Ich möchte euch ein dickes Lob aussprechen: In der letzten Woche hatte ich einen Beitrag zur Tugendethik, einen zur Tierethik, einen zu Ideal Language Theory und einen zu Politischer Philosophie. Während Tierethik immer zieht und die Politische Philosophie mit Seamus ein starkes Zugpferd für die verhandelte intellektuelle Energiesparbirne hatte, war ich in Sorge, dass die Masse euch abschreckt und Wittgenstein so unspannend ist, dass niemand den Artikel liest (ich habe zum ersten Mal seit Langem in die Statistiken geguckt, er kam besser an als andere Besprechungen auf dem Donnerstags-Slot). Dem ist nicht so, deshalb gibt es heute noch ein wenig mehr zum Thema Glückseligkeit.

Blogger und ihre Einstellungen

Frau Margarete hat eine Forschungsarbeit darüber geschrieben, wie Blogger*innen ticken. Also wie sie so drauf sind. Von uns tickt ja keiner mehr, wir sind alle digital. Und ganz sauber ticken wir auch nicht. Das stellt jede*r fest, der*die sich einmal die Mühe des Nachhaltens macht: Wie viel Zeit investiert ihr in den Blog?

Ihre Forschungsergebnisse veröffentlicht Frau Margarete in einer Artikelserie und im verlinkten Artikel ging es um das Verständnis des Bloggens als Arbeit oder Hobby. Nehmen wir das Bloggen als Arbeit oder als Vergnügen wahr?

Ich dachte eine Weile über die geschilderten Situationen nach und die Fragen, die Frau Margarete ihren Besucher*innen am Ende des Artikels mit auf den Weg gegeben hatte. Ich denke über mein Selbstverständnis ja auch gelegentlich nach. Über mein Selbstverständnis als Zeilenende (geiler Typ) ebenso wie über das als Deko-Mensch (faule Sau), Bäcker (grobschlächtig), feuriger Liebhaber (nicht rothaarig genug) und eben auch als Blogger (Schwafler). Dabei fiel mir eine alte Idee ein und weil ihr meinen philosophischen Gedanken so artig gefolgt seid, schiebe ich ein wenig Aristoteles (ich referiere im Folgenden aus der Nikomachischen Ethik, spare mir aber die Stellenverweise, das hier ist keine Wissenschaftliche Hausarbeit) nach.

 

aristoteles.jpg
Ihm verdanken wir den heutigen Artikel: Aristoteles

 

Glückseligkeit im Handeln

Aristoteles sieht die Glückseligkeit darin, die eigentümliche Tätigkeit gut zu verrichten. (Das „gut“ verfolge ich in diesem Artikel nicht weiter, grundsätzlich ist es aber wichtig.) Dies gilt für jedes Lebewesen, denn alles in der Natur strebt nach etwas. Aristoteles nimmt an, dass es ein Ziel für jede Gattung Lebewesen gibt, ein telos. Und dieses telos ist eigentümlich, weil sich die Gattungen unterscheiden. Teloi lassen sich auf höherer Ebene zusammenfassen, aber jede Gattung hat ihr eigenes spezifisches. Ich nenne ein Beispiel: Alle Pflanzen haben das telos sich irgendwie fortzupflanzen, die Blumen unterscheiden sich von anderen Pflanzen durch das Hervorbringen von Blüten, ihr telos ist das Hervorbringen von Blüten. Weil sich die einzelnen Blumengattungen unterscheiden, unterscheiden sie sich auch in ihren teloi.

Auch der Mensch hat solch ein telos. Die eigentümliche Tätigkeit des Menschen ist das Handeln. Während Pflanzen noch nicht einmal etwas tun, tun Tiere nur und handeln nicht. Sie sind durch ihre Instinkte festgelegt, während der Mensch einen freien Willen hat, den er nutzen kann, sich zum Handeln jenseits seiner Instinkte zu bestimmen. Ob man das in dieser Bestimmtheit so stehen lassen kann, sei einmal dahingestellt, an dieser Stelle ist die Unterteilung nicht problematisch.

 

Unterscheidung im menschlichen Handeln

Das Handeln des Menschen unterteilt Aristoteles weiter in poiesis und praxis. Die poiesis ist dem Tun näher als dem Handeln. Beim poietischen Handeln liegt der Zweck der Handlung außerhalb derselben. Aristoteles, ein Verächter der Handwerker, führt ihre Tätigkeiten als Beispiele an: Der Schreiner schreinert nicht um des Schreinerns willen, sondern das Ziel des Schreinerns ist der fertige Tisch.

Beim praktischen Handeln steht die Tätigkeit selbst im Mittelpunkt. Sie ist zweckfrei oder trägt ihren Zweck in sich selbst. Seine Beispiele sind das Musizieren und – natürlich – das Philosophieren. Beides tut man um seiner selbst willen, weil es zwecklos für das Über-Leben ist, es erfüllt seinen Zweck aber darin, dass wir es tatsächlich tun.


Anekdote am Rande: „Handwerker“ im Altgriechischen heißt „βάναυσος“ (bánausos) und das Schimpfwort „Banause“ leitet sich von der Verachtung der aristotelischen Philosophie-Tradition für alles poietische Tun ab. Mit gleicher Verachtung betrachtete Aristoteles alle Tätigkeiten, die zum „οἶκος“ (oikos), dem Haus gehörten. Daher stammt das Wort Ökonomie. In manchen Fällen sollte man die Vorurteile der Alten mit Vorsicht genießen … in anderen Fällen nicht. Aber dazu ein andermal mehr.


 

Im poietischen Handeln ist der Entfremdungsgedanke angelegt. Wenn sich der Sinn unseres Handelns nicht im Handeln selbst erschöpft, ist der Sinn des Handelns ein äußerlicher. Wir tun etwas, um etwas anderes zu tun. Wir distanzieren uns innerlich von dem, was wir tun. Beim praktischen Handeln können wir uns nicht von unserem Handeln distanzieren, weil wir es um seiner selbst willen tun.

 

Blogging als praxis

Frau Margarete berichtete von Blogger*innen, die zugaben, ihr Blogging sei arbeitsintensiv, aber sie würden es nicht als Arbeit begreifen. Sie müssten dafür recherchieren und das tun, was man für einen Blogbeitrag tun müsse, aber „Arbeit“ sei wohl das falsche Wort. Denn sie könnten sich die Themen selbst wählen.

Ich folgere aus diesen Aussagen und meiner eigenen Erfahrung, dass es beim Blogging nicht um den fertigen Artikel geht, sondern um die Prozesse dabei: Gedanke haben, Recherchieren, nachdenken, niederschreiben, weiterdenken, redigieren, kompletten Artikel löschen, noch einmal schreiben, neu Geschriebenes löschen und die Urfassung mühsam rekonstruieren. Am Ende steht das Gleiche wie am Anfang. Am Ende steht ein Gedanke, nur klarer als zuvor. Wir haben diesen Gedanken nicht geschaffen, denn dann hätten wir nicht schreiben können. Der Gedanke muss schon irgendwo in uns angelegt gewesen sein. Am Ende des Prozesses verstehen wir den Gedanken besser und sei es, dass wir verstehen, was wir an ihm nicht verstehen.

Auch das ist ein Merkmal praktischen Handelns. Poiesis kennt ein Ende: Wenn der Tisch da ist, ist der Tisch da. Dann beginne ich einen neuen Tisch, eine neue Handlung. Das Denken oder das Flötenspiel können wir unterbrechen, aber die praxis endet durch diese Unterbrechung nicht. Und deshalb nehmen wir Blogging nicht als Arbeit wahr: Auch die Buchrezension ist ein Nachdenken über das Gelesene. Auch das Kochrezept, wenn wir es mit Informationen anfüttern, ist ein Nachdenken über das, was wir da in der Küche tun (Aristoteles würde mir da wohl nicht einmal widersprechen, vermute ich, denn dieses Nachdenken über das Kochen ließe sich aristotelisch als Wissenschaft beschreiben).

Das erklärt, warum wir das Bloggen zwar als arbeitsintensiv, aber nicht als Arbeit wahrnehmen. Es erklärt auch die geringe Motivation durch monetäre Reize. Die Blogger*innen, die „es für Geld tun“ behalten sich so viel Freiraum wie möglich vor, was sie am Ende schreiben und ob sie überhaupt etwas schreiben. Und die Vorbehalte einiger von uns, für Geld zu schreiben, lässt sich auch mit der Sorge beschreiben, die Sinnstiftung der praxis Blogging ginge ihnen verloren, sie würde zur poiesis, sie selbst zu austauschbaren Content Producern.

 

Fassen wir zusammen

  • Wir streben Aristoteles zufolge nach Glückseligkeit.
  • Die Glückseligkeit liegt in der Erreichung des telos.
  • Menschliches telos ist das Handeln.
  • Handeln lässt sich in poiesis und praxis unterteilen.
  • Die praxis trägt ihren Sinn in sich und ist nie abgeschlossen.
  • Blogging ist eine praxis, weil ihr Sinn der Sinn selbst ist: Das Nachdenken.
  • Das Nachdenken kommt nicht zum Ende, wird nur unterbrochen.
  • Blogging kann einen Beitrag zur Glückseligkeit leisten.

 

Anschlussüberlegungen

Darauf aufbauend ließen sich einige Punkte formulieren, wieso die Vermischung von Erwerbsarbeit und Hobby problematisch ist.

  1. Blogging als Erwerbsarbeit läuft Gefahr, dem Blogging seinen Wert für den*die Blogger*in selbst zu rauben und es poietisch werden zu lassen.
  2. Wenn wir unser Geld mit etwas verdienen, was uns besonders viel Spaß macht, eröffnen wir Möglichkeiten, uns ausbeuten zu lassen.

Der erste Punkt ist problematisch, weil wir uns der Glückseligkeit berauben. Der zweite Punkt ergibt sich aus Aristoteles selbst nicht, dafür müssten wir die hegelianische Tradition bemühen, gleich ob von links mit Marx und seiner Entfremdungstheorie oder von rechts mit Gehlen und der Institutionenlehre. Ich werfe ihn als loses Ende aber aus, um zu sehen, was anbeißt.

Wie ist es mit euch?

  • Findet ihr, das Bloggen lässt sich mit den aristotelischen Begriffen beschreiben?
  • Ist das telos des Menschen irgendwo im Handeln zu finden?
  • Kann man sinnvoll zwischen poiesis und praxis unterscheiden?
  • Findet ihr euch in meiner Charakterisierung des Bloggens wieder?
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31 Kommentare zu „Aristoteles und die Blogger – Poiesis und Praxis

  1. Den Bogen hast du gut hinbekommen und in der Zusammenfassung klingt das recht schlüssig.
    Ich denke das Bloggen durchaus zum Glück beitragen kann. Aus den von dir genannten Punkten und noch ein paar anderen. Letztendlich beschäftigen wir uns intensiv mit etwas, engagieren uns, machen uns (gerne) Mühe und bekommen auch etwas zurück. Für mich kann ich das bejahen – macht glücklich, ja.
    Das Ziel oder Telos, dieses Grundstreben, dass in allen Menschen von Geburt an eingepflanzt ist, ist wahrscheinlich nicht das bloggen sondern eher Staatenbildung oder ganz profane Fortpflanzung (wobei er die glaube ich gar nicht erwähnt…wahrscheinlich zu banal). Wenn man bloggen aber als Handlung sieht oder als Beitrag zu einem sozialen Gebilde, dann kann man es vielleicht sogar dort unterbringen.
    Aristoteles zum Frühstück…

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    1. Bei Aristoteles ist es mMn ganz klar Staatenbildung, weil „der Staat von Natur früher als die Familie oder die Individuen“ ist, die Lehre vom „zoon politikon“. Aber auch der Staat hat bei ihm primär die Funktion, die Gelegenheit zu sichern, hin und wieder „philosophischen Tätigkeiten“ nachzugehen. Und wie die dann konkret aussehen, welche Form sie sich geben, da ist er durchaus flexibel. Ob nun Blockflöte üben oder Blogging … Hauptsache, man macht was praktisches. (Was eine schöne Pointe gegen das allgegenwärtige: „Mach doch was Vernünftiges“ ist).
      Das Blogging als Beitrag zum politischen Gemeinwesen hat nochmal seinen ganz eigenen Reiz. Die Blogplattform als Ersatz für die antike agora … Die Piraten haben mit ihrer Liquid Democracy sowas in die Richtung ja versucht zu installieren.

      Fortpflanzung spielt für Aristoteles (zumindest in der Ethik) übrigens keine Rolle, weil er kein Naturalist ist. Das leisten die Menschen ohnehin, das muss man nicht noch theoretisch unterfüttern. Und nur weil der Mensch ein Interesse daran hat, sich fortzupflanzen, heißt das ja nicht, dass er das immer und überall tun muss.

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  2. Ich finde es ja recht gewagt, wenn man von einer Position des relativen Wohlstandes – die einem ja erst die Gelegenheit zu anhaltendem und grundlosen Musizieren oder Philosophieren gibt – mit Verachtung auf die schaut, die das aus wirtschaftlichen Gründen eben nicht können, die dafür aber mein Haus gebaut, meine Möbel geschreinert, meine Kleidung genäht und meine Lebensmittel angebaut haben… 😉

    Was das bloggen angeht, so finde ich, dass Du das ganz treffend beschrieben hast. Wenn man es wirklich als Arbeit begreifen würde – noch dazu unentgeltlich – dann würde es ja niemand tun. Wobei – momentan ähnelt es für mich tatsächlich eher Arbeit, aber das gilt auch schon für das morgendliche Aufstehen und alles was danach kommt. Ich schätze, das gibt sich wieder! 😉

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    1. Ich habe mich gestern noch gefragt, wo du steckst. Schön, dass ich dich aus der Lethargie reißen konnte. 🙂

      Die antike griechische Gesellschaft war ganz klar nicht egalitär. Aber auch für die Eliten galt es, sich mit dem Lebensunterhalt zu beschäftigen, deshalb trennt Aristoteles die polis auch noch mal vom oikos und da ist er wieder interessant, wenn er für einen Raum des Politischen jenseits von Erwerbsinteressen argumentiert. Dafür geht er zwar von einer Sklavengesellschaft aus, aber wenn man ein wenig utopisch denkt und an die zunehmende Automatisierung von Arbeit glaubt, dann ist Aristoteles wieder überraschend attraktiv, weil er ein Gesellschaftsmodell jenseits des Kapitalismus anbietet.
      Aber trotz des Snobismus ist die Unterscheidung der Tätigkeiten meines Erachtens brauchbar, weil sie neben dem Entfremdungs- auch ein Schutzargument bietet: Ich muss das, was ich tue, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, zwar gut machen, aber ich muss mein Herz nicht dranhängen. Mehr noch: Sollte ich gar nicht. Weil ich dadurch permanent fremdbestimmt bin. Aber so realistisch war Aristoteles auch: Ein permanentes Leben in philosophischer Schau ist zwar ein schönes Ideal, aber praktisch nicht umsetzbar.

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      1. Bezüglich der Lethargie kann ich dir versichern, dass ich da noch mittendrin stecke. Und dennoch vollauf beschäftigt – mit Prokrastination und Eskapismus. 😉 Aber das wird bestimmt bald wieder!

        Okay, was den Herrn Aristoteles angeht, bist Du weit, weit tiefer in der Materie als ich, insofern vielen Dank für die Erläuterungen. Für mich – als Laie, der über „Sofies Welt“ und eine Vorlesung über Karl Popper nicht hinausgekommen ist – ist die bis heute andauernde Beschäftigung der Philosophie mit ihren antiken Vertretern ein bisschen so, als würde sich die moderne Medizin noch auf Galen und die Viersäftelehre beziehen. 😉 Aber ich schätze, ich sollte mich mal ein bisschen näher mit der Materie befassen. 🙂

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      2. Zusammenleben konnten/mussten/wollten wir halt auch schon vor 2500 Jahren. Von daher ist es zumindest ein Angebot, die heutigen Verhältnisse zu reflektieren, ohne das Rad immer neu zu erfinden.

        Auch die Medizin könnte von Galen mal wieder lernen, weil der sich nicht für Symptome und Krankheiten interessiert hat, sondern die Gesundheit des Menschen als eine Mischung einer Vielzahl von Faktoren.
        Die Vier-Säfte-Lehre ist hingegen wahrscheinlich genau so ein Blödsinn wie Aristoteles‘ Bemerkungen zur Blödheid der Handwerker … Oder zur optimalen Fortpflanzung der Menschen. *hust*

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  3. Ich freue mich sehr diesen Blog befunden zu haben. Das ist ein spannender Beitrag mit einem Thema das mich sehr beschäftigt. Ja ich finde mich in der Charaktersierung des Bloggens wieder. Spannend auch die Überlegung was sich verändern könnte, wenn Bloggen monetär entlohnt wird. Es gab Blogs die ich sehr gern gelesen habe und die plötzlich nur noch aus Gewinnspielen und Werbung bestanden. Schade. Dasselbe kennen vermutlich auch viele Künstler, Musiker etc. die von der Kunst leben. Ein stetes Ausbalancieren von Pflicht und Kür. Dank für diesen nachdenklichen Start in die Woche.

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    1. Ja, letztendlich betrifft es alle kreativen oder künstlerischen Berufe, aber auch einen Teil der akademischen Berufe: Lehrer, Rechtsanwälte, Mediziner. Deren Tätigkeit ist mit dem „poiesis“-Begriff auch nicht so recht zu beschreiben, da geht (im Idealfall) es mehr um Beratung, um Haltung und die Arbeit an Einstellungen, nicht an Dingen. (Stichwort: Professionstheorie).
      Das Bild des Balanceaktes trifft es ganz gut, denke ich. Es geht in der Pflicht wahrscheinlich auch darum, sich damit immer wieder Freiräume zu schaffen, um das mit der Kür machen zu können.

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  4. bei der Philosophie steige ich aus, auch wenn es spannende Fragen sind. Beim Bloggen hängt es wohl auch vom eigenen Druck ab, und welche Ansprüche man so an sich und den Blog hat. Grundsätzlich ist mir aber auch aufgefallen, dass manche (Food)Blogger mit vielen Kooperationen nicht mehr ihren einstigen schönen Schreibstil haben und recht unpersönlich über die Produkte, die sie so verwurschteln schreiben. Man merkt, es ist Werbung und wenn sich das häuft, gehe ich als Leser auf Abstand und abonniere dann auch nicht mehr.

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    1. Das war auch der einzige philosophische Beitrag für diese Woche, versprochen. *gg* Die Foodblogger-Szene habe ich aus genau dem Grund auch nicht so genau im Auge. Ich folge noch ein paar von den produktlastigen Blogs, aber auch nur, weil ich mich mit dem Entfolgen schwer tue. Es gab ja mal Gründe, warum ich gefolgt bin. Aber immer häufiger lese ich nicht mehr als die Überschrift. Was eine interessante Entwicklung ist: Offenbar scheint Blogging als reine „poiesis“ nicht zu funktionieren. Damit ein Beitrag gut ist, braucht er mehr … Das, was wir so gern metaphorisch „Herzblut“ nennen.

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      1. ich glaube, wenn man „mal“ einen Werbeartikel schreibt, geht das noch. Aber wenn jede Woche oder alle zwei Wochen Werbung gemacht wird und der externe Erwartungsdruck des zahlenden Kunden dazu kommt, geht das Herzblut schon verschütt, kann ich mir vorstellen. Es scheint das Ziel aller Foodblogger zu sein, mit ihrem Blog Geld zu verdienen aber es ist halt einfach ein Unterschied, ob ich etwas mache, weil ich Freude daran habe oder weil es mir die Miete zahlt und ich es machen muss.

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    1. Die harte Vorarbeit hat Frau Margarete geleistet, ihr gelten die Blumen … Ein Margeriten-Stämmchen vielleicht. 🙂
      Die Folgerungen für „erfolgreiches“ Blogging wären noch eine Frage, die mich umtreibt. Es ist ja nicht damit getan, dass man das gern tut, was man da schreibt. Relevante Inhalte, gute Schreibe … Und damit es sich irgendwie „rentiert“, braucht es wahrscheinlich auch eine kritische Masse an aktiven Followern. Ohne Feedback ist das Ganze ja nur halb so schön. Blogging – eine Wissenschaft für sich.

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  5. Das war wirklich ein toller, lesenswerter Artikel zum Thema 🙂 Der Gedanke hat mir ja schon in deinem Kommentar bei mir gefallen. „Bloggen trägt zur Glückseligkeit bei“ – ein schöner Gedanke, irgendwie. Auch dass das Bloggen kein Ende findet, das also der fertige Artikel nicht das Ziel bzw der Abschluss ist, stimmt. Manchmal ist es doch tatsächlich so, dass mit dem Artikel das Nachdenken erst anfängt oder neue Wege geht, indem andere auf meine Arbeit/meinen Text reagieren – und so wie du, dann eigene Gedanken entwickeln und aufschreiben.

    Schön, dass du meine Forschungsarbeit somit noch ein wenig weiterentwickelt hast 🙂

    PS: Margeriten mag ich sehr gerne. Den Strauß nehme ich ^^

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    1. Und es geht ja noch weiter. Selbstkritisch kann ich mir selbst ankreiden, dass ich die Sache aus einer komfortablen Situation und sehr idealistisch sehe. Die Realität des Bloggings, das kommt an mancher Stelle in den Kommentaren durch, ist natürlich nicht immer so, wie wir sie gerne hätten. Und die Unterscheidung erlaubt auch, wie fraggle ansprach, eine Abwertung gegenüber der händischen Arbeit. Böte noch mannigfaltige Anknüpfungspunkte. Aber es hat mir überhaupt Spaß gemacht, mal wieder jenseits von einem Award oder einer Blogparade was aufzugreifen, was jemand anderes geschrieben hat. Das ist ja auch das eigentlich Schöne, da bin ich ganz bei dir: Was die anderen so aus den eigenen Gedankenverrenkungen machen ist mind. genau so spannend wie die Verrenkung selbst.

      Da ich keine Margeriten zur Hand habe, versuche ich es mit einer Apfelblüte:

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  6. Ausgesprochen gelungen kombiniert. Die Kombination ‚Aris‘ und ‚Blogger‘ macht Sinn. Speziell vor dem vom dir erwähnten Hintergrund: heutige Verhältnisse zu reflektieren, ohne das Rad immer neu zu erfinden.
    Der Zeitaufwand fürs Bloggen ist, wenn man alles einbezieht, enorm. Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite befasse ich mich ja im Blog mit Themen, die für mich ohnehin von Bedeutung sind. Und da lässt sich unmöglich abschätzen, wie viel Zeit ich in ein bestimmtes Thema ohne Blog investiert hätte. Der Blog kostet also lediglich ein nicht genau definierbares Quantum ‚Zusatzzeit‘. Als Return on Investment resultiert aus dieser Zusatzzeit aber der Effekt, dass das Thema (dadurch, dass man es für den Blogartikel gründlicher behandelt hat und durch Interaktionen in der Kommentarsektion) qualitativ höherwertig bearbeitet wird. Also eigentlich immer eine sehr lohnende Investition.
    Die Frage nach dem Telos ist echt schwierig. Ich denke mal, dass jeder Mensch eine ganz eigene Kombination an Könn- und Woll-Anlagen mit sich bringt bzw. im Lauf des Lebens entwickelt. Diese stecken einen Rahmen für sein mögliches Handeln ab. Es bleibt dabei Spielraum für den persönlichen Willen und auch für eine Anpassung an äußere Umstände. Ich denke aber, dass es innerhalb dieses Rahmens gewisse Anlagen gibt, die so stark sind, dass man sie entweder in irgend einer Weise ausleben MUSS, oder sie leben sich eigendynamisch auf möglicherweise gewaltsame Art aus. Und hier kommen wir wahrscheinlich dem Telos nahe. Wer beispielsweise viel Poesie in sich hat, muss fast zwangsläufig ‚irgendwas‘ daraus machen. Das lässt sich vielleicht beruflich gar nicht verwirklichen, weil man entweder keinen Cent damit verdient, oder sich ‚pekuniär verhuren‘ lässt. So jemand verdient vielleicht schreibend sein Geld – aber das Telos bleibt dennoch unerfüllt, weil man um der ‚Marie‘ willen an seinen eigentlichen Herzensthemen vorbeigeschrieben hat. Hier kann Bloggen genau die richtige Lösung sein. Die poetische Anlage kann ausgelebt werden (inklusive der meist wichtigen Interaktion mit einem Publikum) ohne dass sie durch pekuniäre Erwägungen korrumpiert wird.
    Ich denke, die Unterscheidung zwischen poiesis und praxis macht unbedingt Sinn. Wobei man im Auge behalten muss, dass es da oft kein striktes Entweder-oder gibt. Das kann sehr stark ineinandergreifen. Wichtig scheint mir dabei, dass man eine persönlich stimmige Balance im Auge behält.

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    1. Ich denke, wenn man vernünftig über ein telos sprechen will, dann muss es notwendigerweise irgendwie formal sein. Auch wenn Beuys gesagt hat, dass jeder Mensch ein Künstler sei, dann besteht bei manchen Menschen die Kunst eher darin, Daten übersichtlich in Tabellen anzuordnen als eine Leinwand zu bepinseln. Ohne dass die eine Kunst mehr wert sei als die andere. Gemeinsam wäre es ihnen, dass sie beide eine Anlage haben, die man vervollkommnen sollte. Aber das wäre mehr Kant als Aristoteles. *gg*
      Die Suche nach der Balance als solche ist aber sehr aristotelisch (Es gibt von Allem ein zu viel und ein zu wenig, das Genau so ist aber bei jedem Menschen individuell – Das ist einer der Kernpunkte der Tugendlehre) und etwas, dem ich sehr viel abgewinnen kann. Ebenso wie der Tatsache, dass man eigentlich gar nicht über die Zeit reden sollte, so viel Zeit haben wir nicht. Und wenn man den Einsatz von Zeit nicht ökonomisch sieht, dann ist Blogging im Idealfall tatsächlich eine sehr lohnende Investition. 🙂

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      1. Diese Balance ist sogar sehr individuell. Erstens von der Mischung her und zweitens hinsichtlich der Toleranz von Abweichungen. Und sie ist meiner Erfahrung nach auch für das Individuum nicht statisch. Es lohnt sich sicher, da hin und wieder einen kritischen Blick darauf zu werfen.
        Wenn man nicht gleichsam am Leben vorbei ökonomisiert, ist es wahrscheinlich so, dass man wohl nur einen relativ geringen Teil seiner Lebenszeit ökonomisch zu sehen braucht. Also ist es sicher nicht verkehrt, wenn man eher großzügig in Werte jenseits des Messbaren investiert. 🙂

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  7. Hallo, spannender Artikel 🙂

    Frage 1: Ja. Auch wenn ich nie auf die Idee gekommen wäre, Aristoteles und Bloggen in einen Topf zu werfen, aber ich bin auch keine Philosophin. Meine Seele hätte diese Idee also nicht aus dem Bloggen herausgehoben oder so ähnlich. Die ‚Nikomachische Ethik‘, die ich gerade zur Hand genommen habe, um brav zu recherchieren und g’scheit daher zu bloggen, war sogar im Dunkeln sofort zu finden (Kind schläft in der Nähe, also schleichen und auf die Lippen beißen, wegen der eckigen Bauklötze, die erratisch am Boden verstreut liegen): Das erste Buch im Philosophie-Regal, da Autor mit A. Da hatte ich also wieder Mega-Glück, dass der Zeilenende den Aristoteles und nicht z.B. den Platon gewählt hat 🙂
    Frage 2: Ja, aber: Das Handeln verkommt ja zusehends zum passiven Auf-sich-Einprasseln-Lassen, z.B. das Glückseligkeitsziel „faul auf der Couch liegen und fernsehen“. Sofern das dann auch unter Handeln fällt, weiterhin ja.
    Frage 3: Ja, zumindest in der Theorie.
    Frage 4: Da erlaube ich mir ein paar Ergänzungen

    „[…] Blogging ist eine praxis, weil ihr Sinn der Sinn selbst ist: Das Nachdenken […]“ & eine Poiesis, weil es ja auch darum geht, Likes und interessante Kommentare zu kreieren 😉
    „[…] Das Nachdenken kommt nicht zum Ende, wird nur unterbrochen.[…]“ Ganz genau. Die Kinder unterbrechen mich andauernd!

    Für mich ist Bloggen ein Prozess aus: Glückseligkeit, wenn ich eine Idee finde – Glückseligkeit, wenn der Artikel fertig und veröffentlicht ist und dazwischen viel Arbeit.
    Jetzt kann ich ja auch verraten, dass meine Artikel meist ohnedies hoffentlich aristotelisch aufgebaut sind: also tugendhaft und mittelmäßig, denn „Die Mitte liegt […] zwischen zwei Schlechtigkeiten“. Um aber den Mittelwert zu erreichen, muss ich auch die Extreme (Mangel und Übermaß) gleichmäßig verwenden – ich greife die Wahrhaftigkeit auf, da sie mir für einen anonymen Blog im Internet passend erscheint – also ein bisschen Unverschämtheit, ein bisschen Ironie.

    So, ich hoffe das war ausreichend nachgedacht und …recher… Nein, zur Recherche möchte ich doch noch etwas sagen:
    Ich denke für Blogbeiträge oder Kommentare wird im Normalfall wohl nur oberflächlich recherchiert. Ein Artikel ist schon nach spätestens 2 (?) Tagen eigentlich wieder Schnee von gestern. Natürlich handelt es sich ja nicht um eine Vorlesung, ein intensives Studium, aber irgendwie ist es schon schade, dass die Themen so rasch wechseln und im Archiv landen (von wo sie nur noch selten hervorgekramt werden). Die Schnelllebigkeit steht hier einer der Schönheiten des Bloggens entgegen: am Ende der Arbeit ist ein Werk (was mich dann wieder eher an die Definition der Poiesis erinnert). Aber die Blüte des Werkes verwelkt so rasch, dass sofort wieder eine neue erzeugt werden muss.

    Bloggen ist ein Dauerlauf im selbstgebauten Hamsterrad.

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    1. Mit Platon hat es das Zeilenende in ethischen Fragen einfach nicht. Wart mal ab, bis ich zur Politischen Philosophie komme. Bis dahin … Für die Couch empfehle ich aber Zenon oder so. 😉
      Das mit den Likes ist so eine Sache. Ja, darum geht es. Dem Flötisten geht es auch um den Applaus am Ende. Da finde ich die aristotelische Unterscheidung auch schwierig. Mit der Frage „Würde ich es auch ohne tun?“ ist es ja auch nicht getan. Obwohl ich mir fast sicher bin, dass das eine Spitzdindigkeit ist und es, wie immer bei Old A. aufs rechte Maß ankommt. Und wenn es eine Maß ist, passt das auch … Damit kann man bestimmt auch Kinder beruhigen.
      Das Hamsterrad, das sich aus Maßhalten und Maßtrinken ergibt, ist, dass ich meine Blogbeiträge nicht unbedingt als Werke begreife. Eher Momentaufnahmen. Die kommen immer mal wieder. Ich gucke, regelmäßig, welche Artikel unter meinen als Empfehlungen stehen. Und manche lese ich nochmal. Wie im Rad, die Sprossen kommen wieder. 🙂

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      1. Ja, „Werk“ ist vermutlich übertrieben. Aber immerhin kommt die einzelne Handlung zu einem Abschluss, wenn der Artikel „fertig“ ist (sofern man alle Verbesserungsideen, die man danach noch halt einmal außer Acht lässt).
        Ich wollte nur den Unterschied zu einer Tätigkeit hervorheben, bei der es „am Ende des Tages“ nichts Konkretes anzuschauen gibt – wie es gerade in Dienstleistungsjobs oft der Fall ist.
        IMHO müsste die Arbeit eines Handwerkers eigentlich ebenso befriedigend sein und glückselig machen können wie z.B. jene eines Autors. Während die Zielerreichung der Handlungen eines Lehrers eventuell sehr stark von den Reaktionen seiner Schüler abhängt, auch wenn er gerne unterrichtet. Sprich, aus der praxis ist es in der Praxis ungleich schwerer nachvollziehbares Glück zu generieren. Oder vielleicht bin ich einfach zu sehr in der Leistungsgesellschaft verankert und idealisiere nur Beschäftigungen, denen ich nicht nachgehe, weil das Glück ja oft genau dort vermutet wird, wo man gerade nicht ist.

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  8. Interessanter Beitrag. Seit ich blogge, kann ich mich deutlich besser von einem Gedankenkarussel lösen, weil ich mich mit einem akuten Problem gezielt auseinandersetze und danach fühle ich mich gelöster und ja glücklicher/glückseliger.

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  9. Ich versuche mal, die Fragen der Reihe nach zu beantworten, obwohl ich jetzt schon sehe, das wenigstens zwei auf dasselbe hinauslaufen.
    Zu 1:
    Ich nehme an, das du mit den „aristotelischen Begriffen “ Poiesis und Praxis meinst. Und damit sind wir gleich bei Punkt 3 angelangt.
    Also erst mal Punkt 2:
    Ich finde, das Telos des Menschen liegt, zumindest teilweise, nicht im Handeln, sondern begründet es. Jedenfalls den praktischen Teil. Da ist es auch eindeutig. Um bei dem Beispiel mit dem Tisch zu bleiben, so ist die Herstellung dessen das Ziel. Nicht die Ausführung.
    Wenn ich jetzt den poietischen Teil des Handelns betrachte, so gehe ich jetzt von meiner Sicht ( des Bloggens) aus. Ich schreibe einen Beitrag nämlich nicht, um des Beitrags willen, sondern weil ich mir über etwas klar werden will. Und meistens weiß ich am Anfang noch nicht einmal, über was ich mir Gedanken mache. Zumindest war das der Ansatz, weshalb ich mit dem Bloggen begonnen habe.( Warum ich beim Mitmachblog schreibe, hat einen anderen Grund) Ich möchte also meine Gedanken klarer sehen, eben ihnen Gestalt geben in Form von Worten, Sätzen. Dabei ändere ich mein gedanklichens Ziel in den meisten Fällen während des Schreibens. Das heißt, mein ursprünglicher Gedanke löst sich in Wohlgefallen auf und macht einem anderen Platz. Ich denke, das ist der Unterschied zwischen Praxis und Poiesis. Ersteres ist zielgerichtet, letzteres ziellos. Jedenfalls bei mir. Deshalb denke ich auch, daß man den Grund für Poiesis allgemein mit dem schönen ausspruch „der weg ist das Ziel“ umschreiben kann.
    Übrigens merke ich grade, das ich die Fragen gar nicht getrennt abhandeln kann, da sie ineinander übergehen. Bzw. sich irgendwo „ins Gehege “ kommen.
    Ich versuche es also noch mal in Kurzfassung:
    Blogging ist mit den vorgennanten Begriffen nicht eindeutig zu erklären. Das Telos des Menschen ist nicht nur im Handeln zu finden. Ich kann jedenfalls nicht zwischen Poiesis und Praxis klar unterscheiden. Und die gelieferte Beschreibung des Bloggens trifft auf mich zu.
    Ich hoffe, damit mein angerichtetes Chaos einigermaßen wieder beseitigt zu haben.
    Viele Grüße

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    1. Ah, du kommst mit den Begriffen durcheinander. Die sind auch gemein. Ich habe es in meiner ersten Klausur fertig gebracht, poiesis und praxis tatsächlich zu vermengen. Poiesis ist das herstellende Tun, bei dem das Produkt das Ziel ist, also der Tisch. Wenn Blogging Poiesis wäre, ging es nur um den Artikel, der am Ende herauskommt.
      So wie du es beschreibst, geht es mir beim Bloggen auch so gut wie immer. Meine Beiträge sind immer Suchbewegungen. Bei meinen frühen Beiträgen ist das noch stärker zu spüren, mittlerweile versuche ich durchaus, ihn am Ende noch einmal zu fokussieren und ihnen eine Pointe zu geben. Praxis ist das „Der Weg ist das Ziel“, das Musizieren und das Denken bspw. Und wenn ich dich richtig verstehe, dann ist Blogging für dich tatsächlich Praxis.
      Was das Telos angeht, ist es wichtig zu berücksichtigen, dass das telos auch ein „soll“ ist: Ist es tatsächlich unsere Aufgabe auf Erden, Tische und Stühle zu schreinern, Nachrichten zu schreiben oder ist „das wichtige“, das, „wofür es sich sich auch zu leben lohnt“ nicht letzten Endes immer das, was wir um seiner selbst willen machen?
      Oder hast du vielleicht zumindest ein klein wenig recht, denn wenn ich dich recht verstehe, sagst du ja (auch): Auch die Notwendigkeiten des Alltags geben dem Leben Sinn.

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      1. Nach längerem Nachdenken will ich den Vergleich von Poiesis und Praxis mit dem asiatischen Yin-Yang-Prinzip wagen. In beidem ist das andere enthalten.Insofern ist also eine klare Trennung von Poiesis und Praxis gar nicht möglich.
        Eine weitere Erkenntnis, die mir jetzt kommt, ist: das, wofür es sich zu leben lohnt, ist das, was wir um unserer selbst willen machen. Deshalb möchte ich deinen letzten Satz dahingehend abändern: Das Leben gibt den Notwendigkeiten des Alltags einen Sinn.

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      2. Den Satz finde ich sehr schön. Und in der Tat hadere ich sehr stark mit dem Problem, dass bei Aristoteles beide Begriffe voneinander getrennt sind. Was poiesis ist, liegt an der Handlung, nicht an dem Sinn, den man hineinlegt. Deine Version, den Nptwendigkeiten Sinn geben zu können und in jeder Tätigkeit zumindest ein praktisches Moment zu sehen, gefällt mir sehr viel besser. 🙂

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