Jeden Montag stellt das Buch-Fresserchen seine Montagsfrage zu Lesegewohnheiten, (fast) jeden Dienstag bemühe ich mich um eine Antwort auf ihre Frage. Alle meine Antworten gibt es im Archiv. In dieser Woche heißt es: Welche Neuerscheinung auf die du dich freust, erscheint als nächstes?

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Grundsätzlich bin ich dieser „Ich warte auf dieses und jenes Buch ganz dringend und werde noch wahnsinnig“-Haltung mancher Buch-Blogger*innen gegenüber skeptisch, zumindest in meinen reflektierten Momenten. Diese Haltung bezieht sich nämlich meistens auf die unterschiedlichsten Titel. Es gibt nur wenige Bücher, denen die Lese-Welt insgesamt entgegenfiebert, obwohl es Titel gäbe, die das Potential dazu haben. Daran zeigt sich ein Symptom des deutschen Unterhaltungsbuchmarktes, der mir Unbehagen bereitet: Das ständige Verlangen nach Neu-Erscheinungen, das zu einer hohen Rotation der Buchbestände in Buchhandlungen führt und das nicht zu einem Anwachsen der Backlists bei den Verlagen führt, weil dazu viel zu viele Titel erscheinen.

Ich fürchte eher, den meisten Büchern ergeht es so, dass sie eine Auflage bekommen, die sich gut verkaufen muss und recht häufig landet das Buch dann im Verlagspapierkorb, sprich es wird verramscht und landet auf einem Grabbeltisch. Ist es auch da nicht verkäuflich … Naja, ihr wisst es wahrscheinlich selbst. Ein wenig weniger Hype um das Neue würde mir gut gefallen.

Dennoch freue auch ich mich natürlich auf ein paar Titel, genau genommen zwei Stück. Zu meiner Ehrenrettung kann ich aber sagen: Beide sind schon erschienen (was nicht daran liegt, dass ich die Neuerscheinungen gewisser für mich relevanter Verlage nicht regelmäßig scannen würde, aber zum Jahresprogramm von Cross Cult bin ich in der Tat noch nicht gekommen), aber beide noch nicht als Taschenbuch. Beide sind von Autoren, die schon in meinem Bücherregal wohnen. Im Sinne der guten Ordnung in eben diesem Bücherregal (auch wenn es derzeit ein Kartonlager ist) müssen auch die Neu-Erscheinungen Taschenbücher sein. Da bin ich konsequent.

Dementsprechend warte ich noch eine ganze Weile geduldig, bis John Irvings Straße der Wunder und Juli Zehs Unterleuten als Taschenbuchausgaben erscheinen oder vielmehr: Ihr Erscheinen angekündigt wird. Es sei denn, es passieren schlimme Dinge (SuB brennt ab oder so) und ich brauche ganz dringend frische Literatur. Allerdings wäre ich dann wohl auch nur bei Juli Zeh inkonsequent. Ich habe sie noch nicht alle (Nullzeit fehlt mir an den Romanen noch), im Unterschied zu John Irving, wo ich sogar „Deutschlandreise“ besitze.

Wie ist es bei euch? Durchforstet ihr regelmäßig die Verlagsvorschauen? Erwartet ihr momentan ganz sehnlichst eine Neuerscheinung? Oder gibt es eine Neuerscheinung, die ihr mir ganz dringend ans Herz legen wollt?

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18 Kommentare zu „Montagsfrage: Warten auf Neuerscheinungen

  1. Ich mag keine offenen Fortsetzungen, egal ob bei Filmen, Serien oder Büchern. Da habe ich das Gefühl, die ersten Teile nochmal zu lesen/sehen zu müssen, um den Rest zu verstehen. Deswegen wird nur angefangen, was fortsetzungstechnisch fertig ist 😀 (was mich vermutlich bei einigen Bücher- und TV-Serien weit in die Vergangenheit schlägt, aber das ist ok).

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      1. Nein. Die erste Staffel gesehen, durchaus angetan, aber schon zu Beginn der zweiten Staffel nicht mehr durchgestiegen. Dafür bin ich zu wenig begeistert von Fantasy allgemein, um mich dort hinein zu fuchsen.

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  2. Mitnichten durchforste ich Verlagsvorschauen.
    Ich spaziere durch einen Buchladen und schaue, was mich magnetisch anzieht.
    Und ich lese prinzipiell keine Bücher „die man uuuuunbedingt gelesen haben muss“.
    Vielleicht entgeht mir dadurch was, aber das nehme ich in Kauf, ich mag es nicht, wenn etwas so hochgejubelt wird. Da bleiben unbekanntere Autoren und Bücher auf der Strecke.

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  3. Ich warte noch immer auf Godot. (ich bin stur) 😉

    Ansonsten bekomme ich regelmäßig neuerscheinungsbezogene Mitteilungen diverser Verlage in meinen E-Post-Kasten. So bin ich von einer Überfülle bereits erschienenen potenziellen Lesefutters umzingelt und muss eh schon einem beachtlichen Teil prinzipiell interessanter Titel eine „Absage“ erteilen. Da werde ich mir nicht mit Teufels Gewalt künstliches Unbehagen bereiten, indem ich auf künftige Titel warte. Das kommt mir so vor, als möchte man im Sommer verreisen und würde jetzt schon täglich eine Stunde auf den Flieger warten. 😉

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