Zugegeben, die Katzen spielen nur eine untergeordnete Rolle in diesem Blog, wenn sie sich nicht heimlich an meinen PC schleichen und Gastbeiträge zu den Themen Katzenklo und Kerkerhaft veröffentlichen oder Tipps zur Abkühlung geben. Aber ihr Auftauchen lässt sich nicht immer vermeiden, denn (um die Stadtkatze zu zitieren):

DA WIR KEINE EINHÖRNER, SONDERN KATZEN ALS HAUSTIERE HALTEN, GIBT ES HIER ZWANGSLÄUFIG EIN GEWISSES CATCONTENT-AUFKOMMEN. CAT HAPPENS.

Gelegentlich wünsche ich mir aber Einhörner, denn wir halten ganz bestimmt keine Katzen. Das Besondere an Katzen ist, dass sie je nach Lage plötzlich zu ganz anderen Tieren wären. Ich rate, sich den Artikel „Tipps zur Abkühlung“ durchzulesen und sich das Bild von Mauzi genau anzuschauen. Sie hat dort gewisse Ähnlichkeiten mit einer gestrandeten Robbe.

Wenn es ans Fressen geht, erinnern die Katzen hingegen an eine Mischung aus Bär, Kleinkind und Hyäne. Während Hyäne – die Gier auf Fressen – selbsterklärend sein dürfte und auch Kleinkind – das quengelnde Verlangen – naheliegend ist, bedarf Bär vielleicht einer Erklärung. Dafür ist eine Geschichte notwendig.

Es begab sich zu der Zeit, als der Mensch erkannte, dass man Lebensmittel nicht allein dadurch haltbar machen konnte, dass man sie aufaß und als Fettschicht am eigenen Leib lagerte. Diese Erkenntnis fiel mit der Entdeckung der Konservendose zusammen. Jahrzehntelang bewährt in der Vorratshaltung des Militärs, das frühzeitig auf die Konserve setzte, konnte sich die Dose zivilgesellschaftlich erst in den frühen Siebziger Jahren durchsetzen. Als Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der Konserve dürfte die Erfindung des Schaschliks durch eingewanderte Jugoslawen sowie des 70er-Jahre-Nudelsalates gelten.

Der Schaschlik in der Dose ist den Weg allen Irdischen gegangen. Vereinzelt noch im Supermarkt anzutreffen, handelt es sich dabei meist um Fehletikettierungen von Hundefutter, zumindest was Form, Farbe und Konsistenz des Inhalts betrifft. Die Schaschlik-Konserve ist dank des Trends zum Veganertum vom Aussterben bedroht, vor Allem weil sie ihren Lebensraum mit Erbsensuppe und Ravioli teilen, die genau so grauenvoll schmecken, genau so grauenvoll aussehen, aber im Preis günstiger sind.

Der 70er-Jahre-Nudelsalat hingegen hält sich bis heute zuverlässig auf den Buffets großer Festlichkeiten. Er besteht aus

  • Nudeln, die eingewanderte Italiener ebenfalls in den 70er Jahren in Deutschland erfunden haben,
  • einer Creme, das sich vornehm Mayonnaise nennt, allerdings zur Auspeitschung (whip=Peitsche) menschlicher Zungen erfunden wurde
  • Kleingeschnittenen Gemüse- und Obstdosen

Zur Zubereitung zerkocht man Nudeln, öffnet ein Glas Mayonnaise sowie je eine Dose Champignons, Mandarinen, Silberzwiebeln, Erbsen, Spargelstücke und was das Konservenregal noch so hergibt, lasse die Laborprodukte mit entfernter Gemüseähnlichkeit abtropfen und vermische sie mit Mayonnaise und Nudeln zu einem dicken Brei.

Neben den genannten Produkten in der Dose gibt es ein Lebensmittel, das wie eine Konserve aussieht und die gleichen Geräusche produziert wie eine Konserve. Stellt einmal eine Konserve auf die Anrichte und öffnet sie. Wiederholt es mit einer anderen Konserve. Es gibt keinen Unterschied. Gleiches gilt für einen Meeresbewohner.

In Folge nachhaltiger Meeresverschmutzung ist ein Teil der Fischpopulation mutiert, sodass es im Meer nun schwimmende Konservendosen gibt. Auf Grund einer entfernten Ähnlichkeit im Geschmack mit Thunfisch wird der gefangene Konservenfisch seines Kopfes und seiner Schwanzflosse beraubt, sodass der übrig gebliebene Kadaver wie eine Fischkonserve aussieht und als solche in den Handel kommt, in Wirklichkeit aber ein Konservenfisch ist. Da die Haut dieses Fisches zu hart für das menschliche Gebiss ist, wird der Konservenfisch geöffnet und sein Inneres verwendet – wie beim Hummer, nur nicht halb so dekadent.

Hier kommt die Ähnlichkeit mit dem Bären ins Spiel, denn Katzen lieben Konservenfisch wie Bären Lachs-Fisch lieben. Und Katzen haben einen siebten Sinn für die Jagd nach ihm. Das Abstellen eines Konservenfisches auf der Anrichte wie das Öffnen desselben durch Bruderherz erzeugt die gleichen Geräusche wie die Öffnung einer gewöhnlichen Konserve. Und dennoch – noch bevor olfaktorische Lockstoffe den Unterschied durchs Haus tragen können, setzt eine Reaktion ein, die eine Gemüsekonserve nie entfalten könnte und es notwendig macht, mit den Damen des Hauses zu teilen, wenn man nicht aufgefressen werden möchte. Doch seht selbst:

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41 Kommentare zu „Fütterung der Raubtiere

    1. Jain … Das Video ist auch schon ein Weilchen alt. Stummelschwanz (Mucke) ist definitiv gut im Futter, die Dunkle (Mauzi) hat ein unheimlich dichtes Winterfell … Ist aber durchaus in die Breite gegangen, wie ich ihr gern (Du bist fett geworden) mitteile. Die von der Fensterbank (Billy) ist ziemlich schlank, ist aber breit gebaut und bullig.

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  1. Die drei sehen gut aus! Und scheinen keine Mahlzeit zu verpassen 🙂 Mein kleiner Katzenneuzugang, von dem ich vielleicht noch berichte, ist mit seiner Unerfahrenheit jedoch nicht halb so anmutig wie deine drei Grazien. Er hat sich, wenn es ums Futter geht, so gar nicht unter Kontrolle. Das scheine deine immerhin gelassen wegzuatmen 😀

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    1. Das ist eigentlich eh kein Problem, nur Stummelschwanz frisst Nassfutter, die anderen beiden können sich 24/7 am Trockenfutter bedienen. Aber wenn es Thunfisch gibt … Naja, auf dem Video verhalten sie sich noch zivilisiert, als ob sie wüssten, dass sie gefilmt werden. 😉

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  2. Diät! Da muss ’ne Diät her! Diese Bäuche…..boah….oder ’n Rollschuh drunter befestigen….

    Die Story: herzallerliebst! Es hat vermutlich noch nie jemand so nett über Konserven geschrieben 🙂

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    1. Nix Rollschuh, ich schlage seit Jahren vor, eine Bürste drunter zu binden, das würde den Putzaufwand verringern. Was da so hängt, ist aber vor Allem der Tatsache geschuldet, dass die Damen kastriert sind. Und bei manchen Katzen hängt es dann mit der Zeit. 😉 Was die Konserven angeht, muss die Ehre der Konserve ja auch mal gerettet werden. 😀

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  3. Konservenmäßig finde ich ja Tuben ganz großartig. Besonders für Käse oder Fisch. 🙂 [Fehlt nur noch das passende Dosenbrot – aber da kann man ja Katzen-Trockenfutter als Ersatz nehmen]
    Die drei Grazien sind ja sehr zivilisiert. Der Hyänenfaktor ist da eher als gering einzustufen.

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  4. Die sind doch eigentlich recht artig. Beim Katzensitten wurde ich vom Herr des Hauses (schwarzer Kater) immer durch eindringliches auf-die-Arbeitsplatte-springen und bös-mit-Krallen-am-Bein-pieken gedrängt, schneller zu machen 😀

    Und die drei warten artig, bis jeder seinen Teller vor der Nase hat. Da kenn ich aber Katzen, die sich lieber alle auf einen Teller stürzen und blöde streiten, als den zweiten Teller auch nur eine Sekunde abzuwarten.

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      1. Nach dreimal Anschauen muss auch mal wieder was anderes auf den Bildschirm. 😉 Die Strafe folgte eh auf dem Fuß – ich musste das Fenster zum Garten öffnen. Und da Zilli nicht rrausgesprungen ist (wie von mmir erhofft), ssitze ich jetzt hier undd zittttere vor Kkkälte.

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  5. Ich wollte etwas schreiben zum Zusammenhang Veganer und Schasch-wie-schleck oder so aehnlich, also…Oh, sieh mal, ’ne dicke Katze, und noch eine. Ui, drei Kätzchen, wie süß!
    Wo war ich? Ah, ist ja egal. Katzenvideos schaue ich immer gerne, davon gibt es ja auch noch viel zu wenig im Internetz 😉

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      1. Ob das dann noch unter „vegetarisch“ fällt?
        Jetzt muss ich dieses Sch-Wort doch noch googeln, ich habe das nämlich noch nicht einmal gegessen, zu Zeiten als ich mein Gewissen noch selbstverschuldet unterdrückte [kleiner Seitenhieb mit liebem Gruß vom Veganer-Missionierungs-Gen 😉 ]

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      2. Google es besser nicht. Zumindest die Dosenversion sieht wirklich wie Hundefutter aus, riecht ähnlich und schmeckt undefinierbar. Aber da auch Vegetarier aus Fleisch und Blut sind, ist ein vegetarischer Schaschlik zwar vegetarisch, aber nicht fleischfrei. Und jetzt gehe ich einen Sojajoghurt essen. 😉

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