Willkommen zu Cat Content Reloaded. Wilhelmine von und zu Zeilenende und ihre Schwestern sind nicht mehr in Reichweite meiner Tastatur, aber sie haben einen würdigen Nachfolger gefunden. Begrüßt deshalb meinen neuen Gastkolumnisten: Herrn Moritz.

Es ist ja nicht so, dass ich unglücklich gewesen wäre. Als Herr im Hause mit weiblichem Personal lässt es sich gut leben. Dennoch macht die Anwesenheit eines männlichen Bediensteten die Sache interessant. Als Kater hat man einen natürlichen Anspruch auf einen Butler. Ein Butler kann aber immer nur ein Mann sein. Deshalb bestand ich darauf, dass für die WG nur ein Mann gesucht wird.

Wir müssen noch ein wenig an seiner Erziehung arbeiten. Dem Zeilenende beliebt es nämlich, mich des Nachts nicht in seinem Schlafzimmer zu dulden. Er behauptet, ich würde nachts über Tische und Bänke gehen. Dabei tue ich das nur tagsüber. Nachts hege ich lediglich den Wunsch, von seinem Regal aus auf seinen Bauch zu springen. Ich wette, er gibt ein gutes Trampolin ab. Als Kater hat man einen natürlichen Anspruch auf ein Trampolin. Und als praktisch veranlagter Kater weiß ich Kombi-Geräte, in diesem Fall ein Butler-Trampolin zu schätzen.

Wie gesagt, das Zeilenende unterbindet diese Pläne noch … Derzeit. Also warte ich morgens ungeduldig darauf, dass er viel zu spät aufsteht. Also vor mir. Er sollte mich schließlich wecken, wenn er das Frühstück bereitet hat. Stattdessen muss ich ihn erwarten. Und wenn ich ihn erwartet habe, warten, bis er seine Fellpflege abgeschlossen hat und der Kaffee fertig ist. Es ist so schwer, an gutes Personal zu kommen.

Jeder Mensch sollte einen Kater im Kleiderschrank haben.

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Ich nutze die Zeit und inspiziere die Kammer meines neuen Butlers. Sie wissen ja, wie das mit sub-optimalem Personal ist. Wenn man es nicht ständig kontrolliert, nimmt es am Ende Drogen oder liest Hunde-Zeitschriften. In meinem Haushalt kann ich so etwas nicht dulden, deshalb begutachte ich allmorgendlich jede Ecke seines Zimmer und lasse mir auch seinen Kleiderschrank zeigen. Womöglich ist eine Ausgabe der „Fünf Freunde“ in eines der Bettlaken eingenäht. Die ist wegen Timmy dem Hund natürlich ebenfalls nicht zu dulden.

Da ist ein fremder Mann in meinem Bett. #catstagram #catsofinstagram

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Wenn es mal etwas länger dauert, komme ich nicht umhin, mein ernstes Anliegen, die Bekämpfung von Hunger, mit nachdrücklichen Blicken zu unterstreichen. Doch auch wenn es mir gelingt, mein Frühstück zu erhalten, verlasse ich die Küche erst einmal wieder. Mein Personal glaubt, ich habe Komplexe. Ich bin der Meinung, ich habe Stil. Man isst doch nicht unter den Augen seines Personals. Man isst nur in der Gesellschaft von gleichwertigen Geschöpfen.

Ich habe es nicht leicht mit meinem Personal. Egal ob altes oder neues Personal. Denn wenn ich gestenreich klarstelle, dass ich Bedürfnisse habe, die sofort zu befriedigen sind, vermuten 2/3 meines Personal lediglich, ich habe ADHS. Leider gehört auch das Zeilenende zur irrenden Mehrheit. Für ihn ist das ein Fortschritt, gehört er doch gerade bei politischen Wahlen oft zur irrenden Minderheit, wählt also eine Oppositionspartei. Woher Sie das wissen? Ich weiß, was er im Kühlschrank hat. Und glauben Sie ja nicht, dass Sie dort Katzenfutter finden. Nicht einmal aus Massentierhaltung. Ich vermute in ihm einen ödp-Aktivisten. Wenn es nach mir ginge, wäre er ja Miauist, pardon, Maoist.

Da ist ein Kater in meinem Gesicht …

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Aber, das muss ich meinem neuen Butler zugute halten: Wenn er mich nicht aus seinem Zimmer sperrt, ist er eine großartige Kletterlandschaft. Und in seinem Schoß fühlt man sich wohl. Wenn Sie finden, dass das zu schwul klingt, dann ist das Ihr Problem. Dann sind Sie kein echter Kater und als Leser nicht ernstzunehmen.

So, Zeilenende. Du kannst jetzt auf Senden klicken und dann wieder etwas Sinnvolles tun. Ich will spielen!

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32 Kommentare zu „Herr Moritz

  1. Ein Bild von einer Katze und erst der Blick!!! Ich kann mich gar nicht satt sehen …
    Beim Butler bedarf es wohl noch einer Nachschulung, tz tz!
    So, jetzt entschuldigt mich, ich muss schnell laufen und die Katzen füttern, die warten schon eine Ewigkeit auf ihr Frühstück …

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  2. Beim letzten Bild dachte ich, du hast einen sehr dichten Bart bekommen 😀
    Ich war mal in einem Haus, wo das Versperren der Tür gar nichts brachte. Sie hatte nämlich einen Türspalt und die Katze miaute kläglich (klar, wie kann man sie auf ihr Frühstück warten lassen!) und steckte sämtliche Pfoten unter der Tür durch. Das sah vielleicht aus! 😀

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  3. Lieber Herr Moritz,
    uns ist klar, dass wir menschlichen Dosenöffner lediglich als Belustigung, Bedienung und Mitbewohner geduldet werden, weil wir mit Daumen leichter die Thunfischdosen öffnen können. Trotzdem würden wir – insbesondere ihr Trampolin-Butler Zeilenende – es begrüßen, doch ab und zu etwas Schlaf zu finden. Von dieser kleinen Kritik einmal abgesehen freue ich mich sehr über folgende Gastbeiträge ihrerseits.

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    1. Sehr verehrte Frau Tex,

      ich danke Ihnen für die Anregung. Ich werde sie sorgfältig prüfen und ein Langzeitexperiment starten. Wenn mein Butler tatsächlich nach einem Jahr durchwachter Nächte Verschleißerscheinungen zeigt, werde ich es in Erwägung ziehen, ihn durch ein leistungsfähigeres Modell zu ersetzen. Ich danke Ihnen für die freundliche Anregung und verbleibe

      hochachtungsvoll

      Herr Moritz.

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  4. Ja so ist das mit dem Personal! Das braucht eben auch eine gewisse Zeit der Eingewöhnung. Wird schon, nur Geduld! Ich habe es mit Frauholle allerdings nach ziemlich langer Zeit immer noch gar nicht leicht, weil sie lebt drinnen, ich draußen. Sie lässst mich überhaupt nicht rein, niemals. Auch für mein Futter ist sie nicht zuständig, sagt sie. Aber sie pflegt immerhin meinen Gartenteich und hört mir gelegentlich zu. Ich freue mich auf weitere Berichte von Dir, wie sich Herr Zeilenende so macht. Hartnäckig bleiben, dann darfst Du sicher bald auch nachts in sein Zimmer! Wenn Du Dich nicht lieber draußen mit schnuckeligen Kätzchen vergnügst. Liebe Grüße von Frosch zu Kater! Misi

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  5. Achtung! Nur vom Butler zu öffnen!
    Na, kein Wunder, dass mit solcher Gesellschaft schon ein bisschen neues Heimatgefühl aufgekommen ist. Nur Vorsicht … schwarze Katzen haben es besonders pfotendick hinter den Ohren. Aber das guckte in dem Gastbeitrag schon ein wenig durch 😉 Der schwarze Teufel scheint ein sehr einnehmendes Wesen zu haben. Lass Dich von dem nur nicht unterbuttern, liebes Zeilenende.

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    1. Das kann ich dir sagen. Der Herr Moritz neigt dazu, bei Langeweile meine Waden als Spielzeug zu missbrauchen. Dann habe ich plötzlich einen Kater am Bein hängen, wie ein Kleinkind mit Krallen. Insbesondere, wenn man Shorts anhat, ist das ein sehr angenehmes Gefühl. *gg* Er ist einnehmend und hat seinen eigenen Kopf, dafür auch herzlich, wenn er will. So wie vorhin, als er mich begrüßt hat und mir schnurrend zehn Minuten nachgelaufen ist. Wir finden schon unser Auskommen.

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    1. Liebes Marinsche,

      ich weiß deine Fürsorge zu schätzen. Aber so halbe Portionen wie den Moritz verputze ich zum Frühstück. Wenn er mir zu Nahe kommt, bewerfe ich ihn von meinem neuen Platz im Bücherregal aber lieber mit einer Platon-Gesamtausgabe.

      Grüßle aus dem Ländle,

      Seamus.

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  6. Ein sehr sympathischer Geselle, dieser Herr Moritz. Und glücklicherweise ist er da, um den Zeilenende auf Trab zu halten, geht ja gar nicht. Der muss noch ne Menge lernen, so von wegen Besitzansprüche und wem denn nun das Bett gehört. 😀

    Ich find es toll, dass du so schnell adoptiert wurdest! 😉

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    1. Unterworfen ist das richtige Wort, glaube ich. Aber ja, wir mochten uns schon bei der Besichtigung, das war schonmal eine ganz gute Sache. Was das Bett angeht, haben wir beschlossen, dass es groß genug für uns beide ist. Er unten, ich oben.

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      1. So richtig mit allem, was dazugehört? Kehle präsentieren und so? 😳
        Das glaub ich, dass du da einen Stein im Brett hattest! 🙂

        Ähm, pass aber auf, dass du ihn nicht plattdrückst, ja? 😮

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      2. Das mit der Kehle sind Hunde. Ich habe ihm meine Seele verkauft. Er hatte da so ein Schriftstück, dann hat er mir die Hand zerkratzt und ich musste einen blutigen Daumenabdruck darauf setzen. Ist ein schwarzer Kater, da geht man nach der althergebrachten Methode vor. 😉

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      3. Gut, die Seele verlierst du ja schon durch den Blick in die Augen der Katze. 😉
        Aber hey, diese altmodische Herangehensweise hat auch ihren Charme, und ein Kater, der die Traditionen achtet, zeigt damit, dass er jemand besonderes ist. 😉

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