Jeden Montag stellt das Buch-Fresserchen seine Montagsfrage zu Lesegewohnheiten, (fast) jeden Dienstag bemühe ich mich um eine Antwort auf ihre Frage. Alle meine Antworten gibt es im Archiv. In dieser Woche heißt es: Welche Bücher haben es auf eure Weihnachtswunschliste geschafft?

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Dies hier ist ein Geständnis. Nicht ein Geständnis, dass ich einen Wunschzettel schreibe. Auch nicht, dass ich ihn ans Christkind schreibe. Erstrecht nicht, dass es tatsächlich ein Brief ist, den ich schreibe. Mit dem Füller. Mehr als eine schnöde Liste. In der Tat ist es meist so gewesen, dass ich 2-3 Seiten recht großzügig mit Tinte fülle und dann eine Wunschliste angehängt habe. Das Geständnis ist: In diesem Jahr habe ich keine Bücher auf der Wunschliste. Oder überhaupt konkrete Dinge. Ich habe meine Wünsche in den Brief eingebaut, auch wenn die Wünsche nur Hinweise sind.

Es ist so: Ich habe mir in diesem Jahr zwölf Bücher organisiert, wenn ich mich nicht verzählt habe. Das gesamte Dutzend habe ich in diesem Jahr gelesen. Darüber hinaus habe ich meinen SuB reduziert, denn mein Anspruch ist es, diesen endlich komplett abzubauen.

Ich höre, wie manche Buchblogger*innen jetzt lachen. Aber mein SuB ist ja eh ungewöhnlich. Ich war bislang auch nie ein Bestsellerkäufer, die immense Produktivität von Autoren in den populären Genres Fantasy, Thriller, Liebe und Historisches hat mich nie interessiert, weil ich in den entsprechenden Abteilungen nur sporadisch vorbei schaue. Ich habe also nichts auf dem SuB liegen, was neu oder vor Kurzem erschienen ist. Mein SuB besteht aus Heinrich Böll, Kurt Kluge, Herman Wouk, Siegfried Lenz und Friedrich Dürrenmatt, um mal die fünf zuoberst liegenden Autoren zu nennen. Und als Spießer mit Anspruch, das eigene Spießertum zu pflegen, kann ich die Literatur der genannten Personen nicht aufschieben.

Deshalb habe ich es in Sachen Bücher dabei belassen, auf meinem Wunschzettel an das Christkind darauf hinzuweisen, dass ich von der aktuellen Spiegel-Bestsellerliste Belletristik (Hardcover) kein einziges Buch auch nur besitze. Obwohl mich einige Titel durchaus reizen würden. Aber mir ist in diesem Jahr danach, überrascht zu werden. Nicht nur damit, welche Bücher aus meiner Wunschliste ich wohl bekommen werde, sondern was mich so an Leseabenteuern im neuen Jahr erwartet, neben dem Herrn Kortüm, der ein Vorbild war, weil er das Versprechen gab, kein einziges Wort über die Caine als sein Schicksal zu verlieren.

Wie ist es mit euch? Schreibt ihr überhaupt noch Wunschzettel an Weihnachten oder verweist ihr interessierte Menschen bloß auf eure digitalen Wunschlisten? Welche Bücher wünscht ihr euch zu Weihnachten? Und für die Eltern unter euch: Schreibt ihr euren Kindern artig Wunschzettel, so wie es die Kinder tun/taten?

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25 Kommentare zu „Weihnachts-Buchwunsch-Zeit

  1. Also, ein SuB, ob vorhanden oder nicht, bestsellerlastig oder eher ungewöhnlich, bringt mich nicht zum lachen. Auch nicht zum weinen. Nur um das mal erwähnt zu haben.

    Nur Bücher zu kaufen, die man dann tatsächlich auch zeitnah liest – ich habe Respekt vor so etwas. Ich kann es nicht, scheitere kläglich an jeglichen SuB-Abbau-Aktionen, und habe es auch aufgegeben mich von dem bösen Stapel (oder eher Regal) unter Druck setzen zu lassen.

    Aber wirklich, mein größter Respekt. ❤
    Und Brief an den Weihnachtsmann finde ich großartig!

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  2. Da mich eine Wunschliste intellektuell überfordern würde, mache ich es mir einfach und wünsche mir immer nichts. Das hat so nebenbei den Vorteil, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn der Wunsch mal nicht erfüllt werden sollte. Allerdings muss ich potenzielle Nachahmer gleich vor einem möglichen Risiko warnen: Betreibt man nämlich diese Art des Wünschens in wiederholungstäterischer Oftheit, läuft man Gefahr, vor lauter Bescheidenheit zum Ziergegenstand zu mutieren. Und da kann es leicht geschehen, dass man plötzlich als Weihnachtsdeko aufgehängt wird. 😉

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  3. Ahaha, Überraschung? Da käme ich ja in Teufels Küche, die würden wer weiß was kaufen – und dabei wären doppelte Bücher nicht mal das Schlechteste. XD
    Nene, ich geb jährlich ne Liste mit Vorschlägen raus, an denen sich alle orientieren können. ^^‘
    Und bei Büchern kauf ich unterm Jahr eh immer einige, da käme außermir sowieso keiner mit. Wobei mir einfällt, dass ich mal wieder lesen sollte. *seufz*

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  4. Ich schreibe: „Liebes Bankkonto, ich war so artig und habe dieses Jahr soviel gearbeitet. Bitte kauf mir doch folgende Sachen:“ Bücher sind bislang nicht dabei…
    Es gab bereits den Tee-Adventskalender und ggf. wird es noch eine Nascherei geben. Nach Weihnachten gibt’s definitiv mal eine Sushi-Groß-Bestellung – ganz weihnachtlich-abendländisch…

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  5. Ich schreibe keine Wunschzettel, auch wenn ich das früher ziemlich konsequent und ordentlich durchgezogen habe, aber es ist auch nicht so, dass ich total viele Wünsche habe und dass es sich lohnen würde, alle aufzuschreiben. Ich habe jedes Jahr nie viele Wünsche, meist nur einen richtigen oder ich nenne Dinge, über die ich mich sehr freuen würde. Und wie immer sage ich jedes Jahr, dass ich mich natürlich über Bücher freue!!! 😉 Auf jeden Fall hätte ich noch unglaublich gern die restlichen Bücher von Fitzek, die ich noch nicht gelesen habe und „Allein aus Freundschaft“ von Nicci Gerrard – denn ich liebe dieses Buch und habe es schon mehrmals gelesen und möchte es daher einfach total gern in meinem Regal stehen sehen 😉

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