Willkommen zur letzten Plätzchen-Auszeit vor Weihnachten. Ich hoffe, euch geht es noch gut. Mir nicht. Ich habe Erkältung … Und noch viel schlimmer: Ich habe „Urlaub“ … Oder arbeitsfrei … Oder wie auch immer man diesen Zustand nennen möchte, an dem man keinem Broterwerb nachgeht, obwohl man dafür bezahlt wird und nicht verbeamtet ist. Ergebnis: Schäumende Langeweile. Deshalb fahre ich gleich 45 Minuten Zug, um eine Zutat aus einem weit weit entfernten Supermarkt zu kaufen. Doch jetzt ohne weitere Umschweife zur heutigen Montagsfrage: Nehme ich 2016 an einer Lesechallenge teil?

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Fangen wir mit der einfachen Antwort an: Nö. Ich mag Lese-Challenges nicht sonderlich. Ich kann mich zwar oftmals nicht entscheiden, welches Buch ich als nächstes lesen möchte, aber das mache ich mit mir selbst auw. Ich bilde dann kleine Mini-Stapel mit Büchern, die in die engere Auswahl kommen, schleiche stundenlang um die Stapel herum, setze mich auf sie drauf, werfe sie um und lese am Ende das Buch, das ich als erstes zur Hand genommen habe und ein Cover mit Plüschbezug hat. Buch-Challenges finde ich zumindest derzeit, dank zähen Leseflusses, viel zu bevormundend. Und ich glaube nicht, dass das 2016 besser werden wird.
Die schwierigere Antwort lautet: Jupp. Es sieht gut aus mit meinerdiesjährigen Lesechallenge, Kants „Hauptwerke“ und einige verstreute andere Schriften durchzuarbeiten. Nur den ewigen Frieden werde ich wohl in diesem Jahr nicht mehr schaffen, dann habe ich aber KrV, KpV, KdU, GMS, MS, die Anthropologie, die Religionsschrift, den Aufklärungs- und den Lügenaufsatz zumindest in ihren Grundzügen durchgearbeitet. Schon ziemlich eindrucksvoll, gell? Wobei Kant ab einem gewissen Punkt auch redundant ist … Und alles verstanden habe ich dennoch nicht.
Andere Steckenpferde sind dabei auf der Strecke geblieben, meine persönliche Lese-Challenge für 2016 ist ganz bescheiden, wieder mehr Science Fiction zu lesen … Und endlich den dicken Luhmann-Schinken, der seit Jahren im Regal steht. Und mich mehr als nuram Rande mit transhumanistischen Theorien zu beschäftigen … Und … Und … Und …
Kurz: Ja, ich habe Leseziele fürs neue Jahr, aber von Challenge würde ich da nicht sprechen. Zum Schluss, für die Beamten unter euch, die wutschnaubend durchgehalten haben: Beamte werden für ihre Staatstreue besoldet, also nur mittelbar für ihre Arbeit. 🙂

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3 Kommentare zu „Montagsfrage: Lesechallenge 2016

    1. Herr Zeilenende Sr. ist Beamter und hat mir das mal erklärt. Beamte beziehen kein Gehalt, sie bekommen einen Sold. Juristisch ist es so:
      Der Staat als Dienstherr des Beamten ist seinem Beamten zur Treue verpflichtet, das drückt sich in der Alimentation aus. Deren wichtigster Teil ist die Besoldung. Umgekehrt ist auch der Beamte seinem Dienstherrn der Treue verpflichtet, dafür erhält er die Alimentation.
      Im nächsten Schritt ist der Beamte auf Grund dieser Treuepflicht natürlich dazu verpflichtet, seinem Herrn entsprechende Dienste zu leisten, als Lehrer zu unterrichten, sowie einige andere Dinge zu tun bzw. zu unterlassen (Achtung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, amtsangemessenes Verhalten, etc.) und seinen „Job“ auch gut zu machen, also gut zu unterrichten. Aber die konkrete Tätigkeit, also bspw. das (gute) Unterrichten, ist nur eine abgeleitete Pflicht des Beamten, maßgeblich ist die Treue. Und für die gibt es den Sold.

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