Jeden Montag stellt das Buch-Fresserchen seine Montagsfrage zu Lesegewohnheiten, (fast) jeden Dienstag bemühe ich mich um eine Antwort auf ihre Frage. Alle meine Antworten gibt es im Archiv. In dieser Woche heißt es:Fühlst du dich hin und wieder von deinem SUB gestresst oder gefällt es dir immer viel Auswahl da zu haben?

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In der letzten Woche habe ich ja von meinen erfolgreichen Maßnahmen berichtet, den SuB abzubauen. Das funktioniert durch eine Kombination aus: Interessante Titel im SuB und die drückende Last, diese Bücher ungelesen zu wissen. Doch das liefert noch keine Antwort auf die Frage. Und die Sache ist ambivalent.

Ich empfand meinen SuB zeitweise als Last, der mich gestresst hat. Damals, in der Zeit als er zwischen 80 und 100 Büchern hatte. Da stand ich vor dieser riesigen Auswahl, die thematisch gestapelt war und hatte weder Überblick noch Motivation. Ich konnte mich für kein Buch entscheiden, weil mich alle Bücher irgendwie ansprachen, aber sie schrien alle so laut „Lies mich!“, dass ich auf keines von ihnen Lust hatte. Mein SuB hat mich regelrecht gestresst.

Ich habe dieses Problem zwischenzeitlich mit Mini-SuBs bekämpft. Aus dem großen SuB habe ich in ruhigen Minuten Fünfer-Portionen zusammengestellt, die meinen aktuellen Lesebedürfnissen entsprachen. Das entschärfte die Situation. Ich las artig immer die aktuellen fünf Bücher. Und siehe da, die Überforderung verschwand.

Irgendwann, so im Bereich 40-50 Bücher, brauchte ich den Stapel nicht mehr. Mein SuB war beherrschbar. Ich wusste spontan, welche Bücher dort herumstehen und konnte zielsicher entscheiden, welches Buch ich jetzt als nächstes haben möchte. Die Auswahl machte mir wieder Spaß.

Mittlerweile hat der SuB einen Umfang von 33 Büchern. Seit gut einem Jahr verfolge ich nur noch die Regel: Bücher nur kaufen, wenn du sie wirklich UNBEDINGT haben musst (und das ist für einen Philosophen kantscher Prägung ein starkes Wort 😉 ), dann aber die Neu-Erwerbungen auch so schnell wie möglich lesen. Sie sollen nicht zu SuB-Leichen werden. Aber dann stehe ich vor dem Regal, in dem der SuB wohnt und denke mir: Du könntest diese SuB-Leiche lesen. Da steht dir gerade der Sinn nach. Offenbar liebe ich meine kleine Auswahl an ungelesenen Büchern wieder.

Wie ist es mit euch? Traumatisiert vom Berg ungelesener Bücher? Oder erklimmt ihr ihn trotzdem souverän, buddelt euch in seinen Kern, weil jeweils genau dort das Buch ist, von dem ihr wisst: „Das will ich als nächstes lesen!“?

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18 Kommentare zu „Montagsfrage: Liebe und Hass zum SuB

  1. Thematisch gestapelt? Das klingt einerseits irgendwie ein bisschen pedantisch. 😉 Andererseits aber nach einer gar nicht so schlechten Idee. Mein SuB hat mittlerweile nämlich die 100 überschritten und zeichnet sich insbesondere durch Unübersichtlichkeit aus. Da einen gewissen Überblick reinzubekommen, könnte sicherlich nicht schaden…

    Die Fünfergruppen kann ich dann ja später immer noch bilden, wenn sortieren nicht ausreicht. 🙂

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  2. Für mich kommt es entscheidend auf die Qualität des SuB an. Wenn man eine gute SuB-Kultur pflegt, kann der so angelegte Hamsterschatz ein gutes Gefühl vermitteln. D.h. für mich ist es unbedingt wichtig, sehr überlegt und gezielt Bücher zu erwerben. Ein Problem sehe ich nicht unbedingt in der Größe des SuB. Schwierig wird es eher, wenn man Dinge zusammenkauft, die einen spontan ansprechen, die einen aber bei näherer Betrachtung dann doch nicht so furchtbar interessieren. Das ist mir früher öfters passiert. Seit einiger Zeit arbeite ich mit Listen. Potentielle Kandidaten kommen, wenn das Interesse lebendig bleibt, nach einigen Wochen in die engere Auswahl. Und das „Strohfeuerzeugs“ wird kurz und schmerzlos von der Liste gestrichen.

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  3. Mir geht das mit gewollten Aufgaben so. Also nicht „Lohnsteuererklärung“ oder „Frauenarztbesuch“, sondern „Ich würd gern mal Person XY sehen“ oder „Unbedingt mal klettern/wandern/Kinow/Bowling/bla gehen“. Das kommt dann auf eine Liste und wenn es eine bestimmte Anzahl erreicht hat, wird es plötzlich zur „Erledigung“, zur „Pflicht“. Es wird irgendwie negativ behaftet. Dabei „wollte“ man das doch machen *haare rauf* 😀

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