Es gibt zu meinem Bedauern nicht viele aktuelle „klassische“ Science Fiction Serien. Also solche mit Weltall und Raumschiff und so. Umso erfreuter war ich, als Dark Matter nach Deutschland kam.

darkmatter
Quelle

Inhalt lt. amazon.de (auf Englisch, weil ich zu faul zum Übersetzen bin)

Dark Matter is a fresh and dynamic space opera based on the graphic novel of the same name. When the six-person crew of a derelict spaceship wake from stasis in the farthest reaches of space their memories have been wiped and they have no recollection of who they are or how they got on board. The mysteries of their respective pasts take them on a journey to the farthest reaches of colonized space. Hounded by the galactic authorities, their former employers, ruthless corporations, rivals, bounty hunters, and former enemies they ll have only each other to rely upon. Meanwhile, the clock is ticking because there is a traitor in their midst, a mole who orchestrated their communal mind-wipe…

 

Kaltes Misstrauen

Sechs Menschen und ein Gedächtnisverlust. Allesamt Aussätzige, Kriminelle oder nicht das, was sie zu sein vorgeben. Eingesperrt auf einem Schiff. Verfolgt von der Polizeibehörde, unter Bedrängnis mächtiger Konzerne. Kein schönes Leben. Eingesperrt auf einem Schiff, immer auf der Flucht. Alle sechs Crewmitglieder müssen die ein oder andere unschöne Erkenntnis über sich selbst hinnehmen. Und was das für Erkenntnisse sind. Es ist ja nicht nur so, dass die Crew niemandem trauen kann, sie weiß nicht einmal so genau, warum sie den einzelnen Gruppen, die ihr ans Leder will, nicht trauen kann.

Die Crew selbst weiß auch nicht genau, was sie für eine Crew ist. Die Serie besteht aber nicht nur darin, dass die einzelnen Menschen ihre Vergangenheit entdecken und damit umgehen müssen, was spannend genug ist. Erschwerend kommt hinzu, dass mit jeder Entdeckung neue Geheimnisse aufgeworfen werden, es neuen Grund für Misstrauen gibt. Denn auch das wissen sie: Eines der sechs Crewmitglieder ist für den Gedächtnisausfall verantwortlich.

 

Warmes Vertrauen

Die Umstände zwingen die Crewmitglieder, sich gegenseitig zu vertrauen, obwohl sie dafür nicht viel Anlass haben. Dabei entspinnen sich rasch komplizierte Loyalitätsbeziehungen. Eins, Zwei und Drei stecken bald in einer Dreiecks-Beziehung, die durch Abscheu, Dominanzgefühle und dem Wunsch nach Aufrichtigkeit zugleich geprägt wird. Ihre Bindung aneinander wird immer enger. Gerade Drei wird immer paranoider, aber so nimmt er die Welt wahr. Paranoia ist für ihn, auch wenn er das nie zugeben würde, eine etwas verquere Art von Wertschätzung.

Fünf und Sechs sind die harmoniebedürftigen und friedlichen Gesellen der Mannschaft. Da ist es nur logisch, dass auch sie sich bald finden. Die beiden entwickeln die vertrauensvollste Beziehung zueinander, weil sie ähnlich zu ticken scheinen und versuchen, sich gegenseitig zu beschützen. Sie bieten sich gegenseitig einen Schutzraum.

Vier steht zwischen allen Stühlen. Er ist der Eigenbrötlerische unter den Sechsen, aber zugleich ist er derjenige, der den größten Respekt von allen anderen erntet. Wie das umgekehrt ist, erfährt der Zuschauer nie so ganz, aber er spielt das Spiel zumindest mit.

Bliebe noch Android, der Körper der Schiffs-KI. Auch sie macht eine Entwicklung mit. Auch sie wird zum Teil der Crew. Das ist das Schicksal eines jeden Androiden, wie mir scheint. Doch normalerweise werden Künstliche Intelligenzen darauf programmiert. Bei Android passiert es einfach und gibt ihr zu denken. So etwas bekommt man nicht alle Tage zu sehen. Android steht damit für die Science Momente von „Dark Matter.“

 

Fazit

Alle sieben Charaktere, die Crew und der Android, bekommen ihre Momente, sie haben genügend Zeit dafür und kein Charakter steht dauerhaft zu sehr im Mittelpunkt. Jedes einzelne Crewmitglied hat seine eigene Geschichte, die erzählt wird. Die Dynamik zwischen den Charakteren ist manchmal etwas unübersichtlich und die Benennung nach Zahlen stört regelmäßig, aber was erwartet man auch von einem Haufen Menschen, der keine Erinnerungen mehr hat und erkennen muss, dass jeder einzelne des Haufens ein übler Geselle ist?

Dark Matter ist dreckig, düster, in der Optik ein wenig an Battlestar Galactica, Steam- und Cyberpunk orientiert und gut erzählt. Die Serie klärt viel auf, lässt aber noch mehr im Unklaren, deshalb macht es Spaß, sie zu schauen. Für die kleinen Nerds unter den Fans gibt es außerdem zwei kleine Zuckerstücke: David Hewlitt hat eine Nebenrolle und Wil Wheaton einen Gastauftritt.

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25 Kommentare zu „Besprechung: Dark Matter

  1. Dieser Wheaton! In „Stand by me“ (großartiger Film, sogar einer meiner Lieblingsfilme 🙂 ) war er ein sympathischer Bub. Aber alles danach hätte ich nicht sehen müssen, obwohl er in Big Bang Theory eigentlich einen guten „Schurken“ abgibt 😉 Also, vielleicht ist er doch ein ganz guter Schauspieler ???

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  2. Oha! Nicht allein Wil Wheaton’s wegen sollte ich nach Beendigung von Eureka und der noch anstehenden kompletten Box von Akte X auch dieser Sci-Fi-Serie mal eine Chance geben. Klingt spannend. Gibt’s da schon mehr als eine Staffel? In den letzten Monaten habe ich so gute Erfahrungen damit gemacht, einfach gleich die gesamte Serie in einer großen Box zu kaufen – das erspart die lästigen Wartezeiten.

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  3. Ich find ja den Cliffhanger – linst auf die letzte Montagsfrage – am Ende ziemlich schlimm. Also am Ende der ersten Staffel. Hatte keine Ahnung, dass DAS passieren würde. Und weiß auch immer noch nicht wirklich, warum es passiert ist…

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      1. Ah, er. Mochte ich anfangs gar nicht und verabscheute ihn von Augenblick zu Augenblick mehr, weil er kein stereotyper Charakter ist, der mir die Abscheu leicht macht. Er entwickelt frecherweise eine gewisse Komplexität, die ich ihm nicht zugetraut hätte. Ein wenig zu schnell für meinen Geschmack, aber die Serienmacher hatten wohl Angst, dass nach einer Staffel schluss ist. *g*

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