Wie bereits letzte Woche angekündigt, habe ich in der Stollenküche ein wenig herumexperimentiert. Ich war bislang der Meinung, ein Stollen könne zwar ggf. mit Haselnuss oder Mohn statt Rosinen und Mandeln gefüllt sein, aber ich war überzeugt, dass er immer auf Grundlage eines Hefeteigs entsteht. So harre ich gespannt dem Tag, an dem ich diesen Stollen aus Quark-Knetteig probieren kann.

Auch dieser Stollen ist dennoch klassisch, für die Füllung benötigt ihr deshalb:

  • 500g Rosinen
  • 100ml Rum
  • 250g gemahlene Mandeln
  • 150g Sukkade
  • 100g Orangeat

Und erneut gilt: Die Rosinen am Abend zuvor bitte in den Rum einlegen, damit sie gut durchziehen können. Was die anderen Zutaten angeht, braucht ihr aber keine Hefe-Aktivität und sie müssen glücklicherweise nicht vorher alle auf Zimmertemperatur kommen, um einen optimalen Trieb zu erreichen. Teigzutaten sind:

  • 500g Weizenmehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 150g Zucker
  • 1 Päckchen Vanille-Zucker
  • Salz
  • 4 Tropfen Bittermandel-Öl
  • je 1 Msp. gemahlene Nelken, Kardamom, Ingwer, Muskatblüte, Zimt
  • 2 Eier
  • 175g Butter
  • 250g Quark

Mir fiel beim Hochladen der Bilder auf, dass ich einige Arbeitsschritte nicht dokumentiert hatte. Das ist aber gar nicht so dramatisch. Im Unterschied zum Hefestollen ist der Teig schnell gemacht: Die Butter kann man zerlassen oder auch nicht, sie kommt anschließend mit allen anderen Zutaten zusammen in eine Schüssel und wird dort verknetet. Ich habe erst die Zutaten mit dem Handmixer grob und auf kleiner Stufe verknetet und dann mit der Hand weitergemacht. Wenn ein zusammenhängender Teig entstanden ist, kommen Rosinen, Mandeln, Sukkade und Orangeat hinzu.

Die Menge an „Füllmaterial“ machte es schwierig, den Stollenteig „traditionell“ zu formen, d. h. auszurollen und einzuschlagen. Ich formte ihn stattdessen der Einfachheit halber zu Brotlaiben. Denn der Stollen ist ja letztlich ein süßes Brot.

Während der Prozedur heizte der Ofen auf 250° Ober-/Unterhitze vor und der Stollen wanderte hinein ins Backrohr. Das regelte ich anschließend auf etwa 160° herunter und ließ den Stollen für 55 Minuten backen.

  • 100g zerlassene Butter
  • Puderzucker

hatte ich natürlich bereit, als der Stollen herrlich durftend aus dem Ofen kam. Ich war ein wenig missvergnügt, weil er doch stark aufgeplatzt war. Aber so konnte ich ein paar kleine Stücke probieren und war zufrieden, während ich die Laiber mit Butter einpinselte, mit Puderzucker bestreute, die Prozedur wiederholte und die Stollen nach Auskühlung in Alufolie verpackte und lagerte.

Und wenn ihr euch fragt, was ich mit vier Stollen will? Der Rest der Familie Zeilenende braucht doch ein Carepaket für die Adventszeit. Nächstes Wochenende backe ich Unmengen an Plätzchen und das zum ersten Mal in meinem Leben nicht dort. Also gibt es ein Adventspaket mit zwei Stollen und Weihnachtsgebäck.

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35 Kommentare zu „Stollen mal anders

  1. …keine Ahnung warum, aber ich habe jetzt Lust auf Hefezopf mit Rosinen oO habe gestern übrigens eine Riesenladung Kekse gebacken, weil sich ein Teil davon auch als Carepaket zu Seniors aufmachen wird.

    Gefällt 1 Person

      1. Ja…*grübel* schon irgendwie. Wobei ich die Keksversorgung schon aufrecht erhalte, seit ich vor mehr als 10 Jahren ausgezogen bin. Irgendwie war ich dafür schon immer zuständig ^^ in den letzten Jahren allerdings noch mehr, da Omma Argh das einfach nicht mehr schafft…

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  2. Huff. Da hat sich die Vorfreude aber rasch wieder verflüchtigt. 😦
    Natürlich habe ich frohlockt. Zeilenende hat zu viele Stollen gebacken. Also nichts wie ran ans Kommentarfeld, Adresse eintippen und Zeilenende mit inständigem Nachdruck ersuchen, doch bitteschön einen der Stollen rüberwachsen zu lassen. Aber eben – wo die Zeilenendes doch vor wenigen Monaten ihren Sohn/Bruder an die böse Welt verloren haben, geht ein Carepaket natürlich vor. Mein Verstand sieht das ein. Der Magen allerdings nicht – sein Knurren muss dringend besänftigt werden (irgendwo habe ich bestimmt noch ein benagbares Hungertuch rumfliegen). 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Wir könnten es gemeinsam versuchen….gemeinsam sind wir stark….und dem inständigsten Nachdruck muss er irgendwann erliegen, denn die Adventzeit ist noch lang….da lassen sich noch viele Backtage einschieben!

      Also…..ich lass schon mal meine Adresse da…..für alle Fälle…..nicht das es noch daran scheitert….

      An das
      Marinsche
      Koche Dein Leben, in der Küche als auch im Alltag Straße 3393
      000777000 Kleine Küchenwelt

      Gefällt 3 Personen

      1. Das ist eine glänzende Idee. Statt einsam vor uns hinzuknurren vereinigen wir uns zu einem Rudel und stimmen ein Wolfsgeheul an, das dermaßen schaurig durch die langen Winternächte klingt, dass das dergestalt um die Nachtruhe gebrachte Zeilenende sich die Zeit mit Backen vertreibt. Und wenn der Backwarenstapel gigantische Ausmaße angenommen hat, präsentieren wir uns ganz unschuldig als hülfreiche Retter in der Not. 😀

        Gefällt 2 Personen

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