Liebster-Zeit. Heute verdanken wir meine Nominierung derhilden. Ich weiß nicht, ob er es wegen meines Zynismus oder meiner Idiotie getan hat, aber es wird einer der beiden Punkte sein, denen er sich auch in seinem Blog widmet. Idioten und Zyniker dieser Welt, folgt seinem Blog gleichermaßen. 🙂

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Was hast du zuletzt gefrühstückt?

Gemarterten Weizen, verprügeltes Kuhfutter, exekutiertes Schwein,  und Brombeere, die den Hitzetod erlitten hat. Wie jeden Tag (außer Samstag): Selbstgebackenes Brot, Butter, Wurst und selbstgemachte Marmelade. Dazu eine Kanne Kaffee. Kleinere Abweichungen sind erlaubt, ich mag auch Käse und Nutella, Wurst darf auch vom Rind sein, aber Müsli und Kuchen, Rührei und Würstchen oder sonstige Sachen gibts nur zum Frühstück, wenn ich auswärts am Buffet esse. Damit hätte ich auch endlich unter Beweis gestellt, was für ein furchtbarer Spießer ich bin, gell?

Wenn du die Gestalt eines Tieres annehmen könntest, welches wäre es?

Zählt es, dass ich behaart bin wie ein Bär, ein Gebiss habe wie ein Tiger und einen Schwanz wie ein Eichhörnchen besitze? Ich muss keine tierische Gestalt mehr annehmen, ich bin ein aus der Art geschlagener Wolpertinger. Ich würde also gern hin und wieder die Gestalt eines Menschen annehmen. Wenn das nicht zählt, dann wäre ich gern eine verwöhnte Hauskatze: 20h Schlafen, 3h fressen, 1h auf der Heizung liegen und gekrault werden. Klingt nach einem verlockenden Leben, oder?

Rote oder blaue Pille? (Ich hoffe, jeder kennt Matrix)

Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Mein Verstand schreit: „Rote Pille“, auf der anderen Seite offenbart die rote Pille auch nicht die Wahrheit, gell? Sie konfrontiert uns nur mit einer anderen Art der Illusion. Von daher wäre es wesentlich bequemer, von vorneherein auf die rote Pille zu verzichten und die blaue Pille zu nehmen. Man muss nicht hinter den Vorhang blicken, um zu erahnen, dass dahinter ein zweiter Vorhang lauert. Das ist so mit den „Dingen an sich“. Weil wir auf unsere Wahrnehmung angewiesen sind, werden wir in der „wirklichen Welt“ ohnehin nie die ganze Wahrheit sehen. Nur andere Ausschnitte. Die blaue Pille ist verlockend, auch ohne die miesen Fortsetzungen des Films gesehen zu haben. Andererseits … Ach … Ich kann doch nicht anders. Ich bin viel zu neugierig für die blaue Pille.

Wenn du für einen Tag ein Wort sein könntest, welches wäre es?

Ich bin ein wenig raus aus der Szenesprache junger erwachsener Männer. Sagen die immer noch exzessiv „Fuck“? Dann wäre ich gern „Fuck“ … Ich mein, einen ganzen Tag ständig in den Mündern junger, muskulöser Männer zu ste … Das geht gerade in die falsche Richtung. Ich denke, ich wähle lieber eine politische Agenda. Ich würde gern „Grenzsicherung“ sein und jedem, der versucht, mich auszusprechen, im Hals stecken bleiben, bis er oder sie an mir qualvoll erstickt ist.

Findest du das Wort “Kumquat” auch bezaubernd?

Als Wort schon, als Obst kann ich dazu nichts sagen. Es ist vom Klang her wohlkomponiert. Beginnt mit einem harten K und endet in einem ebenso harten t, davor/danach stehen schöne offene Vokale, wiederum davor/danach folgen die Summlaute m und w, gerahmt sind sie wieder mit einem K als Spiegelpunkt. Kumquat ist ein klingendes Palindrom.

Warum sind Truthähne die Könige der Vögel?

Weil der König als großer Oberbonze sich in prächtige, aber überlebenstechnisch untaugliche Gewandung kleidet, sein Volk ausbeutet und selbst im Luxus fett und träge wird. Aber er hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Für die menschlichen Könige heißt das Schicksal Revolution und Dekaputation, für den Truthahn heißt er Thanksgiving. Das Traurige ist nur, dass das Spiel sich im Anschluss wiederholt. Vielleicht heißt der König dann nicht mehr König sondern ist ein ehemaliger General, aber auch der kleidet sich in prächtige, aber … Kann ich vielleicht doch die blaue Pille haben?

Kannst du deinen Namen tanzen?

Klar. Das kann jeder Mensch auf Erden. Das Problem ist, dass die wenigsten Menschen meinen Namen verstehen. Gerade ehemalige Waldorfschüler*innen haben ein gewisses Problem mit meinem Namen. Statt „Ulf“ verstehen die immer „Horst-Renate“. So viel übrigens zum Thema „Sozialkompetenz“ unter Ersatzschüler*innen. Kein Deut besser als die Hauptschulabbrecher. Die sind sogar ehrlicher und hauen einem auf die Fresse, wenn man ihnen anbietet, seinen Namen vorzutanzen.

Wenn du all das Wissen auf der Welt besitzen könntest oder aber unendlichen Reichtum, was würdest du wählen?

Die Frage ist blöd gestellt, ich habe nämlich erstens die Wahl zwischen einer begrenzten Ressource (all das Wissen auf der Welt) und einer unbegrenzten Ressource (Reichtum) und ebenso ist es ein Unterschied, ob man Wissen besitzt oder Reichtum. Der Besitz von Reichtum erlaubt auch die Verfügung über den Reichtum, wohingegen der Besitz von Wissen nicht mit der Verfügung einher geht. Dafür müsste das Wissen schon in meinem Kopf sein. Unter solch prekären Bedingungen entscheide ich mich lieber doch für den unendlichen Reichtum, davon kann ich mir dann das Wissen kaufen und in eine Bibliothek einsperren. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

Unter besseren Bedingungen (ich verfüge auch über das Wissen, kann es anwenden, etc.) entscheide ich mich als berechnender Gierschlund für das Wissen, weil ich es verkaufen könnte, zu solchen Preisen, dass ich wie ein Wohltäter dastehen würde und dennoch schweinereich werden könnte. Außerdem hätte es seinen Reiz, von solch einer Basis aus das Wissen noch zu vermehren.

Unter idealen Bedingungen (alles Wissen, ohne Einschränkung) würde ich als Religions-Skeptiker wieder für den Reichtum optieren, ich will nämlich nicht Gott werden. Der soll seinen Job mal schön behalten.

Welches war dein erstes Auto? (Für Nicht-Autofahrer: Von welcher Marke war dein erstes Fahrrad?)

Die Geschichte meines zweiten Autos war eine innige Liebesgeschichte, aber da du nicht danach gefragt hast, gibt es diese Geschichte nicht, sondern die meines ersten von zwei Autos. VW Polo, Typ II, der vor dem Relift, Baujahr 1984, 4 Vorwärtsgänge, ich glaube 55PS. Die Hölle von einem Auto. Ich habe meinen Führerschein 2005 gemacht, das Auto war älter als ich. Der alte Zweitwagen meiner Eltern. Man ist damit von A nach B gekommen, aber wenn ein Berg zwischen A und B lag, ist man besser am Fuß des Berges gefahren oder hat es in Kauf genommen, bergauf von Fahrradfahrern überholt zu werden. Entschädigt wurde man dann bergab. Die Bodenhaftung war so vorzüglich, dass ich für dieses Fahrzeug eigentlich einen Flugschein gebraucht hätte.

Auch sonst war er mit zahlreichen netten Gimmicks ausgestattet. Ich musste mir erklären lassen, in welcher Reihenfolge er geschaltet wird, weil ich auf einem Opel Astra fahren gelernt hatte und der Schaltknüppel des Polo keine Gangübersicht bot. Deshalb erwähne ich auch die 4-Gang-Schaltung. Ich habe immer den fünften Vorwärtsgang gesucht.

Erwähnenswert neben den durchgesessenen Sitzen, einem Kussmundaufkleber auf der Motorhaube, dem leichten Benzingeruch, der permanent im Fahrzeug hing und dem Radio, das KEINEN Sender empfangen konnte, ist sicherlich noch die Decke. Ich bin nicht übermäßig groß, aber ich weise ungünstige Proportionen auf: Kurze Beine, langer Oberkörper. Ich bin ein klassischer Sitzriese. Die Deckenverkleidung des Polo war nun hängend angebracht. Sie klebte mit den Rändern an der Karrosserie und hing in der Mitte frei. Und immer wenn ich fuhr, hing ich in der Decke statt nur darunter. Ich habe es gehasst. Aber ich werde es wohl nie vergessen. So ist das mit dem ersten Mal.

Würdest du eine einzige Situation in deinem Leben ändern, wenn du die Macht dazu hättest?

Verlockend, oder? Die Frage ist ja klug gestellt. Es geht nicht um die Vergangenheit, von der sollte man tunlichst die Finger lassen, sonst sorgt man dafür, dass das Raum-Zeit-Kontinuum hops geht und Bob Dylan auch noch den Löffel abgibt. Und dann seid ihr dran Schuld!

Wenn ich jetzt zugebe, dass ich gerne ein paar Sachen ändern würde, dann glaubt mir hier nie wieder jemand, dass ich zufrieden und mit mir im Reinen sei. Es sei denn, ich gebe die erwartbare Antwort: Ich würde mir mit meiner temporären Allmacht einen Traumjob geben. Aber die Antwort darf ich ja nur geben, weil ich offiziell „arbeitslos“ bin. Ansonsten leidet meine street credibility, dann disst mich meine hood zukünftig.

Es gäbe zwei oder drei Dinge, die ich ändern würde, ja. Auch der glücklichste Mensch auf Erden würde zwei oder drei Dinge finden, die er ändern wollte. Und sei es etwas Banales wie: „Ich würde dafür sorgen, dass Rosinen keine abführende Wirkung mehr auf mich haben.“ Ich glaube einfach nicht an Perfektion in der Welt.

Die Ehre der letzten Frage überlasse ich die gutefrage.net Community: “Hey ich habe Mega krumme finger (siehe Bild) kann ich die auch irgentwie wieder gerade biegen?”

Ich denke, da ließe sich operativ was machen. Aber wieso? Man kann damit total toll kleinen Kindern Ekel einflößen (s. Bild)

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An der anderen Hand ist das natürlich analog, meine kleinen Finger bilden damit ein Y. Oder meinte der Fragensteller die anderen krummen Finger? In dem Fall gibt es keine Heilung und er sollte die Griffel zukünftig von sich weglassen, sonst wird er auch noch an irreparablem Rückenmarksschwund zu leiden haben! Wenn er an was rumspielen will, soll er sich gefälligst einen Freund suchen, der auf sein Rückenmark weniger wert legt!

 

Damit habe ich die Pflicht geschafft. Ich hoffe, mein Nominator ist mit mir zufrieden und schmeißt mich nicht aus dem Haus. *blickt ängstlich um sich* Obwohl. Versteht die Anspielung eigentlich noch irgendjemand? Alles Weitere ist nun Kür. Beim letzten Mal habe ich ja angekündigt, dass ich nun auch mal wieder von meinem Recht auf Fragestellungen Gebrauch machen werde.

Die Regeln:

  • Bedankt euch bei dem Blogger, der euch nominiert hat!
  • Beantwortet seine Fragen. Wie, das ist euch überlassen, nur unterhaltet euer Publikum! Notfalls durch schonungslose Wahrheit.
  • Fügt ein „Liebster-Award“-Bild in euren Blogbeitrag ein!
  • Nominiert anschließend weitere Blogs.
    • Wie viele? Es gibt Varianten, die besagen, es sollen 11 Blogs sein. Aber da will ich mal nicht so streng sein. Nominiert gar keins, nominiert 1 oder nominiert 111, wie ihr mögt.
    • Am Besten wäre es, wenn der oder die Nominierte Bock auf den Liebster Award hat.
    • Eine weitere Regel besagt: Max. x Follower soll das nominierte Blog haben, wobei ich x mit der Variante 100 oder 300 Follower kenne. Auch da will ich nicht so streng sein: Unter Beachtung der vorherigen Regel sage ich deshalb „Nominiert Blogs, die eurer Meinung nach entschieden zu wenige Liker und Kommentierer haben, auf das eure Follower auch ihnen folgen können.“ Oder nominiert Blogger, um sie so besser kennen zu lernen. Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Parship. Vielleicht schaffen wir über WordPress ja „zwei Singles pro 11 Minuten“.
    • Informiert die Nominierten, sei es per Kommentar in ihrem Blog, per Brieftaube oder telepathischem Kontakt. Hauptsache, sie wissen Bescheid. Am Besten ist es, Blogger*innen zu nominieren, die euch ohnehin folgen. Dann erfahrt ihr, ob die eure Beiträge auch bis zum Ende lesen. 😉
  • Stellt 11 neue Fragen, möglichst solche, bei denen euch die Antworten auch interessieren.

Und hier meine 11 Fragen. Ich recycle meinen letzten Fragenset, weil der so schön zu dem passt, was mich beschäftigt und was auch in diesem Blog hin und wieder Niederschlag findet:

  1. Ketchup oder Mayo?
  2. Bist du in der Küche ein Chaot?
  3. Dein bestes veganes Rezept?
  4. Was ist dein liebster Einrichtungs-Gegenstand?
  5. Wie sieht die Lebensgeschichte deines ersten Kuscheltiers aus?
  6. Und die deiner ersten Spiele-Konsole?
  7. Was kann man mit Büchern besonders gut – vom Lesen mal abgesehen?
  8. Wird das Streaming von Inhalten das lineare Fernsehen töten?
  9. Was ist warum dein Lieblings-Brettspiel … Oder Karten- oder Würfel- oder Pen’n’Paper- oder Tabletop-Spiel?
  10. Was aus der Theoretischen Philosophie: Was macht Wahrheit aus?
  11. Und zu guter Letzt was aus der Praktischen Philosophie: Kommt es beim moralischen Handeln auf die Absicht oder die Folgen an?

 

Ich werfe mal völlig unsortiert um mich an:

Alles von Herzen

Aequitas et Veritas

Bibobuchling

Arno von Rosen

Neues vom Schreibtisch

Damit ist erstmal gut. Wer noch nominiert werden möchte, darf gern einen Kommentar hinterlassen. Nächste Woche gibt es eine weitere Runde von „Zeilenende ist sooo beliebt“, da nominiere ich noch ein paar weitere Opfer.

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29 Kommentare zu „Pillen zum Frühstück (inkl. Nominierungen)

  1. Hallo Du, wollte dich gerade informieren, dass ich dich in meinem heutigen Blogbeitrag für den Liebster Award nominiert habe. Und was sieht mein Adlerauge. Trotzdem, Deine Blog ist alleweil eine Empfehlung wert. Herzlich, Franziska

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    1. Ich hab ja schon ernsthaft über eine Kategorie „Fragt Zeilenende“ nachgedacht, aber ich fürchte fast, das würdet ihr missbräuchlich ausbeuten. *gg*
      Danke fürs Lob, gerade von jemandem der so schöne Geschichten schreibt wie du, geht das runter wie Öl.

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  2. Sooooooo, endlich Zeit 😉 Ich mache gerne mit, aber ich habe keine Ahnung wie viele mir folgen oder so was. Ein Bild einfügen und Fragen stellen schaffe ich bestimmt und ich bedanke mich ganz herzlich bei dir fürs Nominieren und die netten Fragen 🙂

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