An jedem zweiten Donnerstag im Monat lädt Wili dazu ein, ein Koch- oder Backbuch vorzustellen. Und sie tut das nicht irgendwie, sondern anhand des Rezepts auf Seite 32. Auch in diesem Monat beteilige ich mich an der Aktion und wie auch schon beim letzten Mal mogle ich – aus triftigen Gründen.

Wie unschwer zu erkennen ist, brach auf meinem Blog bereits vor mehreren Wochen die Weihnachtszeit aus, weil ich zur großen Stollenbäckerei geblasen habe. Und bis Weihnachten bedeutet es für euch, dass die freitäglichen Rezepte .. Nunja … Plätzchenrezepte sein werden, bevor ich nach Weihnachten dann Stück für Stück das Weihnachtsmenü verbloggen werde, wenn ich gut gelaunt bin. Das Problem: Ich habe drei zwei Backbücher, aus denen ich Plätzchenrezepte beziehe. Eines davon ist dieses:

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Das Schätzchen ist ein Jahr älter als ich und ein treuer Weihnachtsbegleiter. Auf Seite 32 ist allerdings ein Rezept für Aprikosenstreuse. Versteht mich nicht falsch, ich mag Aprikosenstreusel sehr gern. Aber nicht in der Weihnachtszeit.

Ich kann aber auch nicht auf ein anderes Backbuch zurückgreifen. Denn in diesem Buch findet sich das Rezept für Ausstecherle, wie sie seit meiner Kindheit im Zeilenendeschen Haushalt gebacken werden. Wie gut, dass auf Seite 288 (32*9) ein Plätzchenrezept vorhanden ist, das ich mir zur Brust nehmen kann. Denn dieses Backbuch ist an einer wunderschönen Tradition schuld, die nun zum ersten Mal ohne mich im Zeilenendeschen Haushalt stattfinden muss: Dem gemeinsamen Plätzchendekorieren. Wie gut, dass ich bereits in meiner Studentenzeit diesen Brauch „mitgenommen“ und expandiert habe. Meine Mitbewohnerinnen werden also in diesem Jahr den Pinsel mit mir schwingen dürfen, denn die Adventszeit ohne Ausstecherle ist wie … Weihnachten ohne Ausstecherle. Auch darüber hinaus ist „Köstlich backen für alle Gelegenheiten“ als Weihnachtsbackbuch eine Wucht und ich habe bestimmt schon 20 der 55 Weihnachtsrezepte ausprobiert. Das Buch enthält massenhaft Rezepte, ist abwechslungsreich und gelingsicher.

Genug geredet, wir wollen Taten sehen. Und für die Taten habe ich mir zweierlei Makronengebäck ausgesucht. Makronen, das können wunderschön dressierte Häubchen sein, allerdings – so sehen sie schon auf dem Bild nicht aus. Das möchte ich hier sagen, bevor jemand mit mir schimpft. Die Makronen auf dem Bild sind sogar noch flacher als meine eigenen. Von daher bin ich ein wenig stolz auf mich. Und obwohl Makronen das französische Wort für „gebackene Luft mit Zucker“ sind, schmecken sie sehr gut.

Wir beginnen deshalb mit der Grundmasse (Wollt ihr beide Makronensorten probieren, benötigt ihr logischerweise die doppelte Menge Grundmasse):

  • 3 Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • 250g Puderzucker
  • 1 TL geriebene Orangenschale

Das Gute an Makronen ist: Man kann nicht viel falsch machen. Ihr müsst einfach das Eiweiß mit dem Salz steif schlagen und dann nach und nach den Puderzucker und die Orangenschale unterrühren. Fertig ist eure Makronenmasse. Ihr müsst dafür nicht einmal den Puderzucker aufwändig sieben. Solange er nicht allzu sehr klumpt, kommt er einfach so an den Rand der Schüssel und wird langsam untergearbeitet. Das habe ich exklusiv für euch ausprobiert, weil wir kein großes Haarsieb besitzen.

Nun zu den beiden Varianten. Für Nussmakronen werden nun

  • 250g gemahlene Haselnüsse

unter den Teig gearbeitet. Und das war es auch schon. Ihr seht, es ist kinderleicht. Denn nun kommt die Makronenmasse klecksweise auf ein Backblech und geht dann für etwa 30 Minuten in den Ofen. Bei Heißluft reichen 130°. Makronen werden ja bekanntermaßen eher getrocknet als gebacken.

Da ich nur zwei Backbleche habe – genauer ein Blech und ein Grillrost – war es unumgänglich, die Makronen rasch mitsamt dem Backpapier vom Blech zu ziehen. Das ist der einzige Grund für die Bruchschäden. Sie schmecken süß und nussig.

Wenn ihr noch nicht genug habt, klnnt ihr mir noch folgen auf dem Weg zu Zimtmakronen. Ich meine, wenn man schon einmal dabei ist, sollte man sich ja nicht lumpen lassen und die Sache ist wirklich einfach. Ihr stellt erneut die Makronengrundmasse her. Und diese erhält nun

  • 1TL gemahlenen Zimt
  • 1EL Back-Kakao

zugefügt. Dieses Mal entsteht übrigens eine Makronenmasse, die fester ist als die mit Haselnüssen, was wohl damit zu tun hat, dass sich Haselnüsse nicht so fluffig aufschlagen lassen wie Zimt und Kakao. Die schmecken ebenfalls süß … Und zimtig – oh Wunder!

Aber im Ernst: Zimt-Kakao-Makronen insbesondere sind geschmacklich interessant. Mir persönlich sind sie zu süß, die Haselnüsse geben eine gewisse Herbheit hinein, die den Zimtmakronen fehlt. Andererseits lässt sich gut erkennen, dass die festere Makronenmasse natürlich schöner aussieht, weil sie aufgeht. Und unter Umständen erblüht, wie die vordere Makrone. Das ist allerdings ein Schönheitsfehler – es sei denn, euch fällt so eine schöne Metapher wie mir ein. Deshalb noch einmal: Makronen erblühen.

Ich hoffe, ich habe euch ein wenig Lust auf Makronen machen können oder auf mein „Köstlich backen für alle Gelegenheiten“ … Wer braucht schon neue Kochbücher, wenn er so tolle alte hat?

37 Kommentare zu „Weihnachten auf Seite 32

  1. Ausstecherle muss ich unbedingt auch noch machen – also, wenn ich das noch hinkriege. Ich beziehe übrigens viele Rezepte aus einem blauen Buch namens „Das elektrische Kochen“, was es vermutlich schon in der 233445 Auflage gibt, ich aber eine mein Eigen nenne, die von 1978 – und damit 2 Jahre älter als ich – ist. Eigentlich müsstest du das doch auch kennen, oder? Laut Mutti (von der ich das Teil bekam) war das DAS Standardwerk in jeder Schulküche ^^

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    1. Japp, das Blaue Kochbuch kenne ich auch (etwas über 80 Jahre gibt es das), nenne es aber nicht mein Eigen. In Sachen Standardwerke bin ich „ganz gut“ ausgestattet, aber die beziehe ich gern in alten Auflagen, die sind in den meisten Fällen eher nach meinem Geschmack. Und das Blaue findet man ebenso wie das Bayerische, die Davidis oder Ich helf dir kochen so selten auf Flohmärkten, weil die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Find ich frech. *gg*

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      1. Ihr eigenes hat meine Mutter auch ganz „frech“ behalten, weil sie da haufenweise Notizen drin gemacht hat – ABER sie hat mir netterweise die Ausgabe vom Flohmarkt besorgt, die ich jetzt habe ^^ manchmal hat man eben noch Glück. Ich hab noch 1-2 alte Schinken, aber das mag ich irgendwie am liebsten…da sind einige ECHT gute Rührkuchen (Schokokuchen, Gewürzkuchen, Marmorkuchen) drin…und vermutlich macht’s das Etwas aus, dass ich diese Rezepte schon von Kind auf kenne. Ich glaube, sogar meine Omma kochte/backte schon zu den Rezepten daraus…

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  2. Ausstecherle mache ich auch jedes Jahr – aus einem Koch- und Backbuch, das meine Großmutter schon besaß und dieses evtl auch schon von ihrer Mutter bekam. Zur Zeit liegt es noch bei der Wintermami, aber der muss ich es unbedingt abnehmen 🙂 ….

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  3. Ausstecherle… die hab ich ewig nciht mehr gemacht. Die Tradition ging bei uns irgendwann verloren, vermutlich, weil ich zu viele gegessen habe, sodass sich Kosten und Nutzen nicht mehr die Waage gehalten haben. ^^

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  4. In meinem Nussmakronenlieblingsrezept kommen außer gemahlen Haselnüssen auch gehobelte Nüsse rein, Mengen-Verhältnis ca 1:1.5 , die verlaufen überhaupt nicht und werden wunderbar „bergig“. Bleibt die Frage, wo man gehobelte Haselnüsse herbekommt, ich nehme Mandeln als Ersatz.

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  5. Ok, das mit den Haselnüssen lasse ich mal lieber sein, will ich Weihnachten noch erleben. ;o) Entweder ich variiere mit gemahlenen Mandeln oder backe einfach gleich die doppelte Menge der Zimt-Kakao-Makronen, die es mir spontan angetan haben …

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  6. Mich hast Du neugierig auf alles gemacht – auf die Makronen und auf’s Buch. Das Buch habe ich mir gerade bestellt. Es fehlte bis eben noch in meiner umfangreichen Backbuchsammlung 😀 Die Lücke ist nun also gestopft. Obwohl … da war eigentlich so gar keine Lücke mehr im Regal. Ich brauche wohl nun ein neues Koch- und Backbuchregal 🙄 Aber es ist ja gleich Weihnachten 😉

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    1. Ich bin erstaunt und hoffe, dass dir das Buch ebenso gut gefällt wie mir. Neben der Unzahl an Plätzchen kann ich auch die Ungarische Schokoladen-Nuss-Torte wärmstens empfehlen. Die war meine erste Trademark-Torte auf Geburtstagen, als ich so 12-16 war. 🙂

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  7. Gerade denke ich warum das Zeilenende wohl nicht mit mir spricht….ich wollte kommentieren, hab’s aber nicht gemacht…..hach je….es fängt selten inne Füße an… :-))))))) jedenfalls war mir das mit dem Kakao völlig neu…..tönt aber ungemein lecker 🙂

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  8. Das klingt mal wieder nicht nur lecker – das sieht auch super lecker aus! Und ja, ich hab eindeutig Lust auf Makronen bekommen 🙂 Ich glaube bei mir landet einfach noch etwas Zimt in den Nussmakronen 😉 – Sü

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      1. Hmm… Nein ich gehöre dann doch eher der Zimtfraktion, als der Kakaofraktion an – also wenn bleibt es bei nur Zimt. Ich brauch auf Arbeit unbedingt einen Herd und gaaaanz viel Arbeitsfläche. Geht doch nicht, dass ich hier auf Arbeit sitze und es mir in den Fingern kribbelt doch endlich mal Plätzchen oder in dem Fall leckere Makronen zu backen… Na mal sehen, schlafen wird ja im Allgemeinen überbewertet 😉 – Sü

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