Vor lauter Plätzchenbäckerei habe ich an mancher Stelle vergessen, Photos zu schießen. Ihr müsst an dieser Stelle damit leider auf Bilder verzichten, der meinen wunderschönen, mindestens 50 Jahre alten Fleischwolf von Alexanderwerk zeigen. Außerdem muss der heutige Weihnachtstipp leider un-illustriert sein.

Bei den Zitronenherzen habe ich euch bereits einen vorweihnachtlichen Ernährungstipp gegeben, um ein schlechtes Gewissen zu vermeiden. Hier ist ein weiterer Gesundheitstipp: Kalorien vorausschauend abbauen und Unmengen an Spritzgebäck backen.

Spritzgebäck ist ein Klassiker der Weihnachtsbäckerei und neben den Ausstecherlen und den Erdnussrauten die dritte Plätzchensorte, die ich jedes Jahr backen muss. Zum Ausgleich müssen meine beiden Brüder den Fleischwolf bedienen, denn ich knete ja schon Unmengen an Teig und wenn ihr das Rezept seht, versteht ihr bestimmt, warum Spritzgebäck besser ist als Fitness-Studio.

Das Rezept ist alt, stammt von meiner Oma, die Angaben sind tatsächlich noch in Pfund gegeben. Um euch zu erfreuen, habe ich die Mengen übernommen und sie nicht in Gramm umgerechnet. Aber das fällt euch sicherlich nicht schwer.

3 1/2 Pfd. Mehl

1 1/2 Pfd. Zucker

1 1/2 Pfd. Butter

1/4l süße Sahne

3 TL Vanillezucker (das entspricht etwa 2 Päckchen Vanillezucker)

1 Päckchen Backpulver

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Ihr beginnt mit Zucker und Sahne. Beides kommt in einen Topf und wird unter gründlichem Rühren zum Kochen gebracht, bis das Ganze leicht karamellisiert. Lasst die Zucker-Sahne-Masse anschließend abkühlen.

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In der Zwischenzeit könnt ihr schon einmal die übrigen Zutaten in eine Schüssel geben, eine große Schüssel. Hier ist einmal mehr Schüssels große Schwester, die größte Schüssel im Haushalt, zum Einsatz gekommen. Für Spritzgebäck verflüssige ich die Butter nicht, weil Spritzgebäck schweißtreibend sein muss!

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Gebt die abgekühlte Zucker-Sahne-Masse zu den übrigen Zutaten und beginnt mit dem großen Knetspaß! Ärmel hochkrempeln, NICHT in die Hände spucken, Teig gründlich durchkneten. Das kann gut und gerne 5 bis 10 Minuten dauern, aber meine durchs Brotbacken gestählten Oberarm-Muskeln haben ob dieser Aufgabe nur gelacht. Vor allem, als ich am nächsten Morgen einen Anflug von Muskelkater im kleinen Finger hatte. Unangenehme Sache.

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Der Teig für Spritzgebäck ruht gern einen Tag lang im Kühlschrank. Dann muss er allerdings etwa eine Stunde vor Verarbeitung aus dem Kühlschrank genommen werden, sonst dreht ihr euch wirklich einen Wolf. Fleischwolf aufbauen, Gebäckvorsatz anschrauben, Bruderherz und Nesthäkchen abwechselnd drehen lassen, während Mutter Zeilenende und Zeilenende die unterschiedlichsten Formen auf die Bleche drapieren. Wenn ihr ihn zur Hand habt, kommandiert Herrn Zeilenende Sr. ab, dass er auf den Ofen aufpasst. Spritzgebäck wird bei 180° Heißluft gebacken, bis es goldgelb ist. Heißluft deshalb, weil ihr sonst immer nur ein Blech backen könnt und nie fertig werdet.

Mit einer Zeitangabe kann ich euch nicht dienen, die fehlt im Rezept schlicht. Gefühlsmäßig würde ich sagen, es braucht immer ca. 15 Minuten. Aber es ist Herr Zeilenende Sr., der auf die Bleche aufgepasst und sie fleißig gewechselt hat.

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Wenn ihr mögt, könnt ihr das Spritzgebäck anschließend noch mit Kuvertüre überziehen. Mutter Zeilenende mag es lieber ohne Kuvertüre, ich mag am Liebsten Vollmilch am Spritzgebäck, Bruderherz weiße Kuvertüre. Da ihr genug Spritzgebäck habt, könnt ihr jeden Wunsch erfüllen.

Zu Beginn der Saison ist das Spritzgebäck knackig und fest. Im Laufe der Zeit wird es immer mürber. Wenn ihr es knackig mögt, schnell essen! Wenn ihr, so wie ich, euer Spritzgebäck lieber mürbe habt: Warten. Das funktioniert aber nur, wenn ihr auch diese Masse an Spritzgebäck herstellt, sonst ist am Ende der Wartezeit nichts mehr übrig. Insbesondere Herr Zeilenende Sr. ist ein schlimmer Spritzgebäckverkrümler.

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5 Kommentare zu „Zeilenendes Weihnachtsdorf: Spritzgebäck

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