Das Buchfresserchen fragt in dieser Woche im Auftrag von Yvonne, ob wir schon einmal von Büchern geträumt haben oder zumindest von dessen Inhalt. Da Träume bekanntermaßen Schäume sind, ist diese Frage wie gemacht für einen Schaumschläger wie mich.

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Wer kann sich schon an seine Träume erinnern? Es gibt Menschen, die können sich an viele ihrer Träume erinnern, es gibt sogar Menschen, die Klarträumen können, ihre Träume also aktiv beeinflussen (oder zumindest glauben, dies zu tun). Ich kann das nicht. Ich erinnere mich auch an die wenigsten meiner Träume. Wenn ich mich erinnere, dann meistens an Stimmungen. Es gibt nur einen Traum, an den ich mich nach wie vor sehr klar und mit Schrecken erinnere, ich habe ihn sogar mehrfach geträumt. Darin ging es um das Zeilenende als Kapitän eines Ausflugsbootes, Kuchen essend mit älteren Damen.

Es gibt nur zwei Bücher, die mich in meine Träume verfolgt haben. Zumindest mehr oder weniger. Stephen Kings Friedhof der Kuscheltiere ist eines von beiden. Weniger der Inhalt als die gruselige Stimmung. Ich hatte nach Beginn der Lektüre ziemlich heftige Albträume, vermute ich. Jedenfalls wachte ich morgens schweißdurchtränkt aus, befand mich nicht wohl und fühlte mich verängstigt. Glücklicherweise konnte ich mich nicht an konkrete Inhalte erinnern. In solchen Momenten bin ich sehr dankbar dafür, dass ich mich an meine Träume nicht erinnere und verspüre deshalb auch nicht das Bedürfnis, die Traumerinnerung gezielt zu üben. Und seitdem lese ich Stephen King nicht mehr … Oder zumindest nur noch in hellem Sonnenschein.

Das zweite Buch, dem ich Träume verdanke, ist Harry Potter. Obwohl es genau genommen nicht die Bücher sind. Ich habe lange bei einem Foren-Rollenspiel mitgemacht, das im Harry-Potter-Universum spielt, sich also des „Magie-Systems“ und der Inhalte bedient, aber auch einem deutschen Internat spielt. Das Rollenspiel ist mittlerweile einigermaßen inaktiv, die Idee finde ich nach wie vor bezaubernd. Und in schwachen Momenten habe ich glatt Lust, wieder irgendwo in ein RPG einzusteigen. Star-Trek-RPGs habe ich ja auch gezockt.

Heute sollte aber erst einmal Total War: Warhammer in der Post sein, von daher habe ich für Rollenspiele ohnehin keine Zeit mehr. Ich kann froh sein, wenn ich genug Zeit habe, Blogbeiträge zu schreiben, damit die Halde gefüllt bleibt. Ich habe hier immerhin noch einen Teil Fedcon-Rückblick als Konzept (der zweite Teil, der Rückblick aufs Programm, kommt morgen), fünf Besprechungen, ein Rezept, eine Blogparade und bestimmt zwanzig lose Gedanken für Blogbeiträge herumliegen. Und eigentlich hätte ich viel mehr Lust, mir wieder einmal eine P&P-Runde zu suchen. Das Spielsystem ist mir da sogar mittlerweile recht egal.

Ich schweife ab … Ich träumte gerade davon, die Zeit anhalten zu können, um alles in Ruhe niederschreiben zu können. Wo war ich? Achja, beim Träumen. Meine Harry-Potter-Träume. Ich habe also dieses Rollenspiel gespielt. Und ich pflege sehr intensiven Kontakt zu meinen Rollenspielcharakteren. Ich führe Zwiegespräche mit ihnen, spiele Szenarien mit ihnen durch, in welche Richtung sie sich entwickeln können und manche von ihnen wachsen mir im Laufe der Zeit regelrecht ans Herz. Dominic war so ein Fall. Eigentlich gar nicht mal mein liebster Charakter, aber der umfassendste. Ich habe Erlebnisse, die er außerhalb der Schule in den Ferien hatte, in Geschichten formuliert, er hat eine umfassende Hintergrundgeschichte bekommen und ich habe seine Charakterzüge auf mehreren Seiten anhand von Beispielen und Überlegungen ausbuchstabiert. Wenn er kein Zauberer wäre, könnte er durchaus eine reale Person sein. Er ist gelegentlich auch in meinen Träumen aufgetaucht. Was aber gar nicht so merkwürdig ist. Ich bin der Meinung, ein Rollenspielcharakter ist nicht mit dem Spieler identisch. Aber wie das eigene Kind ist er schon.

Wie ist das mit euch? Wurdet ihr im Traum schon von Ringgeistern gejagt oder musstet ihr vor einer riesigen Ausgabe „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ weglaufen, weil sie euch pacmanmäßig verfolgt hat? Oder sind eure Träume meist ähnlich ungreifbar wie meine?

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42 Kommentare zu „Ich hab geträumt von dir (Montagsfrage)

  1. Ich träume (leider) sehr intensiv und baue bei Gelegenheit auch gerne Bücher oder Serien und Filme ein, die mich beschäftigen. Bei The Walking Dead ist das sehr fies, wenn man das in seine Träume einbaut aber oft vergesse ich die Träume dann auch wieder und zurück bleibt nur ein komisches Gefühl, was meine Psyche da nur wieder angestellt hat.

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  2. Ja, eine gute P&P-Runde wäre mal wieder was! Mit zunehmendem Alter wird´s aber schwierig, eine passende Gruppe zu finden… 😉

    Bezüglich Foren- bzw. Online-RPGs fällt mir z. B. http://www.dsa-online.ch/ ein, vielleicht ist das was für Dich!? Oder Antamar? Das erfordert zwar eine hohe Frustresistenz und ist keine spielerische Offenbarung, aber so für ziwschendurch…

    Total War: Warhammer reizt mich auch. Aber da muss ich mir bewusst machen, dass ich dafür weder Zeit noch Festplattenplatz habe… 😉

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    1. Pffff … Ich bin so kindisch, ich kann auch mit 14jährigen noch spielen. Aber mir geht es eigentlich weniger um das Spiel, sondern um die Kombination aus Spiel und Runde. Wenn ich wieder ein Foren-RPG bräuchte, gäbe es da eins, wo ich gefälligst einsteigen soll. Sanfter sozialer Druck, dem ich bislang widerstehe. Dafür fehlt mir momentan vor Allem der Kopf. Dann doch lieber „Zustellung heute“ entgegenfiebern. *gg*

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  3. Ich erinnere mich nur an einen Traum…da war ich maximal 5. Die Ausgangssituation war recht angenehm, irgendwo in der Natur – da kommt eine Biene/Wespe an und beginnt, mich zu stechen. Habe damals nicht drauf geachtet welche Spezies es war, war mir auch relativ egal 😃
    Jeder Punkt, an dem sie mich stach, löste sich in Luft auf. Bis ich irgendwann verschwunden war. Ende.
    Kein besonders langer Traum, hat mir damals aber auch gereicht 😅

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      1. Tatsächlich war ich bereits 2 Mal bei einem Therapeuten – beide Male hieß es, er wüsste nicht was er therapieren solle. Hab diesen Traum allerdings auch nicht erwähnt, weil ich ihn nur als solches in Erinnerung habe: Einen Traum^^

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      2. Aber auf die Träume kommt es doch gerade an, also zumindest in den klassischen Schulen der Psychotherapie (all die Psycho-Analytiker nach Freud und Jung) ^^
        Aber bei Therapie gilt ja eh: Therapie braucht man nur, wenn man unter irgendwas leidet und den Wunsch verspürt, daran zu arbeiten.

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  4. Kaffeefahrt-Kapitän? Armer Zeilenende… man sieht, du bist in dieser Beziehung seelisch etwas angeknackst. 😉
    Wenn man von eigenen Charakteren träumt, träumt man ja quasi als Autor seine eigen erdachte Welt und Geschichte weiter. Vor allem Rollenspiele entfachen bei mir da besonders die Kreativität und Traumwelt. Ich finde mich in deinen Sätzen da sehr wieder.

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    1. Jopp … Aber zumindest bei Rollenspielcharakteren macht das Spielen dann doch mehr Spaß als das Träumen. Rollenspielcharaktere brauchen die Unberechenbarkeit anderer Rollenspielcharaktere. Das macht auch den Reiz für mich am Spielen aus. Und deshalb sind Computer-Rollenspiele für mich eher Abenteuerspiele.

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  5. Ich glaube, von Büchern habe ich noch nie geträumt… eher von Filmen, weil mich da die Bilder intensiver verfolgen. Ich kann mich aber auch tatsächlich an Ausschnitte meiner Träume oft gut erinnern! Heute Nacht habe ich ein richtiges Abenteuer erlebt und wollte einen Aufstand gegen einen König anzetteln. Ich glaube in den bösen Leibwächter vom König habe ich mich sogar verliebt… zumindest wusste ich in dem Moment als ich ihn anblickte, dass er eigentlich ein Guter war 😉 Und dann bin ich irgendwie in den Schnee gefallen (der war vorher nicht da) und aufgewacht.. schade… ich wollte den kleinen süßen Jungen noch retten, weil eine Frau sich solche Sorgen um ihn machte… Okay, so klare Erinnerungen habe ich eher selten an meine Träume, aber es kommt vor!

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  6. Meist habe ich überhaupt keine Traumerinnerung. D.h. ich weiss nicht einmal, ob ich geträumt habe und mich nicht erinnern kann, oder ob ich traumlos geschlafen habe. Und die Bruchstücke, die mir gelegentlich in Erinnerung bleiben, haben meist keinen erkennbaren Bezug zum ‚Tagesgeschäft‘ – weder zum tatsächlich Erlebten, noch zum Erlesenen. Manches wirkt zwar in der Erinnerung irgendwie kafkaesk. Aber eben nicht mit konkretem Bezug zu einem bestimmten Werk – sondern eher so stimmungsmäßig.
    Eine bemerkenswerte Ausnahme gibt es allerdings. Und zwar habe ich einmal eine Szene aus «Wuthering Heights» geträumt. Keine Szene wie sie im Buche steht – sondern eine Art Fortsetzung. Aber doch mit eindeutigem Bezug zum Buch.

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    1. Das mit dem kafkaesken kenne ich, das betrifft aber alle meine Erinnerungen. Ich habe deshalb schon überlegt, bei einer Versicherung anzuheuern. Aber wie Träume genau „funktionieren“ ist ja ohnehin ein ewiges Geheimnis, kein Wunder, dass man die Bezüge nicht immer sieht und es so etwas wie Traumdeutung als … mantische Technik gibt. In deinem Fall würde ich den Traum so deuten, dass du die letzte, verschollene Bronte-Schwester bist und nun deinen literarischen Durchbruch mit Fortsetzungen zu den Werken deiner Verwandten feiern sollst. 😉

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      1. Bei mir gibt’s eine ganz klare Trennlinie. Ist die Erinnerung kafkaesk war es ein Traum – ist die Erinnerung kafkastrophal war es das wirkliche Leben.
        Für mich ist die ganze Träumerei ein ständiges Mysterium. Mit deiner Traumdeutung kann ich mich hingegen sofort anfreunden. Verschollene Brontë-Schwester – darin erkenne ich augenblicklich und unzweifelhaft meine wahre Bestimmung. 😀
        [Ich glaube, ich feiere jetzt erst mal und gehe später zur Fortsetzung der Werke über.]

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  7. Von Büchern träume ich in und wieder auch, ja. Wobei ich ja finde, dass mich die Stephen King-Sachen eher am Einschlafen hindern denn Träume hervorrufen. Gerade ES und Brennen muss Salem sind da die Favoriten. ^^‘
    Ansosnten, meine Träume handeln mal hier-, mal davon. Erst heute Nacht von der Nachhilfe, Schülern, die sich granatenmäßig danebenbenommen haben und die ich daraufhih einfach habe sitzen lassen, weil ich gegangen bin. 😀

    Interessant, was du so zockst. Und, wie läuft es? Schon Serverprobleme, oder klappt alles? 😉

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    1. Ich installiere es gerade. Ich wollte eigentlich vorher noch auf Windows 10 upgraden, aber das funktioniert natürlich nicht. Also per DVD … Aber erst am Wochenende. Ich muss ja auch noch was essen und pendel zwischen EG und 2OG zum Installieren … -.-„

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      1. Zwei Stunden … Und jetzt gleich noch mal ne Runde. Spielt sich bislang ganz lustig, macht Spaß. Das Feeling bei den Schlachten ist sehr warhammer-like, auch wenn ich die Möglichkeit vermisse, die Schlacht einzufrieren. Aber ich kann Orks verkloppen! ^^

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  8. Kennst du die Filme deren Botschaft ist ’schlimmer geht immer‘, die mag ich nicht aber das sind meine Nachtheimsuchungen. Es fängt mit etwas alltäglichem an und entwickelt ein Schneeballsystem der sich steigernden Alltäglichkeiten… und ja ich bin AUSTHERAPIERT 😉

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