Seitdem ich mir vorgenommen habe, zukünftig auch Serien vorzustellen, hat sich auf meinem Schreibtisch schon wieder einiges an Material angesammelt. Für schlechte Zeiten. Haufenweise Serien auf Halde, ich muss zugeben, ich war fleißig. Deshalb heute die 3. Staffel Suits.

Quelle

Ich schreibe momentan mehr Rezensionen als ich auf dem Donnerstags-Slot veröffentlicht bekomme. Das ist gut, denn es wird sicherlich die Zeit kommen, in der ich wochenlang an einem Buch herumkaue und keine Lust auf Filme oder Serien habe. Deshalb füttere ich fleißig meine Halde, wann immer ich Zeit habe. Ich vermute, das ist auch für euch als Leser*innen angenehmer als mehrmals täglich mit meinem Buchstabensalat übergossen zu werden. Die Beiträge würden dadurch ja nicht kürzer, sie würden eher noch länger. 5000 Zeichen Tageszusammenfassung … Das wollt ihr nicht lesen. Doch genug abgeschwiffen, -schwoffen, -schwuffen, -schweift.

Inhalt lt. amazon.de

In der dritten Staffel verschieben sich die Machtverhältnisse in der Kanzlei. Nach dem Zusammenschluss mit einer britischen Firma, kommt es zu noch mehr Spannungen zwischen Harvey, Mike und Jessica Pearson (Gina Torres). Harvey will Mike zeigen, was er noch alles lernen muss, doch Jessica nötigt Mike dazu, Harvey zu hintergehen. Als die britische Ölunternehmerin Ava Hessington (Michelle Fairley, „Game of Thrones“) in den USA vor Gericht steht, kommt es zu einer Nagelprobe für Fähigkeiten und Loyalitäten. Hat sie nur aufgrund von Bestechung und Mord an unliebsamen Umweltschützern Förderrechte in Afrika bekommen? Harvey will sie vor dem Gefängnis bewahren, ob unschuldig oder nicht.

 

Aktualisierung

Die dritte Staffel verabschiedet sich weitestgehend von dem Initialproblem „Mike und sein Abschluss“ und widmet sich dringenderen Geschäften: Nachdem ein Machtkampf erfolgreich durchgekämpft wurde, droht der nächste. Alle zentralen Figuren hassen sich ein wenig mehr, werden schmutziger und rücksichtsloser. Eine Kanzlei ist, das wird nun endgültig klar, kein Zuckerschlecken, die ersten beiden Staffeln waren Schonraum.

Die dramatische Entwicklung von Suits ist erstaunlich. Die Protagonisten stehen eine Krise durch und alle sind erleichtert. Prompt folgt eine weitere Krise und mittendrin fragt sich der Zuschauer bang: „Ist das jetzt das Ende?“ Diese Methode der permanenten Verschärfung der Umstände kann sich schnell abnutzen, aber die permanente Aktualisierung der Krise hat in diesem Fall positives zu bieten.

 

Beziehungen

Im Strudel der Ereignisse gewinnen die Beziehungen an Kontur. Der so aalglatte Harvey ist am Ende nicht mehr halb so aalglatt, ebenso wie seine Sekretärin. Das Figurendreieck Harvey-Jessica-Mike wird rissig, weil sie nun entdecken, dass ihre Interessen nicht deckungsgleich sind. Louis wird immer mehr zum Paria, getrieben durch seinen Ehrgeiz, obwohl es ihm eigentlich um Anerkennung geht. Einzig Rachel bildet eine Ausnahme und die kommt endlich mit Mike zusammen … Wurde ja auch langsam Zeit, dieses Rumgehampel war nervtötend!

 

Vergangenheit

Für Mike wird es wieder einmal kniffelig, weil ihn seine Vergangenheit – oh Wunder – auch in dieser Staffel einzuholen droht. Wieder einmal massiv. Die „Rechtsethik“-Folge ist ein Hammer, denn man bekommt wirklich glaubhaft das Gefühl, das ganze Konzept der Serie bricht zusammen, das gesamte Lügengebäude ist am Ende. Garniert wird die Folge mit einer Offenlegung der Gefühle, die die unterschiedlichen Charaktere füreinander hegen und die sich gegenseitig die unterschiedlichsten Geständnisse machen. Eine der sehenswertesten Folgen der gesamten Serie bislang. Und die Erleichterung, als sie vorbei ist und es tatsächlich alles gut ausging … Du denkst als Zuschauer, alles ist durch. Doch dann kommt es am Ende der Staffel nochmal ganz dicke.

 

Fazit

Die dritte Staffel von Suits setzt natürlich weiter auf Konfliktverschärfung. Jessica wechselt ihre (Namens-)Partner scheinbar wie ihre Kleider und es war absehbar, dass dieses Problem recht bald existenzbedrohend werden würde. Es ist schön zu sehen, dass das Mike-Geheimnis die Serie trägt, ohne immer wieder thematisiert werden zu müssen, als tickende Zeitbombe, die im ungünstigen Fall immer zuschlagen kann. Die Macher verschärfen also einzelne Konflikte, lassen andere dafür aber ruhen und überreizen ihr Blatt nicht, um es metaphorisch auszudrücken. Es gelingt ihnen bestens, das Tempo der Serie hochzuhalten, ohne die Zuschauer zu überfordern. Den einzigen Missgriff macht das Make-up-Department: Wer hat Patrick J. Adams die alberne neue Frisur durchgehen lassen?

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23 Kommentare zu „Besprechung: Suits Staffel 3

  1. Ich liebe die Serie einfach! Mikes Geheimnis spielt überall irgendwie mit hinein aber wird nicht permanent im Vordergrund thematisiert. Ein Festschmaus für die Augen sind, neben den Hauptdarstellern auch die Anzüge und Kleider 🙂 Ich bin auf dem neusten Stand der Serie und fiebere der neuen Staffel entgegen. Dauert nur leider noch ewig!

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  2. die neue Staffel ist noch besser (mal eben anmerk) und die Frisur ist wirklich blöd, da stimme ich Dir zu. PS: Du hast die Serie fair und angemessen vorgestellt! Obwohl, wenn Du sie auf Deutsche gesehen hast, da ist sie definitiv schlechter. Viel intelligenter Witz geht leider verloren!

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    1. Glücklicherweise haben sie ihm die Frisur in der vierten Staffel wieder verboten. *gg* Was die Sprache angeht, bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich sie auf Deutsch oder Englisch gesehen habe. … Ich glaube, ich werde alt. Aber Suits ist neben Arrow definitiv ein heißer Anwärter auf den Titel „Beste Serienentdeckung der letzten Zeit“.

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      1. Arrow habe ich nach einigen Episoden aufgegeben, es wiederholte sich für meinen Geschmack jede Episode das gleiche Szenario…..die einzige Serie, die iach nach Jahren übrigens immer noch extrem mag, ist Criminal Minds…weil mich die Abgründe menschlichen Daseins immer noch faszinieren ;-))

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  3. Ich glaube, dass das Drehbuch noch ein weiteres Geheimnis birgt, da jetzt Rückblenden in die Vergangenheit gemacht werden. Bestimmt nicht ohne Grund 😉 Wer weiß, welche Wege sich schon früher gekreuzt haben (nur eine Vermutung) 🙂

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    1. Definitiv. Die Beziehungen der Charaktere untereinander sind super gemacht, die Optik ist ( von dem Frisurenausrutscher abgesehen) super und der Spannungsbogen innerhalb der Staffeln ist grandios. Aber auch über die Staffeln hinweg. Die ersten drei Staffeln waren schon super. Die vierte Staffel, die nächste Woche im Blog fällig ist, war Hammer.

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      1. *lach* Ich habe mich gerade erfolglos an Vampire Diaries versucht. Muss eigentlich ohnehin nur die Zeit bis morgen überbrücken, dann ist die zweite Staffel Arrow in meinen Händen. Aber ehrlich gesagt warte ich ohnehin nur auf die vierte Staffel House of Cards auf DVD.

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      2. Ich habe auch nur die zwei Folgen gesehen und die Staffel dann zurück gebracht. Das erinnerte mich zu sehr an eine schlechte Soap. Bin ich wohl auch zu alt. Mit der zweiten Staffel Arrow hingegen bin ich nach zwei Folgen so zufrieden, dass ich schon einmal darauf hinweise. *g*

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