Roe Rainrunner hat mich mit dem Liebsten bedacht. Und es gibt Menschen, die lesen gern die Antworten auf den Liebsten. Und es gibt Menschen, die schreiben gern Antworten auf den Liebsten. So kommt alles zusammen: Ein Liebster-Award für einen Menschen, der gern darauf antwortet mit Leser*innen, die das lesen wollen müssen.

Bevor ich damit anfange, lobhudele ich noch ein wenig auf das Blog, dem ich das Stöckchen zu verdanken habe: Bei Roe finden sich Reflexionen auf den Alltag, Beobachtungen gesellschaftlicher Vorgänge und eine gehörige Prise Sarkasmus. Keine Sorge, es gleitet nie ins Zynische oder Verzweifelte ab. Das ist nicht leicht. Ich weiß, wovon ich spreche. Manche meiner Beiträge sind nämlich amüsiert oder staunend gemeint, in den Kommentaren stelle ich fest, dass ich es überdreht habe. Roe Rainrunner ist so wie ich, nur besser. Dies geklärt, beginnen wir mit den Fragen.

award

 

1. Wie kamst du auf die Idee, einen Blog zu starten?

Ein Wort: Zeitenwende. Morgens im Zug, auf dem Weg zur Arbeit. Es stand in einer Zeitung. Ein Artikelschreiber in der ZEIT, meinem Haus- und Hofblatt, erklärte, dass die Welt sich ändere. Fundamental. Und dass das unser aller Leben ändern würde. Ich glaubte dem Autor damals nicht, war ich doch mit meinen kleinen alltäglichen Problemchen schon über Gebühr beschäftigt, um mir Sorgen um die Welt insgesamt zu machen. Und ich beschloss, Alltag gegen Geschichte zu stellen.

Das Thema verlor sich, trug nicht für einen eigenen Blog. Aber ich hatte wieder Blut geleckt, schrieb weiter. Und reaktivierte dafür einen alten Blog, in dem ich machen konnte, was ich wollte.

 

2. Was möchtest du mit deinem Blog erreichen?

Keine Gestaltungstipps für Gräber geben, auch wenn mir das nach wie vor den meisten Traffic über Google einbringt. 🙂

Die Alltag vs. Geschichte Sache ist immer noch präsent, aber anders. Über meinen Alltag schreibe ich fleißig. Als regelmäßige Leser habt ihr mich an meine diversen Arbeitsstellen begleitet, gesehen wie (sehr bzw.) wenig sie erfüllend sind. Ihr verfolgt die Freuden der Jobsuche und die unermesslichen Freuden, mit Ende 20 wieder mit den Eltern, Geschwistern und Katzen zusammenzuleben, die man mit 19 verlassen hat. Außerdem wisst ihr, dass ich ein ziemlicher Medienjunkie mit einem ausgeprägten Backenthusiasmus bin.

Ich glaube fest daran, dass über jedes Leben zwei Aussagen wahr sind: Ein Leben ist spannend und ein Leben ist unterhaltsam. Im besten Falle will ich Geschichten erzählen, die spannend und unterhaltsam sind, meine Begeisterung über ein großartiges Buch oder einen gelungenen Kuchen teilen. Im schlechteren Fall immerhin, dass ich über die üblen Dinge schreiben kann. Solange man das kann, sind sie nur halb so schlimm. Kurz: Ich will zeigen, dass das Leben sehr viel schlimmer wäre, wenn man darüber schweigt.

 

3. Welcher Blogbeitrag ist dein Lieblingsartikel und warum?

Das ist eine gute Frage. Den perfekten Artikel habe ich noch nicht geschrieben. Und ich denke häufiger über die schlechten Artikel nach. Außerdem bediene ich eine gewisse stilistische Breite vom philosophischen Besinnungsaufsatz bis zum Filmverriss, von Berichten über herbe Enttäuschungen bis zu kindlicher Freude über eine neue Errungenschaft aus dem Bereich Konsum. Man erlaube mir deshalb drei Beiträge zu nennen:

Der Geranien-Artikel – Ich find ihn lustig, thematisch. Stilistisch und von der Art der Erzählung könnte er ausgefeilter sein. Er stammt aus meiner Anfangszeit, manche Formulierungen finde ich mittlerweile anstrengend. Man merkt, dass ich noch nicht so geübt war. Aber er bleibt lustig.

Ähnliches gilt für meine Würdigung des November. Eine groß angelegte Abrechnung mit der Gesellschaft, die diesen armen Monat tyrannisiert. Läuft immer noch nicht rund. Ist aber schon ausgefeilter als die Geranien. Aber wie das immer ist: Der geht noch besser!

Weil er pointiert und rund ist, einen Gedanken entwickelt und tatsächlich zum Abschluss bringt, ist auch der Vorbild-Artikel für mich etwas Besonderes. Das ist das erste Mal seit Ende meines Studiums, dass ich einen philosophischen Gedanken nicht nur fragmentarisch, sondern mit einem richtigen Schluss entwickelt habe. Gedanken mit einem Ende sind selten. Genau genommen existieren sie nicht. Umso mehr freue ich mich immer, wenn ich ein Ende konstruieren kann.

 

4. Wenn du für einen Tag König der Welt sein könntest, was würdest du ändern?

Uh … Das ist schwierig. Klären wir vorher: Muss ich dabei so aussehen wie Leonardo die Caprio damals oder darf ich so aussehen, wie er jetzt aussieht? Das ist wichtig. Wenn ich so aussähe wie er damals aussah, dann würde ich Buckingham Palace in ein Bällebad verwandeln und den ganzen Tag darin spielen. Mehr dürfte ich ohnehin nicht.

Im anderen Fall würde ich den Tag strukturieren und ein paar grundsätzliche Probleme lösen. Bereits beim Frühstück würde ich als erstes den Hotels dieser Welt per Dekret verbieten, diese kleinen Gummigeschosse am Buffet anzubieten und sie dazu zwingen, richtige Brötchen zu kredenzen.  Und weil ich schon einmal bei Ernährungsthemen bin, würde ich einen verpflichtenden Innereien-Topf-Tag in der Kantine der CDU Schleswig-Holstein einführen. Wenn Schweinefleisch identitäts-stiftend ist, dann sind es Innereien umso mehr. Die repräsentieren nämlich innere Werte. Und davon haben wir ja ganz viele.

Nach dem Frühstück würde ich ein paar globale Probleme lösen. Zunächst die Migrationsproblematik, indem ich in Europa einen großen Bürgerkrieg anzetteln würde. Die Niederlande und Spanien (die gehören historisch ohnehin zusammen) gegen Tschechien, San Marino und Luxemburg und eine dritte Koalition aus Bulgarien, Schweden und der Türkei würde einen erbitterten Krieg führen, um die deutsche Brotkultur unter Kontrolle zu bringen (damit hätten wir auch den Bogen zum Frühstück zurück geschlagen). So wäre gewährleistet, dass niemand mehr nach Europa flüchten möchte. Und weil niemand Migrationsbewegungen auf sein Territorium haben möchte, ordne ich anschließend an, eine Mauer um Europa zu errichten, damit niemand heraus kann.

Anschließend wäre die Klimaproblematik dran. Ich würde ein Maßnahmenpaket entwickeln, dass auf dem „Innereien-Topf-Tag“ basiert: Alle Kantinen der Erde bekommen einen verpflichtenden Innereien-Topf-Tag, drei verpflichtende Vegetarier- und drei Verpflichtende Veganertage. Einhergehend mit einem Verbot von Monokulturlandwirtschaft. Vorausgesetzt, wir verhungern nicht, wäre Klimakiller Nummer 1 (Massentierhaltung) beseitigt, Klimakiller Nummer 2 (Individualverkehr) wird per Dekret ebenfalls beseitigt: Alle Autos der Erde werden verschrottet, ab sofort gibt es nur noch den ÖPNV und ein Automodell. Dafür wird in Zwickau ein Forschungszentrum in Betrieb genommen, das den E-Trabi entwickeln möge. Und zuletzt erkläre ich Uran, Kohle, Erdöl und Erdgas zum natürlichen Besitz der Eichhörnchen dieser Erde. Wenn wir das nutzen möchten, müssen wir uns mit den Eichhörnchen einig werden.

Damit hätte ich schon viel getan, würde mir zum Mittagessen einen Innereien-Topf servieren lassen, anschließend aus purer Bösartigkeit Fußball verbieten und den Tatort absetzen lassen, ein Nickerchen halten und den Rest des Tages in meinem Bällebad verbringen. Da Europa aber zu gefährlich ist, würde ich es nicht im Buckingham Palace errichten, sondern in der Cheops-Pyramide. Das hätte ich mir nach so viel Arbeit verdient. Als letzte Amtshandlung schließlich, am Ende des Tages, würde ich die Monarchie abschaffen, denn ich bin schließlich ein linksliberaler Republikaner.
5. Was ist besser: Ein Film, über den man lachen kann oder ein Film, bei dem man weinen muss?

Das ist einfacher, als man denken mag. Die Antwort liegt nicht im Lachen oder Weinen verborgen, sie liegt im können und müssen. Es ist immer besser, die freie Wahl zu haben statt auf Reflexe konditioniert zu sein: Ich muss bei dem Film weinen? Jedes Mal aufs Neue? Dann liegt es nicht an der Traurigkeit des Filmes, sondern weil ich darauf konditioniert bin. Man könnte das ausnutzen und die Konditionierung auf die Nennung des Titels ausweiten.

Der Film, über den man Lachen kann, überlässt mir die Wahl, über ihn auch zu weinen. Er ist kein so grauenvoller Despot wie der andere Film. Ich sehe es bildlich vor mir: Kurz vor dem Abspann, du hast dich tapfer gehalten und nicht zu Weinen begonnen, da stellt der Film sich auf Pause, dackelt in die Küche, kehrt mit einem Messer zurück und beginnt vor deinen Augen Zwiebeln zu schneiden – so lange, bis du doch zu Weinen beginnst. Kann so ein grausamer Film gut sein?
6. Buch oder eBook?

Das ist eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Beim Lesen ist es egal, solange der Reader mit genug Strom versorgt ist. Aber das eBook hat gravierende Nachteile dem normalen Buch gegenüber. Ich will jetzt nicht über Haptik und Geruch schwadronieren, denn seien wir ehrlich: Manches Buch riecht schlecht, Dünndruckbände fühlen sich schlecht an und ein richtig dickes Hardcover ist grässlich unhandlich.

Nein, ich rede von echten Nachteilen. Seitdem ich in meinem Beitrag über Geschenkbücher deren Brauchbarkeit als Untersetzer für Gläser herausgestellt habe, lässt mich dieses Thema nicht mehr los. Habt ihr schon einmal versucht, ein eBook für diese Aufgabe zu benutzen? Und was ist mit der Wärmedämmung? Denkt euch die Außenwand eurer Wohnung komplett von einem gut gefüllten Bücherregal bestückt: Ihr macht damit einen großen Schritt in Richtung Passivhaus.

Mit eBook-Readern kann man mittlerweile in die Badewanne gehen, ich hoffe, man kann sie auch bedenkenlos ins kochende Nudelwasser fallen lassen, dann wäre das ein Punkt für die Reader. Ein Buch ist danach in der Regel nicht mehr zu gebrauchen, aber das wiegt den Vorteil der physischen Bücher nicht auf. Denn neben ihrer Dämmeigenschaften und ihrer Eignung als Glasuntersetzer kann man ein Buch notfalls auch benutzen, wenn einem die Zigarettenblättchen ausgehen, wenn jemand nervt oder Einbrecher ins Haus gelangen … Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Bücher sind nicht nur schön, Bücher sind nützlich, Bücher können den Klimawandel aufhalten … Und man kann Bücher lesen. eBooks kann man nur lesen. Klarer Punkt fürs Buch.
7. Dein Lieblingsessen an einem heißen Sommertag?

Ich habe schon einmal über diese Lieblinge sinniert und ich sehe, du kommst mir mit der Frage entgegen. Ein richtiges All-Time-Lieblings-Essen könnte ich nicht benennen so wenig wie einen Lieblingsfilm. Nur die Lieblings-Unterhose. Ich habe aber auch nur eine.

Eingegrenzt auf das Wetter ist das mit dem Essen einfacher. Aber ein Lieblings-Essen an einem heißen Sommertag? Der letzte heiße Sommertag scheint mir Jahre her zu sein. Und Eis mag ich lieber an warmen Sommertagen denn an heißen Sommertagen. Eigentlich esse ich an heißen Sommertagen selbst gar nicht so gern, aber:

Ich kann das ganze Jahr über grillen, das Wetter ist zweitrangig. Am schönsten ist Grillen aber, wenn ein richtig heißer Tag zu Ende geht. Die Kohle entflammt, wenn die Sonne sich dem Horizont nähert. Mit einem Glas Wein in der Hand auf der Terrasse zu stehen und darauf zu warten, dass der Grill heiß wird. Grillen ist eine entspannte Art, sein Essen zuzubereiten, weil der Kohlengrill seine Zeit braucht, bis er bereit ist. Das macht das Grillen am Ende eines heißen Sommertages ideal. Egal, ob Rumpsteak oder Gemüsespieße, hauptsache, der Grill glüht.
8. Dein Lieblingsessen an einem kalten Wintertag?

Ich bin ein ziemlicher Fan von Kohl. Egal ob als Suppe, gekocht oder gebraten, im Winter esse ich viel und ausdauernd Kohl: Rosenkohl, Wirsing, Weißkohl, Rotkohl, Spitzkohl, Kohlrabi. Egal ob zart oder deftig. Kohl braucht nicht unbedingt Speck dabei, Kohl mit ein wenig Käse ist ebenso großartig. Derzeit stehe ich unheimlich auf folgende sehr simple Zubereitungsweise: Zwei fingerdicke Scheiben vom Kohlkopf abschneiden, auf ein Backblech legen, würzen und mit Käse belegen. Am Besten mit einem Weichkäse: Roquefort, Gorgonzola, Brie, … Das in den Ofen schieben und bei 180° so lange backen, bis der Kohl an den Rändern braun und knusprig wird, der Käse verlaufen ist. Gib mir dazu Pellkartoffeln und ein wenig Quark, setz mich vor einen Ofen und ich bin der glücklichste Zeilenende auf Erden.

 

9. Wenn du im Supermarkt einkaufst, zu welchem Regal läufst du als erstes?

Was mache ich mit der Frage, wenn ich nicht im Supermarkt einkaufe? Oder es in meinem Supermarkt keine Regale gibt? Oder: Noch schlimmer, das erste Ziel im Supermarkt etwas Anderes ist als ein Regal? Die Fragen sind wichtig, denn ich habe Angst: Acht Fragen lang konnte ich jede einzelne Frage beantworten. Ich glaube, wenn ich mich weigere, eine Antwort auf eine Frage zu geben oder sie elegant umschiffe, wird die Welt untergehen. Dann kann ich mir das König-sein abschminken.

Apropos umschiffen – ist jemandem aufgefallen, dass umschiffen ein merkwürdiger Begriff ist? Ich würde nicht gern umschifft werden – und Frauen mit Stehpinkler-Männern mögen das Umschiffen auch nicht gern – was ich sehr gut verstehen kann. Wer steht schon gern mit den Schuhspitzen in anderer Leute Bilgenwasser?

Zurück in den Supermarkt. Ich hoffe, ihr habt euch die Finger gewaschen. Ich bin im Supermarkt eigentlich ganz langweilig. Als bürokratischer Kontrollfreak habe ich eine Einkaufsliste, die penibel anhand der verbrauchten Konsumgüter, aktueller Gelüste und dem Angebotsblättchen der jeweiligen Woche erstellt wird. Die einzigen Posten mit Interpretationsspielraum sind „Obst“ und „Gemüse“. Dementsprechend kann ich die Gänge des Supermarkts entspannt vom Eingang zum Ende durchlaufen, wie sich die Supermarktdesigner sich den Weg ihres idealen Kunden vorstellen, mit der gemeinen Pointe, dass ich mich für das teure Sauerkraut, das mitten in meinem Weg steht, nicht interessiere, weil ich noch 5 Gläser selbst gemachtes Kraut im Keller stehen habe und der dahinter stehende Gourmet-Ketchup nicht auf meiner Einkaufsliste steht, im Wagen also nichts verloren hat. Das erste Regal im Supermarkt hängt also allein vom Supermarkt-Design ab: Im einen Markt ist es der Kaffee, im anderen die Obst- und Gemüseabteilung. Was sich lustigerweise mit den wichtigsten Gütern auf meinem Einkaufszettel deckt.

 

10. Würdest du dir lieber einen Arm oder ein Bein brechen?

Gipsbein hatte ich schon. Keine angenehme Sache. Ich habe deshalb bis heute manchmal Spaß: An einem rutschigen Abhang umgeknickt, Sprunggelenk kaputt. Konservative Therapie, 8 Wochen rumhumpeln, kein großer Spaß. Vor Allem, wenn das Schlafzimmer ein Stockwerk über den Aufenthaltsräumen ist und man ständig eine alte Holztreppe hinauf und hinunter muss, wenn man zwischen den Ebenen wechseln will. Und manchmal, wenn ich das linke Bein nach großen Anstrengungen falsch belaste, spüre ich immer noch einen stechenden Schmerz. Über die Jahre ist es weniger geworden, aber ganz verschwinden wird es offenbar nicht. Von daher wähle ich den Arm: Ich bin immer offen für neue Erfahrungen. Außerdem bin ich viel zu unruhig, um wochenlang herumzusitzen, ohne zu gehen, zu stehen, zu springen, zu hüpfen, zu hampeln. Wochenlang kein Handstand, das ließe sich verschmerzen. Wahrscheinlich würde ich mir den Bruch ohnehin beim Versuch des ersten Handstands meines Lebens einhandeln. 🙂
11. Wie sieht ein perfekter Tag für dich aus?

Ich beziehe einen Gutteil meiner Energie aus dem Umstand, dass ich in irgendeiner Art und Weise unzufrieden bin. Und dass der nächste Tag mich mit dieser Unzufriedenheit umgehen lässt, mich antreibt, sie zu beseitigen, obwohl ich weiß, dass es neue Unzufriedenheiten produzieren wird. Allein die Tatsache, dass ein Tag bloß 24 Stunden hat und dementsprechend viel zu kurz ist, um alles zu erledigen, ist ein Anlass zur Unzufriedenheit. Ein perfekter Tag in meinen Augen ist für die meisten Menschen also reichlich unperfekt.

Ein paar Elemente gibt es, die aus solch einem genüsslich unversöhnlich ausgehenden Tag dennoch einen guten Tag machen. Arbeit, Sport, Kuchen und Unterhaltung sind die Koordinaten eines solchen Tages: Aufstehen und zu wissen, dass eine Aufgabe wartet. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Arbeit dem Broterwerb dient, ob es die Steuererklärung ist (deren Erstellung mich jedes Jahr aufs Neue befriedigt), Garten- oder Haushaltstätigkeiten oder auch die Arbeit am Blog. Aufstehen, Kaffee kochen und an den Schreibtisch zu gehen, erst einmal zwei Stunden lang etwas tun, bevor es Frühstück gibt, ist für mich auch der perfekte Beginn in einen broterwerbsfreien Tag. Sport ist integraler Bestandteil meines Lebens und ich müsste eigentlich die Zeit momentan nutzen, mehr davon zu machen. Andererseits ist es entschieden zu nass und kalt für ausgiebigen Outdoor-Sport, von dem ich ohnehin kein großer Fan bin. Deshalb wäre Arbeit ideal, da kann man einen Teil der Strecke mit dem Rad bewältigen. Viele kleine Sporteinheiten (inkl. dem mehrmaligen Treppensteigen am Tag) sind ohnehin besser als ständiges ausgiebiges Workout.

Und Kuchen? Kuchen macht glücklich. So einfach ist das. Wenn der Tag dann, nach großen Anstrengungen, auf dem Sofa ausklingt, eine DVD im Player, ein Buch auf dem Schoß, der Blogreader auf dem Tablet oder ein Brettspiel auf dem Tisch, ein paar Mitspieler drumherum … Anschließend bin ich erschöpft und kann mich ins Bett rollen; guten Gewissens, dass am nächsten Tag noch einiges auf mich wartet, was ich mir vorgenommen, aber nicht geschafft habe. Und mich ausgiebig darüber ärgern, dass der Tag nur 24 Stunden hat und dieser ominöse Schlaf ständig nötig ist.

 

Elf Fragen sollt ihr sein,

Elf Fragen fand ich fein.

Elf Tage hat’s gebraucht,

Das reicht jetzt auch.

Mit diesem lyrischen Erguss möchte ich für heute enden, denn nächste Woche ist der Liebste von Chris dran. Ich dachte ja, die Welle wäre abgeklungen, aber ich habe mich geirrt. Es war nur eine Gelegenheit zum Luftholen. Dementsprechend nominiere ich auch nächste Woche erst … vielleicht. Ich hoffe, ihr hattet bis hierher Spaß.

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14 Kommentare zu „Gegrillter Kohl mit Innereien (Liebster Award)

    1. Ich bin insgesamt kein so großer Fan von Nudeln, aber ja, das kenne ich durchaus. Wenn ich sowas mache, nehme ich am Liebsten Vollkorn-Nudeln, die sind herzhafter und passen deshalb mMn noch besser.
      Apropos ungewöhnliche Kombinationen: Rosenkohl in Tomatensauce ist auch eine Offenbarung. 🙂

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  1. Wow! Bei diesen Liebster-Antworten ist aber echt Fleisch am Knochen (oder reichlich Fisch an den Gräten). Jetzt nicht einfach auf die kulinarischen Sachen bezogen, sondern übers Ganze gesehen. 🙂
    Meine eigene Kohl-Begeisterung ist nicht ganz so groß (hat jetzt keinen politischen Hintergrund, sondern liegt teilweise wahrscheinlich am Zubereitungs-Unvermögen). Aber Rosenkohl, ja, immer gerne – der schmeckt wie der Name klingt.

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    1. Fisch kommt doch gar nicht vor. Obwohl … Man könnte Fischinnereientopf anordnen. Andererseits. Schmecken die? Also mir? Andere sind ja egal.
      Was den Kohl angeht: Je härter, desto länger. Je weicher, desto kürzer. Und ein wenig Fett. Dann macht man schon fast alles richtig. Trau dich. 🙂

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      1. Naja. Mit Fischinnereien ist in der Küche meist nicht viel anzufangen. Außer vielleicht mit Dorschleber (wer’s mag).
        Beim Kohl ist ‚trau dich‘ wahrscheinlich genau die richtige Masche. Üblicherweise probiere ich beim Kochen nämlich einfach wild drauflos. Das Ergebnis ist manchmal etwas speziell – aber kaum jemals ungenießbar (man muss halt hin und wieder die Genießbarkeits-Messlatte tief genug ansetzen).

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        1. Wie gesagt: Gerade mit den harten Sorten, Weiß-, Rot- und Grünkohl kann man eigentlich ohnehin wenig falsch machen. Selbst wenn man sie (zu) lange kocht. Braten, backen, kochen, grillen kann man alles damit machen.

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