Es gibt ja Menschen, die essen Leberwurst auf ihren Rosinenbrötchen. Es gibt sogar Menschen, die kombinieren Käse mit Marmelade. Manche Menschen finden das verwerflich. Ich kann es gut nachvollziehen. Man kann sogar den Käse sehr gut direkt mit der Frucht vermischen, ohne den Umweg über die Marmelade zu gehen. Dann hat man einen Käse-Marmelade-Aufstrich … Oder so.

Ich sehe es so: Wer Käse und Obst miteinander vermischt, der zeigt damit eine gewisse Ästhetik des Genießens. Denn man kann für diese Kombination vorzüglich französischen Weichkäse nehmen. Damit ist man immer auf der sicheren Seite. Französischer Weichkäse kommt, wie der Name schon sagt, aus Frankreich. Und Frankreich und Essen das gehört zusammen wie Holland und Haschisch, Russland und Wodka, Großbritannien und Pfefferminzsauce (mit Wildschwein darin – und lauwarmer Cervisia dabei) oder Deutschland und Pickelhaube … Verzeihung, Kartoffel.

Richtig raffiniert wird es, wenn man dem Ganzen eine wunderschöne Farbe gibt. Denn farbiges Essen erfreut uns. Man denke an „goldgelbe Fritten“. Na, läuft euch das Wasser im Munde zusammen? Wie wäre es mit „Sattgrüner Spinat“? Klingt himmlisch, oder? „Dunkelrotes, marmoriertes Rindfleisch“? Okay, die Vegetarier sind raus, der Rest weiß, was ich meine. Ebenso wie bei dem Beispiel. Gekochter Schellfisch ist zugegebenermaßen sehr blass, aber wenn man ihn als „zartweißes Fischfilet“ anpreist, dann klingt er auch so, wie er schmeckt.

Man kombiniere also französischen Weichkäse mit einem farblich passenden Obst. Oh Wunder, das Obst ist rot, denn dann wird die ganze Sache, richtig, rosafarbene Preiselbeer-Brie-Creme. Und sie geht auch noch ganz einfach. Ihr benötigt:

  • 150g reifer Brie
  • 2 EL Frischkäse
  • 3 EL Quark (20% Fett … Ich habe mich sogar dran gehalten, obwohl ich doch meinen geliebten Magerquark … Lassen wir das)
  • 3 EL Preiselbeerkompott (also diese eingemachten Preiselbeeren aus dem Glas)
  • 1/2 TL Meerrettich
  • 1/4 Bund Schnittlauch
  • Salz, Pfeffer

Den größten Aufwand macht euch der Käse, wenn ihr nicht auf die Idee kommt, den Frischkäse oder den Quark selbst herzustellen oder den Meerrettich frisch zu reiben. Ich habe ihn aus dem Glas genommen, weil ich keine Lust hatte, vier Tage lang Rettich zu essen oder den übrigen Rettich wegzuwerfen. Der im Glas hält sich im Kühlschrank … Seeeehr lange.

Der Brie wird formschön auf ein Schneidbrett gelegt, dann in Stücke geschnitten und mit einer Gabel zerdrückt.

Anschließend fügt ihr alle weiteren Zutaten hinzu, bis auf den Schnittlauch sowie Salz und Pfeffer. Ihr mischt es gut durch, probiert, schmeckt mit Salz und Pfeffer ab und beherrscht euch mühsam, nicht schon vor der Grillparty, bei der das Zeug als Dip und Brotbelag auf den Tisch soll (oder für ein feudales Frühstück) … also nicht schon vor dem Anlass, für den ihr die Creme zubereitet, alles aufzuessen. Das würde euch zwar gut schmecken, aber Genuss macht mehr Spaß, wenn man ihn teilen kann. Kurz vor dem Servieren schneidet ihr den Schnittlauch in Röllchen und mischt ihn unter die Creme. Und seid der Hit auf jedem Mädchengeburtstag, weil es rosa Prinzessinnen-Käse-Creme ist. Sofern Kinder Brie mögen. Wenn nicht, kein Problem. Ihr werdet es lieben und euch umso mehr freuen, weil die ganze Schüssel für euch allein ist.

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43 Kommentare zu „Obst-Käse-Schweinerei

      1. Das Auge IST eine Öffnung (naja, ok… Nur wenn man den Nervenstrang als Öffnung betrachtet) und Rosa ist doch sowieso eine dämliche Farbe!
        Nene, also damit lockst du mich diesen Freitag definitiv nicht an. Das kannste echt selbst essen XD

        Gefällt 1 Person

  1. Preiselbeeren und Käse – da umweht ein gesegneter Duft von Schlaraffenland meine Nase. 🙂 Diese Kombination geht eigentlich immer. Und man sollte bei der Bandbreite möglicher Käsesorten nicht kleinlich sein. Allerdings bevorzuge ich es, wenn die Protagonisten dabei optisch erkennbar bleiben. Zum Glück habe ich noch einige Gläser Preiselbeerkompott im Keller. Und einen Käse, der sehnsüchtig des Verzehrs harrt. 🙂

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      1. ich hab die Kombi Feige & Käse generell in Australien kennen gelernt. Die scharfen und pikanten chutneys, die es hier gibt, mag ich ja nicht so. Aber Feigensenf ist herrlich! Oder Holundergelee mit Parmesan!!!!

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