Heute werfen wir einen fetten Mann auf die Schienen, wenn ihr mir keine bessere Lösung anbietet.

Die Philosophie-Geschichte ist voll von Paradoxa, mit denen sich der Geist beschäftigen kann. Da gibt es die Schildkröte des Achilles, das Schiff des Theseus, aber auch weniger bekannte Probleme wie die Sorites-Paradoxie (die mir in meiner Examensarbeit so lange Kopfschmerzen bereitet hat, bis ich es zu einem Problem der Konvention erklärt habe). Letztlich sind die aber alle langweilig, Paradoxien machen nicht halb so viel Spaß wie Dilemmata.

Als Dilemma bezeichnen wir eine Situation, die eine Entscheidung von uns verlangt und in jedem Fall unerwünschte Konsequenzen zeitigen wird. Dilemmata und mögliche Lösungsstrategien spielen eine große Rolle in Fragen der Verteilung knapper Güter und sind ein guter Prüfstein für Gerechtigkeitsvorstellungen im Besonderen und Moralität im Allgemeinen. Ein sehr beliebtes Dilemma ist das „Trolley-Dilemma“. Zugegeben, solche Gedankenspiele wirken manchmal absurd, haben aber ihren Reiz, weil sie als Extremsituationen die Schwächen einzelner Theorien gnadenlos offenlegen.

In der einfachen Variante des Trolley-Dilemma rast eine Straßenbahn auf eine Gruppe von fünf Menschen zu. Die Straßenbahn kann nicht mehr rechtzeitig bremsen, sie fährt flüsterleise und ihr seid dummerweise stumm. Es besteht keine Möglichkeit, die fünf Menschen zu warnen und die fünf Menschen nehmen die Straßenbahn nicht wahr. Ohne euer Eingreifen werden sie sterben.

Glücklicherweise steht ihr neben einem Hebel, mit dem sich eine Weiche umlegen lässt. Ihr könnt durch das Umlegen der Weiche die Fahrt der Straßenbahn umleiten. Statt der fünf Menschen würde nur ein Mensch ums Leben kommen. Auch ihn könnt ihr nicht warnen, ihr seid ja stumm, und auch er nimmt die Straßenbahn nicht wahr.

Die Frage: Legt ihr den Hebel um und opfert den einen Menschen, um das Leben der fünf zu retten?

Das Trolley-Dilemma ist gut geeignet, die Unterschiede zwischen deontologischen und konsequentialistischen Theorien aufzuzeigen. Während sich eine klassische aristotelische Position aus der Affäre ziehen kann, indem sie Zeilenende unterstellt, zu jung für ethische Entscheidungen zu sein, muss der Konsequentialist seinen Taschenrechner hervorholen und der Deontologe ein paar gedankliche Verrenkungen unternehmen.

Lösungsweg Konsequentialist: Der Konsequentialist macht eine Folgenanalyse: Unternimmt er nichts, sterben fünf Menschen. Legt er den Hebel um, stirbt ein Mensch. Er kann also vier Menschen das Leben retten und legt den Hebel um.

Lösungsweg Deontologe: Der Deontologe macht gedankliche Verrenkungen. Die Folgen interessieren ihn nicht, es ist die Handlung selbst, die ihn interessiert. Hier gibt es verschiedene Optionen:

  1. Ich unternehme nichts, weil die Situation ein Dilemma ist und mich Schuld treffen würde, wenn ich eingreife. Hier wird die Unterscheidung zwischen Tun und Unterlassen gezogen und stark gemacht. Ich kann nicht für etwas (moralisch) verurteilt werden, das ich nicht getan habe, auch wenn ich damit einen größeren Schaden verkleinere. Man kann nicht von mir erwarten, Entscheidungen über Leben und Tod zu treffen.
  2. Ich unterscheide zwischen dem positiven Gebot, Leben zu retten und dem negativen Gebot, niemanden zu töten und komme zu dem Schluss, dass niemanden zu töten oder Leben zu retten das jeweils stärkere Gebot ist. Aber das führt aus dem Dilemma nicht hinaus.
  3. Ganz clevere Menschen legen die Weiche um und argumentieren, dass der Tod des Einzelnen keine intendierte Absicht, sondern eine Nebenfolge meiner Absicht war, anderer Leute leben zu retten. Ich töte den einzelnen Menschen nicht, ich instrumentalisiere ihn nicht. Er hat bloß Pech gehabt. So ist das manchmal im Leben.

Der Konsequentialist kommt in diesem Spiel ein wenig zu gut weg, deshalb gibt es noch eine Variante. Statt des Hebels und der Weiche steht ein dicker Mann neben mir. Wenn ich ihn vor die Straßenbahn stoße, kommt sie zum Stillstand. Damit muss auch der Konsequentialist Farbe bekennen: Darf ich den Unbeteiligten instrumentalisieren und aktiv schubsen? Während die Menschen auf dem Gleis zumindest ein wenig selbst Schuld sind an ihrer Lage, weil sie nicht aufmerksam genug waren, darf ich den dicken Mann mit hineinziehen?

Der Deontologe kommt in der Situation besser weg. Das ist ein klarer Fall von „Mittel-zum-Zweck“-Setzung, von daher verbietet es sich, den dicken Mann vor die Straßenbahn zu schubsen.

Weil ich so gut gelaunt bin, machen wir ein Zeilenende Spezial daraus. Die Konsequentialisten sollen es nicht zu leicht haben. Wir kombinieren beide Settings und ergänzen das neue Szenario ein wenig:

  1. Eine Straßenbahn ist außer Kontrolle geraten und rast auf fünf Personen zu.
  2. Durch Umlegen einer Weiche kann die Bahn umgeleitet werden und nur zwei Menschen überrollen.
  3. Statt die Weiche umzulegen, kann auch ein unbeteiligter dicker Mann vor die Straßenbahn geschubst werden.
  4. Ihr habt keine Möglichkeit, irgendjemanden zu warnen. Egal wie ihr euch entscheidet, die gewählten Personen werden sterben.
  5. Das liegt an den Spezifika der einzelnen Opfergruppen:
    1. Die Fünf sind Strafgefangene, die die Schienen ausbessern und an selbige gekettet sind.
    2. Die Zwei sind Paul Watzlawick und ein Pharmazeut, der an einer bahnbrechenden neuen Krebstherapie arbeitet. Die beiden streiten gerade so heftig, dass sie von ihrer Umwelt nichts mitbekommen.
    3. Der dicke Mann hat seit drei Tagen nicht geduscht und die zweite Schachtel Zigaretten für heute angebrochen. Außerdem ist er Versicherungsvertreter.

trolley

Welche Entscheidung lässt sich begründet vertreten? Eine eigene Antwort spare ich mir hier auf, weil ich euch nicht beeinflussen möchte. Wer wissen will, ob man dicke Männer schubsen dürfe, lese hier weiter.

 

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63 Kommentare zu „Das Trolley-Dilemma

  1. War das wirkliche Dilemma des Trolley-Dilemmas nicht, dass man fünf unbekannte Menschen oder einen Freund töten musste? Zumindest kenne ich es so und das fand ich doch etwas verstörend.
    Oder gibt’s das einfach in jeder Variante?

    Ich glaube, generell ist das Trolley-Dilemma ein klassisches Beispiel für „Denk mal drüber nach, aber im wahren Leben würdest du doch alles anders machen…“

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    1. Das Trolley-Dilemma gibt es in jeder Variante. Man kann es auch graduell diskutieren, erst nur eine Person, dann ist die Person ein Freund, dann deine Großmutter, etc. Aber jeder bastelt sich seine Lieblingsvariante.
      „Denk mal drüber nach, aber im wahren Leben“ halte ich übrigens für ein großes Menschheitsproblem. 🙂

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      1. Meine Großmutter ist bereits tot. Die können wir gern ausbuddeln und draufwerfen – der macht das nix mehr 😀

        Das Problem ist doch, dass du im wahren Leben in solchen Situationen keine Zeit hast, in Ruhe darüber nachzudenken und Pros und Contras abzuwägen. Das ist wie mit dem Auto-Fahr-Training: In der Stunde hockst du artig da, weißt wie du es optimal tun sollst und hältst dich dran. Wenn dir aber im wahren Leben ein Kind vor’s Auto rennst, machst du instinktiv einfach irgendwas.

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      2. „machst du instinktiv einfach irgendwas“
        Ich widerspreche. Wir machen nicht irgendwas. Wir machen etwas. Und dieses Etwas basiert auf erlernten Verhaltensweisen, auf Reflexen und Instinkt (aber auch nur bedingt – sobald wir persönlich nicht in physischer Gefahr sind, funktioniert das m. E. nicht so gut) und auch auf Überzeugungen. Zumindest nachträglich sind wir in der Lage, unser Verhalten zu rechtfertigen und es konsistent in unsere Sicht der Welt einzuarbeiten. Oder unsere Sicht der Welt zu ändern.
        Von daher werden wir in einer solchen realen Situation nicht erst das Dilemma durchdenken, sondern handeln. Aber in diesem Setting geht es (auch) darum, zu ergründen, wie wir gerne handeln wollten, um daraus Konsequenzen zu ziehen, dass wir zukünftig auch so handeln würden.

        Und jetzt packe ich meinen pädagogischen Zeigefinger wieder ein. *gg*

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  2. Übrigens: Dem Dicken würde ich kräftig auf seine Patschfüßchen treten. Die Kippe fällt ihm aus den Mund auf’S trockene Gras ohne ein Feuer zu entfachen und er brüllt endlich lauthals auf. Die 7 schauen auf, 5 in panik, weil sie ja nicht weg können. Aber mein Freund Paul W. erfasst die Situation sofort. Er springt von den Schienen und reißt den Pharmazeuten mit. Ich betätige den Hebel und der Zug rollt ins Leere.

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      1. Ich finde es gut, dass du die Tatsache, dass das Szenario nur eine Möglichkeit ist, gegen das Szenario ausspielst. Ich mache das eigentlich immer genau so. *gg*
        Und du hast in der Tat eine Lücke gefunden, indem du den dicken Mann dazu einsetzt, stellvertretend für dich jemanden zu warnen. 🙂

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  3. Wili hat es geschickt umgangen 😉 Ich glaube nicht, dass es hier ehrliche Antworten geben wird. Das würde ja bedeuten, man muss sich outen 😉

    Was nicht von der Hand zu weisen ist: Diese Theorieversion verläuft anders als in der Sekunde der realen Entscheidung.

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    1. Ach … Ehrliche Antworten werden überbewertet. Viel wichtiger ist es, dass es gute Antworten sind. Ich denke aber, die Theorieversion wird unterschätzt. Die Theorie ist natürlich praktisch nur bedingt relevant (allein schon die Situation zur Gänze zu erfassen dürfte unmöglich sein), aber wir treffen in der Sekunde der realen Entscheidung ja durchaus eine Entscheidung, die auf irgendeiner Grundlage basiert. Und wir unterstellen, dass diese Entscheidung zumindest im Nachhinein begründbar und ggf. sanktionierbar ist. Das Gedankenspiel erlaubt es also, die (möglichen) Entscheidungs-Grundlagen offenzulegen. Wenn nicht unsere persönliche, dann doch die, auf der die Entscheidung getroffen werden sollte. Und wenn wir wissen, wie es laufen soll, können wir daran arbeiten, die Welt so zu beeinflussen, dass es auch so wird.

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    2. wieso habe ich es geschickt umgagngen, wenn ich den erwarteten Antworten mit meiner Lösung nicht entspreche? Da komme ich doch deiner Idee sehr nah, dass es in der Realität völlig anders verläuft als im theoretischen Gedankenspiel 😉

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      1. Dadurch, dass du die eigentliche Vorgabe unterwandert hast mit dem „Geschrei“, bist du ja der Hauptlösung aus dem Wege gegangen. Auch wenn deine Idee natürlich weitaus positiver ist für alle Beteiligten 😉

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  4. Zunächst finde ich es einfach schön, wie sich hier nahe Vergangenheit (Watzlawick) und ferne Zukunft (flüsterleise Straßenbahn) so nonchalant die Hand reichen. 🙂
    Nun aber zum Dilemma. Leider kann ich trotz der schönen Zeichnung nicht genau erkennen, ob der Rothaarige der Jelinek oder der Pöschl ist. Die beiden sind sich nämlich äußerlich sehr ähnlich.
    Wenn’s der Jelinek ist, wird er ohne Zögern den Hebel umlegen, weil er nämlich den Watzlawick nicht leiden kann.
    Wenn’s aber der Pöschl ist, gibt’s ein Unglück. Der Pöschl kann den Watzlawick auch nicht leiden und legt den Hebel auch um. Allerdings ist er dabei etwas träge – die Weiche wird in dem Moment umgelegt wo die Straßenbahn drüberfährt. Die Straßenbahn entgleist, rast in eine Gruppe Touristen und knallt gegen eine Hauswand. Es gibt 17 Tote und 35 Verletzte.

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  5. …vielleicht befindet sich auch der, der die Entscheidung treffen soll, in einer tiefen Krise (eben WEIL er die Entscheidung treffen soll, sie aber nicht zu treffen vermag, weil er sich für keine der Varianten entscheiden kann) und wirft sich selbst vor den Zug. Damit macht er seinem Leid ein Ende und rettet alle anderen (Un)beteiligten.

    Die vulkanische Version, die im Schubsen des dicken Vertreters endet, finde ich im übrigen auch gut…

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    1. Aber wenn wir den Dicken schubsen, können wir keine Versicherungen mehr kaufen. 😉 Die Lösung ist ansonsten recht nah bei Wiltrud, die sich ja auch nicht an die Spielregeln halten mag und eine Lücke in meinen Vorgaben entdeckt. Deine Variante hat den zusätzlichen Reiz, weil sie die Frage erlaubt, wieso das in den Standard-Diskussionen zum Trolley-Dilemma eigentlich NIE als Alternative in Betracht kommt.

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      1. Es sind aber doch oft das abweichen von den Vorgaben und überraschendes Querdenken, welche zu weiterführenden Lösungen führen. Weshalb mussl gerade das ausgeschlossen werden?

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      2. Das stimmt auffallend, aber Versicherungen zu kaufen hat für mich in dem Dilemma keine Priorität. Interessant finde ich es aber, dass meine Variante nie in Betracht kommt, denn ich fand sie eigentlich ziemlich naheliegend (wenngleich auch etwas destruktiv, denn man geht ja dabei drauf)

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      3. Mhm … Ich hatte ein wenig Zeit, darüber nachzudenken, warum das so ist.
        Die meisten Ethik-Konzeptionen tragen tendentiell dem Egoismus Rechung. Opferung des eigenen Lebens, so die Theorien, kann von einem Individuum nicht sinnvoll verlangt werden. Es kann dieses Opfer freiwillig erbringen, wir nennen das u. U. dann auch Tapferkeit, … Die Diskussion versucht ja immer, eine allgemeingültige Lösung zu finden und Selbstmord als Option führt die meisten Theorien an irgendeiner Stelle in einen Selbstwiderspruch. Wir hingegen diskutieren es ja aus der individuellen Perspektive (philosophisch auch völlig legitim), die ist nur nicht so mainstream. *g*

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  6. Der Dicke wird geopfert. Stinkende Versicherungsvertreter brauch niemand.

    Außerdem versuche ich gerade meine verknoteten Hemisphären zu entwirren. Wenn Leute so gnadenlos gebildet mit Fremdwörtern um sich schmeißen, suche ich schon aus Prinzip das Weite. Ihr Studierten seid aber auch ein komplizierter Haufen!

    Ich ziehe mich jetzt in die Welt des einfachen Pöbels zurück und lache über Monty Pythons „Der Sinn des Lebens“. 😉

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    1. Kleiner Tipp am Rande: Die Fremdworte schmeiße ich immer dann um mich, wenn der Inhalt dünn zu werden droht. *gg* Ansonsten notiere ich, dass auch du für den Tod des Dicken stimmst. Ich sollte ein Diätberatungsblog aufmachen. Davon könnten zukünftig Leben abhängen. ^^

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  7. Ich würde ja den dicken Mann in Richtung der Strafgefangenen rollen. Durch das scheppernde Geräusch seines Alukoffers schauen die Gefangenen auf und springen zur Seite. Dementsprechend lasse ich die Straßenbahn dorthin ausweichen und der dicke Versicherungsvertreter kann sich selber von den Gleisen rollen. Eine Tram hat außerdem nicht so viel Wucht wie ein Güterzug, von daher ist das eh alles gar nicht so wild und der dicke Mann ist ja eh gut gepolstert. *fies grins*

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      1. Das kann gut sein. Und ja, ich bin des Öfteren gemein 😉 aber in dem Fall bin ich da wohl weniger moralisch ethisch korrekt sondern denke mir: fett, stinkend und Raucher u n d Versicherungsvertreter…. 😉 dazu eine Tram, die nicht viel Schaden anrichten kann…passt schon.

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  8. Ich sehe mehrere mögliche Szenarien, wobei alle daraus resultieren, dass ich vermutlich gar nicht die Kraft habe, den Dicken zu schubsen (ich armes, schwaches Weib):
    a) ich versuche den Dicken zu schubsen, er wehrt sich, ein Rangelei folgt und ich lande auf den Gleisen=> alle anderen 8 gerettet und ich brauche mir wegen moralischer Bedenken bezüglich der Konsequenzen meines Handelns keine Sorgen zu machen, fast eine win-win Situation
    b) ich versuche den Dicken zu schubsen, wir rangeln neben den Gleisen, der Lokführer sieht das und bremst wegen uns + kommt rechtzeitig vor den 5 zu stehen – eine echte win-win Situation außer für mich, wenn mich der Dicke dann wegen versuchten Mordes verklagt
    c) ich merke gleich, dass ich den Dicken nicht schubsen kann; also tippe ich ihm auf die Schulter und sage, er muss schnell handeln, um die Menschen zu retten … was auch immer er dann tut, ich habe mich schon längst davon gemacht (natürlich um die Rettung zu verständigen, weil dort unter der Oberleitung kein Handyempfang ist …)

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  9. Über diese Weiche diskutierte ich schon nächtelang mit Freunden.
    Schön, dass du mir das wieder ins Gedächtnis gerufen hast. Ein toller Artikel, der reichlich Stoff zum Nachdenken bietet.
    Ich werde es machen…das nachdenken…während ich heute endlich meine Wohnung putze. Da sind solche Gedankenspiele gerade recht.

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  10. Vermutlich würde mich der Anblick von Paul Watzlawick so sehr an meinem Verstand zweifeln lassen, dass ich gelähmt zusehen müsste, wie die Straßenbahn die fünf Strafgefangenen überrollt. Möglicherweise hat das Schicksal den Tod der fünf sogar vorgesehen, was sich, wie wir ja dank Hollywood wissen, nicht überlisten lässt. Würde ich für die 5 das Böse in Form des Versicherungsvertreters opfern, würden sie kurz darauf dennoch nacheinander auf kuriose Weise ums Leben kommen. Gleiches gilt im Falle des Opferns der anderen beiden, sodass durch meinen Eingriff am Ende mehr Menschen sterben, als ohne meinen Eingriff. Würde ich „die 2“ opfern, so käme die Arbeit an der Krebstherapie zum Erliegen, wodurch langfristig sogar noch viele weitere Menschen sterben. Die 2 mögen sich zwar streiten und nichts von ihrer Umwelt mitbekommen, wodurch man meinen könnte, sie seien selbst Schuld, da die Bahn aber nicht auf sie zu rast, trifft das gar nicht zu.

    Doch im letzten Augenblick erkenne ich, dass die Straßenbahn komplett leer ist, lege die Weiche nur halb um, lasse den Zug entgleisen und rette alle.

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  11. Du schriebst, dass du eine eigene Antwort vorerst aussparen würdest, um uns nicht zu beeinflusse (an dir geht ja nun doch ein Pädagoge verloren;) ) und nun schaue ich immer und immer wieder vorbei, ob das Vorerst bereits vergangen sei….

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