Für diesen Beitrag musste ich eine Recherche bezüglich der Schreibweise starten. Und mich einem dunklen Kapitel meiner Vergangenheit stellen. Es führt kein Weg dran vorbei. Heute kochen wir Teletubbies. Und das, obwohl Donnerstag ist. Und nicht Freitag. Aber wegen des Buch-Date kommt meine Rezension ohnehin am Samstag und morgen ist der Monatsletzte, die der Anderwelt gehört. Da bot es sich an, etwas aus dem Fernsehen zu kochen und es am Donnerstag zu präsentieren.

Für diejenigen unter euch, die für die Teletubbies zu alt waren … Und nicht an eigenen Kindern verzweifeln sich nicht an eigenen Kindern erfreuen, eine kurze Erklärung der Teletubbies. Die Teletubbies sind ein englisches Vorschulprogramm. Es läuft im Fernsehen (Programm), richtet sich somit an kleine Kinder (Vorschule) und es ist skurril. Englisch eben. Die Teletubbies sind vier amorphe Gestalten, die noch zu jung sind, um als Aliens bei Doctor Who mitzuspielen und sie leben in einer Plastikwelt, gegen die des Doctors TARDIS schlicht und unprätentiös aussieht. Es gibt ein Baby, dem die Sonne aus dem … Gesicht scheint. Und einen Staubsauger. In den Geschichten geht es meist darum, dass Tinky-Winky (lila) Dipsy (grün) in Laa-Laas (gelb) Po (rot) steckt. Und wer das nicht glauben will: Habt ihr euch mal über die Antennenformen von Dipsy und Po Gedanken gemacht?

Kleinkinder essen mit Begeisterung Brei. Aus naheliegenden Gründen, wie mir scheint. Kinder sind künstlerisch veranlagt und sie wollen sich bereits in jungen Jahren für alle Ewigkeit verewigen (die Doppelung ist Absicht, ja!). Und sei es auf den Oberteilen ihrer Eltern. Wenige Lebensmittel sind dafür besser geeignet als Möhrenbrei und Spinat. Das Bedürfnis mancher Mütter, ihre Kinder möglichst lang zu stillen, steht deshalb in einem direkten proportionalen Verhältnis zu der Angst der Mutter um ihre Garderobe.

Aber auch im Erwachsenenalter hat der Brei noch seine Bedeutung. Wir nennen ihn nicht mehr Brei sondern Dip und reichen ihn als Brotaufstrich, zum Bestreichen von Gegrilltem oder um die Rohkost weniger gesund und dafür schmackhafter zu machen. Der Plural von Dip ist natürlich Dips. Aber weil das Verzehren gut zerkleinerter Speisen nun einmal äußerst infantil ist, nennen wir fürderhin Dip Dipsy und Dips Dipsys. Und ich habe heute gleich drei für euch im Gepäck, weil ein Dipsy allein keinen guten Beitrag abgibt … Und ich es beim Grillen oder Buffets ohnehin nie unter drei Dipsys mache. Ich probiere gerne was aus und es kann nunmal passieren, dass einer total für den Po ist. Und damit meine ich nicht den Teletubby.

 

Hummus-Dipsy

 

  • 5 EL Sesamsamen
  • 3 EL Korianderkörner
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1 TL Pfeffer
  • 1 Dose Kichererbsen (265g Abtropfgewicht)
  • 100ml Olivenöl
  • 1 EL getrockneter Oregano … Oder frischer Oregano
  • Muskatnuss
  • Saft einer halben Zitrone
  • Salz

Röstet Sesam, Koriander und Kreuzkümmel in einer Pfanne an, bis es zu duften beginnt. Vermischt es mit dem Pfeffer und nehmt die Pfanne vom Herd. Lasst die Kichererbsen abtropfen. Werft alle Zutaten gemeinsam in den Mixer und mixt gut durch. Wenn ihr die doppelte Menge zubereiten wollt: Vergesst es, das passt nicht in den Mixer, sofern seine Kapazität 3/4l ist.

Erfreut euch an einem sehr intensiv schmeckenden Brei, für den es natürlich unzählige Variationen gibt … Die hier ist erprobt und schmackhaft, deshalb gebe ich sie guten Gewissens weiter.

 

Pilz-Tomaten-Dipsy

 

  • 300g braune Champignons
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Öl
  • 60g getrocknete Tomaten, in Öl eingelegt
  • 20g frisch geriebener Parmesan
  • etwas Zitronensaft

Auch bei diesem Rezept leistet euch der Mixer eures Vertrauens gute Dienste, auch wenn er nicht im Bild ist. Beginnt mit den Champignons, die ihr putzt und dann in kleine Würfel schneidet. Erhitzt das Öl in der Pfanne und bratet die Champignonwürfel darin, bis alle Flüssigkeit verdampft ist. Währenddessen würfelt ihr eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe fein. Gebt sie mit Salz und Pfeffer zu den Würfeln.

Als nächstes die Tomaten hacken, alle Zutaten und ggf. etwas von dem Einlege-Öl in den Mixer geben, alles gut durchpürieren und sich die Creme in die Haare schmieren … Nein, aufs Brot natürlich! Super Belag für ein frisches Weißbrot.

 

Erbsen-Basilikum-Dipsy

 

  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 EL Olivenöl
  • 200g TK-Erbsen
  • ca. 250ml Gemüsebrühe
  • 1/2 TL Johannisbrotkernmehl (Reformhaus)
  • 1-2 TL Zitronensaft
  • 4 Stängel Basilikum

Erbspüree ist ein Klassiker unter den Babybreien … Mit ein wenig Kreativität schmeckt es sogar – in diesem Fall nach Basilikum. Außerdem ist Dipsy grün. Was gibt es besseres als einen grünen Dipsy? Genau, nichts!

Schneidet Zwiebel und Knoblauch in feine Würfel und dünstet das Ganze in einem EL Öl glasig. Gebt dann die gefrorenen Erbsen hinzu und gießt die Brühe an. Die 250ml sind eine Schätzung, weil ich das so aus dem Handgelenk gemacht habe. Schließt den Deckel über der Pfanne und lasst das alles 4-5 Minuten dünsten.

Gebt die Erbsen mit dem Sud in den Mixer und während des Pürierens das Öl in feinem Strahl hinzu. Dann rührt ihr das Johannisbrotkernmehl unter (Stärke könnte auch funktionieren, aber das JBK aus dem Reformhaus ist ein tolles Bindemittel – im Unterschied zu dem aus dem Fernsehen, der wirkt eher lösend … Vom Wunsch, fernsehen zu wollen.) Die Creme mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken, auskühlen lassen und kalt stellen.

Das Basilikum kurz vor dem Servieren klein oder groß hacken (oder das TK-Produkt nehmen, weil der Basilikum im Garten ungesund aussieht) und unter die Creme ziehen. Essen und sich wie ein Kleinkind fühlen.

 

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22 Kommentare zu „Dipsy … Dreifach

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