Erinnert sich noch jemand an meinen umfunktionierten Bowle-Topf? Mutter Zeilenende hat ihn nie vergessen, ist sie doch, seitdem ich ihn angesetzt habe, um ihn herumgeschlichen.

„Ist der Rumtopf schon fertig?“

„Nein.“

„Ist der Rumtopf schon fertig?“

„Nein.“

„Wann ist der Rumtopf endlich fertig?“

„Noch einmal schlafen … Guck doch noch eine Folge deiner Soap.“

Eltern sind manchmal wie kleine Kinder. Diejenigen unter meinen Followern, die derzeit von kleinen sabbernden Monstern geknechtet wurden, können sich mit einem zufriedenen Lächeln zurücklehnen. Irgendwann kommt die Zeit, in der ihr Rache nehmen könnt, denn dann werdet ihr wie die Nervensägen sein … Und womöglich auch das Sabbern wieder beginnen. Nun, Mutter Zeilenende sabbert nicht, es sei denn, sie denkt an den Rumtopf.

Mein Rumtopf begann mit Erdbeeren, bekam Gesellschaft durch Aprikosen, Kirschen, Pfirsiche, Zwetschgen, Weintrauben, Mango und einiges mehr. Mit jeder Schicht Früchten gesellten sich Unmengen an Rum und 250g brauner Zucker hinzu. Am Ende stand ein gar köstliches Gebräu, das Anfang Dezember seine Feuertaufe bestand, dem Praxistest von Mutter Zeilenende.

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Nun, Rumtopf. Rumtopf besteht aus vielen Früchten, die in Rum eingelegt sind. Ich habe das nur missverstanden. Meine Früchte schwammen im Rum, konkret: Das Verhältnis Früchte zu Rum stimmte nicht, es war zu viel Rum und zu wenig Frucht. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch, die Früchte schmecken in erster Linie nach Alkohol, der Rum schmeckt in erster Linie nach Frucht. Und wenn ich ganz ehrlich bin, mag ich beim Rumtopf den aromatisierten Rum sehr viel mehr als die Früchte.

Mutter Zeilenende sieht das ähnlich, wenn ich auch einige Überzeugungsarbeit leisten musste. Zunächst bestand bei uns der Deal: Sie Früchte, ich Rum. Als wir den Rumtopf dann durch diverse Geschenke und eine Weihnachtsfeier auf haushaltsübliche Mengen reduziert hatten (der Topf war randvoll), waren nur irgendwann keine Früchte mehr übrig, aber mehr Rum, als ich Teilzeitabstinenzler vertragen konnte. Mutter Zeilenende, die Teilzeit-Nichtabstinenzlerin in dieser alkoholischen Beziehung, musste überzeugt werden, also erfand ich „Rum mit Sekt“ … Und sie sabbert wieder.

 

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15 Kommentare zu „Da ist was gezogen!

  1. Und sie sabbert wieder…herrlich!
    Rumtopf erinnert mich an früher. Nicht, dass meine Eltern oft einen angesetzt hätten, aber der Topf stand immer oben auf dem Küchenschrank. Sehr groß, aus Ton und grün lackiert – typisch 70iger Jahre.
    Mich fängt man mit den Früchten aus der Erdbeerbowle. Die klaue ich auch fremden aus ihren Gläsern.

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  2. Meine Schwiegermama hat immer herrlichen Rumtopf gemacht. Irgendwann hatten Schwiegereltern dann keinen Garten mehr und wir damit auch keinen Rumtopf mehr. So tragisch kann manchmal ein Rumtopf enden 😦 Rumtopf mit Sekt *hmmmmm* Hätte ich das nur damals schon gewusst. Aber für manches Leckere braucht man wohl den Vorreiter Zeilenende 😉

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