Das Buchfresserchen hat zur Montagsfrage aufgerufen und möchte wissen, wie wir es mit Rezensionsexemplaren halten. Da sie hier nach einer Meinung fragt und nicht selbst betroffen sein muss, werde ich nach dem heroischen Kampf gegen ein halbes Dutzend Bewerbungsschreiben auch noch dazu meine Meinung in die Welt setzen.

Das klingt jetzt gemein, ist es eigentlich aber nicht gemeint. Ich bin nur etwas müde geschrieben. Und wenn ich müde geschrieben bin, werde ich langweilig oder bissig. Oder beides. Oder keins von Beidem. Zum Thema Rezensionsexemplare fällt mir persönlich ohnehin nicht viel ein, außer:

  • Ich bekomme keine. Wie auch?
  • Unaufgefordert will ich keine. Wenn, dann möchte ich vorher eine Entscheidung treffen.
  • Ich werde nicht aktiv danach fragen. Ich habe ohnehin zu viele ungelesene Bücher und es werden nicht weniger.
  • Aufgefordert möchte ich sie nur, wenn mir an dem Buch, dem Autor oder dem Thema was liegt, sodass ich eine Besprechungsgarantie geben könnte, denn
  • Wenn ich nach dem Verfahren eines bekomme, gibt es eine Besprechung.
  • Ich verreiße ohne Gnade alles, was mir nicht gefällt. Da ich das aber nur mache, wenn ich mich über etwas richtig ärgere, will ich das gar nicht.

Schön, wie man Texten mit Punkten eine Pseudo-Struktur geben kann, gell? Mein Blog ist nicht kommerzfrei (dafür bin ich zu sehr in der Konsumgesellschaft verankert), aber nicht kommerziell. Ich möchte nichts bekommen außer liebevoller Zuneigung durch die Followerschaft. Wenn ich auf etwas hinweise, dann deshalb, weil ich davon begeistert bin, darüber staune oder vor der Verschwendung von Lebenszeit warnen will.

Hehre Ziele, gell? Eigentlich geht es mir nur um den Spaß. Beim Bloggen bin ich vollkommen druckfrei. Ich habe oben auch ein wenig geflunkert. Ich habe es herbeigesehnt, was für den Blog zu schreiben und bin dankbar dafür, kein eigenes Thema zu suchen. Einfach nur einen Artikel aus der Halde fertig zu machen ist nicht halb so befriedigend wie ein kompletter Beitrag, der ohne so grässliche Worte wie „exzellent“, „Kompetenz“ „langjährige Erfahrung“, etc. auskommt.

Andererseits finde ich es toll, dass die Verlage solche Aktionen machen und die Buchbloggerszene ernst nehmen. Es gibt da draußen tolle Blogs, die sich nur dem einen Thema widmen, Bücher. Die Leute dahinter machen das mit und aus Leidenschaft, da ist ein Rezensionsexemplar ein nettes Dankeschön. Es soll also bitte niemand ein schlechtes Gewissen haben, wenn man Rezensionsexemplare annimmt. Ich nehme entsprechende Rezensionen auch genau so ernst wie die über selbst gekaufte Bücher. Ich mag nur keine Auftragsarbeiten in meinem Blog machen.

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11 Kommentare zu „Montagsfrage: Rezensionsexemplare

    1. Echte Bücher … Das klingt so herrlich snobistisch. 🙂 Aber „gedrucktes Buch“ klingt irgendwie komisch, so nach Pleonasmus. Sprachlich eine interessante Frage. „gedruckter Text“ meint ja auch noch mal was anderes … Jetzt hab ich was zum Grübeln. *gg*

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      1. Für mich sind es dann physische Bücher 😉 wobei eBooks ja schon was tolles sind…und für Leut die den Geruch von physischen Büchern vermissen: es gibt schon ein Parfum, das riecht nach Druckerschwärze und Co. 🙂

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  1. Es ist interessant zu verfolgen, wie sich deine Stimmung während des Schreibens geändert haben muss. Ob du das jetzt natürlich gezielt und im vollen Bewusstsein so geschrieben hast, weiß ich natürlich nicht. Der Artikel erweckt aber den Eindruck, als ob du zu Anfang völlig motivationslos bist und überhaupt keine Lust am Verfassen des Blogartikels geschweige denn an der Beantwortung einer für dich nicht sonderlich interessanten Frage hast, um dann mittendrin wieder Lust am Schreiben und deine von Herzen kommende Begeisterung zu finden. Mein Eindruck. Ansonsten stimme ich dir natürlich zu. Es gibt einige Blogs, die sich ausschließlich mit diesem Thema befassen und deren Verfasser sicherlich die geeignetere Zielgruppe sind. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass ein Autor, der Wert auf deine Meinung legt, dir ein Rezensionsexemplar zu schickt. Ungefragt finde ich allerdings unhöflich.

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    1. Vielleicht habe ich das absichtlich getan. Aber selbst wenn, zeigt es doch recht anschaulich, wie gut Schreiben für die Psychohygiene sein kann. *hüllt sich in den Mantel des Geheimnisvollen* 🙂
      Ich bin über dieses Phänomen des „ungefragt Zuschickens“ auch nur bei anderen Bloggern gestolpert und habe nicht schlecht gestaunt. Es erinnert irgendwie an die Werbeflyer, die in meinem Briefkasten manchmal landen. *gg*

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  2. Die »liebevolle Zuwendung« deiner Follower ist dir ziemlich sicher. Ein ungefragtes Rezensionsexemplar habe ich auch noch nicht erhalten (und möchte das ebenso wenig wie du). Nachdem die Stimmungsaufhellung spürbar eingesetzt hat, erwarte ich jetzt eigentlich noch das richtige Feuerwerk! 🎉🎊💥

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