Ich berichtete über meine mangelnden Erfolge beim Backen von Gebäck für Kolleg*innen und Mitbewohnerinnen. Nun ist es mir allerdings gelungen, etwas zu produzieren, das präsentabel ist. Ich habe mich eines alten Tricks bedient: Wenn gar nichts mehr gelingt, backe Cookies.

Cookies sind ein wirklich dankbares Gebäck. Man mischt einfach wild irgendwelche Zutaten, bis man einen zähen Teig hat, den man mit zwei Löffeln portionieren kann. Dann schmiert man diese Portionen auf Backbleche, schiebt sie in den Ofen und wartet. Nach dem Backen noch ein wenig auskühlen lassen, probieren und sich freuen. Denn: Der American Cookie so wie ich ihn liebe, ist ein wenig knusprig und vor allen Dingen „chewy“, ein wenig so wie Kaugummi. Der typisch deutsche Keks ist knusprig oder knusprig und mürbe. Selbst wenn man den Cookie also verbockt, weil man zu lange backt, kann man immer noch behaupten, es sollte tatsächlich ein Keks werden.

Für meine Schokokekse mit Nusskernen benötigt ihr zunächst einen Sirup, den ihr selbst herstellt. Besorgt euch dafür

  • 100g Zucker
  • 1 Päckchen Vanille-Zucker
  • 30g flüssigen Honig
  • 4 EL Schlagsahne
  • 70g Butter

Schmeißt alles in einen Topf und lasst es bei mittlerer Hitze flüssig werden. Hin und wieder durchrühren und aufkochen lassen. Dann nehmt ihr den Topf mit dem Sirup vom Herd und lasst ihn auskühlen. Währenddessen könnt ihr die übrigen Zutaten für den Teig vorbereiten. Dafür benötigt ihr

  • 200g gemischte Nusskerne
  • 1 Eigelb
  • 50g Weizenmehl
  • 30g Speisestärke
  • 1/2 gestr. TL Backpulver
  • 10g Backkakao

Die Sache ist eigentlich ganz einfach. Ihr müsst nämlich nur Weizenmehr, Speisestärke, Backpulver und Kakao mischen. Ihr müsst den Kakao nicht einmal durchsieben, wenn ihr ein wenig Geduld mitbringt und einfach sehr lange rührt. Oder wenn ihr feststellt, dass es zwar einen Abseiher in der Küche eurer WG gibt, aber kein Sieb. Erstrecht kein kleines Sieb, wie man es üblicherweise für das Sieben von Backkakao verwendet.

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Während euer Sirup weiter abkühlt, könnt ihr schon einmal das Ei trennen und das Eiweiß aufbewahren. Das wird Bestandteil eurer 1,5 Spiegeleier zum Abendessen. Und so ein paar Betrachtungen darüber anstellen, wie wichtig Salz nicht nur in der Suppe, sondern auch in süßem Gebäck ist. Denn „gemischte Nusskerne“ sind wahlweise sehr teuer oder gesalzen im Handel erwerbbar. Ich persönlich stehe auf die Kombination von salzigen Nüssen und schokoladigem Teig. Und da sich niemand beschwert hat, vermutlich auch meine Kolleg*innen. Wenn ihr da skeptischer seid, müsst ihr also entweder mehr Geld ausgeben oder die Nüsse vorher abspülen. Immerhin, den Abseiher, den man dafür braucht, den hätte ich in der Küche.

Während der Backofen auf 180° Ober-/Unterhitze vorheizt, wird das Eigelb unter den abgekühlten Sirup gerührt, ebenso wie die Nusskerne. Anschließend kommt der Sirup zur Mehlmischung und alles wird gut verrührt. Bevor irgendjemand fragt: Ja, das ist ein Schnapspinchen, in dem das Eigelb wartet. Das hat genau die richtige Größe für ein bis zwei Eigelb. Solange kein Schnaps drin ist.

Nun gebt ihr mit zwei Teelöffeln kleine Haufen auf ein Backblech, das ihr mit Backpapier ausgelegt habt. Lasst genug Abstand zwischen benachbarten Haufen, es werden ja noch Kekse draus, weil die Haufen breit laufen. Gebt dann das Blech in den Ofen und backt die Kekse bei etwa 180°. Dann herausnehmen und ein paar Minuten auskühlen lassen, die Kekse sind nämlich sehr weich, wenn man sie aus dem Ofen holt. Anschließend die eine Hälfte direkt essen, die andere Hälfte als Bestechung zum Einstand mitbringen.

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59 Kommentare zu „Er kann es doch – Mitarbeiterkekse

    1. Wir wissen nicht was die werten Leser noch so als Tip auf Lager haben….aber hier kommt der….taröööööööt….DER ultimative super-duper Tip des Tages ( trommmelwirbel )…ä tännschn pliiiiiiiieeeeeeeees…..zur Not halt einfach die Nüsse weg lassen! Aber komm uns bloß nicht mit „Aber irgendwie schmecken die Kekse nicht so….“ ;o)

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      1. Wenn ich meine Benachrichtigungen so sehr….ma überlegön…. ( und dabei den Zeigefinger auf die Oberlippe leg )…..könnte sein das wunderbare Marinsche 😀 huch ( ( den Ärmel über den Handballen zieh, den Bildschirm anhauch und drüberwisch )…hier staubt’s plötzlich….komisch…. ( hust )

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  1. *meld* *meld* Wir nehmen hier auch gerne welche 😀 Die sehen echt gelungen aus, das Rezept werde ich mir merken und sicher mal nachbacken. Die Kollegen freuen sich ja auch immer über Leckereien 😉 – Grüße, Sü

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  2. Bei diesen Zutaten haben die Kekse ja auch einen nicht zu unterschätzenden Nährwert, so dass sich bereits nach dem zweiten Dutzend ein angenehmes Sättigungsgefühl einstellt. Gerade bei Mitarbeiterkeksen ist das enorm wichtig, weil ja kaum jemand vor den Kolleginnen und Kollegen als Fresssack bzw. Fresssäckin dastehen will. 😉

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