Ich hätte ehrlich gesagt nicht geglaubt, dass Arrow eine vierte Staffel bekommt. Das Ende der dritten wäre super gewesen. Aber nein, es musste eine vierte Staffel geben. Ich habe sie geschaut und bin einigermaßen unterwältigt. Für diese Besprechung gilt: Ein paar kleinere Spoiler zur Staffel sind enthalten, Spoiler zu den ersten drei Staffeln sind möglich.

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Teaser von amazon.de

Nach dem Sieg über seinen bisher ärgsten Feind hat Oliver Queen Starling City verlassen, um ein neues Leben mit seiner Flamme Felicity Smoak zu beginnen. Aber wird Oliver seine Vergangenheit als Arrow hinter sich lassen, und wenn ja, was wird aus dem Team? Werden Diggle, Thea und Laurel die Mission fortsetzen, und ist man mit Malcolm Merlyn, der die League of Assassins anführt, überhaupt sicher?

 

Pluspunkte

Arrow überzeugt zu Beginn mit ein wenig Charakterentwicklung. Malcom Merlyn, unser geschätzter Lieblings-Grauer, wurde mir im Laufe der Zeit ein wenig zu nett. Er bleibt nett, allerdings erkennt man auch endlich wieder klar, dass er ein Psychopath ist. Das macht ihn zu einem interessanten Charakter.

Überhaupt glänzt die vierte Staffel vor allem da, wo sie die wenigen Änderungen vornimmt oder Gastauftritte möglich macht. Es gibt eine sehr massive Änderung, insbesondere mit Blick auf die Staffeln 2 und 3, die der Serie gut tut, weil sie von mystischem Ballast befreit wird. Nicht, dass das schlecht war, es machte Arrow interessant. Andererseits bestand immer die Gefahr, es zu übertreiben.

 

Gut inszeniert war das Auftauchen eines Neben-Charakters, der auf Anhieb eine wichtige Rolle spielt und dessen Geschichte der Serie Würze gibt. Es erlaubt vor allen Dingen aber auch Charakterentwicklung jenseits von Ollie Queen.

Ansonsten dürfen wir uns in der vierten Staffel über das Auftreten von Constantine, einer verrückten Bienenfrau (großartige Schurkin, was habe ich gefeiert!) und die Rückkehr von Cupid freuen. Auch wenn Cupid in der deutschen Übersetzung einen echt dämlichen Spruch hat. Echt mal … Guckt die Staffel in der OV, ich konnte es leider nicht.

 

Minuspunkte

 

In der vierten Staffel überwiegen die Minuspunkte. Mit Damien Darhk gibt es einen klischeehaften und damit ausgesprochen albernen Schurken. Während Magie in Arrow immer eine wichtige, aber untergeordnete Rolle gespielt hat, wird sie nun Hauptakteur der vierten Staffel und ich danke den Seriengöttern, dass Ollie keinen Zauberstab zieht und „Expelliarmus“ brüllt. Es wird unglaubwürdig an der Mystery-Front.

Während das überflüssige Gastspiel von Roy beinahe zu vernachlässigen wäre, ist es traurig, wie Laurel in der vierten Staffel untergeht. Neben den übrigen Charakteren hat sie kaum noch eine eigene Daseinsberechtigung, sie verkommt regelrecht zur Statistin.

Das Ende der Staffel ist zum Weinen schlecht. Insgesamt ist der finstere Plan des Schurken viel zu dick aufgetragen und mit einer Schicht Puderzucker aus Magie übergossen, der ihn kaum genießbar macht. Thea darf mitten im Finale beinahe folgenlos ein Kind bedrohen und das Ende ist so voller Pathos, dass ich Seriendiabetes habe. Schwacher Gegenspieler, schlechtes Ende: Die Story der vierten Staffel war ein großer Rohrkrepierer.

 

 

Arrows fehlende Tugenden – Fazit

Arrow wird in der vierten Staffel zu Green Arrow – warum auch immer. Hätte man sich sparen können. Insgesamt enttäuscht die Entwicklung der Serie in der vierten Staffel. Beginnt sie stark mit einem Zeichen, dass der Mystery-Aspekt nicht die Oberhand gewinnen soll, spielt er schließlich doch eine zentrale Rolle. Es gelingt den Magie-Spielen allerdings nie, eine ernstzunehmende Bedrohungskulisse zu entwickeln. Viel zu albern wirkt Damien Darhk beim Herumfuchteln mit seinen Zauberkräften.

Schade ist es außerdem, die angedeuteten strukturellen Bedrohungen in den Blick zu nehmen. Der vierten Staffel gelingt es, eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie man sich wehrt. Sie betont die Stärke des Kollektivs, der Bürgerschaft, die sich erhebt. Andererseits ist der Mechanismus auch aus früheren Staffeln schon bekannt. Mit Vertigo als Gegenspieler gab es ein interessantes Konzept, das „Arrow“ erlaubt hätte, auch gegen andere soziale Missstände zu kämpfen. Aber die Macher haben sich für unbeholfenen Aktionismus und unterkomplexe Geschichten entschieden. Der Nachteil, wenn man einen zaubernden Schurken hat und alles durch Magie erklären kann.

Die vierte Staffel hält nicht, was die dritte verspricht. Andererseits muss sich das Arrowverse nach der dritten Staffel auch neu sortieren. Die fünfte Staffel bekommt eine Chance, auch wenn ich die Befürchtung habe, dass die Beziehung Ollie-Felicity zu einer Soap Opera verkommt.

 

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4 Kommentare zu „Besprechung: Arrow Staffel 4

  1. Mein Fazit bisher: Die erste Staffel war gut (und hatte so viel Potenzial), die zweite mäßig, die dritte noch mäßiger, die vierte peinlich und die fünfte scheint sich wieder auf mäßig zuzubewegen. Vielleicht gibt es ja Hoffnung auf ein „gut“ in der sechsten . Jedoch bezweifle ich das. Leider haben die Autoren den guten und spannenden Start (und die Möglichkeiten) mit O.Queen und seinem Wandel vom Juppie zum Rachehelden, der geheimnisvollen Insel und seiner Erkenntnis, das sein Vater nicht die Person war, die er glaubte zu kennen, absolut nicht ausgeschöpft. Eigentlich haben sie das Potenzial dahinter überhaupt nicht genutzt. Es war der erste DC-Held, der es mir (Danke der 1. Staffel) angetan hatte und dann haben sie es einfach vermurkst. Allein schon, dass er gar nicht „Lost on the Island“ war, sondern zwischenzeitlich in der ganzen Welt unterwegs und der ganze Schmu, bis er zurück nach Hause kam, also wirklich… das ist Kinderfernsehen-Niveau (nur etwas brutaler).Dann tauchen ständig gruslige neue Gegner auf (soweit so richtig), aber viel zu schnell entpuppen die sich dann als handzahme Haudrauf-Püppchen. Es gibt keinen wirklich starken Gegner. Obwohl ich in Staffel 5 einen Hoffnungsschimmer sehe, (Achtung: Spoiler*) da hier eine Antagonistin auftaucht, die echt Potenzial hat und das so ganz ohne Pfeil und Bogen, dafür mit Notizblock und Fernsehkamera. 😉 Aber ich wette, das vergeigen die Autoren auch wieder.

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    1. Das stimmt. Potential wurde in dieser Serie en masse verschenkt, auch wenn ich Wie gesagt den Mystery-Ton mochte. Aber Damian? Ernsthaft? Und dann die Story aus der ersten Staffel im Prinzip nochmal? Deine Worte zur fünften Staffel machen mir zwar Mut, aber naja. Ich hoffe ja, dass für die Inselsache irgendwann mal eine plausible Begründung kommt.

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