Jeden Montag stellt das Buch-Fresserchen seine Montagsfrage zu Lesegewohnheiten, (fast) jeden Dienstag bemühe ich mich um eine Antwort auf ihre Frage. Alle meine Antworten gibt es im Archiv. In dieser Woche heißt es: Hast du bestimmte Bücher aus deiner Kindheit, die schöne Erinnerungen hervorrufen?

Jeder echte Buchnerd kann sich wahrscheinlich an einige Glanztitel aus seiner frühkindlichen Phase erinnern. Wohlige Erinnerungen an gemeinsame Vorlese- und Selbstlese-Ereignisse. In meiner Kindheit gab es immer Bücher. Mutter Zeilenende und Herr Zeilenende Sr. waren um ihren Erstgeborenen in der Hinsicht sehr fürsorglich. Sie haben vorgelesen, sie haben gesungen, sie haben mich in die Bücherei geschleppt, alles, damit ich ein großer Bücherwurm bin.

In meinem Kopf sind deshalb zahllose Erinnerungen, nicht nur an Bücher, auch an Hörspiele (neben Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen habe ich sie von früh an mit dem Hohnsteiner Kasper traktiert) und natürlich ans Fernsehen (Cartoons! Tom & Jerry, Bugs Bunny, Disney, aber auch Star Trek – Trekkie Inside seitdem ich Vier bin 😉 ). Aber es soll ja um Bücher gehen.

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Einige Bücher meiner Kindheit habe ich noch. Wichtig waren das Märchenbuch der Gebrüder Grimm, die kleine Raupe Nimmersatt, aber auch „Vom Kätzchen das nicht schnurren konnte“, „Der kleine Drache und seine Freunde“ mit Urgi dem Drachen, das große Wichtelbuch und und und … Ich erinnere mich an Geschichten wie Illustrationen. Es gab beispielsweise auch ein Teddy-Bilderbuch, in dem es zu einer Flut kam und der ganze Hausrat eines Freundes vom Teddy im Fluss schwimmt, sogar eine Standuhr. Den Titel habe ich gerade nur nicht präsent, aber das Buch steht bei meinen Eltern im Regal.

Das ist eine Bestandsaufnahme an Büchern, die mir spontan eingefallen sind aus meiner Prä-Selbstleser-Phase. Danach ging es weiter mit Lustigen Taschenbüchern, Asterix, den „Geheimnis um“-Bänden von Enid Blyton, TKKG, etc. Es gibt zahllose Bücher, die ich nur in die Hand nehmen muss, um sehr warme Erinnerungen zu spüren. Drei Bücher sind vielleicht besonders besonders … Deshalb will ich sie gesondert erwähnen.

Die kleine Hexe

Dieses Buch von Otfried Preußler ist eines der Bücher, das ich vorgelesen bekommen habe, das ich als Hörspiel gehört habe und das ich selbst gelesen habe. Also das volle Programm. Es verdient besondere Erwähnung, weil ich meine Originalausgabe nicht mehr besitze. Ich musste sie zurücklassen, weil mir damals der Platz fehlte (Ironie der Geschichte, dass wieder ein Großteil meiner Bücher bei meinen Eltern lagert, oder? 😉 ).

Wie es der Teufel so wollte, fragte ich bei einem Besuch im Frühjahr, ob sie meine Ausgabe der kleinen Hexe gesehen hätte. Ich hatte spontan Lust, das Buch zu lesen. Mutter Zeilenende beichtete mir, dass sie das Buch vor einigen Wochen mit einigen anderen Büchern aus meinem Kinder-Regal im Wohnzimmer der Bücherei der Grundschule geschenkt hatte. Denn für ein geliebtes Kinderbuch war die kleine Hexe wirklich vorbildlich in Schuss.

Ich war untröstlich, nahm es aber hin, dass ein Buch meiner Kindheit nun fort sei. Bis ein dreiviertel Jahr später das gemeinsame Weihnachtsfest anstand und Mutter Zeilenende sich an meinem seligen Lächeln erfreute, als ich das Geschenkpapier eines kleinen Päckchens entfernte und sofort begann, meine neue Ausgabe der kleinen Hexe zu lesen.

Erben des Imperiums und Flucht ins Ungewisse

Bislang war das ja eine recht normale Kindheit. Ich war aber schon nerdig, bevor ich lesen konnte – Star Trek – und als ich lesen konnte, war ich erst recht nerdig. Ich habe zwar erst in der Schule lesen gelernt, weil Vorlesenlassen so viel bequemer ist, aber dafür habe ich es recht schnell für mich entdeckt. Man konnte nun auch, obwohl eigentlich schon Schlafenszeit war, bis tief in die Nacht schmökern. Das habe ich früh und ausgiebig getan.

Dementsprechend konnte ich schnell flüssig lesen. Und so mit 8-9 Jahren schreckten mich auch Romane nicht. Mittlerweile hatte ich auch Star Wars gesehen (keine gute Idee, Darth Vader ist nichts für furchtsame Kinder!) und war auch vom zweiten Star Franchise begeistert. Eher zufällig fand ich heraus, dass es Bücher dazu gab. Im Bücherschrank des Vaters eines Freundes sah ich „Erben des Imperiums“, den ersten Band der Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn. Glücklicherweise das Beste, was es an Star-Wars-Romanen gibt. Ich lieh es mir aus (von meinem Freund, nicht dessen Vater – ich glaube nicht, dass der das rausgerückt hätte) und das war mein erster „richtiger“ Roman (also für Erwachsene), mein erster Science-Fiction-Roman, mein erstes Buch mit über 400 Seiten und der Beginn einer großen Begeisterung für Thrawn. Der war nicht so furchteinflößend wie Darth Vader. Der war cool.

Dementsprechend sollte es nicht wundern, dass mein erstes selbst gekauftes Buch etwa im gleichen Alter „Flucht ins Ungewisse“ von Kevin J. Anderson war (nebenbei entdeckte ich auch, dass es Star-Trek-Bücher gab, zu denen ich aber erst ein paar Jahre später Zugang fand, dank Peter David und seiner New-Frontier-Reihe). Auch die „Akademie der Jedi-Ritter“-Trilogie finde ich bis heute großartig. Ich hatte aber auch ein glückliches Händchen, denn beide Buchreihen gelten mit als die besten Star-Wars-Geschichten, die es gibt. Und Timothy Zahn bin ich bis heute sehr zugetan, auch jenseits von Star Wars (wie die Cobra-Romane), während Kevin J. Anderson wohl wieder in mein Leben treten wird, wenn ich endlich doch die Dune-Saga in Angriff nehme.

Das waren viele Worte, aber es sind auch viele Bücher gewesen in meiner Kindheit. Meine einzige große Liebe eben, die zu guten Geschichten. Wie ist es mit euch? Gibt es bei euch das eine besondere Buch? Oder könnt ihr euch vor lauter besonderen Büchern auch nicht entscheiden, welches ihr nennen sollt?

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33 Kommentare zu „Montagsfrage: Kindheitserinnerungen

  1. Mir geht’s da recht ähnlich. Andere Bücher, davon aber jede Menge und frühes Selbstlesen. Quasi wurde da schon der Grundstein zu meinem heutigen ZuB gelegt. Es ist also gar nicht mein Verschulden, dass ich grundsätzlich eine reiche Auswahl zur Verfügung habe. -> Erkenntnis des Tages! ;0)

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  2. Eines meiner Lieblingsbücher in der Kindheit war Robinson Crusoe von Daniel Defoe. Ich weiß nicht, wie oft ich das gelesen habe. Und alle Jugendbücher von Enid Blyton habe ich (zum Teil mehrfach) verschlungen.
    Liebe Grüße, Achim

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  3. Schon lustig. Es gibt so die Klassiker, die wirklich alle Kinder lieben. Tom und Jerry, Geheimnis um… Asterix und Obelix… Gerade letzthin habe ich meinen Kindern „Der Räuber Hotzenplotz“ von Preußler vorgelesen. Fanden die so toll wie ich damals und immer noch. In meiner Kindheit gab es noch eine Comicserie die hiess „Silberpfeil“. Kennst du die?

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    1. Ich kenne Silberpfeil. Mein ganzes Taschengeld gab ich für ihn hin. Räuber Hotzenplotz liebte ich auch, ebenso die kleine Hexe, das kleine Gespenst und den kleinen Wassermann. Wie Pippi Langstrumpf wollte ich sein, die Brüder Löwenherz nahmen mir die Angst vorm Tod und mein Vater war der Weltbeste Pumuckelvorleserr 😀

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    2. Nope … Leider nicht. Comics habe ich von meinem Vater „geerbt“ und der war Fan der Franzosen, Belgier und Spanier. Ich habe also auch Gaston, Spirou und co. gelesen, bis ich dann selber Garfield (und später dann amerikanische Superhelden-Comics) für mich entdeckt habe.
      Aber wenn wir uns in der Gesellschaft auf nix mehr einigen können, Kinderbücher klappt immer. *g*

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  4. Tatsächlich findet sich auch bei unter den prägenden Büchern einiges aus der Vorlesezeit. Das ist verständlich, weil ich phasenweise nur durch Vorlesen zur Nahrungsaufnahme zu bewegen war, ohne diese Bücher also meine Kindheit kaum überlebt hätte. Die allumfassende großmütterliche Liebe zeigt sich in perfekt temperierter Nudelsuppe begleitet von einer Geschichte. Diese Phase endete abrupt, als ich gemerkt hatte, dass selbst lesen effizienter ist als vorlesenlassen. Und dabei ist es bis heute geblieben, vorgelesen bekommen ist mir zu langsam.

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  5. Und da fehlt noch Der Trotzkopf. Diese Bücher habe ich sogar meiner Tochter vererbt. Und sie lie te sie. Die Verfilmung hingegen fand ich enttäuschend und ärgere mich bis heute, dass ich mir die Filme angeschaut habe. Denn eigentlich lebe ich den Grundsatz: entweder Buch oder Film. LG Ela☕

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  6. „Das eine“ gab’s definitiv nicht. Es gab pro Lebensphase/-jahr ein Lieblingsbuch, dass aber dann immer ersetzt wurde.

    Ich kann mich an ein Buch aus ganz anderen Gründen erinnern: Es war ein Buch meiner Oma, das nicht nur uralt (und leicht schimmelig) war, sondern über 1.000 Seiten hatte und richtig groß war, fast DIN-A3. Ich konnte es nur lesen, wenn es vor mir lag, weil es zum Halten zu schwer war…
    Im Inhalt ging es um eine Kindergruppe, also so TKKG-/???/etc.-mäßig.

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  7. Die kleine Hexe ist auch toll! Mag ich sehr, ebenso wie den Hotzenplotz und das kleine Gespenst, weil wir die im Kindergarten nach dem Essen quasi als Begleitung zum Mittagsschlaf vorgelesen bekamen. Schöne Erinnerungen. 🙂

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