Dass es in Stuttgart Gespenster und Dämonen gibt, habe ich schon bewiesen. Und das in meinem Viertel. Doch die Sache ist schlimmer. In der Nacht vor Allerheiligen eskalierte die Sache nämlich. Die Zahl gruseliger Kreaturen nahm zu. Nicht nur hier, sondern in ganz Stuttgart. Vor allem die der Dämonen. Und sie trauten sich bis in mein Zuhause. Wahrscheinlich angezogen von einer schwarzen Katze.

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Am Nachmittag des 31.10. schien noch alles in Ordnung zu sein. Es lag zwar eine gewisse Spannung in der Luft, die mier eine einzelne widerspenstige Strähne zu Berge stehen ließ, aber ich war guter Dinge, dass sich diese gruselige Stimmung im Laufe des Abends verziehen würde. Ich stand in der Küche und blickte aus dem Fenster, als ein Gespenst daran vorbeiflog. Ich erschrak, erbleichte und erstarrte. Bevor ich mich erholen konnte, um ein Beweisbild zu machen, war das Gespenst aber wieder weg. Und erholen konnte ich mich von dem Schreck nur halb. Ich blieb partiell bleich.

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Auf den Schreck gönnte ich mir einen Zaubertrank, das mir wieder Farbe ins Gesicht bringen sollte. Doch offenbar war dieser Zaubertrank, nennen wir ihn Bier, verflucht. Oder schlecht. Denn statt mir meine gesunde Gesichtsfarbe zurück zu geben, sorgte es für Flecken. Ehe ich mich versah, befahl mir eine innere Stimme, die Flasche bis zur Neige zu leeren. Dann begann ich über dem Boden zu schweben. Ich drehte mich … Und verlor völlige Kontrolle über meinen Körper. Eine fremde Präsenz machte sich in mir breit und übernahm das Kommando. Ich fühlte mich wie verwandelt … Und hilflos. Während der Spuk in der Wohnung nun so richtig begann.

Denn nicht nur, dass mein Körper wie irre zu kichern begann, er sprach auch magische Beschwörungsformeln. Kein Zweifel, die fremde Präsenz in meinem Körper rief ihre Freunde herbei. Und nach einigen Zaubergesten gelang es ihr auch.

Die beiden Gestalten spukten eine Weile durch die Wohnung, erschreckten Moritz halb zu Tode, obwohl er doch ein Hexenkater ist und solchen Anblick kennen sollte. Ich war einigermaßen erleichtert, als die beiden Gruselgestalten gegen Mitternacht sprachen, nun zum Hexensabbat aufbrechen zu wollen. Ich freute mich, als hilfloser Geist in der Wohnung spuken zu können. Doch der Dämon in meinem Körper zerrte mich mit. Und ließ mich zusehen, wie er mit anderen gruseligen Gestalten das Böse zelebrierte und Kopfbedeckungen tauschte.

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Die ganze Nacht schleppte der Dämon meinen Körper von Hexenhaus zu Hexenhaus, bis er mich am nächsten Morgen wieder verließ und ich Kontrolle zurückgewann über meinen Körper. Müde schleppte ich mich im Licht des neuen Tages zurück nach Hause. Vorsichtig öffnete ich die Tür zur Wohnung und erspähte zu meinem Glück nichts anderes als den verfluchten Hexenkater. Keine Dämonen und Gespenster mehr. Sie hatten sich in Luft aufgelöst. Ich ging ins Bad … Ich erschrak. Der Dämon hatte mich doch verlassen!

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Aber er hatte wohl Spuren hinterlassen. Ich überlegte, was zu tun sei. Wie hatte das noch einmal angefangen? Ich hatte ein Gespenst gesehen. In der Küche. Ich ging also zurück in die Küche. Dann war ich erbleicht. Und hatte mir einen Zaubertrank gegönnt. Dann verwandelte ich mich. Ich öffnete entschlossen den Kühlschrank und griff nach einer weiteren Flasche Zaubertrank. Ich spürte es kribbeln. Etwas geschah. Rasch eilte ich zurück vor den Spiegel, um beobachten zu können, was geschah.

Nach und nach verschwanden die Spuren der Verwandlung. Aber am linken Auge entstand ein Mal. Ich war von Dämonen besessen gewesen. Das hinterlässt Zeichen.

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19 Kommentare zu „Dämonen und Gespenster

  1. Bei mir hier hat es an jenem Abend an Geistern gefehlt. Jetzt ist mir auch klar, warum. Sie waren scheinbar bei Dir und haben Dich zu seltsamem Tun verführt 😉
    Ich hatte mich schon gewundert, denn der Harlekin, der so sehr auf Schokolade aus war, hat nicht an unsere Tür gepocht. Konnte er ja auch nicht, da er fernab von Hexenhaus zu Hexenhaus gewandert ist und statt Schokolade wundersame Zaubertränke zu sich genommen hat 😉
    Hoffentlich hat das alles keine dauerhaften Spuren hinterlassen 😉

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  2. Schickes Kostüm! 🙂
    Und schön, dass du entsessen bist, auf Dauer ist die Besessenheit doch kein Zustand. 😉

    PS: Achja, schicke Mitbewohnerin. Da kann man ja fast schon neidisch werden, wäre man es nicht schon des Herrn Moritz wegen. :mrgreen:

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