Ich behaupte regelmäßig von mir, dies hier sei kein Foodblog und das aus mehreren Gründen. Zum Einen schere ich mich dafür zu wenig um Rezepte, zum Anderen habe ich es nicht so mit der appetitlichen Anrichtung von Speisen auf Tellern. Ich nenne das liebevolle Drapieren von Kuchenstücken auf Unterlagen deshalb auch lieber Hinrichten.

Es gibt einen weiteren Grund dafür, warum ich mich nicht als Foodblogger bezeichne. Das hat naheliegenderweise mit meinen Fotos zu tun. Dass ich eher nach dem Motto verfahre „Meine Fotos dienen der Anleitung“ ist nur eine schwache Ausrede dafür, dass ich qualitativ minderwertige Smartphone-Kamerabilder verwenden kann. Wenn ich Lust habe, hole ich über Perspektive und Bildausschnitt noch was heraus, aber für eine anständige Nachbearbeitung ist meine Smartphone-Kamera zu schlecht.

IMGP1695.jpg
Das Zeilenende und seine Kamera in Hamburg

Nun ist sich die geneigte Followerschaft aber natürlich darüber im Klaren, dass das Zeilenende als leidenschaftlicher Hobby-Fotograf über eine DSLR, eine digitale Spiegelreflex-Kamera verfügt. Zwar eines der preisgünstigeren Einsteigermodelle, aber ich bin nach vielen positiven Erfahrungen mit meiner K-50 der Ansicht, dass ein gutes Objektiv sehr viel mehr Einfluss auf die Bildqualität hat als eine bessere Kamera.

Ich liebe meine K-50 auch dafür, dass sie einigermaßen robust ist. Und vor allem so etwas wie die Kalaschnikow unter den Kameramodellen mit zahllosen Dichtungen, die ein Eindringen von Staub und Wasser verhindern. Wahrscheinlich könnte ich das Ding in den Rhein schmeißen, hinterherspringen und Unterwasser-Photos schießen. Achja: Das Shake-Reduction-System ist im Body verbaut, ich muss mir bei den Objektiven also nicht jedes Mal aufs Neue die Frage stellen, ob ich das brauche. Bilder mit 1/10sec Belichtungszeit kriege ich damit meistens noch scharf aus der Hand geschossen. Dafür nehme ich gern in Kauf, bei den ganzen Canon- und Nikon-Fotografen als Exot aufzufallen. Doch genug über meine Kamera geschwärmt.

20160220_104813.jpg

Bei aller Robustheit, bei mir in der Küche geht es noch robuster zu. Ich habe mit der Smartphone-Kamera ein paar Beweis-Fotos geschossen, wie es bei mir so aussieht, wenn ich einen Kuchen gebacken habe. Zuoberst seht ihr mein Bein.

20160327_113003.jpg

So sieht es auf dem Herd aus …

20160327_113007.jpg

… und so auf der Arbeitsplatte. Wohlgemerkt: So sieht es aus, nachdem ich die Küche erst einmal für 1,5h in die Spülmaschine gestopft habe, um den groben Dreck zu entfernen. Ihr versteht also sicherlich, warum ich kein Foodblogger sein kann: Ich habe viel zu viel Angst um meine Kamera.

Und ich habe nach wie vor keine Lust auf Dekoration und Anrichten statt hinrichten. 😀

25 Kommentare zu „Kein Foodblog

  1. In die Küche kommt mir meine Kamera auch nicht. Auch mein Handy selten. Da hantiere ich ganz einfach lieber mit Zetteln und Stiften. Papier ist geduldig und verzeiht einem ein Orangen-Milchbad mit Zuckermehlpanade und Backpulverpeeling. Anrichten auf Tellern und Dekorieren hingegen ist für mich meditativ und macht mir Spaß 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Meine Ambition ist es aber durchaus, auch den Herstellungsprozess zu zeigen, ich kann aber nicht ständig mit Eischnee und Teigschüsseln ins Esszimmer laufen. Dann würde man mich endgültig einweisen, fürchte ich. Ich finde das Rühren und Kneten hingegen sehr meditativ. Gerade kneten ist eine tolle Sache. 🙂

      Gefällt 4 Personen

    1. Genau. Auch wenn meine es wohl abkönnte, will ich es nicht unbedingt drauf ankommen lassen, wenn es sich auch vermeiden lässt. *gg* Allerdings macht es mich schon skeptisch, wenn Menschen mich fragen, seit wann ich weiße Hosen trage. 😉

      Gefällt 3 Personen

  2. Meine iPhone Cam macht alles mit – wobei ich sehr drauf achte das ich keine Fettfinger habe nach dem Anrichten….Hinrichten….pfffff….Banause…. :-p

    Und auch eine Spiegelreflex hält das aus wenn man nicht grad während der Mehlsession unter einem Dauerhusten leidet 😉

    Ich bin halt auch der Typ, der sich oft die Hände wäscht zwischendurch….würde ich Making-of Fotos machen wäre das auch kein Ausschlussgrund.

    So beschränkt es sich also bei mir auf Fettfingerchen achten, was allerdings manchmal etwas nervig ist, weil ich mein Essen schließlich noch warm geniessen möchte 😀

    Gefällt 4 Personen

    1. Ich wasche mir auch häufiger die Hände bei der Arbeit, so ist es nicht. Das Problem mancher Teige ist halt, dass die sehr hartnäckig sind. Ich stelle mir deshalb eigentlich immer alle Zutaten vorher bereit, um nicht aus Versehen noch Schränke oder Türgriffe zu beschmieren.
      Ist ja nicht so, dass ich danach die Küche im Originalzustand wieder hergäbe … Aber ich sehe danach trotzdem manchmal aus, als hätte ich ein Mehlbad genommen. *gg*

      Gefällt 4 Personen

      1. Ich wollte damit auch nicht sagen das Du Dir die Hände nicht oft genug wäscht 😉

        Ist ja auch schön das man sieht wo gearbeitet wird….nä 😀 und wo gebacken wird da fallen Mehlstaubanteile 🙂

        Gefällt 1 Person

  3. ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, ob meine Kamera oder mein Smartie mein Küchenchaos aushalten…. bisher tun sie es einfach. Spannender fände ich allerdings Fotos von der Küche, nachdem du sie aufgeräumt hast. ich bewundere die Menschen, bei denen es dann immer so aussieht, als sei ihre Küche (ihre Wohnung überhaupt) ein Ausstellungszimmer eines renommierten Möbelhauses. Ich bekomme das nie so hin.

    Gefällt 3 Personen

    1. Das klappt bei mir auch nicht wirklich, was aber daran liegt, dass wir viel Zeug in der Küche haben, da stehen auf der eher kleinen Anrichte ein Toaster, ein Wasserkocher, die Kaffee- und Küchenmaschine, zwei große Löffelhalter, meistens auch eine Kaffeekanne und an der hintersten Ecke auch immer die aktuelle Zeitung und Post. Das würde nicht mal ein Inneneinrichter ansprechend drapiert bekommen. *gg*

      Gefällt 2 Personen

  4. Wo geknetet wird, da fallen Späne, oder so. 😀
    Außerdem kann man damit auch über die ein oder andere kulinarische Unvollkommenheit hinwegtäuschen: „Wie, dir schmeckt es leicht zu salzig? Siehst du denn nicht, unter welchem Einsatz ich gearbeitet habe?!“ Nicht, dass du das nötig hättest. 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Ich habe tendentiell eher das Problem, gerade beim Brotteig, das Salz zu vergessen. Das muss ich dann mühsam nachträglich unterkneten.

      Aber du hast recht, vielleicht strenge ich mich auch nicht genug an. *schauder*

      Gefällt 1 Person

      1. Du weißt aber schon, dass ich das nicht ernst meinte? Ich dachte, das würde mein letzter Satz ausdrücken. 😳

        Ich geh nämlich sehr schwer davon aus, dass du erstklassig kochst und backst! 🙂

        Ok, bis auf das Salz im Brot, das muss schon sein. 😛 😉

        Gefällt 1 Person

  5. Mmmmmh, du hast also keinen Foodblog. Das macht nichts, denn es entspannt die Situation beim Kochen und die Hauptsache ist doch, dass das Ergebnis lecker ist. Auch auf die Gefahr hin mich jetzt unbeliebt zu machen sag ich einfach mal, dass meine Küche noch während des Garprozesses wieder wie neu aussieht, meine Kamera immer einen Platz in der Küche hat, ich noch nie eine Spiegelreflexkamera besaß und meine Bilder nicht bearbeiten muss, da ich keine Programme dafür besitze. Allerdings wollte ich auch nie einen Foodblog haben und deshalb poste ich so wenig Rezepte. Habt einen leckeren Tag 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Spätestens dann, wenn ich etwas brate, ist der Wunsch Vater des Gedankens, dass die Küche schon während dem Garprozess wieder ordentlich ausschaut. Tendentiell ist es bei Kuchen aber auch so, dass ich die Küche dann beim Abbacken aufräume. Ich verbreite zwar Chaos, aber ich kann unaufgeräumte Küchen nur schlecht leiden. Ich räume dann auch anderen Menschen klaglos hinterher. Von daher machst du dich nicht unbeliebt, ich beneide dich nur für dein Talent, so effizient aufzuräumen. 🙂

      Gefällt 2 Personen

  6. Die Smartphone-Bilder taugen doch absolut, um die Nahrungsmittelzubereitungsbeiträge authentisch zu illustrieren. Das gibt irgendwie eine Atmosphäre, die man oft regelrecht riechen kann. Und genau das schmeckt mir. 🙂
    Was ich allerdings lustig fände, wäre mal ein Video. Zeilenende mit einem widerspenstigen Brotteig freistilringend auf dem Küchenboden und im Hintergrund eine händeringende Mutter Zeilenende, zwei sich vor Lachen kugelnde Brüder Zeilenende und drei reißausnehmende Katzen. 😀

    Gefällt 3 Personen

    1. Ich weiß, es gibt mir „Street Credibility“, wenn ich es so mache. Wir hatten das Thema nur schon ein paar Mal. Und gelegentlich ärgere ich mich selbst darüber, gerade wenn irgendwas verwackelt ist oder es sich anböte, das Essen ansprechend darzubieten. Was mich auch manchmal ärgert ist, dass ich weiß, ich könnte es besser, ich halte mich zwar nicht für einen guten Fotografen, aber auch nicht für einen schlechten.
      Was das Video angeht … Oha. Das kann ich mir vorstellen, aber dann bräuchte ich Herrn Zeilenende Sr. als Kameramann. Das führt nur zu Drama. 😀

      Gefällt 3 Personen

      1. Gut, dass manchmal ein Bild, das einem bei der Aufnahme ganz passabel erschien, sich später auf dem Bildschirm als misslungen erweist, kann natürlich immer wieder vorkommen – und das ist und bleibt ärgerlich.
        Drama wäre doch nicht schlecht für das Videoprojekt. Alternativ könntest du allerdings auch die nervenstärkste (und daher nicht so leicht reißausnehmende) Katze mit einer Halsbandkamera ausstatten. 😉

        Gefällt 2 Personen

  7. Beim Kochen knipse ich auch rein praktischen Gründen meist mit dem Handy. Ich koche ja nicht für den Blog, sondern halte meine Kochversuche so nebenbei im Blog fest. Das ist wohl der Unterschied. Was ist koche, wird auch verspeist.

    Gefällt 1 Person

Datenschutzhinweise: Die Kommentarangaben werden an Auttomatic, USA (die Wordpress-Entwickler) zur Spamprüfung übermittelt und die E-Mailadresse an den Dienst Gravatar (Ebenfalls von Auttomatic), um zu prüfen, ob die Kommentatoren dort ein Profilbild hinterlegt haben. Zu Details hierzu sowie generell zur Verarbeitung Ihrer Daten und Widerrufsmöglichkeiten, verweisen wir Sie auf unsere Datenschutzerklärung. Sie können gerne Pseudonyme und anonyme Angaben hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s