Im letzten Jahr waren sechs Bücher für 2016 ein großer Erfolg für mich. Ich habe alle sechs Bücher gelesen und, was noch besser war, sie haben mir alle sechs gefallen. Wen wundert es da, dass ich Friedl von Grimms allgemeinem Aufruf zu sieben Buchvorsätzen für 2017 folge? Wenn ich nicht über den Aufruf gestolpert wäre, hätte ich das nämlich auch so gemacht.

Ich habe sieben Bücher aus meinem reich bestückten SuB gewählt. Dachte ich. Also bis ich anfing, sieben Bücher herauszuziehen. Denn es ergab sich, dass sich dort nur ein philosophisches Werk befindet, das noch ungelesen wartet. Und das muss in diesem Jahr nicht unbedingt DAS Buch sein. Da investiere ich lieber in die fehlenden Reste Kant oder gebe Hegel mal wieder eine Chance.

Bei der Auswahl war es mir außerdem wichtig, dass die Bücher nicht „einfach so“ auf meinem SuB liegen, sondern es Gründe dafür gibt. Und auf meinem SuB gibt es einige „einfach so“-Bücher, wie ich zu meiner Schande gestehen muss. Bücher, bei denen ich mir nicht einmal erklären kann, wie sie in meinen Besitz gelangt sind! Dennoch habe ich sieben Bücher gefunden, deren Besprechungen euch im Jahr 2017 erfreuen dürfen und zu denen ich zwei Sätze sagen kann, ohne die Inhaltsangabe abzutippen. Das dürft ihr selber googlen.Wir beginnen mit zwei Neuzugängen:

bucherstapel_2017

Matthias Brandt – Raumpatrouille

Das Buch ist ein Weihnachtsgeschenk, mit dem meine Mutter ins Schwarze getroffen hat. Ich vermute zwar fast, das Buch hat nichts mit der gleichnamigen Science-Fiction-Serie zu tun, aber es wurde im Feuilleton lobend erwähnt. Als alte linke Socke freue ich mich außerdem auf eine Begegnung mit Willy Brandt durch die Augen eines Kindes. Und der Klappentext liest sich sogar lustig.

Oscar Wilde – Das Gespenst von Canterbury

Ich gehöre wahrscheinlich zu den vielen Menshen, die Oscar Wilde lieben, aber zu den wenigen Menschen, die Dorian Gray nicht für eine tragische Figur halten. Im Gegenteil bin ich der Meinung, er ist ein glücklicher Mensch gewesen. Wilde hat das nur falsch wiedergegeben. Auch wenn er und ich also unterschiedlicher Auffassung sind, lese ich seine Texte immer mit Genuss. Und weil dies das erste Buch ist, das 2017 in meinen Besitz gekommen ist, muss es gelesen werden. Böse Bücherkiste!

Thomas Mann – Der Tod in Venedig und andere Erzählungen

Ich mag Thomas Mann und hasse ihn zugleich. Ich finde ihn anstrengend. Gleichzeitig finde ich ihn saukomisch (Felix Krull!) und seine Stoffe sind ebenfalls großartig. Also wird in diesem Jahr wieder mal Thomas Mann gelesen. Es wird dringend Zeit. Dieses Buch habe ich noch als Student zum Geburtstag geschenkt bekommen. Das ist also schon mindestens … Es liegt ein paar Jahre auf dem SuB (OMG … Ich kann mich spontan nicht mehr erinnern, wann ich Examen gemacht habe. Ich werde alt 😥 )

Arthur Schnitzler – Der Weg ins Freie

Als ob das nicht genug klassische Literatur gewesen wäre, kommt nun auch noch der sehr verehrte Arthur Schnitzler dazu. Ich liebe Schnitzler wegen seinem Händchen für Stimmungen und die Beobachtungen des Seelenlebens anderer Menschen. Während ich seine Erzählungen fast alle gelesen haben dürfte und von seinen Theaterstücken zumindest eine Handvoll, habe ich um diesen seinen ersten Roman bislang einen Bogen gemacht. Das liegt zum Einen daran, dass ich Therese (den zweiten Roman Schnitzlers) gut, aber zu langatmig fand. Meine Furcht werde ich in diesem Jahr ablegen und eine wichtige Lücke im Werk eines meiner liebsten kanonisierten Autoren schließen.

Christopher Golden – Thomas E. Sniegoski – Rabenfreund (Der Unmagier Band 1)

Noch eine richtige Leiche. Ich habe dieses Buch an mich genommen, nachdem ich es in einem Bibliothekspraktikum makulieren musste. Ebenso wie die Bände 3 und 4. Die Reihe wurde nicht ausgeliehen, weil Band 2 aus unerfindlichen Gründen fehlte. Für die Profis: Die Bücher kamen über eine StO der ekz. Ich fand die Idee des Buches witzig und sicherte mir die drei Bücher. Meine Motivation, Band 1 zu lesen, war aber wegen des fehlenden zweiten Bandes gering. Bevor nun aber Band 2 auch antiquarisch nicht mehr zu haben ist, gebe ich dem ersten Band eine Chance. Mal sehen, was daraus wird.

Arthur C. Clarke – 2001: Odyssee im Weltraum

Ich habe mir am 08.08.15 eine Notiz gesetzt, ich soll dieses Buch einmal lesen. Da schaut ihr mal, wie flott ich bin! Ernsthaft. Ich fand den Film interessant, aber zum Einschlafen. Ich habe es genau ein einziges Mal geschafft, bei dem Film nicht einzuschlafen. Und ich habe ihn bestimmt 20x „gesehen“. Mal sehen, wie das Buch wirkt.

Hans Dominik – Atlantis

Ja, Hans Dominik war in seinem Schreiben ein ziemlicher Nationalist, hatte ein deprimierendes Frauenbild und war auch in der NS-Zeit ein durchaus erfolgreicher Autor. Dennoch ist er einer der Pioniere deutschsprachiger Science Fiction mit dem Anspruch, durchaus Hard SF zu schreiben. Deshalb bin ich neugierig und werde eine Bildungslücke schließen.

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42 Kommentare zu „Sieben Bücher für 2017

      1. Hehe, ich habe mich ja auch schon oft von dir inspirieren lassen. Z.B. der John Scalzi – da habe ich zwar noch nicht „Redshirt“ gelesen, dafür bin ich aber schon im dritten Teil der „Krieg der Klone“-Trilogie (und sie ist herrlich, meine Rezension kommt dann bald).

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  1. Ich freue mich auf Deine Rezensionen dieser Bücher.
    Arthur C. Clarke ist einer meiner Lieblings-SF-Autoren. 2001 ist auf jeden Fall lesenswert, ist aber nicht mein Liebling unter seinen Büchern.
    Atlantis werde ich mir wohl mal ansehen „müssen“ 😉

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  2. Interessante Auswahl. Typischerweise kenne ich hier nur die Klassiker (ich BIN alt). Spontan habe ich Lust bekommen, mir das Gespenst von Canterville vorzuknöpfen. Das habe ich als Kind gelesen – und ich vermute, dass das eine gekürzte Jugendausgabe war. Nun erscheint mir ein Date mit einem ungekürzten Gespenst irgendwie verlockend. 👻 Möglicherweise im O-Ton. 🙂

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  3. Der Tod in Venedig ist meine absolute Lieblingserzählung vom guten Herrn Mann (das mit der Hassliebe teile ich übrigens). Generell habe ich die kürzeren Erzählungen lieber gelesen als die Romane – von Felix Krull mal abgesehen. ;D

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    1. Wenn ich will, kann ich durchaus. Ich gebe aber zu, ich hatte den Bücherstapel nur da liegen, als ich von einer Fototour zurück kam und dachte mir: Ach, gönnen wir den Büchern eben mal ein wenig Kunst. Was gar nicht so einfach war, weil das Regal eine blöde Fotografierhöhe hat, wie ich dann merkte. *gg*
      Dass man mit den Manns nicht warm wird, scheint mir aber ein verbreitetes Problem zu sein. Selbst Bewunderer klingen selten so, als seien sie mit ihnen so richtig warm. Ich wittere dahinter fast eine germanistische Weltverschwörung. ^^

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    2. Manns – gleich Plural? Also von Thomas bis Katja? Heinrich Manns „Henry Quatre“ beispielsweise ist ein mittreißender historischer Roman und gleichzeit ein großartiges Stück Exilliteratur. Thomas Manns Joseph-Romane empfand ich als ebenso meisterhaft (da muss man sich nur durch die dröge Einleitung quälen, dann geht die Post ab). Klaus Manns „Mephisto“ ist doch ebenfalls superspannend. Also, gebe den „Manns“ nochmal ne Chance 🙂 Liebe Grüße!

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      1. Ich weiß, da schlagen Literaten die Köpfe an die Wand und rund 9o Prozent meiner gefühlsbedingten Meinung sind Begegnungen mit Enthusiasten und der allgemeinen Überbegeisterung in Deutschland geschuldet, aber ich hatte sowohl mit „Mephisto“ als auch mit „Der Zauberberg“ erhebliche Probleme. Und nein, war auch keine Schullektüre, wie Brecht, den ich deswegen echt nicht mehr in meinem Leben haben will.

        Aber ich gelobe Besserung. Was hälst du für einen guten Einstieg, um meine Antipathien loszuwerden?

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      2. Da müsste ich erstmal wissen, was Dir eigentlich lesetechnisch gefällt; so richtig schlau bin ich disebezüglich in Deiner Kategorie „Das gelesene Wort“ nicht geworden 🙂 . Am zügänglichsten sind vielleicht: „Felix Krull“ von Thomas, „Henry Quatre“ von Heinrich und die Reiseberichte von Katja und Klaus. Und Brecht, der hat doch soooooo wundervollle Gedichte geschrieben! Kennst Du zum Beispiel das hier: https://einbuchwiekingsturm.wordpress.com/2016/11/12/das-gedicht-zum-wahlgesicht/
        Liebe Grüße!

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  4. Wow, tolle Liste! Klingt sehr anspruchsvoll 😉 Ich bin ja gespannt auf deine Meinung zu Oscar Wilde – Das Gespenst von Canterbury. Ich bin auch ein großer Oscar Wilde Fan, aber an die Geschichte hatte ich ganz andere Erwartungen und war dann ziemlich überrascht. Schuld ist dieser tragisch-kitschige Film gleichen Namens den ich als Teenie mal gesehen habe und der mit dem Buch dann doch nicht soviel zutun hatte XD

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    1. Ich habe ein paar der Illustrationen gesehen, ich gehe davon aus, dass es absurd-komisch wird. Deinen Schilderungen nach habe ich wohl bessere Voraussetzungen.
      Und was den Anspruch angeht: Ich habe Thomas Mann angelesen und finde es bislang eher öde. *hust* Da durchzuhalten, wird in der Tat anspruchsvoll. 😅

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      1. Das glaube ich auch, dass du bessere Voraussetzungen hast 😉 Illustrationen – wie süß! (Man kann mich offensichtlich leicht als Leser begeistern und angeln)
        Oh je … das klingt heftig. ^^“ Dann wünsche ich dir gutes Gelingen – halt durch! Hier bei mir liegt auch noch „Der Zauberg“ rum, den ich letztes Jahr UNBEDINGT sofort lesen und kaufen musste. Und siehe da … da bin ich nun und das Buch noch ungelesen. Irgendwie schwinden meine Kräfte aber immer, wenn ich mich Büchern mit 1000 Seiten nähere …

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