Seit 22 Wochen portraitiere ich mich jeden Sonntag. Ein Jahr lang. Und ein paar Leute machen mit. Alle meinen bisherigen Beiträge unter diesem Tag. Auch dabei sind  Gertrud TrenkelbachMarinscheMulticolorinasolera1847 und Wili.

Das Profil ist die klassische bildliche Darstellung eines Menschen. Profile sind uns schon von den Kaisern Roms bekannt, die ihre (idealisierte) Visage im Profil auf ihre Münzen hämmern ließen, auf das alle Untertanen des Römischen Reiches sie problemlos in die Tasche stecken konnten. Oder in den Sack, weil man Münzen vorzüglich in Beuteln aufbewahren kann.

Bis ins 19. Jahrhundert war der Schattenriss eine beliebte Art, günstig ein Bild des geliebten Menschen anzufertigen, bis er nach und nach durch die aufkommende Fotografie verdrängt wurde. Die Profilfotografie findet man nur selten, beliebter Darstellungsgegenstand ist hier das Motiv „Sträfling mit Nummer“.

Das Selfie als Profilbild findet man meistens nur im metaphorischen Sprachgebrauch, denn unter Profil verstehen wir heute in erster Linie unsere Kundenkonten bei Sozialen Netzwerken. Diese werden mit einem Bild geschmückt und weil es so einfach ist, macht man dafür ein Selfie. Das Selfie ist unser Profil, Stellvertreter unserer Persönlichkeit im Netz. Warum also nicht einmal ein richtiges Profil-Selfie machen?

Und glaubt mir, das ist gar nicht so einfach, denn man sieht den Bildern sofort an, wenn die Profillinie und das Smartphone nicht exakt parallel ausgerichtet sind. So sieht man mir nach dem drölfzigsten Versuch rund um die Mundpartie doch eine gewisse Anspannung an, ob es nun endlich doch gelingt.

20160724_090648.jpg

Die Beiträge der Anderen (Verlinkungen folgen):

Gertrud Trenkelbach
Marinsche

Multicolorina

solera1847

Wili

48 Kommentare zu „52 Wochen (22): Perspektive (2)

    1. Denken äußert sich bei mir oral. Wenn ich meine Gedanken nicht ausspreche, muss ich dabei eine rauchen oder Kaffee trinken oder Kaugummi kauen oder so … Oder an meinem T-Shirt nuckeln. In dem Fall habe ich wohl alles zugleich gemacht. *beschämt dreinschaut*

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      1. Du nuckelst an deinem T-Shirt? Ich schaue gerade an mir herunter und frage mich, wie das gehen soll. Aber mir fiel danach auf, ich bin eine Frau und trage Tops mit Ausschnitt 😉 Ausschließlich. Keinen Rundhalsausschnitt, die man wohl leichter zu den Zähnen ziehen kann… Trotzdem interessantes Verhalten…

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  1. Zeilenende Maximus, Kaiser von WordPressianien, moritirus te salutat.

    Oder so ähnlich. Meine letzte Lateinstunde ist schon etwa 23 Jahre her. Et aleae iactae sunt. Mens sana in corpore sano sit.

    So, alles aufgebraucht, was noch vorhanden war.

    Aber das Bild ist durchaus gelungen! Sehr schön! 👏🏻🏟

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    1. Moriturus, nicht Moritirus … Ansonsten war das alles vorbildlich und richtig. Ich kann noch mit:

      „Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur.“ dienen …
      oder
      „Gregorius episcopus, servus servorum dei. dilectis filiis“
      Aber ich habe im Studium ja auch noch Latein gebraucht. Von daher habe ich nicht nur den Vorteil, dass ich vor 23 Jahren eingeschult wurde. 😉
      Ich finde aber auch, dass die Perspektive ihren Reiz hat. Ich frag mich ja: Wo starrt der Bub denn da drauf? ^^

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      1. hach Gott der gallische Krieg. Die Zerlegung der Stilmittel führte bei uns ja immer wieder zu dem Schluss „Satzbau und Wortwahl drücken die beabsichtigte Verwirrung des Gegners aus“. Dass wir auch verwirrt waren, interessierte niemanden. Der Lehrerin merkte man ihre schlechte Laune übrigens immer an: wenn sie ein Dirndl trug, hatte sie außerordentlich schlechte Laune. Brille verhieß auch nie was Gutes… 😀 Danke für die Erinnerung an diese Zeit. Gut, dass sie vorbei ist.

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        1. Ich denke, eure Einschätzung zum Gallischen Krieg ist treffend und korrekt. Aber auf eure Lateinlehrerin hätte ich gut und gern verzichten können. Ich hatte Glück und immer gut gelaunte Menschen, die ihr Fach geliebt haben. Das war ansteckend. Ich hätte Latein gern noch übers Latinum hinaus gemacht.

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          1. Die ersten drei Jahre hatten wir einen feurigen italienischen Lateinlehrer, den insbesondere wir pubertierenden Mädels geliebt und verehrt haben. Leider ist er dann von der Schule gegangen worden, weil er sich später nicht mehr ganz so anbetungswürdig verhalten hat. Danach hatten wir dann alle zwar noch Latein, die Lehrer waren aber alle nicht mehr so toll…

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      2. Daedalus interea creten longumque perosus…

        Das kann ich noch von meinen 7 Jahren Latein. Und natürlich meinen Schülern gegenüber bei Fremdwörtern klugscheißen, das kann ich.

        Als „Julia“ die in der Nähe einer Römervilla am Limes aufgewachsen ist, war ich quasi dem Lateinischen ausgeliefert. Salve!

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      3. Du guckst in der Tat etwas unentspannt und man fragt sich wieso bloß, wenn Du doch nur Dein Profil und T-Shirt dem Spott der Massen darbietest. Cäsar wäre stolz auch Dich. *Gallia est omnis …* Dieser Satz ist das vorletzte, was ich in diesem Leben vergessen werde. Ich konnte mal den ganzen ersten Absatz auswendig. Das allerletzte, das ich vergesse wird allerdings sein *ich saz ûf eime steine*, das ist so tief eingemeißelt, das geht erst raus, wenn die letzte Synapse tot ist.

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        1. Wie gesagt: Ein gutes Profil ist gar nicht so einfach zu machen, wenn man keine Hilfe hat. Aber für Spott gebe ich mich gern her.

          Und ich bin verdammt froh, dass mir Mittelhochdeutsch(?) erspart geblieben ist. Da bin ich raus. Dafür verfolgt mich die p/q-Formel wahrscheinlich bis ans Ende meiner Tage. 🙂

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          1. Keine Ahnung, was für Deutsch das war. Mussten wir in der 10. Klasse auswenig lernen, und es hat ziemlich lange gedauert, sich das ins Hirn zu stopfen, um sich dann beim auswendig Hersagen frontal dem Spott der Mitschüler zu stellen.

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