch an, wenn ich weiß, dass ich jetzt genug Zeit habe, um mich einzulesen oder im Zeitraum heute, morgen, übermorgen insgesamt genug Zeit habe, um reinzukommen. Denn danach ist es wie gesagt egal. Solange ich einmal drin war, kann ich ein Buch problemlos auch zwei bis drei Monate ignorieren und es wieder aufgreifen. Tue ich selten, weil ich es hasse, Bücher „parallel“ zu lesen. Aber das ist ja kein echtes Parallel-Lesen. Von daher verzeihlich.

Was wollte ich jetzt noch gleich? Ach ja, eine Folge Flash gucken, bevor ich zur Arbeit muss. Dass ihr mich immer ablenken müsst mit euren Blogbeiträgen, so komme ich nie in die Serie rein! 😉

Wie ist es bei euch? Könnt ihr ein Buch problemlos ein paar Tage lang ignorieren, vielleicht sogar noch länger, und steigt direkt wieder ein? Oder lest ihr ohnehin die letzten paar Seiten noch einmal, wenn ihr unterbrochen wurdet? Sperrt ihr euch vielleicht irgendwo ein, im Schrank unter der Treppe zum Beispiel, damit euch niemand beim Lesen unterbricht und ihr den Faden verliert?

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25 Kommentare zu „Montagsfrage: Unterbrechungen

  1. Toller Beitrag! Anfangs war ich etwas irritiert, aber hey, du hast das Thema bestens aufgegriffen 😀 Mir gehts ähnlich, wenn ich mir einmal ein Bild von den Protagonisten gemacht hab, dann KANN ich auch mal unterbrechen (ob ich das WILL ist eine ganz andere Sache ^^)

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    1. Auf solch alberne Ideen komme ich auch nur am frühen Montagmorgen. Schön, dass es dir gefällt. 🙂 Was das Unterbrechen-Wollen angeht ist das übrigens bei mir ganz einfach: Ich will manch andere Dinge tatsächlich lieber als Lesen. *gg*

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      1. Schreiben? Kapitelweise schreiben. Meine Examensarbeit mit ihren stolzen 120 Seiten habe ich aber tatsächlich vorab in Kapitel zergliedert, dann feiner gegliedert und von Punkt zu Punkt abgearbeitet. Das war aber auch das einzig wirklich lange, was ich bislang geschrieben habe. Ich erzähle lieber Geschichten als Bücher zu schreiben. 🙂

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  2. Ich lese ein Buch eigentlich auch nur, wenn ich weiß, dass ich Zeit habe, es mit wenigen Tagen Unterbrechung fertigzulesen. Genau deswegen lese ich fast gar nicht mehr, seit ich berufstätig bin (hier Trauermelodie einspielen).
    Ich habe tatsächlich eine 28-bändige (!) Serie begonnen, wusste aber, dass ich vermutlich größere Unterbrechnungen haben werde. Man kann mich jetzt für völlig durchgeknallt halten, aber ich habe tatsächlich am Computer aufgeschrieben, welche wichtigen Handlungen pro Band passieren, damit ich notfalls mit STRG+F nochmals danach suchen und die Handlungen zusammenführen kann. 😀

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      1. Ha, das kenn ich sogar, dank eines Freundes! Der meint, der Typ verweist auf irgendwas von vor 30 Romanen. Das Wiki braucht man also auch zwangsläufig.

        Das, was ich lese, stammt aus den 90ern und ist in der Populärkultur kaum angekommen. Daher kein Wiki. Aber ich könnte nerdig sein, und nach Vollendung des 28. Bandes eins eröffnen 😀

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  3. „Slalomlesen“ ist für mich eigentlich eher der Normalfall. Ich mag es, abwechslungsweise in sehr unterschiedlichen Büchern zu lesen. Das klappt meist sehr gut. Wichtig ist ein guter Einstieg, dass man eben zunächst in einem Buch „heimisch“ wird, bevor man unterbricht.

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  4. Meistens komme ich gut wieder rein, falls tatsächlich mal ein Buch eine Weile fortschrittlos liegenbleibt. Die Frage wäre vielmehr, was kann es schaffen, dass es überhaupt zu längerem Liegenbleïben kommt? In den meisten Fällen spricht es gegen das Buch.

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